Medikamentencheck Arzneimittelinformationen

Berlosin Tabletten

Präparat:

Berlosin Tabletten

Darreichungsform:

Tabletten

Abgabeform:

verschreibungspflichtig

Zuzahlungsbefreite Packungsgrößen:

keine

Aktive Wirkstoffe:

  • Metamizol Na H2O
Über Hilfsstoffe, Geruchs-, Geschmacks-, Konservierungs- und Farbstoffe informieren Sie sich bitte in der Gebrauchsinformation oder fragen Sie bei Ihrem Apotheker nach.


Wir machen den Beipackzettel für Sie verständlich: Informationen zu Nebenwirkungen, Dosierung und Risiken


Die folgenden Informationen beziehen sich auf den/die arzneilich wirksamen Inhaltsstoff(e). Bitte beachten Sie, dass diese Informationen zu den Wirkstoffen von den Angaben in der Packungsbeilage abweichen können. So werden von den pharmazeutischen Herstellern teilweise unterschiedliche Anwendungsgebiete deklariert.


1 Was ist "Berlosin Tabletten" und wofür wird es angewendet?
1.1 Welche Eigenschaften hat "Berlosin Tabletten"?
"Berlosin Tabletten" enthält den Wirkstoff Metamizol, ein Arzneimittel aus der Gruppe der sogenannten Pyrazolone. Diese sind schmerzstillende und fiebersenkende Arzneimittel.
Metamizol wird üblicherweise in Salzform als Metamizol-Natrium (Monohydrat) angewendet.
Metamizol ist verschreibungspflichtig und darf nur auf ärztliche Anweisung angewendet werden.
1.2 Welche Wirkstärken und Darreichungsformen gibt es?
Metamizol zum Einnehmen gibt es üblicherweise als
- Tablette, Filmtablette oder Brausetablette mit 500 mg Metamizol-Natrium-Monohydrat.
- Lösung zum Einnehmen mit 500 mg Metamizol-Natrium-Monohydrat pro ml.
Metamizol zum Einführen in den Darm gibt es üblicherweise als
- Zäpfchen für Kinder mit 300 mg oder 1 000 mg Metamizol-Natrium-Monohydrat.
Ihr Arzt legt fest, welche Wirkstärke und Darreichungsform für Ihre Behandlung geeignet sind.
1.3 Metamizol wird angewendet zur
Behandlung von
- akuten starken Schmerzen nach Verletzungen oder Operationen,
- krampfartigem Leibschmerz (Kolik),
- Schmerzen bei Krebsleiden (Tumorschmerzen),
- sonstigen akuten oder chronischen starken Schmerzen, so weit eine andere Behandlung nicht infrage kommt,
- hohem Fieber, das auf andere Maßnahmen nicht anspricht.
2 Was müssen Sie vor der Anwendung von "Berlosin Tabletten" beachten?
2.1 "Berlosin Tabletten" darf nicht angewendet werden,
- wenn Sie allergisch gegenüber Metamizol oder anderen Pyrazolonen (z.B. Phenazon, Propyphenazon) bzw. Pyrazolidinen (z.B. Phenylbutazon, Oxyphenbutazon) - dies schließt auch Patienten ein, die z.B. mit einer Agranulozytose nach Anwendung dieser Substanzen reagiert haben - oder einen der sonstigen Bestandteile von "Berlosin Tabletten" sind,
- bei bekannter Schmerzmittelunverträglichkeit (Analgetika-Asthma-Syndrom oder Analgetikaintoleranz vom Urtikaria-Angioödemtyp). Dies sind Patienten, die mit krampfartiger Verengung der unteren Atemwege (Bronchospasmus) oder anderen Überempfindlichkeitserscheinungen auf Schmerzmittel wie Salizylate und Paracetamol oder wie z. B. Diclofenac, Ibuprofen, Indometacin oder Naproxen reagieren.
- wenn bei Ihnen Störungen der Knochenmarksfunktion vorliegen (z.B. nach Behandlung mit Zytostatika, die bei Krebsleiden gegeben werden) oder Erkrankungen der Blutbildung (des hämatopoetischen Systems),
- wenn Sie einen angeborenen Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel (seltene Stoffwechselkrankheit) haben; Grund: Gefahr der Auflösung der roten Blutkörperchen (Hämolyse),
- bei akuter hepatischer Porphyrie (seltene Stoffwechselkrankheit); Grund: Gefahr der Auslösung einer Porphyrie-Attacke,
- im letzten Drittel der Schwangerschaft.
Metamizol-haltige Arzneimittel dürfen generell nicht bei Neugeborenen und Säuglingen unter 3 Monaten oder unter 5 kg Körpergewicht angewendet werden, da kein wissenschaftliches Erkenntnismaterial über die Anwendung vorliegt.
2.2 Besondere Vorsicht bei der Anwendung von "Berlosin Tabletten" ist erforderlich
- Wenn Sie auf "Berlosin Tabletten" mit Überempfindlichkeit (anaphylaktoide Reaktionen) reagieren, sind Sie auch besonders gefährdet, in gleicher Weise auf andere Schmerzmittel zu reagieren.
- Zeigen Sie auf "Berlosin Tabletten" allergische oder andere (immunologisch vermittelte) Abwehrreaktionen (z.B. Agranulozytose), sind Sie auch besonders gefährdet, in gleicher Weise auf andere Pyrazolone und Pyrazolidine (chemisch verwandte Stoffe) zu reagieren.
- die Anwendung von "Berlosin Tabletten" muss sofort abgebrochen werden, wenn bei Ihnen Zeichen einer Agranulozytose (Verminderung weißer Blutkörperchen) oder Thrombozytopenie (Verminderung der Blutplättchen) auftreten; charakteristisch dafür sind hohes Fieber, Halsschmerzen, Entzündung im Mund-, Nasen-, Rachenbereich, Nasen- oder Zahnfleischbluten
"Berlosin Tabletten" enthält das Pyrazolon-Derivat Metamizol und beeinhaltet die seltenen, aber lebensbedrohenden Risiken des Schocks (plötzliches Kreislaufversagen).
Wenn bei Ihnen eine der folgenden Krankheiten/Unverträglichkeiten vorliegt, ist die Gefahr möglicherweise schwerer Überempfindlichkeitsreaktionen auf "Berlosin Tabletten" deutlich erhöht:
- Unverträglichkeit von nicht-steroidalen entzündungshemmenden Arzneimitteln (Schmerz- und Rheumamittel), die sich z.B. als Juckreiz und Schwellungen (Urtikaria, Angioödem) äußert.
- Atemnotanfälle durch Verengung der kleinsten Luftwege (Asthma bronchiale), insbesondere wenn Sie gleichzeitig unter Entzündungen der Nase und Nebenhöhlen (Rhinosinusitis) und Nasenpolypen leiden.
- Chronische Nesselsucht (Urtikaria).
- Überempfindlichkeit gegen Farbstoffe (z.B. Tartrazin) bzw. Konservierungsstoffe (z.B. Benzoate).
- Alkoholunverträglichkeit. Dann reagieren Sie schon auf geringe Mengen Alkohol mit Niesen, Augentränen und starker Gesichtsrötung. Eine solche Alkoholunverträglichkeit kann ein Hinweis auf eine bisher nicht erkannte Schmerzmittelunverträglichkeit sein.
Vor der Anwendung von "Berlosin Tabletten" muss der Patient entsprechend befragt werden. Bei Patienten mit erhöhtem Risiko für Überempfindlichkeitsreaktionen dürfen "Berlosin Tabletten" nur nach sorgfältiger Abwägung möglicher Risiken gegen den erwarteten Nutzen eingesetzt werden. Wird "Berlosin Tabletten" in solchen Fällen gegeben, ist der Patient engmaschig ärztlich zu überwachen und Notfallbereitschaft sicherzustellen.
"Berlosin Tabletten" kann Blutdruckabfälle (hypotensive Reaktionen) auslösen. Diese Gefahr ist erhöht:
- wenn Sie an niedrigem Blutdruck (vorher bestehender Hypotonie), deutlichem Flüssigkeitsmangel, Kreislaufschwäche oder beginnendem Kreislaufversagen (wie z.B. bei Herzinfarkt oder schweren Verletzungen) leiden,
- wenn Sie hohes Fieber haben.
Deshalb sollte die Anwendung von "Berlosin Tabletten" sorgfältig erwogen und eng überwacht werden. Vorbeugende Maßnahmen (z.B. Kreislaufstabilisierung) können nötig sein, um das Risiko von Blutdruckabfällen zu verringern.
Muss bei Ihnen eine Senkung des Blutdrucks auf jeden Fall vermieden werden (z.B. bei schwerer koronarer Herzkrankheit oder den Blutstrom behindernden Verengungen [Stenosen] der hirnversorgenden Gefäße), darf "Berlosin Tabletten" nur unter sorgfältiger Überwachung der Kreislauffunktion angewendet werden.
Wenn bei Ihnen Nieren- oder Leberfunktionsstörungen vorliegen, sollte "Berlosin Tabletten" nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung und mit entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen angewendet werden.
Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile: Tabletten/Brausetabletten können Natrium enthalten. Wenn Sie eine kochsalzarme Diät einhalten müssen, sollten Sie dies berücksichtigen.
2.2.a Kinder
Metamizol-haltige Arzneimittel dürfen generell nicht bei Neugeborenen und Säuglingen unter 3 Monaten oder unter 5 kg Körpergewicht angewendet werden, da kein wissenschaftliches Erkenntnismaterial über die Anwendung vorliegt.
Für ältere Kinder stehen Tropfen und für Kinder ab 4 Jahren Zäpfchen (der Wirkstärke 300 mg) zur Verfügung.
Für Kinder ist bei Fieber eine Dosis von 10 mg Metamizol pro Kilogramm Körpergewicht im Allgemeinen ausreichend.
2.2.b Ältere Menschen
Bei älteren Menschen kann die Ausscheidung von "Berlosin Tabletten" verzögert sein.
2.2.c Schwangerschaft
Wenn Sie schwanger sind, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
Da keine hinreichenden Erfahrungen für den Menschen vorliegen, sollten Sie "Berlosin Tabletten" während des ersten und zweiten Drittels der Schwangerschaft nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt anwenden. Falls Sie zwischen 3 und 6 Monaten schwanger sind, sollten Sie "Berlosin Tabletten" nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt, und nur nachdem dieser eine strenge Nutzen-Risiko-Abwägung vorgenommen hat, anwenden.
Während des letzten Schwangerschaftsdrittels dürfen Sie "Berlosin Tabletten" nicht anwenden wegen eines erhöhten Risikos für Komplikationen bei Mutter und Kind (vermehrte Blutungen; vorzeitiger Verschluss des sog. Ductus Botalli, eines für das ungeborene Kind wichtigen Blutgefäßes).
2.2.d Stillzeit
Wenn Sie stillen, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
Die Abbaustoffe von Metamisol gehen in die Muttermilch über, daher dürfen Sie während der Anwendung und bis zu mindestens 48 Stunden nach der letzten Anwendung von Metamizol nicht stillen.
2.2.e Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
Im empfohlenen Dosisbereich ist keine Beeinträchtigung des Konzentrations- und Reaktionsvermögens bekannt. Vorsichtshalber sollten Sie aber, zumindest bei höheren Dosierungen, die Möglichkeit einer Beeinträchtigung in Betracht ziehen und auf das Bedienen von Maschinen, das Führen von Fahrzeugen und sonstige gefahrvolle Tätigkeiten verzichten. Dies gilt insbesondere, wenn Sie Alkohol zu sich genommen haben.
2.3 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen bzw. vor Kurzem eingenommen haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.
Sprechen Sie mit Ihrem Arzt bevor Sie dieses Arzneimittel anwenden, wenn Sie gleichzeitig verwenden:
- Chlorpromazin (für die Behandlung bestimmter Merkmale psychischer Erkrankung). Gleichzeitige Anwendung von Metamizol und Chlorpromazin kann eine schwere Hypothermie auslösen (extrem niedrige Körpertemperatur)
- Arzneimittel, die die Blutgerinnung hemmen (Antikoagulatien)
- Arzneimittel gegen Bluthochdruck und bestimmte Herzerkrankungen (Captopril)
- Arzneimittel zur Behandlung psychischer Störungen (Lithium)
- Arzneimittel zur Krebs- und Rheumabehandlung (Methotrexat)
- Arzneimittel, die Harnausscheidung steigern (Triamteren)
- antihypertensive Arzneimittel (zur Behandlung von Bluthochdruck) und Diuretika (Wassertabletten), da sie die Wirksamkeit dieses Arzneimittels beeinflussen
- Ciclosporin (zur Unterdrückung des Immunsystems), da es zu erniedriegten Ciclosprin-Blutspiegeln kommen kann. Der Ciclosporin-Spiegel muss daher regelmäßig kontrolliert werden, wenn gelichzeitig "Berlosin Tabletten" angewendet wird.
2.4 Bei Anwendung von "Berlosin Tabletten" zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken
Grundsätzlich ist der gleichzeitige Genuss von Alkohol während einer Behandlung mit "Berlosin Tabletten" zu vermeiden, da negative Wechselwirkungen nicht auszuschließen sind.
3 Wie ist "Berlosin Tabletten" anzuwenden?
Wenden Sie "Berlosin Tabletten" immer genau nach der Anweisung des Arztes an. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.
3.1 Art und Dauer der Anwendung
Die Tabletten werden unzerkaut und mit ausreichend Flüssigkeit (z.B. einem Glas Wasser) eingenommen.
Die Brausetabletten werden in einem Glas Wasser aufgelöst eingenommen.
Die Zäpfchen werden möglichst nach dem Stuhlgang tief in den After eingeführt.
Lösung zum Einnehmen wird mit etwas Wasser (etwa ½ Glas) eingenommen.
Die Dauer der Anwendung richtet sich nach Art und Schwere der Erkrankung und wird von Ihrem Arzt festgelegt. Es wird empfohlen, Schmerzmittel nicht länger als 3 bis 5 Tage anzuwenden, ohne nochmals ausdrücklich einen Arzt oder Zahnarzt um Rat zu fragen.
3.2 Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis
Die Dosierung richtet sich nach der Intensität der Schmerzen oder des Fiebers und der individuellen Empfindlichkeit, auf "Berlosin Tabletten" zu reagieren.
Die Dosierung richtet sich nach der Intensität der Schmerzen oder des Fiebers und der individuellen Empfindlichkeit, auf Novalgin zu reagieren. Die Dosierung kann auf das Alter bzw. Körpergewicht abgestimmt werden. Ihr Arzt wird sich im Allgemeinen an den folgenden Empfehlungen orientieren. Grundsätzlich sollte die niedrigste schmerz- und fieberkontrollierende Dosis gewählt werden.
Für Kinder ist bei Fieber eine Dosis von 10 mg Metamizol pro Kilogramm Körpergewicht im Allgemeinen ausreichend. 30 bis 60 Minuten nach Anwendung kann eine deutliche Wirkung erwartet werden.
Für Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre gilt, dass als Einzel-Dosis 8 bis 16 mg Metamizol-Natrium 1 H2O pro Kilogramm Körpergewicht gegeben werden.
Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahren (> 53 kg) können 500 mg bis 1 000 mg pro Einzel-Dosis anwenden. Bei unzureichender Wirkung kann die jeweilige Einzel-Dosis, in Abhängigkeit von der Tagesmaximal-Dosis bis zu 4-mal am Tag gegeben werden.
Bei Patienten mit reduziertem Allgemeinzustand und eingeschränkter Kreatininclearance sollte die Dosis vermindert werden, da die Ausscheidung der Stoffwechselprodukte von Novalgin Tropfen verzögert sein kann.
Da bei eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion die Eliminationsgeschwindigkeit vermindert ist, sollten mehrfache hohe Dosen vermieden werden. Bei nur kurzzeitiger Anwendung ist keine Dosisreduktion notwendig. Zur Langzeitanwendung liegen keine Erfahrungen vor.
3.2.a 3 - 11 Monate (5 - 8 kg)
Einzel-Dosis: 50 - 100 mg Metamizol-Natrium 1 H2O. Tagesmaximal-Dosis: bis zu 300 mg Metamizol-Natrium 1 H2O.
3.2.b 1 - 3 Jahre (9 - 15 kg)
Einzel-Dosis: 75 - 250 mg Metamizol-Natrium 1 H2O. Tagesmaximal-Dosis: bis zu 750 mg Metamizol-Natrium 1 H2O.
3.2.c 4 - 6 Jahre (16 - 23 kg)
Einzel-Dosis: 125 - 375 mg mg Metamizol-Natrium 1 H2O oder 1 Zäpfchen der Wirkstärke 300 mg. Tagesmaximal-Dosis: bis zu 1125 mg Metamizol-Natrium 1 H2O oder 3 Zäpfchen der Wirkstärke 300 mg.
3.2.d 7 - 9 Jahre (24 - 30 kg)
Einzel-Dosis: 200 - 500 mg Metamizol-Natrium 1 H2O oder 1 Zäpfchen der Wirkstärke 300 mg. Tagesmaximal-Dosis: bis zu 1500 mg Metamizol-Natrium 1 H2O oder 4 Zäpfchen der Wirkstärke 300 mg.
3.2.e 10 - 12 Jahre (31 - 45 kg)
Einzel-Dosis: 250 - 750 mg Metamizol-Natrium 1 H2O oder 1 Zäpfchen der Wirkstärke 300 mg. Tagesmaximal-Dosis: bis zu 2 000 bis 2250 mg Metamizol-Natrium 1 H2O oder 5 Zäpfchen der Wirkstärke 300 mg.
3.2.f 13 - 14 Jahre (46 - 53 kg)
Einzel-Dosis: 375 - 875 mg Metamizol-Natrium 1 H2O oder 1 Zäpfchen der Wirkstärke 300 mg. Tagesmaximal-Dosis: bis zu 2 000 bis 2625 mg Metamizol-Natrium 1 H2O oder 6 Zäpfchen der Wirkstärke 300 mg.
3.2.g Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahre (>53 kg)
Einzel-Dosis: 500 - 1 000 mg Metamizol-Natrium 1 H2O oder 1 Zäpfchen der Wirkstärke 1 000 mg. Tagesmaximal-Dosis: bis zu 4 000 mg Metamizol-Natrium 1 H2O oder 4 Zäpfchen der Wirkstärke 1 000 mg Metamizol-Natrium 1 H2O.
3.3 Wenn Sie eine größere Menge "Berlosin Tabletten" angewendet haben, als Sie sollten
Bei Gabe zu großer Mengen kann sich dies äußern in z.B. Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Einschränkung der Nierenleistung bis hin zum akuten Nierenversagen (z.B. unter dem Bild einer interstitiellen Nephritis) und - seltener - Schwindel, Schläfrigkeit (Somnolenz), Bewusstlosigkeit, Krämpfen, Blutdruckabfall bis hin zum Schock und Herzrhythmusstörungen (Tachykardie). Verständigen Sie bitte bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort einen Arzt, damit dieser gegebenenfalls entsprechende Gegenmaßnahmen ergreifen kann.
Hinweis: Nach sehr hohen Dosen kann die Ausscheidung eines harmlosen Stoffwechselproduktes (Rubazonsäure) eine Rotfärbung des Urins verursachen.
3.4. Wenn Sie die Anwendung von "Berlosin Tabletten" vergessen haben
Wenden Sie Ihr Arzneimittel zum nächsten Anwendungzeitpunkt weiter so an, wie im Abschnitt 3.2 beschrieben oder wie es vom Arzt verordnet wurde. Keinesfalls dürfen Sie eine vergessene Dosis durch die Anwendung einer doppelten Dosis ausgleichen.
3.5 Auswirkungen, wenn die Behandlung mit "Berlosin Tabletten" abgebrochen wird
Sollten Sie die Behandlung abbrechen wollen, so besprechen Sie dieses bitte vorher mit Ihrem Arzt.
Beenden Sie nicht eigenmächtig die medikamentöse Behandlung, weil der Erfolg der Therapie dadurch gefährdet werden könnte.
4 Welche Nebenwirkungen sind möglich?
Wie alle Arzneimittel kann "Berlosin Tabletten" Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:
- sehr häufig: mehr als 1 von 10 Behandelten
- häufig: weniger als 1 von 10, aber mehr als 1 von 100 Behandelten
- gelegentlich: weniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1 000 Behandelten
- selten: weniger als 1 von 1 000, aber mehr als 1 von 10 000 Behandelten
- sehr selten: weniger als 1 von 10 000 Behandelten, einschließlich Einzelfälle
- Häufigkeit nicht bekannt: Häufigkeit kann aus den verfügbaren Daten nicht berechnet werden
4.1 Welche Nebenwirkungen können im Einzelnen auftreten?
Wenn Sie von einer der nachfolgend genannten Nebenwirkungen betroffen sind, wenden sie "Berlosin Tabletten" nicht weiter an und suchen Sie Ihren Arzt möglichst umgehend auf.
Die wichtigsten Nebenwirkungen sind Schock (plötzlicher Kreislaufkollaps) und Agranulozytose (starke Verminderung spezieller weißer Blutkörperchen). Diese Reaktionen treten selten oder sehr selten (siehe unten) auf, sind aber lebensbedrohlich. Sie können auch dann auftreten, wenn Metamizol zu einem früheren Zeitpunkt komplikationslos vertragen wurde.
4.1.a Selten
Überempfindlichkeitsreaktionen, Reaktionen mit Blutdruckabfall während oder nach der Anwendung, Leukopenie (Verminderung weißer Blutkörperchen). Fixes Arzneimittelexanthem oder andere Hautausschläge (vorübergehend). In Einzelfällen können Stevens-Johnson- (allergische Hauterkrankung) oder Lyell-Syndrom (lebensbedrohliche Erkrankung mit schweren Hautläsionen) auftreten. Daher müssen Sie "Berlosin Tabletten" bei Auftreten von Hautreaktionen sofort absetzen.
4.1.b Sehr selten
Schwere lebensbedrohliche Überempfindlichkeitsreaktionen. Solche Reaktionen können sich. unmittelbar nach der Anwendung, aber auch Stunden später entwickeln. Sie treten allerdings überwiegend während der ersten Stunde nach Gabe auf.
Agranulacytose oder Thrombocytopenie (Verminderung der Zahl der Blutplättchen im Blut); diese können auch dann auftreten, wenn Metamizol-Natrium zu einem früheren Zeitpunkt komplikationslos vertragen wurde.
Eingeschränkte Nierenfunktion mit verringerter oder keiner Harnbildung, Ausscheidung von Blutproteinen im Urin. Nierenentzündung. Nebenwirkungen an der Niere oder im harnbildenen System können sich insbersondere bei Patienten mit verringertem Blutvolumen oder bereits bestehender Nierenerkrankung und als Folge von Überdosierung entwickeln.
Zeichen leichterer Überempfindlichkeitsreaktionen: Reaktionen der Haut und Schleimhäute (wie Jucken, Brennen, Rötung, Blasenbildung, Schwellungen), Kurzatmigkeit, Magen-/Darmbeschwerden (wie Übelkeit, Verdauungsprobleme, Erbrechen).
Solche leichteren Reaktionen können in schwerere Formen übergehen: Nesselsucht am ganzen Körper, starke Schwellungen der Haut und Schleimhäute (Angioödem, auch im Kehlkopfbereich)) schwere Krämpfe der Bronchialmuskulatur.
Herzrhythmusstörungen, Blutdruckabfall (manchmal auch mit vorausgehendem Blutdruckanstieg), Kreislaufschock.
Bei Patienten, die mit Asthma auf eine Schmerzmittel-Behandlung reagieren (Analgetika-Asthma-Syndrom) entwickeln Unverträglichkeitsreaktionen typischerweise in Form von Asthmaanfällen.
Bei den ersten Anzeichen von Schock, wie z.B. kaltem Schweiß, Schwindelgefühl, Benommenheit, Blässe, Engegefühl in der Brust und Kurzatmigkeit müssen entsprechende Notfall-Maßnahmen eingeleitet werden.
Anzeichen und Symptome einer Agranulocytose: Das Risiko für eine Agranulocytose steigt, wenn Metamizol-Natrium länger als eine Woche angewendet wird. Typische Anzeichen einer Agranulocytose sind Entzündungen im Nasen-, mund- und Rachenraum und im Genital- oder Anal-Bereich, Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Heuschnupfen, Schüttelfrost, Lymphknotenschwellungen können gering vorhanden sein oder fehlen.
Bei Patienten, die Antibiotika (Arzneimittel gegen Infektionen) einnehmen, können diese Anzeichen allerdings minimal sein. Eine unerwartete Verschlechterung des Allgemeinzustandes kann dann ein Anzeichen für eine Agranulocytose sein. Für die Heilung ist das sofortige Absetzen entscheidend. Daher wird dringend empfohlen, "Berlosin Tabletten" sofort abzusetzen und nicht erst die Ergebnisse der labordiagnostischen Untersuchungen abzuwarten, wenn Anzeichen einer Aggranulozytose auftreten.
Schock: Andere Anzeichen für einen Schock sind auch ein geschwollenes Gesicht, Juckreiz, Engegefühl in der Brust, schneller Pulsschlag und eine Kältegefühl in Armen und Beinen (bedenklicher Blutdruckabfall). Diese Anzeichen können auch erst eine Stunde nach der Anwendung von "Berlosin Tabletten" auftreten.
Bei den ersten Anzeichen für einen Schock rufen Sie sofort einen Arzt zur Hilfe. Bis zur Ankunft des Arztes den Oberkörper flach legen und die Beine erhöht lagern. Um Schüttelfrost zu vermeiden den Patienten mit einer Decke warmhalten.
Agranulocytose: Sie sollten "Berlosin Tabletten" nicht mehr anwenden, wenn Sie folgende Symptome entwickeln: unerwartete Verschlechterung des Allgemeinzustandes, nicht abklingendes oder wieder auftretendes Fieber, schmerzhafte Veränderungen der Schleimhäute, besonders Mund-, Nasen- und Rachenraum. "Berlosin Tabletten" ist sofort abzusetzen und nicht erst die Ergebnisse der labordiagnostischen Untersuchungen (Blutsenkung und Blutbild) abzuwarten.
Fixes Arzneimittelexanthem und Lyell´s Syndrom: Ein fixes Arzneimittelexanthem ist ein violetter bis dunkelroter Hautausschlag, manchmal mit Bläschen. Lyell´s Syndrom ist eine lebensbedrohliche Erkrankung mit schweren Hautläsionen. "Berlosin Tabletten" sollte nicht mehr angewendet werden, wenn Hautveränderungen auftreten.
4.2 Gegenmaßnahmen
Falls eine der genannten Nebenwirkungen plötzlich auftritt oder sich stark entwickelt, informieren Sie bitte sofort einen Arzt, da bestimmte Arzneimittelwirkungen (z.B. schwere Überempfindlichkeitsreaktionen, Stevens-Johnson- oder Lyell-Syndrom, Agranulozytose) unter Umständen lebensbedrohlich werden können. In solchen Fällen darf Metamizol auf keinen Fall ohne ärztliche Aufsicht weiter angewendet werden. Das rechtzeitige Absetzen kann von entscheidender Bedeutung für die Erholung sein.
Metamizol darf auch nicht weiter angewendet werden, wenn es zu den folgenden Krankheitszeichen kommt, die Hinweis auf eine mögliche Agranulozytose sein können:
- unerwartete Verschlechterung des Allgemeinbefindens,
- wenn das Fieber nicht abklingt oder neu auftritt,
- wenn es zu schmerzhaften Schleimhautveränderungen kommt, die sich besonders in Mund, Nase und Rachen befinden.
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die weder hier noch in der Packungsbeilage aufgeführt sind.
5 Wie ist "Berlosin Tabletten" aufzubewahren?
Lagern Sie das Arzneimittel bei normaler Raumtemperatur, und bewahren Sie das Arzneimittel in der Originalverpackung vor Licht und Feuchtigkeit geschützt auf, so weit der Hersteller keine anderen Angaben macht.
Arzneimittel sollten generell für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden.
Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf der Packung angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden.
Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser und sollte nicht im Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft, die Umwelt zu schützen.
Quelle und Bearbeitungsstand

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