Östrogenmangel

Östrogene gehören zur Klasse der Steroidhormone und sind die wichtigsten weiblichen Geschlechtshormone
von Dr. med. Alexandra Kirsten, aktualisiert am 07.11.2016

Östrogene werden hauptsächlich in den Eierstöcken (Ovarien) und zu einem geringeren Teil auch in der Nebennierenrinde produziert. Der Östrogenspiegel ist bei jeder Frau etwas unterschiedlich. Während des Eisprungs liegt der Wert des "Haupt-Östrogens" Östradiol meist zwischen etwa 60 und 690 ng (Nanogramm) pro Liter.

Von einem Mangel an Östrogenen sind vor allem Frauen betroffen. Der Östrogenmangel kann krankheitsbedingt auftreten, begleitet häufig aber auch normale Alterungsprozesse.

Ursachen: Bei Frauen in den Wechseljahren (Klimakterium) stellen die Eierstöcke zunehmend ihre Funktion ein. In der Folge nimmt auch die Produktion der körpereigenen Geschlechtshormone ab. Oft ist der Östrogenmangel daher mit einem Mangel an weiteren Hormonen verbunden; beispielsweise wird er häufig von einem Gestagenmangel begleitet.

Aber auch vor den Wechseljahren können Frauen von dem Hormonmangel betroffen sein: Ursache ist dann zum Beispiel eine Fehlentwicklung und/oder eingeschränkte Funktion der Eierstöcke, die ihrerseits wieder zahlreiche verschiedene Ursachen haben kann. Auch eine chirurgische Entfernung der Ovarien zum Beispiel im Rahmen einer Krebserkrankung führt zu einem Östrogenmangel. Ebenso kann eine Schwäche der Nebenniere (Nebenniereninsuffizienz) einen Östrogenmangel nach sich ziehen.

Symptome: Ein Östrogenmangel kann die geschlechtliche Entwicklung beeinträchtigen. Während der Geschlechtsreife äußert sich der Mangel an weiblichen Geschlechtshormonen oft in Zyklusstörungen, zum Beispiel Zwischenblutungen oder Ausbleiben der Regelblutung bis hin zu Unfruchtbarkeit.

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In den Wechseljahren wird ein Östrogenmangel für Symptome wie Hitzewallungen und nächtliche Schweißausbrüche, Konzentrationsschwäche, depressive Verstimmung und Schlaflosigkeit verantwortlich gemacht. Zusätzlich klagen einige Frauen über Libidoverlust und Trockenheit der Schleimhäute und der Scheide. All diese Symptome können jedoch auch andere Ursachen haben. Ob und welche Wechseljahrsbeschwerden auftreten, ist zudem individuell verschieden. Langfristig kann ein Östrogenmangel die Entstehung von Osteoporose begünstigen. Mit einer ausgewogenen Ernährung und dem individuell passenden Maß an körperlicher Aktivität können Frauen hier in gewissem Maße gegensteuern.

Behandlung: Die Therapie eines Östogenmangels richtet sich nach der Ursache und kann dementsprechend unterschiedlich ausfallen. Leiden Frauen in den Wechseljahren unter starken Beschwerden, kann eine Hormonbehandlung, auch Hormonersatztherapie genannt, in Erwägung gezogen werden. Dabei werden künstliche Östrogene oder Östrogene und Gestagene von außen zugeführt. Dies kann lokal, als Salbe oder Zäpfchen im Genitalbereich, oder systemisch mit Tabletten oder Pflastern zum Aufkleben auf die Haut erfolgen. Ganz wichtig ist eine ausführliche Beratung zur Hormonersatztherapie durch den Arzt. Erhoffte Vorteile und mögliche Risiken müssen sorgfältig gegeneinander abgewogen werden. Manche Erkrankungen können auch gegen eine Hormonersatztherapie sprechen, zum Beispiel Brustkrebserkrankungen, schwere Herz- und Lebererkrankungen oder Blutgerinnungsstörungen. Bei Wechseljahrsbeschwerden kann ein Versuch mit pflanzlichen Arzneimitteln wie Mönchspfeffer oder Traubensilberkerze unternommen werden. Doch auch hier gilt: Eine Rücksprache mit dem Arzt ist empfehlenswert. Denn auch pflanzliche Mittel sind nicht in jedem Fall geeignet, können unerwünschte Wirkungen haben.

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



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