Medikamentencheck Arzneimittelinformationen

Levopar 125mg Kapseln

Präparat:

Levopar 125mg Kapseln

Darreichungsform:

Hartkapseln

Abgabeform:

verschreibungspflichtig

Zuzahlungsbefreite Packungsgrößen:

keine

Aktive Wirkstoffe:

  • Benserazid (Hydrochlorid)
  • Levodopa
Über Hilfsstoffe, Geruchs-, Geschmacks-, Konservierungs- und Farbstoffe informieren Sie sich bitte in der Gebrauchsinformation oder fragen Sie bei Ihrem Apotheker nach.


Wir machen den Beipackzettel für Sie verständlich: Informationen zu Nebenwirkungen, Dosierung und Risiken


Die folgenden Informationen beziehen sich auf den/die arzneilich wirksamen Inhaltsstoff(e). Bitte beachten Sie, dass diese Informationen zu den Wirkstoffen von den Angaben in der Packungsbeilage abweichen können. So werden von den pharmazeutischen Herstellern teilweise unterschiedliche Anwendungsgebiete deklariert.


1 Was ist "Levopar 125mg Kapseln" und wofür wird es angewendet?
1.1 Welche Eigenschaften hat das Arzneimittel?
"Levopar 125mg Kapseln" enthält die Wirkstoffkombination Levodopa und Benserazid, eine Kombination aus der Gruppe der sogenannten Levodopa und Decarboxylaseinhibitoren.
Benserazid steigert die Wirksamkeit von Levodopa: Der sogenannte Dopaminagonist Levodopa wird durch den Decarboxylasehemmer Benserazid, der den Abbau von Levodopa hemmt, in seiner Wirkung verstärkt.
Diese Wirkstoffe werden bei Parkinsonscher Krankheit eingesetzt; weiterhin kann die Kombination beim sogenannten Syndrom der unruhigen Beine ("Restless legs") angewendet werden.
Üblicherweise wird Benserazid in Salzform als Benserazidhydrochlorid angewendet(25 mg Benserazid entspricht 28,5 mg Benserazidhydrochlorid).
"Levopar 125mg Kapseln" ist verschreibungspflichtig und darf nur auf ärztliche Anweisung angenwendet werden.
1.2 Welche Wirkstärken und Darreichungsformen gibt es?
Die Wirkstoffkombination Levodopa und Benserazid gibt es üblicherweise als
- Tabletten/Hartkapseln oder Kapseln enthaltend 12,5 mg, 25 mg oder 50 mg Benserazid (als Benserazidhydrochlorid) und 50 mg, 100 mg oder 200 mg Levodopa.
- Retardkapseln enthaltend 25 mg Benserazid (als Benserazidhydrochlorid) und 100 mg Levodopa.
Ihr Arzt legt fest, welche Wirkstärke und Darreichungsform für Ihre Behandlung geeignet sind.
1.3 Die Wirkstoffkombination Levodopa und Benserazid wird angewendet
- zur Behandlung der Parkinson-Krankheit (Schüttellähmung, eine Erkrankung mit grobschlägigem Zittern, Bewegungsverlangsamung und Starre der Muskeln),
- zur Behandlung von Krankheitserscheinungen, die der Parkinson-Krankheit entsprechen, aber infolge von Vergiftungen, Hirnentzündungen und arteriosklerotischen Hirngefäßveränderungen auftreten (symptomatische Parkinson-Syndrome). Ausgenommen hiervon sind Parkinson-ähnliche Krankheitserscheinungen, die durch bestimmte Arzneimittel ausgelöst werden (medikamentös induzierte Parkinson-Syndrome),
- zur Behandlung des Syndroms der unruhigen Beine (Restless-Legs-Syndrom) unbekannter Ursache,
- zur Behandlung des Syndroms der unruhigen Beine (Restless-Legs-Syndrom), das infolge dialysepflichtiger Einschränkung der Nierenfunktion entstehen kann.
2 Was müssen Sie vor der Einnahme von "Levopar 125mg Kapseln" beachten?
2.1 "Levopar 125mg Kapseln" darf nicht eingenommen werden,
- wenn Sie allergisch gegen Levodopa, Benserazid oder einen der sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind,
- von Patienten unter 25 Jahren,
- wenn Sie an einer schweren Überfunktion der Schilddrüse, zu schnellem Herzschlag oder einem Tumor der Nebenniere leiden,
- wenn Sie eine schwere Herz- oder Lebererkrankung haben,
- wenn bei Ihnen eine schwere, nicht dialysierte Nierenerkrankung vorliegt,
- bei bestimmten Geisteskrankheiten (Psychosen), die körperlich oder nicht körperlich begründbar sind,
- wenn Sie gleichzeitig Arzneimittel gegen zu hohen Blutdruck, die den Wirkstoff Reserpin enthalten, einnehmen,
- wenn Sie gleichzeitig mit Arzneimitteln gegen Depressionen, die den Wirkstoff Tranylcypromin enthalten, behandelt werden,
- bei erhöhtem Augeninnendruck (Engwinkelglaukom),
- wenn Sie schwanger sind,
- oder wenn Sie eine Frau im gebärfähigen Alter sind und keine wirksamen Maßnahmen zur Empfängnisverhütung treffen.
2.2 Besondere Vorsicht bei der Einnahme von "Levopar 125mg Kapseln" ist erforderlich
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, Apotheker oder dem medizinischen Fachpersonal, bevor Sie "Levopar 125mg Kapseln" einnehmen.
Besondere Vorsicht bei der Einnahme von "Levopar 125mg Kapseln" ist erforderlich, wenn bei Ihnen während der Behandlung mit "Levopar 125mg Kapseln" übermäßige Müdigkeit am Tage oder sogar plötzliche, unerwartete Schlafattacken auftreten. Halten Sie in diesem Falle Rücksprache mit Ihrem Arzt.
Besondere Vorsicht bei der Behandlung von Restless-Legs-Syndromist erforderlich, wenn Sie unter einem stärker ausgeprägten Restless-Legs-Syndrom leiden und diese Wirkstoffkombination (Levodopa und Benserazid) in höheren Dosierungen benötigen als im Abschnitt 3 angegeben. Wenn sich in diesem Fall Ihre Beschwerden weiter verschlimmern oder früher am Tage einsetzen, sollte die Behandlung mit Levodopa und Benserazid beendet werden.
Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie oder Ihre Familie bzw. Betreuer bemerken, dass Sie einen Drang oder ein Verlangen entwickeln, sich in einer für Sie ungewöhnlichen Weise zu verhalten, und Sie dem Impuls, dem Trieb oder der Versuchung nicht widerstehen können, bestimmte Dinge zu tun, die Ihnen selbst oder anderen schaden können. Zu diesen sogenannten Impulskontrollstörungen gehören Verhaltensweisen, wie zum Beispiel Spielsucht, übermäßiges Essen oder Geldausgeben, ein abnorm starker Sexualtrieb oder eine Zunahme sexueller Gedanken oder Gefühle. Ihr Arzt muss dann möglicherweise Ihre Behandlung überprüfen.
Regelmäßige Kontrolluntersuchungen durch den Arzt sind notwendig,
- wenn Sie früher einmal einen Herzinfarkt hatten,
- wenn Sie unter unregelmäßiger Herzschlagfolge oder einer Minderdurchblutung der Herzkranzadern leiden,
- wenn Sie früher einmal Magen-Darm-Geschwüre hatten,
- wenn bei Ihnen eine verringerte Knochenfestigkeit vorliegt,
- wenn Sie grünen Star mit weitem Kammerwinkel (Weitwinkelglaukom) haben,
- wenn Sie Diabetiker sind.
Außerdem sind in regelmäßigen Abständen Untersuchungen der Leber, der Nieren und des Blutbildes notwendig. Es ist daher wichtig, dass Sie die Kontrolluntersuchungen, die Ihr Arzt mit Ihnen verabredet, unbedingt einhalten.
Warnhinweis: Nach langjähriger Behandlung mit Arzneimitteln, die die gleichen Wirkstoffe wie "Levopar 125mg Kapseln" enthalten, kann ein plötzliches Absetzen von "Levopar 125mg Kapseln" zu Entzugserscheinungen führen (sogenanntes malignes Levodopa-Entzugs-Syndrom). Es können auftreten:
­ sehr hohes Fieber, Muskelsteife und seelische Auffälligkeiten,
­ oder eine vollständige Bewegungsstarre.
Beide Zustände sind lebensbedrohlich. Verständigen Sie in solch einem Fall sofort den nächsterreichbaren Arzt!
Besonders zu Beginn der Behandlung können Magen-Darm-Beschwerden wie Mundtrockenheit, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall auftreten (siehe Abschnitt 4). Durch die Einnahme von "Levopar 125mg Kapseln" mit etwas Nahrung oder Flüssigkeit oder durch langsamere Dosissteigerung können diese Beschwerden weitgehend vermindert oder vermieden werden.
Kreislaufbeschwerden infolge eines zu niedrigen Blutdrucks verschwinden oder bessern sich in der Regel nach einer Verringerung der Dosis von "Levopar 125mg Kapseln".
Bei längerer Behandlungsdauer und/oder hoher Dosierung kann es zu unwillkürlichen Bewegungen kommen. Diese Störungen verschwinden oder bessern sich in der Regel nach einer Verringerung der Dosis.
Hinweis für die Angehörigen: Bei einer Behandlung mit "Levopar 125mg Kapseln" kann es zu krankhaft-traurigen Verstimmungen (Depressionen) kommen, insbesondere dann, wenn bereits früher einmal Hinweise auf solche Störungen vorlagen. Depressionen können jedoch bei Patienten mit Parkinson-Krankheit auch Teil des Krankheitsbildes sein. Achten Sie deshalb besonders auch auf die seelische Verfassung des Patienten, um Depressionen frühzeitig zu erkennen. Wenden Sie sich in diesem Fall bitte an den behandelnden Arzt.
2.2.a Kinder
Die Anwendung von "Levopar 125mg Kapseln" wird bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht empfohlen.
2.2.b Ältere Patienten
Es sind keine besonderen Vorkehrungen zu treffen.
2.2.c Schwangerschaft
Wenn Sie schwanger sind, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
Sie dürfen "Levopar 125mg Kapseln" in der Schwangerschaft nicht einnehmen, da keine Erfahrungen aus Untersuchungen mit schwangeren Frauen vorliegen und in Tierversuchen für beide Wirkstoffe von "Levopar 125mg Kapseln" Schädigungen des Ungeborenen beobachtet wurden. Wenn Sie eine Frau im gebärfähigen Alter sind, müssen Sie während der Behandlung mit "Levopar 125mg Kapseln" eine sichere Methode zur Empfängnisverhütung anwenden. Falls Sie dennoch schwanger werden oder vermuten, schwanger zu sein, müssen Sie Ihren behandelnden Arzt aufsuchen. Dieser wird Sie anweisen, wie Sie die Behandlung mit "Levopar 125mg Kapseln" beenden müssen.
2.2.d Stillzeit
Sie dürfen während der Behandlung mit "Levopar 125mg Kapseln" nicht stillen. Ist eine Behandlung während der Stillzeit erforderlich, muss abgestillt werden.
2.2.e Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
Die Einnahme von "Levopar 125mg Kapseln" kann in seltenen Fällen übermäßige Müdigkeit am Tage und plötzliche Schlafattacken verursachen. Sollte dies bei Ihnen der Fall sein, dürfen Sie so lange kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen, mit denen Sie sich selbst oder andere dem Risiko schwerer Verletzungen aussetzen könnten, bis übermäßige Tagesmüdigkeit und Schlafattacken nicht mehr auftreten.
2.3 Welche Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sind zu beachten?
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.
Die Wirkung nachfolgend genannter Wirkstoffe bzw. Präparategruppen kann bei gleichzeitiger Behandlung mit "Levopar 125mg Kapseln" beeinflusst werden: Arzneimittel, die gegen zu niedrigen Blutdruck, bei Kreislaufversagen, bei unregelmäßigem Herzschlag, als Wehenhemmer und bei Krämpfen der unteren Luftwege angewendet werden (sogenannte Sympathomimetika): die Wirkung von Sympathomimetika kann verstärkt werden und eine Verminderung der Dosis dieser Arzneimittel erfordern.
Die Wirkung von "Levopar 125mg Kapseln" kann durch andere Arzneimittel wie folgt beeinflusst werden:
2.3.a Abschwächung der Wirkung durch
Bestimmte Schmerzmittel (Opioide); Arzneimittel zur Behandlung eines erhöhten Blutdrucks, die den Wirkstoff Reserpin enthalten. In diesem Fall dürfen Sie "Levopar 125mg Kapseln" nicht einnehmen. Bestimmte Arzneimittel mit seelisch-dämpfender Wirkung (Neuroleptika).
2.3.b Verstärkung der Wirkung und möglicherweise Verstärkung von Nebenwirkungen durch
Arzneimittel mit dem Wirkstoff Selegilin (zur Behandlung der Parkinson-Krankheit).
2.3.c Sonstige mögliche Wechselwirkungen
Bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen (sogenannte MAO-Hemmstoffe): Bei gleichzeitiger Einnahme von "Levopar 125mg Kapseln" und Arzneimitteln mit dem Wirkstoff Tranylcypromin kann es zu gefährlich erhöhtem Blutdruck kommen. Dies ist unter Umständen auch noch bis zu 2 Wochen nach Absetzen von Tranylcypromin möglich. In diesem Fall dürfen Sie "Levopar 125mg Kapseln" nicht einnehmen. Zwischen dem Absetzen von Tranylcypromin und dem Beginn der Behandlung mit "Levopar 125mg Kapseln" muss daher ein Zeitraum von mindestens 2 Wochen liegen. Die gleichzeitige Einnahme von "Levopar 125mg Kapseln" und Moclobemid oder Selegilin bzw. Rasagilin gilt dagegen als unbedenklich.
Es ist möglich, "Levopar 125mg Kapseln" gleichzeitig mit allen bekannten Arzneimitteln gegen die Parkinson-Krankheit (z.B. Dopaminagonisten, Amantadin, Anticholinergika) einzunehmen. Es kann jedoch eventuell notwendig sein, dass Ihnen Ihr Arzt eine geringere Dosis an "Levopar 125mg Kapseln" oder des anderen Arzneimittels verschreibt. Wenn eine unterstützende Behandlung mit einem Arzneimittel begonnen wird, das den Wirkstoff Entacapon enthält, kann ebenfalls eine Dosisverminderung von "Levopar 125mg Kapseln" erforderlich werden.
2.4 Woran ist bei Einnahme von "Levopar 125mg Kapseln" zusammen mit Nahrungs- und Genussmitteln und Getränken zu denken?
Die gleichzeitige Einnahme einer eiweißreichen Mahlzeit kann zu einer geringeren Aufnahme von "Levopar 125mg Kapseln" in Magen und Darm führen.
3 Wie ist "Levopar 125mg Kapseln" einzunehmen?
3.1 Art und Dauer der Anwendung
Wenn Sie die Tabletten oder Kapseln während einer Mahlzeit einnehmen, die viel Eiweiß enthält, wird die Aufnahme von "Levopar 125mg Kapseln" im Magen-Darm-Kanal vermindert.
Hartkapseln/Retardkapseln sollen nur als Ganzes geschluckt werden und dürfen nicht gekaut werden.
Tabletten dürfen in der Regel geteilt werden, um den Patienten das Schlucken oder die Feindosierung zu erleichtern.
Manche Tabletten (siehe Herstellerinformation) können auch nach Suspendierung in Wasser eingenommen werden. Dazu lässt man sie in einem Glas Wasser zerfallen. Es bildet sich eine trinkbare Suspension, die sofort eingenommen werden soll.
3.1.a Parkinsonsche Krankheit und Behandlung ähnlicher Beschwerden
Die Einnahme erfolgt unzerkaut am besten 30 Minuten vor oder 1 Stunde nach den Mahlzeiten mit etwas Flüssigkeit und Gebäck.
Über die Dauer der Behandlung entscheidet Ihr Arzt. "Levopar 125mg Kapseln" wird in der Regel über einen längeren Zeitraum eingenommen (es wird der körpereigene Wirkstoff Dopamin ersetzt). Die Anwendung ist bei guter Verträglichkeit nicht begrenzt.
3.1.b Restless-Legs-Syndrom (Syndrom der unruhigen Beine)
Die Einnahme von Tabletten oder retardierten Hartkapseln erfolgt unzerkaut 1 Stunde vor dem Zu-Bett-Gehen mit etwas Flüssigkeit und Gebäck.
Über die Dauer der Behandlung entscheidet Ihr Arzt. "Levopar 125mg Kapseln" wird in der Regel über einen längeren Zeitraum eingenommen (es wird der körpereigene Wirkstoff Dopamin ersetzt). Ihr Arzt wird die Notwendigkeit der Anwendung von Zeit zu Zeit kritisch überprüfen.
3.2 Dosierung
Die Dosierung richtet sich nach der Schwere Ihrer Erkrankung und wie gut Sie "Levopar 125mg Kapseln" vertragen. Die Einnahmemenge wird von Ihrem Arzt für jeden Patienten anders festgelegt. Sie dürfen daher keinesfalls die Einnahmemenge eigenmächtig ändern.
Soweit nicht anders verordnet, gelten die folgenden Behandlungsgrundsätze.
Die Behandlung erfolgt langsam einschleichend, um das Ausmaß der Nebenwirkungen gering zu halten und einen möglichen Behandlungserfolg nicht zu gefährden.
3.2.a Parkinsonsche Krankheit und Behandlung ähnlicher Beschwerden
Bei bisher unbehandelten Kranken wird mit einer Tages-Dosis von 100 mg bis 200 mg Levodopa in Kombination mit 25 mg bis 50 mg Benserazid begonnen. Eine Dosissteigerung kann 50 mg bis 100 mg Levodopa und 12,5 mg bis 25 mg Benserazid jeden 3. bis 7. Tag vorgenommen werden. Tagesdosen von 800 mg Levodopa und 200 mg Benserazid sollen in der Regel nicht überschritten werden.
Anfangs wird die Tageseinnahme auf 2 einzelne Einnahmen verteilt, später auf mindestens 3 bis 4 Einzeleinnahmen. Wenn Sie unter schwerwiegenden Schwankungen Ihrer Beweglichkeit während des Tages leiden (sogenannte "ON-OFF"- Phänomene), sollten Sie öfter am Tag geringe Einzelmengen einnehmen. Gegebenenfalls wird Ihr Arzt die Behandlung auch auf eine retardierte Darreichungsform umstellen. Wenn die notwendige und verträgliche Erhaltungs-Dosis pro Tag erreicht ist, kann eine Umstellung auf Retardkapseln entsprechender Wirkstärke erfolgen.
Bei Auftreten von Nebenwirkungen wird die Einnahmemenge eventuell verringert. Eine mögliche spätere Erhöhung wird daraufhin langsamer vorgenommen. Bei Übelkeit und Brechreiz können entsprechende Arzneimittel (Antiemetika, z.B. Domperidon) verabreicht werden.
Bei der Umstellung von einem reinen Levodopa-Arzneimittel ist zu berücksichtigen, dass zur Erreichung vergleichbarer erwünschter Wirkungen mit "Levopar 125mg Kapseln" (Kombination aus Levodopa und Benserazid) nur etwa 20% der bisherigen Anwendungsmenge von Levodopa benötigt werden. Dabei ist ein Zeitraum von 12 Stunden einzuhalten, in dem weder das alte noch das neue Arzneimittel eingenommen wird.
3.2.b Restless-Legs-Syndrom (Syndrom der unruhigen Beine)
Die Dosierung richtet sich nach dem Schweregrad des Restless-Legs-Syndroms, wobei die optimale Dosis durch einschleichende, individuelle Dosierung zu ermitteln ist. Die Tageshöchst-Dosis 200 - 300 mg Levodopa plus 50 - 75 mg Benserazid nicht überschreiten.
3.2.b.1 Einschlafstörungen
Die Behandlung der Symptome der Einschlafstörungen wird zunächst mit der Einnahme einer Tablette der Wirkstärke 100 mg Levodopa und 25 mg Benserazid begonnen. Bei weiter bestehenden Symptomen kann die Dosis auf zwei Tabletten erhöht werden.
3.2.b.2 Einschlafstörungen und zusätzliche Schlafstörungen im Laufe der Nacht
Die Behandlung der Restless-Legs-Beschwerden bzw. Schlafstörungen im Laufe der Nacht neben Einschlafstörungen erfolgt in Kombination der Tabletten mit den Retardkapseln, die das Arzneimittel verzögert freisetzen. Es wird eine Retardkapsel mit 100 mg Levodopa und 25 mg Benserazid zusammen mit einer Tablette (ebenfalls 100 mg Levodopa und 25 mg Benserazid) eine Stunde vor dem Zu-Bett-Gehen eingenommen.
Sofern sich dadurch die Beschwerden in der zweiten Nachthälfte nicht ausreichend bessern lassen, kann die Dosis der Retardkapseln auf zwei retardierte Kapseln mit 100 mg Levodopa und 25 mg Benserazid erhöht werden.
Bei Patienten mit mäßigen Leberfunktionsstörungen oder mit leichten bis mäßigen Nierenfunktionsstörungen ist keine Dosisanpassung erforderlich.
3.3 Wenn Sie eine größere Menge "Levopar 125mg Kapseln" eingenommen haben, als Sie sollten
Wenn Sie eine Einzelgabe von "Levopar 125mg Kapseln" versehentlich doppelt einnehmen, hat dies keine Auswirkungen auf die weitere Einnahme, d.h., Sie nehmen "Levopar 125mg Kapseln" danach so ein, wie sonst auch.
Bei Einnahme erheblich zu hoher Arzneimengen kann es zu den unter "Nebenwirkungen" genannten Krankheitszeichen kommen. Rufen Sie bei Auftreten bedrohlicher Krankheitszeichen den nächsterreichbaren Arzt zu Hilfe!
Die Behandlung orientiert sich an der allgemeinen Vorgehensweise bei Überdosierungen unter besonderer Beachtung der Herz- und Kreislauffunktion.
3.4 Wenn Sie die Einnahme von "Levopar 125mg Kapseln" vergessen haben
In der Regel führt eine einmalig vergessene Anwendung zu keinen Krankheitsanzeichen. Die Einnahme wird unverändert weitergeführt, d.h., eine am Tag zuvor vergessene Einnahme wird nicht nachgeholt. Beachten Sie aber bitte, dass "Levopar 125mg Kapseln" nur sicher und ausreichend wirken kann, wenn es regelmäßig eingenommen wird!
3.5 Auswirkungen, wenn die Behandlung mit "Levopar 125mg Kapseln" abgebrochen wird
Bei unangenehmen Nebenwirkungen wird Ihr Arzt mit Ihnen besprechen, welche Gegenmaßnahmen es hierfür gibt und ob andere Arzneimittel für die Behandlung infrage kommen. Setzen Sie "Levopar 125mg Kapseln" nicht eigenmächtig ab, da sonst nach kurzer Zeit die Ihnen bekannten Krankheitszeichen wieder auftreten!
4 Welche Nebenwirkungen sind möglich?
Wie alle Arzneimittel kann "Levopar 125mg Kapseln" Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:
- sehr häufig: mehr als 1 von 10 Behandelten
- häufig: weniger als 1 von 10, aber mehr als 1 von 100 Behandelten
- gelegentlich: weniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1 000 Behandelten
- selten: weniger als 1 von 1 000, aber mehr als 1 von 10 000 Behandelten
- sehr selten: weniger als 1 von 10 000 Behandelten, einschließlich Einzelfälle
- Häufigkeit nicht bekannt: Häufigkeit kann aus den verfügbaren Daten nicht berechnet werden
4.1 Welche Nebenwirkungen können im Einzelnen auftreten?
4.1.a Sehr häufig
Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, besonders zu Beginn der Behandlung, verminderter Appetit, krankhaft-traurige Verstimmungen (Depressionen), die jedoch auch Teil des Krankheitsbildes sein können, Schlafstörungen, unwillkürliche Bewegungen bei längerer Behandlungsdauer und/oder hoher Dosierung, vorübergehende Erhöhung der alkalischen Phosphatase (ein bestimmter Leberenzymwert), Erhöhung der Harnstoff-Stickstoff-Werte im Blut.
4.1.b Häufig
Unregelmäßiger Herzschlag, niedriger Blutdruck, der dazu führen kann, dass Ihnen schwindelig wird oder Sie ohnmächtig werden, Kopfschmerzen, Verstärkung oder zeitliche Verschiebung des Beginns der Restless-Legs-Beschwerden zum Nachmittag oder frühen Abend (Augmentation) bei längerer Behandlungsdauer und/oder hoher Dosierung, Mundtrockenheit, geändertes Geschmacksempfinden, Sinnestäuschungen, Ängstlichkeit, Schnupfen, Bronchitis, fieberhafte Infektionen.
4.1.c Gelegentlich
Geschmacksverlust.
4.1.d Selten
vorübergehende Verminderung der Zahl weißer Blutkörperchen.
4.1.e Nicht bekannt
Müdigkeit, Schwindel, übermäßige Müdigkeit am Tage, plötzliche Schlafattacken, innere Unruhe, Wahnvorstellungen, Störungen des Zeitgefühls, Überempfindlichkeitsreaktionen an der Haut wie z.B. Juckreiz und flüchtige Hautrötung, Verminderung der Zahl roter Blutkörperchen durch eine verkürzte Lebensdauer, Verminderung der Zahl der Blutplättchen, vorübergehende Erhöhung bestimmter Leber-Laborwerte, Urinverfärbungen (meist eine leichte Rotfärbung, die sich bei längerem Stehenlassen dunkel färbt).
Es könnte sein, dass Sie folgende Nebenwirkungen bemerken: Das Unvermögen, dem Impuls, dem Trieb oder der Versuchung zu widerstehen, bestimmte Dinge zu tun, die Ihnen selbst oder anderen schaden können; dazu gehören:
- Spielsucht, ohne Rücksicht auf ernste persönliche oder familiäre Konsequenzen
- verändertes oder vermehrtes sexuelles Interesse und Verhalten, das Sie oder andere stark beunruhigt, z.B. ein verstärkter Sexualtrieb
- unkontrolliertes maßloses Einkaufen oder Geldausgeben
- Essattacken (Verzehr großer Nahrungsmittelmengen innerhalb kurzer Zeit) oder zwanghaftes Essen (Verzehr größerer Nahrungsmengen als normal und über das Sättigungsgefühl hinaus).
Informieren Sie Ihren Arzt, wenn eine dieser Verhaltensweisen bei Ihnen auftritt; er wird mit Ihnen besprechen, wie Sie mit den Symptomen umgehen oder wie diese vermindert werden können.
Psychische Störungen wie innere Unruhe, Ängstlichkeit, Schlafstörungen, die nicht durch das Restless-Legs-Syndrom bedingt sind, Sinnestäuschungen, Wahnvorstellungen und Störungen des Zeitgefühls können insbesondere bei älteren Patienten auftreten oder wenn bereits früher einmal Hinweise auf solche Störungen vorlagen.
4.2 Welche Gegenmaßnahmen sind beim Auftreten von Nebenwirkungen zu ergreifen?
Die für den Behandlungsbeginn typischen Erscheinungen (Appetitminderung, Übelkeit, Erbrechen, Geschmacksstörungen) sind in der Regel durch Verminderung oder langsamere Steigerung der Anwendungsmenge und ggf. durch ein Arzneimittel gegen Übelkeit und Erbrechen (Antiemetikum) zu beherrschen.
Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie unter Nebenwirkungen leiden. Er wird über eventuelle Maßnahmen entscheiden.
Wenn bei Ihnen eine Nebenwirkung plötzlich auftritt oder sich stark entwickelt, informieren Sie umgehend einen Arzt, da bestimmte Arzneimittelnebenwirkungen (z.B. übermäßiger Blutdruckabfall, Überempfindlichkeitsreaktionen) unter Umständen ernsthafte Folgen haben können. Nehmen Sie in solchen Fällen das Arzneimittel nicht ohne ärztliche Anweisung weiter.
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die weder hier noch in der Packungsbeilage aufgeführt sind.
5 Wie ist "Levopar 125mg Kapseln" aufzubewahren?
Lagern Sie das Arzneimittel bei normaler Raumtemperatur, und bewahren Sie das Arzneimittel in der Originalverpackung vor Licht und Feuchtigkeit geschützt auf, so weit der Hersteller keine anderen Angaben macht.
Arzneimittel sollten generell für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden.
Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf der Packung angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden.
Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser und sollte nicht im Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft, die Umwelt zu schützen.
Quelle und Bearbeitungsstand

Information der SCHOLZ Datenbank® auf Basis der vom Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte zugelassenen Daten

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