Baby und Familie

Babys Entwicklung

Falls es Ihr Kleines nun nicht mehr erwarten kann, auf die Welt zu kommen, ist das jetzt immer weniger ein Grund zur Beunruhigung: Ab der 35. Schwangerschaftswoche sind Babys in der Regel auch außerhalb des Mutterleibs lebensfähig. Daher würde der Arzt wohl keine Wehenhemmer mehr einsetzen, wenn sich die Geburt Ihres Babys bereits jetzt ankündigen würde.

Der wichtigste Punkt für die Lebensfähigkeit Ihres Kleinen: Die Funktion seiner Lunge ist nun in der Regel ausreichend entwickelt. "Deshalb braucht der Arzt bei einer drohenden Frühgeburt ab dieser Woche auch kein Mittel zur Lungenreifung mehr zu geben", sagt Dr. Mirja Pagenkemper, die am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf zur vorgeburtlichen Prägung forscht.

Das Lungengewebe des Fetus hat mittlerweile ausreichend Surfactant gebildet. Diese Substanz sorgt unter anderem dafür, dass die Lungenbläschen nicht kollabieren. Die Lunge selbst ist also auf die Luftatmung vorbereitet und auch das zentrale Nervensystem des Ungeborenen ist so weit entwickelt, dass es die rhythmischen Atembewegungen steuern könnte – das Baby kann in der Regel selbstständig atmen.

Außerdem kann es seine Körpertemperatur inzwischen ganz gut selbst regeln. "Zwar klappt das – genau wie das Regulieren des Blutzuckers – bei Frühgeborenen in der 35. Woche oft noch nicht ganz ohne Probleme", sagt Dr. Mirja Pagenkemper. "Aber die Kinderärzte kriegen diese in der Regel gut in den Griff."

Die Haut des Ungeborenen ist noch einmal etwas glatter geworden, Ärmchen und Beinchen erscheinen molliger. Für Turnübungen hat Ihr Baby nun kaum mehr Platz. Sollten Sie Ihr Kleines jedoch länger gar nicht oder insgesamt deutlich weniger als bisher spüren, kontaktieren Sie bitte Ihren Frauenarzt. Er kann abklären, ob es Ihrem Baby gut geht.

Babys Lunge ist jetzt üblicherweise auf die Luftatmung vorbereitet

Babys Lunge ist jetzt üblicherweise auf die Luftatmung vorbereitet

Die Gesundheit der Mutter

Sie sind jetzt in der 35. Woche. In diesen Tagen beginnt Ihr Mutterschutz. Am besten genießen Sie noch etwas die Ruhe vor dem Sturm. Dabei können Sie sich schon Gedanken darüber machen, wie die erste Zeit mit Baby aussehen wird. Auch wenn sie sich das bei all Ihrer Vorfreude auf die Geburt jetzt nicht vorstellen können: Viele Frauen leiden etwa drei Tage nach der Geburt unter einem Stimmungstief, dem sogenannten Baby Blues. Da ist es gut, wenn Sie sich vorher schon einmal damit auseinandergesetzt haben.

Ein Kind zu bekommen ist berauschend, aber eben auch erschöpfend und aufreibend: Nach der Geburt ist plötzlich nichts mehr so, wie es einmal war. Der Baby Blues hat oft mit den hormonellen Veränderungen im Körper der Frau nach der Geburt zu tun. Dann schüttet der Körper plötzlich keine Schwangerschaftshormone mehr aus und die Milchproduktion hat begonnen. Die frisch gebackene Mutter ist dann häufig weinerlich, launisch oder hat Angst, ihrer neuen Rolle nicht gerecht werden zu können.

Aber keine Sorge: Dieses Gefühls-Wirrwarr ist ganz normal. Bei den meisten Frauen verschwindet der Baby Blues bereits nach wenigen Tagen wieder. Halten die Symptome jedoch länger an, sind sie sehr ausgeprägt oder haben Sie bereits früher schon einmal unter einer Depression gelitten, sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen und professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

Tipp: Das gibt es beim Sorgerecht zu beachten

Sie sind nicht mit dem Vater des Kindes verheiratet? Dann sollten Sie sich darüber Gedanken machen, wie Sie das Sorgerecht mit ihm regeln wollen. Sind die Eltern miteinander verheiratet, üben sie das Sorgerecht automatisch gemeinsam aus.

Sind sie nicht verheiratet, liegt das Sorgerecht zunächst nur bei der Mutter. Möchten sich Mutter und Vater die elterliche Sorge teilen, müssen sie eine entsprechende gemeinsame Erklärung abgeben – das ist auch schon vor der Geburt möglich. Wenn sie unsicher sind, können sie sich vom Jugendamt beraten lassen. Die Sorgeerklärung kann nicht widerrufen, sondern nur gerichtlich beendet werden.

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