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Lamictal 5 Tabletten

Präparat:

Lamictal 5 Tabletten

Darreichungsform:

Tabletten

Abgabeform:

verschreibungspflichtig

Zuzahlungsbefreite Packungsgrößen:

keine

Aktive Wirkstoffe:

  • Lamotrigin
Über Hilfsstoffe, Geruchs-, Geschmacks-, Konservierungs- und Farbstoffe informieren Sie sich bitte in der Gebrauchsinformation oder fragen Sie bei Ihrem Apotheker nach.


Wir machen den Beipackzettel für Sie verständlich: Informationen zu Nebenwirkungen, Dosierung und Risiken


Die folgenden Informationen beziehen sich auf den/die arzneilich wirksamen Inhaltsstoff(e). Bitte beachten Sie, dass diese Informationen zu den Wirkstoffen von den Angaben in der Packungsbeilage abweichen können. So werden von den pharmazeutischen Herstellern teilweise unterschiedliche Anwendungsgebiete deklariert.


1 Was ist "Lamictal 5 Tabletten" und wofür wird es angewendet?
1.1 Welche Eigenschaften hat das Arzneimittel?
"Lamictal 5 Tabletten" enthält den Wirkstoff Lamotrigin, ein Arzneimittel aus der Gruppe der sogenannten Antiepileptika und Antidepressiva.
Lamotrigin wirkt durch Hemmung der Signale im Gehirn, die die epileptischen Anfälle auslösen.
Lamotrigin ist verschreibungspflichtig und darf nur auf ärztliche Anweisung angewendet werden.
1.2 Welche Wirkstärken und Darreichungsformen gibt es?
Lamotrigin gibt es als
- Tablette oder Trinktablette enthaltend 2, 5, 25, 50, 100, 200 mg Lamotrigin.
Ihr Arzt legt fest, welche Wirkstärke und Darreichungsform für Ihre Behandlung geeignet sind.
1.3 Lamotrigin wird angewendet
1.3.a zur Behandlung bei Epilepsie
bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 13 Jahren:
- Zusatz- oder Monotherapie partieller und generalisierter Anfälle einschließlich tonisch-klonischer Anfälle
- Anfälle in Zusammenhang mit dem Lennox-Gastaut-Syndrom. Lamotrigin wird als Zusatztherapie gegeben, kann aber auch als initiales Antiepileptikum angewendet werden, um damit die Behandlung des Lennox-Gastaut-Syndroms zu beginnen.
bei Kindern und Jugendlichen von 2-12 Jahren: - Zusatztherapie bei partiellen und generalisierten Anfällen einschließlich tonisch-klonischer Anfälle sowie bei Anfällen in Zusammenhang mit dem Lennox-Gastaut-Syndrom
- Monotherapie typischer Absencen.
Hinweise:
Die erstmalige Anwendung bei Erwachsenen und Kindern ab 12 Jahren sollte nur durch einen Neurologen oder einen Arzt, der mit der Behandlung von Epilepsien vertraut ist, erfolgen.
Die erstmalige Anwendung bei Kindern von 2 bis 11 Jahren sollte in Kliniken und Institutionen mit besonderer Erfahrung in der Behandlung von Epilepsien oder in enger Zusammenarbeit mit solchen Einrichtungen erfolgen.
1.3.b bei manisch-depressiven Erkrankungen (Patienten ab 18 Jahre)
Vorbeugendende Behandlung der depressiven Episoden bei erwachsenen Patienten mit manisch-depressiver Erkrankung (bipolare Störungen; d.h. insbesondere zur Prävention depressiver Episoden bei Patienten mit sogenannten Bipolar-I-Störungen und überwiegend depressiven Episoden).
Lamotrigin ist nicht für die Akuttherapie manischer oder depressiver Episoden indiziert.
2 Was müssen Sie vor der Einnahme von "Lamictal 5 Tabletten" beachten?
2.1 "Lamictal 5 Tabletten" darf nicht eingenommen werden,
wenn Sie allergisch gegen Lamotrigin oder einen der sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind. Falls dies auf Sie zutrifft, dann informieren Sie Ihren Arzt und nehmen Sie "Lamictal 5 Tabletten" nicht ein.
Bitte sprechen Sie außerdem mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie "Lamictal 5 Tabletten" einnehmen, wenn Sie:
- Nierenprobleme haben,
- jemals nach der Einnahme von Lamotrigin oder anderen Arzneimittel gegen bipolare Störungen oder gegen Epilepsie einen Hautausschlag hatten,
- jemals nach der Einnahme von Lamotrigin eine Gehirnhautentzündung (Meningitis) hatten,
- bereits ein Arzneimittel einnehmen, das Lamotrigin enthält.
Falls irgendetwas davon auf Sie zutrifft, dann informieren Sie Ihren Arzt, der möglicherweise entscheidet, Ihre Dosis zu verringern oder dass "Lamictal 5 Tabletten" nicht für Sie geeignet ist.
2.2 Besondere Vorsicht bei der Einnahme von "Lamictal 5 Tabletten" ist erforderlich,
Wichtige Informationen über potenziell schwerwiegende Reaktionen:
Bei einer kleinen Zahl von Patienten, die "Lamictal 5 Tabletten" einnehmen, kommt es zu allergischen Reaktionen oder potenziell schwerwiegenden Hautraktionen, die sich zu ernsten Problemen entwickeln können, wenn sie nicht behandelt werden. Sie müssen die Symptome kennen, auf die Sie achten müssen, während Sie "Lamictal 5 Tabletten" einnehmen.
- Schwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom, Toxisch epidermale Nekrolyse), die möglicherweise lebensbedrohlich sind, wurden in Zusammenhang mit der Anwendung von "Lamictal 5 Tabletten" berichtet. Diese zeigen sich anfänglich als rötliche, schießscheibenartige oder kreisförmige Flecken (oft mit einer Blase in der Mitte) am Körperstamm.
- Zusätzliche Symptome, auf die geachtet werden sollte, sind offene, schmerzende Stellen (Ulcera) in Mund, Hals, Nase und im Genitalbereich sowie gerötete und geschwollene Augen (Konjunktivitis).
- Diese möglicherweise lebensbedrohlichen Hautreaktionen werden oft von grippeähnlichen Symptomen (Kopfschmerzen, Fieber und Gliederschmerzen) begleitet. Der Hautausschlag kann zu einer großflächigen Blasenbildung oder Ablösung der Haut führen.
- Das höchste Risiko für das Auftreten dieser schweren Hautreaktionen besteht in den ersten Behandlungswochen.
- Wenn bei Ihnen ein Stevens-Johnson-Syndrom oder eine Toxisch epidermale Nekrolyse in Zusammenhang mit der Anwendung von "Lamictal 5 Tabletten" aufgetreten ist, dürfen Sie nie wieder mit Lamotrigin behandelt werden.
- Wenn bei Ihnen ein Hautausschlag oder die anderen genannten Symptome an der Haut auftreten, suchen Sie sofort einen Arzt/eine Ärztin auf. Teilen Sie ihr/ihm mit, dass Sie "Lamictal 5 Tabletten" einnehmen. Wenn Sie dieses Arzneimittel nicht zur Behandlung vo Epilepsie anwenden, beenden Sie auch die Anwendung.
Gedanken an eine Selbstschädigung oder Selbsttötung:
Antiepileptika werden angewendet um verschiedene Krankheitsbilder zu behandeln, einschließlich Epilepsie und bipolare Störungen. Bei Patienten mit einer bipolaren Störung können mitunter Gedanken aufkommen, sich selbst zu schädigen oder Selbsttötung zu begehen. Falls Sie eine bipolare Störung haben, werden Sie möglicherweise eher solche Gedanken haben, wenn Sie:
- erstmals mit der Behandlung beginnen,
- bereits früher daran gedacht haben, sich selbst zu schädigen oder Selbsttötung zu begehen,
- unter 25 Jahre alt sind.
Falls Sie entsprechende beunruhigende Gedanken oder Erfahrungen haben, oder merken, dass Sie sich während der Behandlung mit "Lamictal 5 Tabletten" schlechter fühlen oder dass neue Beschwerden auftreten:
- Gehen Sie so schnell wie möglich zu einem Arzt oder suchen Sie das nächstgelegene Krankenhaus auf.
Eine geringe Anzahl von Patienten, die wegen einer bipolaren Störung oder einer Epilepsie mit mit "Lamictal 5 Tabletten" behandelt wurden, hatte derartige Gedanken. Falls Sie entsprechende beunruhigende Gedanken oder Erfahrungen haben oder merken, dass Sie sich während der Behandlung mit "Lamictal 5 Tabletten" schlechter fühlen oder dass neue Beschwerden auftreten, gehen Sie so schnell wie möglich zu einem Arzt oder suchen Sie das nächstgelegene Krankenhaus auf.
Wenn Sie "Lamictal 5 Tabletten" zur Behandlung der Epilepsie einnehmen:
Die Anfälle im Rahmen einiger Formen der Epilepsie können sich gelegentlich verstärken oder häufiger auftreten, während Sie "Lamictal 5 Tabletten" einnehmen. Bei einigen Patienten können schwere epileptische Anfälle auftreten, die zu erheblichen gesundheitlichen Problemen führen können. Falls während der Einnahme von "Lamictal 5 Tabletten" Ihre Anfälle häufiger auftreten oder es bei Ihnen zu einem schweren Anfall kommt, suchen Sie so schnell wie möglich einen Arzt auf.
Wenn Sie ein orales Kontrazeptivum ("Pille") zur Empfängnisverhütung einnehmen oder mit einer Hormonersatztherapie behandelt werden:
Informieren Sie bitte Ihren Arzt. Die gleichzeitige Anwendung eines oralen Kontrazeptivums mit den Wirkstoffen Ethinylestradiol und Levonorgestrel führte zu einer Senkung des Lamotrigin-Spiegels. Nach der Aufdosierung können daher höhere Erhaltungsdosen (bis zum 2 fachen) von Lamotrigin erforderlich sein, um eine ausreichende Wirksamkeit zu erzielen. Bei Frauen, die nicht gleichzeitig mit einem den Lamotrigin-Abbau beschleunigenden Arzneimittel behandelt werden, tritt während der letzten Woche des Zyklus, in der kein Hormonpräparat oder ein wirkstofffreies Scheinmedikament eingenommen wird, ein gradueller vorübergehender Anstieg des Lamotrigin-Spiegels auf. Dieser Anstieg ist größer, wenn vor oder während der wirkstofffreien Woche die Lamotrigin-Dosis erhöht wird. Andere orale Kontrazeptiva und Hormonersatztherapien wurden nicht untersucht, obgleich diese möglicherweise in ähnlicher Weise die Verstoffwechselung von Lamotrigin beeinflussen können.
Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, insbesondere vor Einnahmebeginn oder Absetzen eines Hormonpräparates, damit er gegebenenfalls die Lamotrigin-Dosierung anpasst. Lamotrigin führte bei gleichzeitiger Einnahme eines oralen Kontrazeptivums mit den Wirkstoffen Ethinylestradiol und Levonorgestrel zu einem mäßig beschleunigten Abbau von Levonorgestrel und einer Veränderung des Spiegels bestimmter am Eisprung beteiligter, körpereigener Hormone (FSH und LH). Der Einfluss dieser Veränderungen auf die Aktivität des Eierstocks ist nicht bekannt. Jedoch kann die Möglichkeit nicht ausgeschlossen werden, dass diese Veränderungen bei einigen Patientinnen, die Hormon Präparate einnehmen, zu einer Verminderung der empfängnisverhütenden Wirkung führen. Berichten Sie daher jede Menstruationsveränderung, z.B. Zwischenblutungen, umgehend Ihrem Arzt.
Hinweis zu sonstigen Bestandteilen: Arzneimittel zum Einnehmen können verschiedene Zuckerarten enthalten. Bitte nehmen Sie diese daher erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.
2.2.a Kinder
Lamotrigin ist nicht für die Anwendung bei Kindern unter 2 Jahren empfohlen.
Lamotrigin darf bei Patienten unter 18 Jahren nicht zur Behandlung einer bipolaren Störung angewendet werden. Arzneimittel zur Behandlung einer Depression oder anderer psychischer Probleme erhöhen bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren das Risiko von Selbsttötungsgedanken und -verhalten.
2.2.c Schwangerschaft
Für Babys, deren Mütter während der Schwangerschaft "Lamictal 5 Tabletten" einnahmen, kann ein erhöhtes Risiko für Geburtsfehler bestehen. Zu diesen Geburtsfehlern zählen Lippen- oder Gaumenspalten. Falls Sie planen, schwanger zu werden, oder schwanger sind, wird Ihr Arzt Ihnen möglicherweise empfehlen, zusätzlich Folsäure einzunehmen.
Eine Schwangerschaft kann auch die Wirksamkeit von Lamotrigin beeinflussen. Deshalb wird Ihr Arzt Ihnen möglicherweise Blut abnehmen, um den Blutspiegel von Lamotrigin zu kontrollieren und eventuell die Dosierung von Lamotrigin anzupassen.
Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie schwanger sind, schwanger sein könnten oder planen, schwanger zu werden. Sie sollten die Behandlung nicht abbrechen, ohne mit Ihrem Arzt darüber gesprochen zu haben. Dies ist insbesondere wichtig, wenn Sie an Epilepsie leiden.
2.2.d Stillzeit
Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie stillen oder vorhaben zu stillen. Der Wirkstoff von "Lamictal 5 Tabletten" tritt in die Muttermilch über und kann möglicherweise Ihr Baby beeinträchtigen. Ihr Arzt wird mit Ihnen über Risiken und Nutzen des Stillens während der Einnahme von "Lamictal 5 Tabletten" sprechen und Ihr Baby von Zeit zu Zeit untersuchen, falls Sie sich entscheiden zu stillen.
2.2.e Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
"Lamictal 5 Tabletten" kann Schwindel und Doppeltsehen verursachen. Setzen Sie sich erst an das Steuer eines Fahrzeugs und bedienen Sie Maschinen, wenn Sie sich sicher sind, dass Sie davon nicht betroffen sind.
Wenn Sie Epilepsie haben, sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
2.3 Welche Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sind zu beachten?
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor Kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.
2.3.a Wechselwirkungen mit anderen Antiepileptika
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen kürzlich andere Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel oder pflanzliche Arzneimittel handelt.
Ihr Arzt muss wissen, ob Sie andere Arzneimittel zur Behandlung von Epilepsie oder psychischen Erkrankungen einnehmen. Dadurch wird sichergestellt, dass Sie die richtige Dosis von "Lamictal 5 Tabletten" einnehmen. Zu diesen Arzneimitteln zählen:
- Oxcarbazepin, Felbamat, Gabapentin, Levetiracetam, Pregabalin, Topiramat oder Zonisamid zur Behandlung der Epilepsie
- Lithium oder Olanzapin zur Behandlung psychischer Probleme
- Bupropion zur Behandlung psychischer Probleme oder zur Raucherentwöhnung
Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie eines dieser Medikamente einnehmen.
Einige Arzneimittel und "Lamictal 5 Tabletten" können sich bei gleichzeitiger Gabe gegenseitig beeinflussen oder die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass bei Ihnen Nebenwirkungen auftreten. Hierzu zählen:
- Valproat zur Behandlung von Epilepsie und psychischen Problemen
- Carbamazepin zur Behandlung von Epilepsie und psychischen Problemen
- Phenytoin, Primidon oder Phenobarbital zur Behandlung der Epilepsie
- Risperidon zur Behandlung von psychischen Problemen
- Rifampicin, ein Antibiotikum
- Arzneimittel zur Behandlung einer Infektion mit dem Humanen-Immunodefizienz-Virus (HIV) (eine Kombination mit Lopinavir und Ritonavir oder Atazanavir und Ritonavir)
- hormonelle Empfängnisverhütungsmittel, z.B. die "Pille" (siehe weiter unten)
Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie eines dieser Arzneimittel einnehmen, die Einnahme beginnen oder beenden.
Hormonelle Empfängnisverhütungsmittel (wie z.B. die "Pille") können die Wirkungsweise von "Lamictal 5 Tabletten" beeinflussen. Ihr Arzt wird Ihnen möglicherweise empfehlen, ein besonderes hormonelles Empfängnisverhütungsmittel oder eine andere Empfängnisverhütungsmethode anzuwenden wie z.B. Kondome, ein Pessar oder eine Spirale. Wenn Sie ein hormonelles Empfängnisverhütungsmittel wie die "Pille" anwenden, wird Ihr Arzt Ihnen möglicherweise Blut abnehmen, um den Blutspiegel von "Lamictal 5 Tabletten" zu kontrollieren. Falls Sie ein hormonelles Empfängnisverhütungsmittel anwenden oder vorhaben, mit der Anwendung zu beginnen:
- Sprechen Sie vorher mit Ihrem Arzt über die für Sie geeignete Methode zur Empfängnisverhütung.
- Umgekehrt kann "Lamictal 5 Tabletten" auch die Wirkungsweise hormoneller Empfängnisverhütungsmittel beeinflussen, die Abnahme ihrer Wirksamkeit ist aber unwahrscheinlich. Falls Sie ein hormonelles Empfängnisverhütungsmittel anwenden und irgendwelche Veränderungen Ihrer Regelblutung, wie Zwischen- oder Schmierblutungen, bemerken informieren Sie Ihren Arzt, da dies Zeichen dafür sein können, dass "Lamictal 5 Tabletten" die Wirkungsweise Ihres Empfängnisverhütungsmittels beeinträchtigt.
2.4 Woran ist bei Einnahme von "Lamictal 5 Tabletten" zusammen mit Nahrungs- und Genussmitteln und Getränken zu denken?
Lamotrigin kann Schwindel, Sehstörungen und Schläfrigkeit verursachen; diese Wirkungen können in Verbindung mit Alkohol bei gleichzeitiger Einnahme unvorhersehbar verstärkt werden. Sie sollten daher während der Behandlung mit Lamotrigin den Konsum von Alkohol vermeiden.
3 Wie ist "Lamictal 5 Tabletten" einzunehmen?
3.1 Art und Dauer der Anwendung
Tabletten werden unzerkaut im Ganzen mit etwas Wasser eingenommen. Es wird empfohlen, die Tabletten wenn möglich immer zur gleichen Tageszeit, vor oder nach den Mahlzeiten, einzunehmen.
Soweit Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen geeignet sind, können sie in etwas Wasser aufgeschlämmt (mindestens soviel, dass die ganze Tablette bedeckt ist) eingenommen und geschluckt werden.
Nehmen Sie Ihre Dosis je nach Anweisung des Arztes entweder 1-mal oder 2-mal täglich ein.
Ihr Arzt wird Ihnen möglicherweise auch dazu raten, gleichzeitig andere Arzneimittel einzunehmen oder die Einnahme anderer Arzneimittel zu beenden. Das hängt davon ab, welche Krankheit bei Ihnen behandelt wird und wie Sie auf die Behandlung ansprechen.
Über die Dauer der Therapie entscheidet Ihr Arzt.
3.2 Dosierung
Die für den Behandlungsbeginn und für die anschließende Dosissteigerung empfohlenen Dosen sollten aufgrund des Risikos, dass Hautausschläge auftreten, nicht überschritten werden. Wenn die berechnete Dosis (z.B. in der Anwendung bei Kindern oder bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion) nicht in ganzen Tabletten verabreicht werden kann, soll die nächst niedrigere Dosis, die in ganzen Tabletten gegeben werden kann, eingenommen werden.
Es kann einige Zeit dauern, die für Sie richtige Dosis zu finden. Sie ist davon abhängig:
- wie alt Sie sind,
- ob Sie dieses Arzneimittel zusammen mit anderen Arzneimitteln einnehmen,
- ob Sie Nieren- oder Leberprobleme haben.
Ihr Arzt wird Ihnen zu Beginn eine niedrige Dosis verordnen und diese über einige Wochen schrittweise erhöhen, bis die für Sie wirksame Dosis erreicht ist. Nehmen Sie niemals mehr ein, als Ihr Arzt Ihnen verordnet hat.
3.2.a Monotherapie bei Epilepsie
Erwachsene und Kinder ab 13 Jahren:
Die übliche wirksame Dosis liegt zwischen 100 mg und 400 mg pro Tag.
Im Rahmen der Monotherapie beträgt die Anfangs-Dosis in den ersten 2 Wochen 25 mg Lamotrigin 1-mal täglich. Anschließend werden, ebenfalls über einen Zeitraum von 2 Wochen, 50 mg Lamotrigin 1-mal täglich eingenommen.
Ab Woche 5 sollte die Dosis alle 1 bis 2 Wochen um maximal 50 mg bis 100 mg Lamotrigin erhöht werden, bis der gewünschte Therapieeffekt erreicht ist. Die Erhaltungs-Dosis liegt üblicherweise bei 100 mg bis 200 mg pro Tag, die entweder 1-mal täglich oder aufgeteilt in 2 Einzeldosen eingenommen wird. In klinischen Untersuchungen waren bei einigen Patienten Dosen bis zu 500 mg Lamotrigin pro Tag erforderlich, um den gewünschten Therapieeffekt zu erzielen.
Kinder von 2 bis 12 Jahren:
Die wirksame Dosis hängt vom jeweiligen Körpergewicht des Kindes ab. Üblicherweise liegt sie zwischen 1 mg und 15 mg pro kg Körpergewicht des Kindes und Tag und beträgt maximal 400 mg pro Tag.
Lamotrigin ist nicht für die Anwendung bei Kindern unter 2 Jahren empfohlen.
3.2.b Kombinationsbehandlung der Epilepsie, auch bei Kindern
Bitte wenden Sie Lamotrigin genau entsprechend den speziellen Anweisungen und in der Dosierung an, die Ihr Arzt angeordnet hat.
3.2.c Vorbeugende Behandlung manisch-depressiver Episoden bei Erwachsenen
Bitte wenden Sie Lamotrigin genau entsprechend den Anweisungen und in der Dosierung an, die Ihr Arzt angeordnet hat.
3.3 Wenn Sie eine größere Menge "Lamictal 5 Tabletten" eingenommen haben, als Sie sollten
Informieren Sie Ihren Arzt, der über mögliche zu ergreifende Maßnahmen entscheiden wird.
Fälle von akuter Überdosierung mit 10- bis 20-facher Überschreitung der Tageshöchst-Dosis wurden berichtet. Überdosierung führte zu Krankheitszeichen wie Augenzittern, Koordinationsstörungen und Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma. Sollte der behandelnde Arzt nicht erreichbar sein, sollte ein Krankenhaus aufgesucht werden.
3.4 Wenn Sie die Einnahme von "Lamictal 5 Tabletten" vergessen haben
Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben. Lamotrigin ist zum nächsten Einnahmezeitpunkt weiter so einzunehmen, wie es vom Arzt verordnet wurde.
3.5 Auswirkungen, wenn die Behandlung mit "Lamictal 5 Tabletten" abgebrochen wird
Lamotrigin sollte auf keinen Fall eigenmächtig abgesetzt werden. Der Therapieerfolg kann dadurch gefährdet werden. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Unverträglichkeiten, insbesondere Hautausschläge, auftreten oder eine Änderung im Krankheitsbild eintritt.
4 Welche Nebenwirkungen sind möglich?
Wie alle Arzneimittel kann "Lamictal 5 Tabletten" Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:
- sehr häufig: mehr als 1 von 10 Behandelten
- häufig: weniger als 1 von 10, aber mehr als 1 von 100 Behandelten
- gelegentlich: weniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1 000 Behandelten
- selten: weniger als 1 von 1 000, aber mehr als 1 von 10 000 Behandelten
- sehr selten: weniger als 1 von 10 000 Behandelten, einschließlich Einzelfälle
- Häufigkeit nicht bekannt: Häufigkeit kann aus den verfügbaren Daten nicht berechnet werden
4.1 Welche Nebenwirkungen können im Einzelnen auftreten?
Potenziell schwerwiegende Reaktionen: nehmen Sie umgehend die Hilfe eines Arztes in Anspruch!
Bei einer kleinen Anzahl von Patienten, die Lamotrigin einnehmen, kommt es zu allergischen Reaktionen oder potenziell schweren Hautreaktionen, die sich zu ernsten Problemen entwickeln können, wenn sie nicht behandelt werden (sehr selten: schwere und möglicherweise lebensbedrohliche Hautreaktionen; Stevens-Johnson-Syndrom und Toxisch epidermale Nekrolyse).
Diese Symptome treten eher während der ersten paar Monate der Behandlung mit "Lamictal 5 Tabletten" auf, insbesondere wenn die Anfangs-Dosis zu hoch ist, wenn die Dosis zu schnell gesteigert wird oder wenn "Lamictal 5 Tabletten" mit einem anderen Arzneimittel namens Valproat eingenommen wird. Einige der Symptome treten häufiger bei Kindern auf, weshalb die Eltern auf sie besonders Acht geben sollten.
Zu den Anzeichen und Beschwerden dieser Reaktionen zählen:
- Hautausschläge oder Rötung
- eine Entzündung von Mund oder Augen
- Fieber, grippeähnliche Symptome oder Benommenheit
- Schwellungen im Gesicht oder geschwollene Drüsen am Hals, in den Achselhöhlen oder der Leistengegend
- unerwartete Blutungen oder blaue Flecken oder Blaufärbung der Finger
- eine Halsentzündung oder häufigere Infektionen (z.B. Erkältungen) als üblich.
In vielen Fällen sind diese Beschwerden Zeichen weniger schwerwiegender Nebenwirkungen. Aber Ihnen muss bewusst sein, dass sie möglicherweise auch schwerwiegend verlaufen können und sich zu ernsten Problemen, wie Organversagen, entwickeln können, wenn sie nicht behandelt werden. Wenn Sie irgendwelche dieser Beschwerden bei sich bemerken: Suchen Sie umgehend einen Arzt auf. Er wird möglicherweise entscheiden, Leber-, Nieren- oder Blutuntersuchungen durchzuführen, und eventuell anordnen, die Einnahme von "Lamictal 5 Tabletten" zu beenden.
Weitere mögliche Nebenwirkungen sind folgende:
4.1.a Sehr häufig
Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Schläfrigkeit oder Benommenheit, unbeholfene Bewegungen und fehlende Abstimmung der Bewegungsabläufe (Koordinationsstörungen/Ataxie), Doppeltsehen oder Verschwommensehen, Übelkeit oder Erbrechen, Hautausschlag.
4.1.b Häufig
Aggressivität oder Reizbarkeit, rasche, unkontrollierbare Augenbewegungen (Nystagmus), Schütteln oder Zittern (Tremor), Schlafstörungen, Durchfall, Mundtrockenheit, Müdigkeit, Schmerzen in Rücken, Gelenken oder anderswo.
4.1.c Selten
Juckende Augen mit Schleimabsonderung und verkrusteten Augenlidern (Bindehautentzündung).
4.1.d Sehr selten
Schwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom und Toxisch epidermale Nekrolyse), die möglicherweise lebensbedrohlich sind, wurden berichtet.
Halluzinationen ("Sehen" oder "Hören" von Dingen, die gar nicht da sind), Verwirrtheit oder Ruhelosigkeit, "wackliger" oder unsicherer Gang beim Umherlaufen, unkontrollierbare Körperbewegungen (Tics), unkontrollierbare Muskelkrämpfe, die Augen, Kopf und Rumpf betreffen (Choreoathetose), oder andere ungewöhnliche Körperbewegungen wie Ruckeln, Schütteln oder Steifigkeit, Zunahme der Anfälle bei Patienten, die bereits eine Epilepsie haben, Veränderungen der Leberfunktion, die durch Blutuntersuchungen festgestellt werden, oder Leberversagen, Veränderungen des Blutbildes, einschließlich verminderte Anzahl an roten Blutkörperchen (Anämie), verminderte Anzahl an weißen Blutkörperchen (Leukopenie, Neutropenie, Agranulozytose), verminderte Anzahl an Blutplättchen (Thrombozytopenie), verminderte Anzahl all dieser Blutzellen (Panzytopenie) und eine als aplastische Anämie bezeichnete Erkrankung des Knochenmarks, eine schwerwiegende Blutgerinnungsstörung, die unerwartete Blutungen und blaue Flecken hervorrufen kann (disseminierte intravaskuläre Gerinnung), Fieber, Schwellungen im Gesicht (Ödem) oder geschwollene Drüsen am Hals, in den Achselhöhlen oder der Leistengegend (Lymphadenopathie), Verschlimmerung der Beschwerden einer bestehenden Parkinson-Krankheit.
4.1.e Nicht bekannte Häufigkeit
Eine Gruppe von Symptomen, die zusammen einschließen: Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, steifer Nacken und extreme Empfindlichkeit gegenüber hellem Licht. Dies kann durch eine Entzündung der Membranen, die das Gehirn und das Rückenmark umgeben, verursacht werden (Meningitis). Diese Symptome verschwinden normalerweise, so bald die Behandlung beendet ist, sollte sie Anzeichen jedoch weiterbestehen oder sich sich verschlimmern, wenden Sie sich umgehend an einen Arzt Es wurden Fälle von Verringerungen der Knochendichte (Osteoporose bis hin zu Knochenbrüchen) berichtet. Bitte beraten Sie sich mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie Antiepileptika über eine lange Zeit anwenden, wenn bei Ihnen eine Osteoporose festgestellt wurde oder wenn Sie gleichzeitig Kortison oder andere Steroidhormone einnehmen.
4.2 Welche Gegenmaßnahmen sind beim Auftreten von Nebenwirkungen zu ergreifen?
Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie unter Nebenwirkungen leiden. Er wird über eventuelle Maßnahmen entscheiden.
Wenn bei Ihnen eine Nebenwirkung plötzlich auftritt oder sich stark entwickelt, informieren Sie umgehend einen Arzt, da bestimmte Arzneimittelnebenwirkungen (z.B. übermäßiger Blutdruckabfall, Überempfindlichkeitsreaktionen) unter Umständen ernsthafte Folgen haben können. Nehmen Sie in solchen Fällen das Arzneimittel nicht ohne ärztliche Anweisung weiter.
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die weder hier noch in der Packungsbeilage aufgeführt sind.
5 Wie ist "Lamictal 5 Tabletten" aufzubewahren?
Lagern Sie "Lamictal 5 Tabletten" bei normaler Raumtemperatur, und bewahren Sie das Arzneimittel in der Originalverpackung vor Licht und Feuchtigkeit geschützt auf.
Arzneimittel sollten generell für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden.
Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf der Packung angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden.
Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser und sollte nicht im Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft, die Umwelt zu schützen.
Quelle und Bearbeitungsstand

Information der SCHOLZ Datenbank® auf Basis der vom Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte zugelassenen Daten

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