Wo ist nur die Zeit geblieben? Diese Frage stellen sich wohl viele Eltern, wenn sie an die rasanten Fortschritte ihrer Kinder denken. Das erste Wort, der erste Schritt oder das Essen mit Messer und Gabel: Insbesondere im Alter zwischen 0 und 6 Jahren beobachten Eltern fast täglich Fortschritte ihrer Kinder. Diese Schritte im Leben eines Kindes sind für Eltern einmalige Erinnerungen – und für die Wissenschaft besonders wertvoll.

Die App „kleineWeltentdecker“ will Eltern und Wissenschaft zusammenführen. Hat mein Kind einen Entwicklungsschritt bereits geschafft? Oder steckt es noch mittendrin? Diese und weitere Fragen beantwortet die App, Eltern können darüber hinaus auch all das hinterlegen, was ihnen an der Kindesentwicklung auffällt – als Text oder per Foto. Bislang wurden bereits die Daten von rund 3.000 Kindern im Alter zwischen 0 und 6 Jahren in der App gespeichert, berichten Forschende der Universität Zürich sowie der Universität Duisburg-Essen, die die App gemeinsam entwickelt haben. Diese Daten wollen die Entwicklungspsycholog:innen wissenschaftlich auswerten.

Eltern zum Mitmachen aufgefordert

Eltern können die App kostenlos in den App-Stores herunterladen und mit Leben füllen. Das digitale Tagebuch funktioniert wie eine Entwicklungs-Chronik des Kindes. Eltern können Meilensteine zusätzlich per SMS, E-Mail oder Social-Media teilen oder das gesamte Tagebuch als PDF herunterladen.

Neben Deutsch ist die App auch in den Sprachen Englisch, Französisch und Italienisch verfügbar – aus einem wichtigen Grund. „Die Norm, was Kinder zu einem bestimmten Zeitpunkt können, geht derzeit häufig von Kindern aus Europa oder Nordamerika aus. Ziel ist es aber, noch mehr Sprachen und damit noch mehr Länder und Kulturen mit einzubeziehen“, sagt Dr. Anja Gampe, Entwicklungspsychologin von der Universität Duisburg-Essen.

Daten für die Wissenschaft

Eine erste Studie hat bereits „kleineWeltentdecker“-Daten ausgewertet und zeigt: Die von den Eltern eingegebenen Informationen eignen sich gut für eine wissenschaftliche Auswertung. Es macht demnach keinen Unterschied, ob die Entwicklungsschritte im heimischen Wohnzimmer oder unter kontrollierten Bedingungen an der Universität beobachtet und festgehalten werden.

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