Medikamentencheck Arzneimittelinformationen

Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten

Präparat:

Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten

Darreichungsform:

Retardtabletten

Abgabeform:

verschreibungspflichtig

Zuzahlungsbefreite Packungsgrößen:

keine

Aktive Wirkstoffe:

  • Metoprolol succinat
Über Hilfsstoffe, Geruchs-, Geschmacks-, Konservierungs- und Farbstoffe informieren Sie sich bitte in der Gebrauchsinformation oder fragen Sie bei Ihrem Apotheker nach.


Wir machen den Beipackzettel für Sie verständlich: Informationen zu Nebenwirkungen, Dosierung und Risiken


Die folgenden Informationen beziehen sich auf den/die arzneilich wirksamen Inhaltsstoff(e). Bitte beachten Sie, dass diese Informationen zu den Wirkstoffen von den Angaben in der Packungsbeilage abweichen können. So werden von den pharmazeutischen Herstellern teilweise unterschiedliche Anwendungsgebiete deklariert.


1 Was ist "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" und wofür wird es angewendet?
1.1 Welche Eigenschaften hat das Arzneimittel?
"Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" enthält den Wirkstoff Metoprolol, ein Arzneimittel aus der Gruppe der sogenannten Beta-Rezeptorenblocker.
Durch die Blockade von Beta-Rezeptoren im Organismus kommt es zu Effekten, durch die vor allem der Blutdruck gesenkt, der Herzrhythmus normalisiert und die Herzarbeit ökonomisiert wird.
Metoprolol wird üblicherweise in Salzform als Metoprololtartrat oder Metoprololsuccinat angewendet. 100 mg des Tartratsalzes entsprechen 95 mg des Succinatsalzes.
Metoprolol ist verschreibungspflichtig und darf nur auf ärztliche Anweisung angewendet werden.
1.2 Welche Wirkstärken und Darreichungsformen gibt es?
Metoprolol gibt es üblicherweise als
- Tabletten enthaltend 50 mg, 100 mg oder 200 mg Metoprololtartrat bzw. Metoprololhemitartrat,
- Retardtabletten enthaltend 23,75 mg, 47,5 mg, 95 mg, 142,5 mg oder 190 mg Metoprololsuccinat,
- Retardtabletten enthaltend 25 mg, 50 mg, 100 mg, oder 200 mg Metoprololtartrat bzw. Metoprololhemitartrat.
Ihr Arzt legt fest, welche Wirkstärke und Darreichungsform für Ihre Behandlung geeignet sind.
1.3 Metoprolol wird üblicherweise angewendet bei
1.3.a Erwachsene
- Bluthochdruck (arterielle Hypertonie)
- Erkrankungen der Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheit)
- funktionellen Herzbeschwerden (hyperkinetisches Herz-Syndrom)
- Herzrhythmusstörungen mit erhöhter Schlagzahl (tachykarde Herzrhythmusstörungen)
- Akutbehandlung des Herzinfarktes und Langzeitbehandlung nach Herzinfarkt (Reinfarktprophylaxe)
- Stabile chronische gering bis mäßig ausgeprägte Herzschwäche mit erniedrigtem Auswurfvolumen (Herzinsuffizienz bei eingeschränkter systolischer Ventrikelfunktion mit einer um bis zu 40% erniedrigten Ejektionsfraktion) zusätzlich zur üblichen Standardtherapie mit sogenannten ACE-Hemmern, Diuretika und ggf. Herzglykosiden.
- vorbeugenden Behandlung der Migräne (Migräneprophylaxe).
1.3.b Kinder und Jugendliche ab 6 Jahren
- Bluthochdruck (arterielle Hypertonie).
2 Was müssen Sie vor der Einnahme von "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" beachten?
2.1 "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" darf nicht angewendet werden,
- wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Metoprolol, andere Beta-Rezeptoren-Blocker oder einen der sonstigen Bestandteile von "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" sind
- bei Herzmuskelschwäche (dekompensierte oder manifeste Herzinsuffizienz)
- bei kardiogenem Schock
- bei Erregungsleitungsstörungen von den Vorhöfen auf die Kammern (AV-Block 2. oder 3. Grades)
- bei Sinusknoten-Syndrom (sick sinus -Syndrome)
- bei plötzlich auftretendem, beklemmenden Brustschmerz als Zeichen eines Herzanfalls
- bei Erregungsleitungsstörungen zwischen Sinusknoten und Vorhof (sinuatrialer Block)
- bei einem Ruhepuls von unter 50 Schlägen pro Minute vor Behandlungsbeginn (Bradykardie)
- bei stark erniedrigtem Blutdruck (Hypotonie; systolisch kleiner als 90 mmHg)
- bei Übersäuerung des Blutes (Azidose)
- bei Neigung zu Bronchialverkrampfung (bronchiale Hyperreagibilität, z.B. bei Asthma bronchiale)
- bei schweren Durchblutungsstörungen in den Armen oder Beinen (periphere Durchblutungsstörungen)
- bei einem unbehandelten, hormonproduzierenden Tumor des Nebennierenmarks (Phäochromozytom)
- bei schwerem Lungenasthma oder wenn bei Ihnen bereits eine Verkrampfung der Bronchien in der Vorgeschichte aufgetreten ist
- bei gleichzeitiger Gabe von MAO-Hemmstoffen (Ausnahme MAO-B-Hemmstoffe).
Nach einem Herzinfarkt dürfen Sie "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" nicht anwenden, wenn
- Sie einen Puls von weniger als 45-50 Herzschlägen pro Minute haben
- bei Ihnen bestimmte EKG-Veränderungen (PR-Intervall > 0,24 s) beobachtet wurden
- Ihr systolischer Blutdruck unter 100 mmHg liegt
- Sie an einer schweren Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) leiden.
Während der Behandlung mit "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" dürfen Sie keine Kalzium-Antagonisten vom Verapamil- und Diltiazem-Typ oder andere Arzneimittel gegen Herzrhythmusstörungen (Antiarrhythmika wie Disopyramid) intravenös erhalten (Ausnahme Intensivmedizin).
2.2 Besondere Vorsicht bei der Einnahme von "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" ist erforderlich bei
- geringgradigen Erregungsleitungsstörungen von den Vorhöfen auf die Kammern (AV-Block 1. Grades)
- längerem strengen Fasten und schwerer körperlicher Belastung (Zustände mit stark erniedrigtem Blutzucker möglich)
- Patienten mit einem bekannten oder vermuteten hormonproduzierenden Tumor des Nebennierenmarks (Phäochromozytom; vorherige Therapie mit Alpha-Rezeptoren-Blockern erforderlich)
- Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion
- zuckerkranken Patienten (Patienten mit Diabetes mellitus) mit stark schwankenden Blutzuckerwerten (Zustände mit stark erniedrigtem Blutzucker möglich)
- zuckerkranken Patienten (Patienten mit Diabetes mellitus), speziell wenn sie Insulin oder andere blutzuckersenkende Mittel anwenden. Es kann sein, dass "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" Anzeichen einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) wie Herzrasen unterdrückt
- Patienten mit bestimmten Gefäßerkrankungen (Raynaud-Krankheit oder bestimmte Formen der peripheren Verschlusskrankheit [Claudicatio intermittens])
- Patienten mit Neigung zu Bronchialverkrampfung
- Patienten mit einer bestimmten Art der Angina Pectoris (Prinzmetal-Angina)
- Patienten mit einem erhöhten Risiko für schwere Überempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktische Reaktionen)
- Patienten mit schweren Überempfindlichkeitsreaktionen in der Vorgeschichte und bei Patienten unter Therapie zur Schwächung bzw. Aufhebung der allergischen Reaktionsbereitschaft (Desensibilisierungstherapie). Hinweis: Schwere Überempfindlichkeitsreaktionen, die durch andere Mittel verursacht wurden, können während der Behandlung mit "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" besonders schwerwiegend sein und gegenüber üblichen Dosen von Adrenalin resistent sein.
- Patienten mit bekannter oder vermuteter Schilddrüsenüberfunktion
- Patienten mit einer Schuppenflechte (Psoriasis) in der persönlichen oder familiären Vorgeschichte.
Wenn Ihr Puls während der Behandlung unter 50 bis 55 Schläge pro Minute sinkt, ist die Dosis durch den Arzt schrittweise zu reduzieren bzw. die Behandlung mit "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" ausschleichend zu beenden. Sollten Sie einen unregelmäßigen Herzschlag spüren, suchen Sie bitte Ihren Arzt auf.
Die Behandlung mit "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" sollte, speziell bei Patienten mit ischämischer Herzkrankheit, nicht plötzlich abgebrochen werden. Um eine Verschlechterung einer Angina Pectoris zu vermeiden, sollte die Dosis durch den Arzt schrittweise über 1 bis 3 Wochen erniedrigt werden. Falls erforderlich sollte gleichzeitig eine alternative Behandlung eingeleitet werden.
Sollten Sie spontane Blutungen oder blaue Flecken (Hämatome) unter "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" bemerken, informieren Sie bitte umgehend Ihren Arzt.
Treten bei Ihnen eine Gelbfärbung von Haut und Augen, Appetitverlust und ein dunkler Urin auf, teilen Sie das bitte umgehend Ihrem Arzt mit.
Ihren Arzt sollten Sie auch dann aufsuchen, wenn bei Ihnen Halluzinationen unter "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" auftreten.
Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Symptome wie trockene Augen, entweder allein oder gleichzeitig mit Hautausschlag, auftreten. In diesem Fall sollte ein Abbruch der Behandlung in Betracht gezogen werden.
Wenn Sie dauerhaft mit einem Beta-Rezeptoren-Blocker behandelt werden und operiert werden müssen, sollte ein kardiologisch erfahrener Arzt prüfen, ob der Beta-Rezeptoren-Blocker vor der Operation abgesetzt werden muss. Das Risiko einer Narkose oder eines chirurgischen Eingriffs kann erhöht sein. Die Vorteile der Fortsetzung einer Behandlung mit Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) sollten in jedem Einzelfall gegen die Risiken des Absetzens abgewogen werden. Vor einer Narkose ist der Narkosearzt über die Behandlung mit "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" zu informieren. Wenn es für notwendig erachtet wird, "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" vor einem chirurgischen Eingriff abzusetzen, sollte dies schrittweise erfolgen und ca. 48 Stunden vor der Narkose beendet sein.
Auswirkungen bei Fehlgebrauch zu Dopingzwecken: Die Anwendung von Metoprolol kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen. Die Anwendung als Dopingmittel kann zu einer Gefährdung der Gesundheit führen.
Hinweis zu sonstigen Bestandteilen: Arzneimittel zum Einnehmen können verschiedene Zuckerarten enthalten. Bitte nehmen Sie diese daher erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.
2.2.a Kinder
Metoprolol darf bei Kindern und Jugendlichen ab 6 Jahren nur zur Behandlung von Hypertonie angewendet werden (siehe Abschnitt 3.2). Eine Anwendung bei Kindern unter 6 Jahren wird nicht empfohlen.
2.2.b Ältere Patienten
Vorsicht ist bei älteren Patienten geboten. Durch zu starke Senkung des Blutdrucks oder der Anzahl der Herzschläge pro Minute kann es zu ungenügender Blutversorgung lebenswichtiger Organe kommen.
Es liegen nicht genügend Erfahrungen bei Patienten über 80 Jahren vor. Die Dosissteigerung sollte bei diesen Patienten daher mit besonderer Vorsicht erfolgen.
2.2.c Schwangerschaft
Metoprolol soll in der Schwangerschaft (insbesondere während der ersten drei Monate) nur bei strenger Indikationsstellung und Nutzen/Risikoabwägung angewendet werden.
Es gibt Hinweise darauf, dass Metoprolol die Durchblutung der Plazenta vermindert und so zu fetalen Wachstumsstörungen führen kann. Nach Gabe anderer Beta-Rezeptorenblocker wurden Fehl-, Frühgeburten und intrauteriner Tod der Föten beobachtet.
Wegen der Möglichkeit des Auftretens von Bradykardie, Hypotonie und Hypoglykämie beim Neugeborenen soll die Therapie mit Metoprolol 48 bis 72 Stunden vor dem errechneten Geburtstermin beendet werden. Ist dies nicht möglich, müssen Neugeborene 48 bis 72 Stunden nach der Entbindung sorgfältig ärztlich überwacht werden.
2.2.d Stillzeit
Metoprolol wird in der Muttermilch verglichen mit dem mütterlichen Blutspiegel angereichert. Gestillte Säuglinge sollten auf Anzeichen einer Medikamentenwirkung überwacht werden. Die durch die Muttermilch aufgenommene Menge an Metoprolol kann verringert werden, wenn erst 3 bis 4 Stunden nach Einnahme des Medikaments gestillt wird.
2.2.e Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
Durch individuell auftretende unterschiedliche Reaktionen kann das Reaktionsvermögen so weit verändert sein, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung und Präparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol.
2.3 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor Kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.
2.3.a Wirkung anderer Arzneimittel auf "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten"
Die Wirkung von "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" und anderen Arzneimitteln zur Blutdrucksenkung können sich verstärken. Patienten, die gleichzeitig andere Beta-Rezeptoren-Blocker (auch als Augentropfen), Monoaminoxidase(MAO)-Hemmer, Sympathikus-hemmende Medikamente oder Arzneimittel erhalten, die den Katecholamin-Spiegel senken, sollten sorgfältig überwacht werden.
2.3.b Die folgenden Arzneimittel können die Wirkung von "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" verstärken
Kalzium-Antagonisten wie Verapamil oder Diltiazem: Verstärkung der dämpfenden Wirkung auf den Blutdruck und das Herz. Bei gleichzeitiger Anwendung ist daher eine sorgfältige Überwachung angezeigt.
Hinweis: Während der Behandlung mit "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" dürfen Sie keine Kalzium-Antagonisten vom Verapamil- und Diltiazem-Typ oder andere Arzneimittel gegen Herzrhythmusstörungen (Antiarrhythmika wie Disopyramid) intravenös erhalten (Ausnahme Intensivmedizin).
Kalzium-Antagonisten vom Nifedipin-Typ: Bei gleichzeitiger Anwendung von "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" und Kalzium-Antagonisten vom Nifedipin-Typ kann es zu einer verstärkten Blutdrucksenkung und in Einzelfällen zur Ausbildung einer Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) kommen.
Arzneimittel gegen Herzrhythmusstörungen (Amiodaron, Propafenon und andere Klasse-I-Antiarrhythmika wie Chinin und Disopyramid): Verstärkung der dämpfenden Wirkung von "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" auf den Herzschlag und die Erregungsleitung im Herzen (atrioventrikuläre Überleitung).
Bestimmte Arzneimittel gegen Depressionen (trizyklischen Antidepressiva), Beruhigungsmittel (Barbiturate, Phenothiazine), Glyceroltrinitrat, harntreibende Mittel (Diuretika) oder gefäßerweiternde Mittel (Vasodilatatoren): Verstärkte Blutdrucksenkung.
Narkosemittel: Verstärkung der Blutdrucksenkung und der schwächenden Wirkung auf die Herzkraft.
Hinweis: Für den Fall, dass Sie operiert werden müssen, muss Ihr Narkosearzt über die Behandlung mit "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" informiert werden.
Der Wirkstoff von "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" wird im Körper durch ein bestimmtes Leberenzym (Cytochrom P450 2D6) abgebaut. Deshalb ist besondere Vorsicht geboten, wenn gleichzeitig mit "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" Arzneimittel angewendet werden, die dieses Enzym hemmen und damit die Wirkung von "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" verstärken können.
Hierzu gehören beispielsweise:
- Arzneimittel gegen Depressionen wie Fluoxetin, Paroxetin oder Bupropion
- Arzneimittel gegen psychische Erkrankungen wie Thioridazin
- Arzneimittel gegen Herzrhythmusstörungen wie Chinidin oder Propafenon
- Arzneimittel gegen Virusinfektionen wie Ritonavir
- Arzneimittel gegen Allergien (Antihistaminika) wie Diphenhydramin
- Arzneimittel gegen Malaria wie Hydroxychloroquin oder Chinin
- Arzneimittel gegen Pilzerkrankungen wie Terbinafin
- Arzneimittel gegen Magengeschwüre wie Cimetidin
2.3.c Die folgenden Arzneimittel können die Wirkung von "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" verringern
Bestimmte Schmerzmittel (nicht steroidale Antiphlogistika wie Indometacin): Verminderung der blutdrucksenkenden Wirkung.
Enzyminduzierende Medikamente wie Rifampicin: Erniedrigung des Blutspiegels und dadurch Verringerung der Wirkung von "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" möglich.
2.3.d Wirkung von "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" auf andere Arzneimittel
Prazosin: Wenn Sie bereits "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" erhalten, kann es zur Verstärkung einer plötzlichen Blutdrucksenkung bei Lagewechsel (z.B. vom Liegen zum Stehen) nach der ersten Gabe von Prazosin kommen. Deshalb ist bei erstmaliger gemeinsamer Gabe von "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" und Prazosin besondere Vorsicht geboten.
Digitalis, Reserpin, Alpha-Methyldopa, Guanfacin oder Clonidin: Verstärktes Absinken der Herzfrequenz bzw. Verzögerung der Erregungsleitung im Herzen
Um einen überschießenden Blutdruckanstieg zu vermeiden, darf Clonidin erst dann abgesetzt werden, wenn einige Tage zuvor bereits die Behandlung mit "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" beendet wurde. Anschließend kann Clonidin stufenweise abgesetzt werden.
Medikamente, die im Rahmen einer Narkose zur Muskelentspannung eingesetzt werden (periphere Muskelrelaxanzien wie z.B. Suxamethonium, Tubocurarin): "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" kann die Wirkung dieser Arzneimittel verstärken.
Sympathikus aktivierende Substanzen (Noradrenalin, Adrenalin oder andere ähnlich wirkende Substanzen, die z.B. in Hustenmitteln, Nasen- und Augentropfen enthalten sind): Beträchtlicher Blutdruckanstieg möglich.
Hinweis: Während der Therapie mit "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" kann es bei der Behandlung allergischer Reaktionen zu einer verminderten Wirkung von Adrenalin kommen.
Monoaminoxidase (MAO)-Hemmer: Überschießende Blutdrucksteigerung möglich. Deshalb sollten MAO-Hemmer nicht zusammen mit "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" angewendet werden.
Insulin und Sulfonylharnstoffe: "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" kann bei Diabetikern, die mit Insulin behandelt werden, eine verstärkte oder verlängerte Erniedrigung des Blutzuckerspiegels (Hypoglykämie) herbeiführen oder auch die blutzuckersenkende Wirkung von Sulfonylharnstoffen aufheben. Daher sind regelmäßige Blutzuckerkontrollen erforderlich.
Ergotalkaloide: "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" kann bei gleichzeitiger Gabe mit Ergotalkaloiden (Medikamentenklasse, die zur Prävention und Therapie von Migräne eingesetzt wird) deren gefäßverengende Wirkung verstärken.
Dipyridamol: "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" sollte wie alle anderen Betablocker nur mit Vorsicht und unter Überwachung der Herzfrequenz gleichzeitig mit Dipyridamol (einem Mittel zur Vermeidung von Blutgerinnseln) eingesetzt werden.
2.3.e Weitere mögliche Wechselwirkungen
"Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" kann die Ausscheidung anderer Medikamente (z.B. Lidocain) vermindern und damit deren Wirksamkeit verstärken.
Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch für vor Kurzem angewendete Arzneimittel gelten können.
2.4 Woran ist bei Einnahme von "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" zusammen mit Nahrungs- und Genussmitteln und Getränken zu denken?
Durch den gleichzeitigen Genuss von Alkohol kann sich die Wirkung von "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" und des Alkohols verändern.
3 Wie ist "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" einzunehmen?
Nehmen Sie "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" immer genau nach der Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.
3.1 Art der Anwendung
Tabletten sind unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit nach den Mahlzeiten einzunehmen.
Sie sollten bei Einmalgabe morgens bzw. bei zweimaliger Gabe morgens und abends eingenommen werden.
Die Retardtabletten sollten einmal täglich eingenommen werden, vorzugsweise mit dem Frühstück. Die Retardtabletten sollten geschluckt werden, jedoch ohne sie zu kauen oder zu zerkleinern. Sie sollten mit Wasser genommen werden (mindestens ½ Glas).
Über die Dauer der Einnahme entscheidet der behandelnde Arzt.
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" zu stark oder zu schwach ist.
3.2 Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis
Die Dosierung sollte individuell - vor allem nach dem Behandlungserfolg - festgelegt werden und darf ohne Anweisung des Arztes nicht geändert werden.
3.2.a Metoprololtartrat
3.2.a.1 Bluthochdruck (arterielle Hypertonie)
50-100 mg Metoprololtartrat täglich.
Falls erforderlich, kann die Tages-Dosis auf 200 mg Metoprololtartrat täglich) erhöht werden.
3.2.a.2 Erkrankung der Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheit)
50-100 mg Metoprololtartrat täglich. Falls erforderlich, kann die Tages-Dosis unter Kontrolle des Blutdrucks auf 200 mg Metoprololtartrat täglich erhöht werden.
3.2.a.3 Funktionelle Herzbeschwerden (hyperkinetisches Herz-Syndrom)
50-100 mg Metoprololtartrat täglich. Falls erforderlich, kann die Tages-Dosis unter Kontrolle des Blutdrucks auf 200 mg Metoprololtartrat täglich erhöht werden.
3.2.a.4 Herzrhythmusstörungen mit erhöhter Schlagzahl (tachykarde Herzrhythmusstörungen)
100-200 mg Metoprololtartrat täglich.
3.2.a.5 Akutbehandlung des Herzinfarktes und Langzeitprophylaxe nach Herzinfarkt (Reinfarktprophylaxe)
Metoprolol sollte nur bei hämodynamisch stabilen Patienten (systolischer Blutdruck mind. 100 mmHg, Herzfrequenz mind. 60 Schläge/min, keine Herzinsuffizienz-Symptomatik), eingesetzt werden, für die keine Gegenanzeigen für eine Behandlung mit Beta-Rezeptoren-Blockern bestehen.
Akutbehandlung: Bei akutem Herzinfarkt erfolgt die Behandlung möglichst umgehend nach Krankenhauseinweisung unter kontinuierlicher EKG- und Blutdruckkontrolle. Die Behandlung wird mit 5 mg Metoprololtartrat i.v. begonnen. Je nach Verträglichkeit können in Abständen von 2 Minuten weitere Einzeldosen von 5 mg Metoprololtartrat i.v. bis zu einer maximalen Gesamt-Dosis von bis zu 15 mg Metoprololtartrat verabreicht werden.
Wird die volle Dosis von 15 mg Metoprololtartrat i.v. vertragen, gibt man beginnend 15 Minuten nach der letzten intravenösen Injektion 1-mal 50 mg Metoprololtartrat. In den folgenden 48 Stunden wird alle 6 Stunden 50 mg Metoprololtartrat verabreicht. Bei Patienten, die weniger als 15 mg Metoprololtartrat i.v. vertragen haben, sollte die orale Anschlussbehandlung vorsichtig mit 1-mal 25 mg Metoprololtartrat begonnen werden.
Erhaltungs-Dosis: Anschließend an die Akuttherapie werden 2-mal täglich 100 mg Metoprololtartrat gegeben. Bei behandlungsbedürftigem Abfall von Herzfrequenz und/oder Blutdruck oder anderen Komplikationen ist Metoprololtartrat abzusetzen.
3.2.a.6 Vorbeugende Behandlung der Migräne (Migräneprophylaxe)
100-200 mg Metoprololtartrat täglich.
3.2.a.7 Eingeschränkte Leberfunktion
Bei stark eingeschränkter Leberfunktion ist die Elimination von Metoprolol vermindert, sodass unter Umständen eine Dosisreduktion erforderlich ist.
3.2.a.8 Eingeschränkte Nierenfunktion
Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist keine Dosisanpassung erforderlich.
3.2.b Metoprololsuccinat (Retardtabletten)
3.2.b.1 Bei Bluthochdruck
Erwachsene: 1-mal täglich 47,5 mg Metoprololsuccinat. Die Dosis kann falls erforderlich auf 1-mal täglich 95 bis 190 mg Metoprololsuccinat erhöht werden.
Kinder ab 6 Jahren und Jugendliche: 1-mal täglich 0,48 mg Metoprololsuccinat pro kg Körpergewicht. Die endgültige Milligramm-Dosis sollte möglichst nah an der berechneten Dosis in mg/kg liegen.
Bei Patienten, die auf eine Dosierung von 0,48 mg nicht ansprechen, kann die Dosis auf 0,95 mg Metoprololsuccinat pro kg Körpergewicht erhöht werden, wobei 47,5 mg Metoprololsuccinat nicht überschritten werden dürfen.
Bei Patienten, die auf eine Dosierung von 0,95 mg Metoprololsuccinat pro kg Körpergewicht nicht ansprechen, kann die Dosis bis auf eine maximale Tages-Dosis von 1,90 mg Metoprololsuccinat pro kg Körpergewicht erhöht werden. Dosen über 190 mg Metoprololsuccinat 1-mal täglich wurden bei Kindern und Jugendlichen nicht untersucht.
3.2.b.2 Bei Schmerzen und Engegefühl im Brustraum (Angina Pectoris)
1-mal täglich 47,5 mg bis 190 mg Metoprololsuccinat.
3.2.b.3 Bei schnellen Formen von unregelmäßigem Herzschlag (tachykarde Herzrhythmusstörungen)
1-mal täglich 47,5 mg bis 190 mg Metoprololsuccinat.
3.2.b.4 Zur vorbeugenden Behandlung nach einem Herzinfarkt
1-mal täglich 95 mg bis 190 mg Metoprololsuccinat.
3.2.b.5 Bei funktionellen Herz-Kreislauf-Beschwerden, die sich z.B. in einer Neigung zu dauerhaft erhöhter Herzfrequenz und zeitweise erhöhtem Blutdruck äußern können (hyperkinetisches Herz-Syndrom)
1-mal täglich 47,5 mg bis 95 mg Metoprololsuccinat. Die Dosis kann falls erforderlich auf 1-mal täglich 190 mg Metoprololsuccinat (entsprechend 4 Tabletten) erhöht werden.
3.2.b.6 Zur Vorbeugung der Migräne
1-mal täglich 95 bis 190 mg Metoprololsuccinat.
3.2.b.7 Bei Patienten mit stabiler Herzleistungsschwäche
Richten Sie sich bitte nach den Anweisungen Ihres Arztes. Der behandelnde Arzt sollte Erfahrung in der Behandlung einer stabilen symptomatischen Herzmuskelschwäche haben.
- Behandlung der Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) NYHA-Klasse II: Während der ersten 2 Wochen 1-mal täglich 23,75 mg Metoprololsuccinat. Ab der 3. Woche: 1-mal täglich 47,5 mg Metoprololsuccinat. Die Dosis wird dann jede 2. Woche auf bis zu maximal 1-mal täglich 190 mg oder bis zur höchsten vom Patienten vertragenen Dosis verdoppelt. 190 mg Metoprololsuccinat 1-mal täglich ist auch die empfohlene Dosierung für eine Langzeitbehandlung der Herzmuskelschwäche.
Nach jeder Dosiserhöhung sollte der Zustand des Patienten sorgfältig überwacht werden!
- Behandlung der Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) NYHA-Klasse III: Während der ersten Woche 1-mal täglich 11,88 mg Metoprololsuccinat. Die Dosis kann während der 2. Woche auf 1-mal täglich 23,75 mg erhöht werden.
3.2.b.8 Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion
Wenn Ihre Leberfunktion stark eingeschränkt ist, wird Ihr Arzt die Dosis gegebenenfalls anpassen. Richten Sie sich stets nach den Anweisungen Ihres Arztes.
3.3 Wenn Sie eine größere Menge eingenommen haben, als Sie sollten
Verständigen Sie bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort einen Arzt/Notarzt, damit dieser über das weitere Vorgehen entscheiden kann!
In Abhängigkeit vom Ausmaß der Überdosierung kann es zu starkem Blutdruckabfall (Hypotonie), verminderter Herzschlagfolge (Bradykardie) bis hin zum Herzstillstand, Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) und kardiogenem Schock kommen. Zusätzlich können Atembeschwerden, Bronchospasmen, Erbrechen, Bewusstseinsstörungen, gelegentlich auch generalisierte Krampfanfälle auftreten.
Bei Überdosierung oder bedrohlichem Abfall der Herzfrequenz und/oder des Blutdrucks muss die Behandlung mit "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" abgebrochen werden.
3.4 Wenn Sie die Einnahme von "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" vergessen haben
Sollten Sie die Einnahme von "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" einmal vergessen haben, nehmen Sie die ausgelassene Tablette unmittelbar dann ein, wenn Sie es bemerken. Sollte der Zeitpunkt der nächsten Gabe allerdings nah sein, nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, sondern setzen Sie die Behandlung mit der verordneten Dosis fort.
3.5 Auswirkungen, wenn die Behandlung mit "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" abgebrochen wird
Eine Unterbrechung oder Änderung der Dosierung darf nur auf ärztliche Anweisung erfolgen. Abruptes Absetzen kann zur Minderdurchblutung des Herzmuskels (Herzischämie) mit neuerlicher Verschlimmerung einer Angina Pectoris oder zu einem Herzinfarkt oder zum Wiederauftreten eines Bluthochdrucks führen.
Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
4 Welche Nebenwirkungen sind möglich?
Wie alle Arzneimittel kann "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:
- sehr häufig: mehr als 1 von 10 Behandelten
- häufig: weniger als 1 von 10, aber mehr als 1 von 100 Behandelten
- gelegentlich: weniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1 000 Behandelten
- selten: weniger als 1 von 1 000, aber mehr als 1 von 10 000 Behandelten
- sehr selten: weniger als 1 von 10 000 Behandelten, einschließlich Einzelfälle
- Häufigkeit nicht bekannt: Häufigkeit kann aus den verfügbaren Daten nicht berechnet werden
4.1 Welche Nebenwirkungen können im Einzelnen auftreten?
4.1.a Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
Sehr selten: Spontanblutungen oder blaue Flecken (Hämatome) als Zeichen einer Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie), Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie).
4.1.b Endokrine Erkrankungen
Selten: In-Erscheinung-Treten oder Verschlechterung einer bereits bestehenden Zuckerkrankheit. Erniedrigter Blutzucker nach längerem strengen Fasten oder schwerer körperlicher Belastung. Die Warnzeichen eines erniedrigten Blutzuckers (insbesondere erhöhte Herzfrequenz [Tachykardie] und Zittern der Finger [Tremor]) können verschleiert werden.
4.1.c Psychiatrische Erkrankungen
4.1.c.1 Gelegentlich
Depression, Verwirrtheitszustände, Albträume oder verstärkte Traumaktivität, Halluzinationen.
4.1.c.2 Sehr selten
Persönlichkeitsveränderungen (z.B. Gefühlsschwankungen, kurz dauernder Gedächtnisverlust).
4.1.d Erkrankungen des Nervensystems
4.1.d.1 Häufig
Müdigkeit, Schläfrigkeit, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Erschöpfungszustände.
4.1.d.2 Gelegentlich
Missempfindungen (Parästhesien), Benommenheit, Schlafstörungen.
4.1.d.3 Selten
Getrübter Bewusstseinszustand.
4.1.e Augenerkrankungen
4.1.e.1 Selten
Bindehautentzündung (Konjunktivitis), verminderter Tränenfluss (dies ist beim Tragen von Kontaktlinsen zu beachten).
4.1.e.2 Sehr selten
Sehverschlechterung (z.B. verschwommenes Sehen), trockenes und/oder entzündetes Auge/Augenreizungen.
4.1.f Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
Sehr selten: Tinnitus, Hörgeräusche und bei Dosierungen, die über der empfohlenen Dosis liegen, Hörstörungen (z.B. Schwerhörigkeit, Taubheit).
4.1.g Herzerkrankungen
4.1.g.1 Häufig
Verminderung der Herzfrequenz (Bradykardie).
4.1.g.2 Selten
Herzklopfen (Palpitationen), Herzrhythmusstörunge (Arrhythmie), Störungen der Erregungsleitung von den Herzvorhöfen zu den Herzkammern (atrioventrikuläre Überleitungsstörungen), Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) mit Flüssigkeitsansammlungen in den Armen und Beinen (periphere Ödeme) und/oder Atemnot bei Belastung (Belastungsdyspnoe).
4.1.g.3 Sehr selten
Schmerzen in der Herzgegend, Verstärkung der Anfälle bei Patienten mit Angina Pectoris, kardiogener Schock.
4.1.h Gefäßerkrankungen
4.1.h.1 Häufig
Verstärkter Blutdruckabfall auch beim Übergang vom Liegen zum Stehen (orthostatische Hypotonie), gelegentlich mit kurz dauernder Bewusstlosigkeit (Synkope) Selten: Ödeme, Kältegefühl an den Extremitäten, Raynaud-Syndrom, schlechte periphere Durchblutung (einschließlich Patienten mit Raynaud-Syndrom oder Claudicatio intermittens).
4.1.h.2 Sehr selten
Gangrän (bei Patienten mit vorbestehenden schweren peripheren Durchblutungsstörungen).
4.1.i Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
4.1.i.1 Häufig
Atemnot bei Belastung.
4.1.i.2 Selten
Verkrampfungen der Atemwege (Bronchospasmus und Atemnot, auch bei Patienten ohne obstruktive Atemwegserkrankungen in der Vorgeschichte).
4.1.i.3 Sehr selten
Schnupfen (Rhinitis).
4.1.j Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
4.1.j.1 Häufig
Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen.
4.1.j.2 Gelegentlich
Durchfall, Verstopfung.
4.1.j.3 Selten
Mundtrockenheit.
4.1.j.4 Sehr selten
Krankhafte Bindegewebsvermehrung hinter dem rückenseitigen Bauchfell (retroperitoneale Fibrose; der Zusammenhang mit Metoprolol wurde nicht eindeutig nachgewiesen).
4.1.k Leber- und Gallenerkrankungen
Sehr selten: Leberentzündung (Hepatitis).
4.1.l Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes.
4.1.l.1 Gelegentlich
Schwitzen, allergische Hautreaktionen (Rötung, Juckreiz, Exantheme, Hautausschläge bei Lichteinwirkung [fotosensitivität]).
4.1.l.2 Selten
Ausschlag (in Form von Nesselsucht [Urtikaria)), Hautdystrophie oder psoriasiforme Dermatitis.
4.1.l.3 Sehr selten
Haarausfall, Auslösung oder Verschlechterung der Symptome einer Schuppenflechte (Psoriasis).
4.1.m Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
4.1.m.1 Selten
Muskelschwäche, Muskelkrämpfe.
4.1.m.2 Sehr selten
Gelenkerkrankung (Arthropathie), wobei ein oder mehrere Gelenke betroffen sein können (Mono- und Polyarthritis).
4.1.n Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
Sehr selten: Potenzstörungen und Störungen des Lustempfindens (Libidostörungen), induratio penis plastica (Peyronie'sche Erkrankung; der Zusammenhang mit Metoprolol wurde nicht eindeutig nachgewiesen).
4.1.o Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Häufig: Ermüdung.
4.1.p Untersuchungen
Sehr selten: Gewichtszunahme, Veränderung der Leberfunktionswerte (z.B. Transaminasen erhöht).
Besondere Hinweise: Unter der Therapie mit "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" kann es zu Störungen im Fettstoffwechsel kommen. Bei meist normalem Gesamtcholesterin wurde eine Verminderung des HDL-Cholesterins und eine Erhöhung der Triglyzeride im Blut beobachtet.
"Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" kann die Symptome einer schweren Schilddrüsenüberfunktion (Thyreotoxikose) maskieren.
Beta-Rezeptoren-Blocker können die Empfindlichkeit gegenüber Allergenen und die Schwere anaphylaktischer Reaktionen, d. h. akuter allergischer Allgemeinreaktionen, erhöhen. Bei Patienten mit schweren Überempfindlichkeitsreaktionen in der Vorgeschichte und bei Patienten unter Therapie zur Schwächung bzw. Aufhebung der allergischen Reaktionsbereitschaft (Desensibilisierungstherapie) kann es daher zu überschießenden anaphylaktischen Reaktionen kommen.
4.2 Welche Gegenmaßnahmen sind beim Auftreten von Nebenwirkungen zu ergreifen?
Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie unter Nebenwirkungen leiden. Er wird über eventuelle Maßnahmen entscheiden.
Wenn bei Ihnen eine Nebenwirkung plötzlich auftritt oder sich stark entwickelt, informieren Sie umgehend einen Arzt, da bestimmte Arzneimittelnebenwirkungen (z.B. übermäßiger Blutdruckabfall, Überempfindlichkeitsreaktionen) unter Umständen ernsthafte Folgen haben können. Nehmen Sie in solchen Fällen das Arzneimittel nicht ohne ärztliche Anweisung weiter.
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die weder hier noch in der Packungsbeilage aufgeführt sind.
5 Wie ist "Metoprololsuccinat AL 47,5mg Retardtabletten" aufzubewahren?
Lagern Sie das Arzneimittel bei normaler Raumtemperatur, und bewahren Sie das Arzneimittel in der Originalverpackung vor Licht und Feuchtigkeit geschützt auf, so weit der Hersteller keine anderen Angaben macht.
Arzneimittel sollten generell für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden.
Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf der Packung angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden.
Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser und sollte nicht im Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft, die Umwelt zu schützen.
Quelle und Bearbeitungsstand

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