Farbsehstörungen / Farbenblindheit: Diagnose

Es ist wichtig, eine Farbsehstörung frühzeitig festzustellen, da das Farbsehen in vielen Alltagssituationen und Berufen von besonderer Bedeutung ist

05.12.2011

Vermutet der Arzt, dass der Patient eine Farbsinnstörung hat, führt er verschiedene Farbsehtests durch


Bei der Früherkennung von Farbsehstörungen helfen sogenannte pseudoisochromatische Tafeln (zum Beispiel Ishihara-Tafeln). Diese Farbtafeln basieren auf der Tatsache, dass ein Mensch mit beeinträchtigtem Farbsehen Farbtöne auch aufgrund der Helligkeit beurteilt und damit sogar oft die  richtige Farbe benennen kann.

Die Farbtafeln enthalten verschieden große Farbkreise, die aus unterschiedlichen Farben mit abweichendem  Farbkontrast, aber identischer Helligkeit bestehen. Personen, deren Farbensinn gestört ist, wird damit ihr Hilfsmittel – der Helligkeitsunterschied zur Erkennung der Farben – genommen. Auf den Tafeln befinden sich Buchstaben oder Zahlen, die aus zahlreichen Farbpunkten zusammengesetzt sind. Eine Person mit normaler Sehfähigkeit kann aus den Punkten eine Zahl oder einen Buchstaben erkennen. Liegt eine Farbsehstörung vor, nimmt der Betroffene die dargestellten Symbole nicht oder nicht richtig wahr. Diese Tafeln eignen sich gut als Screnning-Test (=Vorsorgetest). Mit ihnen lässt sich feststellen, ob eine Farbsehschwäche oder -blindheit vorliegt.

Es ist aber nur beschränkt möglich, damit die genaue Ausprägung der einzelnen Farbsinnstörungen zu unterscheiden. Hat der Patient Probleme die Tafeln richtig zu lesen, kann ein Augenarzt mit einer zusätzlichen Untersuchung die vorliegende Farbsehstörung genauer einteilen. Und zwar mit dem sogenannten Anomaloskop.

Dabei betrachtet der Patient über ein langes Rohr zwei Halbkreise. Der eine Halbkreis besteht aus einem reinen Gelb,  der andere aus einer Mischung von Rot und Grün. Dem Patient wird ein bestimmtes Gelb im unteren Halbkreis angeboten und dieses Gelb soll er durch die Mischung von Rot und Grün im oberen Halbkreis angleichen. Hat ein Mensch zum Beispiel eine Grünschwäche, mischt er zu viel Grün dazu. Hat er eine Rotsehschwäche, fügt er zuviel Rot hinzu. Aus den Farbanteilen lässt sich der sogenannte Anomalie-Quotient errechnen und das Ausmaß der Farbsehstörung bestimmen. Die Untersuchung ist nicht ganz einfach und kann bei kleineren Kindern nicht durchgeführt werden.

Die angeborene totale Farbenblindheit wird wegen ihrer ausgeprägten Symptome schon im Kleinkindalter diagnostiziert.