Cholesterin: Ein Baustein der Zellen, Gallensäuren und Hormone

Cholesterin ist ein Fett, das der Körper selbst herstellt. Außerdem wird es zusätzlich über die Nahrung aufgenommen

von Dr. Andreas Baum, aktualisiert am 23.05.2014

Äpfel gehören zu den Lebensmitteln, die aufgrund ihrer Ballaststoffe eher die Aufnahme von Cholesterin bremsen und somit den Cholesterinspiegel senken können

W&B/Fotolia

Kurz gesagt:

Cholesterin ist ein Fettmolekül, das eine wichtige Rolle als Bestandteil der Zellwände und als Baustein vieler Hormone spielt. Der größte Teil des Cholesterins wird vom Körper selbst hergestellt. Erhöhte Cholesterinspiegel können zu Gefäßschäden (Arteriosklerose) führen.


Was ist Cholesterin?

Cholesterin ist ein Fett (Lipid), das zu etwa drei Vierteln im Körper selbst (vor allem in der Leber) hergestellt wird. Das restliche Viertel wird mit der Nahrung aufgenommen. Cholesterin ist ein wichtiger Bestandteil der Zellwände, außerdem dient es als Baustein bei der Produktion von Gallensäuren und bestimmten Hormonen. Im Wesentlichen gibt es drei Formen des Cholesterins: HDL, LDL und Gesamtcholesterin. Diese besonderen Formen des Cholesterins stellen Mischpartikel dar, bestehend aus dem Cholesterin selbst, anderen Fettmolekülen und Proteinen. Diese Mischpartikel nennt man Lipoproteine.

Ist zu viel Cholesterin im Blut, steigt das Risiko für Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) und damit für Krankheiten wie einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Der Arzt bestimmt den Cholesterinspiegel in der Regel, um das Arteriosklerose-Risiko zu ermitteln. Präzisere Hinweise als die Höhe des Gesamtcholesterins im Blut liefert die Bestimmung von HDL-Cholesterin und LDL-Cholesterin. Dabei ist das LDL eher Arteriosklerose-fördernd, während das HDL vermutlich eher schützend wirkt.


Wann ist der Cholesterinwert erhöht?

Erhöhte Cholesterinspiegel kommen unter anderem vor bei:

  • bestimmten Lebererkrankungen
  • angeborenen Fettstoffwechselstörungen (eher selten)

Allerdings wird die Höhe des Cholesterins im Blut zum Teil durch genetische Faktoren, zum Teil durch Nahrungsmittel beeinflusst.

Wann ist der Cholesterinwert erniedrigt?

Erniedrigte Cholesterinspiegel kommen zum Beispiel vor bei:

  • schweren Leberschäden
  • Mangelernährung

Welcher Wert ist normal?

Der Cholesterinspiegel im Blut (Gesamtcholesterin) sollte unter 200 mg/dl (5,2 mmol/l) liegen.

  • HDL: über 40 mg/dl (1.0 mmol/l), darunter ist laut NCEP (National Cholesterol Education Program) das Risiko für Gefäßverkalkung erhöht
  • LDL: bis 160 mg/dl (4,1 mmol/l), wenn keine anderen Risikofaktoren für Arteriosklerose vorliegen.  

Chylomikronen transportieren Cholesterin vom Darm in die Leber. Von dort erreicht es an LDL gebunden die restlichen Zellen des Körpers, reichert sich aber auch manchmal an den Gefäßwänden an (rechts unten im Kreislauf dargestellt). HDL befördert das Cholesterin eher zur Leber zurück

W&B/Szczesny

Wichtig: Die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor stark unterscheiden. Weiterhin gibt es unter Umständen starke tageszeitliche und (saisonale) jahreszeitliche Schwankungen ohne Krankheitswert. Bevor Sie sich durch abweichende Ergebnisse verunsichern lassen, bitten Sie daher Ihren Arzt, Ihnen Ihre persönlichen Daten zu erklären. Einzelne Laborwerte alleine sind zudem meistens nicht aussagekräftig. Oft müssen sie im Zusammenhang mit anderen Werten und im zeitlichen Verlauf beurteilt werden.

Fachlich geprüft von Prof. Dr. med. Peter B. Luppa, Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München



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