Waschen Sie Ihre Wäsche am besten nur mit 20, 30 oder 40 Grad. Das ist einer der Spartipps für Strom, die am meisten Verwunderung auslösen. Denn noch immer waschen viele Menschen ihre Wäsche mit 60, Bettwäsche sogar mit 90 Grad. Doch die gute alte Kochwäsche mit wirklich heißem Wasser hat heute nur noch in Ausnahmefällen ihre Berechtigung.

Aus hygienischen Gründen ist das heiße Waschen in den meisten Fällen längst nicht mehr nötig. Waschmittel und Geräte sind so gut, dass sie auch bei niedrigen Temperaturen von 30 oder 40 Grad den üblichen Dreck packen.

Zumal das Waschen mit hohen Temperaturen unnötig viel Strom verbraucht. Bis zu 17 Euro im Jahr lassen sich einsparen, wenn man mit 30 statt mit 60 Grad wäscht (bei angenommenen zwei Waschgängen pro Woche). Das hat die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online berechnet – basierend auf Durchschnittswerten für 2021. Bei den aktuell steigenden Preisen dürfte die Einsparsumme also noch höher liegen.

Nur wenige Ausnahmen brauchen mehr als 30 Grad

Es gibt aber ein paar Ausnahmen, zu denen der Industrieverband Körperpflege– und Waschmittel (IKW) rät:

  • Unterwäsche und Waschlappen sollten bei nicht weniger als 40 Grad gewaschen werden
  • Küchentextilien wie Spültücher und Geschirrtücher werden am besten mit 60 Grad und einem bleichmittelhaltigen Waschmittel gereinigt.
  • Bei ansteckenden Krankheiten sowie Pilzinfektionen sollten 60 Grad angewählt werden, in Kombination mit einem bleichmittelhaltigen Waschmittel. Empfindliche Textilien wie Seide und Wolle, die bei hohen Waschtemperaturen Schaden nehmen, sollten alternativ mit einem Hygiene-Spüler gereinigt werden.
  • Zur Reinigung der eigenen Maschine sollte man am besten zweimal im Monat 60 Grad nutzen. Sonst können sich Mikroorganismen aus der Schmutzwäsche im feuchten Milieu der Maschine ansiedeln, sich vermehren und müffeln. Wichtig ist auch hier die Kombination aus 60 Grad und einem bleichmittelhaltigen Vollwaschmittel.
Füße in Flip Flops

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Die Sicht der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) dazu weicht etwas von der des IKW ab. Die BZgA empfiehlt für die Reinigung von Bettwäsche, Spüllappen, Putztüchern, Handtüchern, Waschlappen und Unterwäsche eine Temperatur von mindestens 60 Grad. Ein zusätzlicher Hygiene-Spüler sei dann nicht notwendig.

Außerdem wird hier zu einer wöchentlichen Reinigung der Maschine bei Temperaturen über 60 Grad geraten, sodass sich dort kein Biofilm aus angesiedelten Mikroorganismen bilden kann.

Noch ein Spartipp: Eco-Einstellung nutzen

Ebenfalls hilft beim Stromsparen die Eco– oder Öko–Einstellung moderner Waschmaschinen anstelle der Schnellwäsche oder den normalen Waschprogrammen. Bis zu 33 Euro pro Jahr sind laut co2online möglich.

Einen kleinen Nachteil gibt es allerdings: Die Programme benötigen mehr Zeit, die Maschine läuft also länger. Meistens kann man auch auf eine Vorwäsche verzichten, das sind weitere rund 7 Euro pro Jahr und ein schnellerer Waschgang.

Möglich ist das übrigens, weil die Waschmaschinen laut IKW viel Energie für das Erwärmen des Wassers und vergleichsweise wenig für das Drehen der Trommel benötigen. Daher werde bei gleicher Temperatur ein umso besseres Waschergebnis erzielt, je länger die Waschzeit ist.

Fazit

Mittlerweile reichen für die meisten Wäschen niedrigere Temperaturen bis 40 Grad, die gleichzeitig stromsparender sind. Besonders hartnäckig verschmutzte Textilien oder Wäsche von Menschen mit ansteckenden Krankheiten sollte bei mindestens 60 Grad gereinigt werden.

Frau mit Wäschekorb

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