Senioren Ratgeber

Eine Darmspiegelung ist wichtig. Mit ihr lässt sich Darmkrebs nicht nur erkennen, sondern in manchen Fällen auch verhindern. Polypen, die im Laufe der Zeit entarten können, können bei der Spiegelung entfernt weden. Als Patient spürt man davon nichts.

Die Krankenkassen zahlen deshalb die Darmspiegelung zur Darmkrebsvorsorge ab einem Alter von 50 Jahren, bei familiärer Vorbelastung auch viel früher. Mit dem Vorsorge-Rechner von www.apotheken-umschau.de können Sie online überprüfen, welche Untersuchungen Ihnen zustehen.

War die Untersuchung unauffällig und bestehen keine Beschwerden und keine erbliche Belastung, folgt die nächste Darmspiegelung in der Regel nach zehn Jahren. Dank Beruhigungsmittel empfinden die meisten Betroffenen die Untersuchung nicht wirklich als unangenehm. Voraussetzung für eine erfolgreiche Darmspiegelung ist aber ein sauberer Darm. Nur so kann der Gastroenterologe mögliche Veränderungen im Darminneren erkennen. Hier die wichtigsten Tipps für die Darmspiegelung:

Wichtig: Dies sind nur allgemeine Empfehlungen. Die Vorbereitung kann sich von Fall zu Fall unterscheiden. Ihr Arzt wird Ihnen genau erklären, wie Sie vorgehen müssen. Halten Sie sich an seine Ratschläge. Wenn Sie nicht sicher sind, fragen Sie am besten noch einmal in der Praxis nach! Menschen mit Herz- oder Nierenkrankheiten sollten die optimale Trinkmenge vorsichtshalber mit dem Arzt abklären.

Was ist eine Darmspiegelung?

1. Vermeiden Sie vorab Körner – auch in Obst

Körner können im Darm aufquellen und den Weg der Darmsonde (Koloskop) behindern. Verzehren Sie etwa fünf Tage vor dem Termin keine Lebensmittel, die Körner enthalten. "Dazu zählt auch körnerhaltiges Obst wie Kiwis", erklärt der Münchner Gastroenterologe Dr. Berndt Birkner.

2. Darmentleerung: Fangen Sie rechtzeitig an

Generell gilt die Empfehlung: Am Tag vor der Darmspiegelung bis einschließlich zum Mittagessen nur leicht verdauliche Speisen ohne Ballaststoffe wie Brei oder Joghurt essen. "Wer einen trägen Darm hat, sollte mit den Vorbereitungen aber schon früher beginnen", so Birkner. Klären Sie am besten mit Ihrem Arzt, ab wann Sie auf Ballaststoffe und schwer verdauliche Gerichte verzichten sollten.

Ab dem Nachmittag des Vortags ist feste Nahrung dann tabu, erlaubt sind nur noch klare Brühen und Getränke. Cola-Getränke, Kaffee sowie schwarzer und grüner Tee können dabei auf die Darminnenwand abfärben. Der Arzt kann diese dadurch schlechter nach Veränderungen absuchen. Wer nicht nur Wasser trinken möchte, greift am besten zu klaren Säften, Kräuter- und Früchtetees.

3. Wie die Abführlösung besser schmeckt

Wie und wann Sie die Lösung einnehmen müssen, erklärt der behandelnde Arzt. Die Lösung ist "kein Genuss", wie Birkner zugibt. Sein Rat: Lutschen Sie davor den Saft aus einigen Orangen- oder Zitronenschnipsel, dann fällt das Trinken leichter. Oder Sie fragen Ihren Arzt, ob Sie die Abführlösung mit etwas Saft verdünnen dürfen. In manchen Fällen ist das möglich. Einigen Menschen hilft es, die Flüssigkeit gekühlt zu trinken.

Am Ende des Abführens kommt hinten nur noch Flüssigkeit raus. Stuhldrang verspürt man aber nicht oder nur wenig – „da das spezifische Gewicht des Wassers geringer ist als das des Stuhls“, so Birkner. Um den Darm kurz vor dem Termin noch von sämtlicher Flüssigkeit zu befreien, sollten Sie sich in aller Ruhe nochmal auf die Toilette setzen und die Flüssigkeit ohne Druck laufen lassen.

4. Hungergefühle vor der Darmspiegelung?

Wie soll man mit dem entstehenden Hunger umgehen? "Allein die große Flüssigkeitsmenge, die man im Vorfeld trinkt, sorgt für eine gewisse Sättigung", beruhigt Birkner. Trinken Sie also ausreichend Brühe und klare Getränke. Auch Kaugummi kauen kann gegen Hungergefühle helfen. Spätestens zwei Stunden vor der Darmspiegelung sollte man allerdings auf Kaugummis verzichten.

5. Weisen Sie auf Medikamente hin

Wer Medikamente einnimmt, erkundigt sich am besten beim Arzt, ob er vor der Darmspiegelung etwas beachten muss. Diabetiker, die Insulin spritzen, sollten beispielsweise ihre Dosis an den Tagen vor der Untersuchung anpassen. Auch wer blutverdünnende Mittel einnimmt, sollte unbedingt bereits im Vorfeld den Arzt darauf hinweisen. Die Medikamente erhöhen während der Darmspiegelung die Gefahr von Blutungen. Zudem kann das Abführmittel die Wirkung der Antibabypille beeinträchtigen.

6. Intimbereich richtig pflegen

Abführen – das kann im Analbereich zu Rötungen und wunden Stellen führen. „Greifen Sie beim Abputzen dann ausnahmsweise zu weichen Kosmetik- oder Taschentüchern“, rät Birkner. Auch schmerzlindernde Salben helfen in diesem Fall. Behandeln Sie Ihren Intimbereich aber keinesfalls mit parfümierten Cremes, da sie die ohnehin beanspruchte Haut reizen. Zinkhaltige Salben sind vor eine Darmspiegelung ebenfalls nicht geeignet. Bei der Auswahl der Salbe kann Sie ein Arzt oder Apotheker beraten.

7. Ziehen Sie sich für die Darmspiegelung warm an

Häufig frieren Patienten bei der Darmspiegelung. Nehmen Sie deshalb warme Kleidung und Socken mit in die Praxis, die Sie bei Bedarf anziehen können – egal, wie warm es an dem Tag ist. Empfehlenswert ist zudem, für alle Fälle Ersatzunterwäsche mitzubringen.

8. Planen Sie für die Darmspiegelung genug Zeit ein

Legen Sie sich keine Termine knapp nach dem Untersuchungstermin. Ist der Darm nicht ausreichend gereinigt, muss der Arzt vor der Darmspiegelung weitere Abführmaßnahmen ergreifen. Der Praxisaufenthalt kann sich so um etwa drei Stunden verlängern. Nach der Darmspiegelung liegt man auch erst einmal eine Weile auf einer Liege. Das hilft, den Kreislauf zu stabilisieren. Oft kommt es zu starken Blähungen – durch die eingebrachte Luft während der Untersuchung. Drehen Sie in diesem Fall im Liegen Ihren Körper sanft nach rechts und links, so kann die Luft leichter entweichen.

9. Organisieren Sie eine Begleitung

Nach der Darmspiegelung dürfen Sie wegen des Beruhigungsmittels nicht Autofahren oder alleine nach Hause gehen. Bitten Sie deshalb rechtzeitig jemanden, Sie nach der Behandlung zu begleiten. Da die Darmspiegelung sich hinziehen kann, sollte die Begleitperson ebenfalls ausreichend Zeit einplanen.

10. Lassen Sie es nach der Darmspiegelung ruhig angehen

Nicht nur Autofahren ist 24 Stunden nach der Darmspiegelung mit Beruhigungsmittel verboten: "Sie dürfen auch keine Verträge unterzeichnen", so Birkner. Planen Sie Ihren Terminkalender also so, dass Sie nach der Darmspiegelung nichts Wichtiges zu erledigen haben. Am besten erholen Sie sich zu Hause. Essen dürfen Sie in der Regel gleich im Anschluss alles, was Sie möchten – sofern Sie wieder völlig wach sind. Es kann allerdings manchmal ein paar Tage dauern, bis die Verdauung sich wieder völlig normalisiert hat.

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Quellen:

  • Deutsches Krebsforschungszentrum: 70 Prozent weniger Darmkrebs-Todesfälle nach Vorsorge-Darmspiegelung. https://www.dkfz.de/... (Abgerufen am 20.04.2022)
  • Robert Koch-Institut: Inanspruchnahme der Darmspiegelung in Deutschland. Journal of Health Monitoring: https://www.rki.de/... (Abgerufen am 20.04.2022)