Es gibt sicherlich Hollywoodstars, die würden sich lieber einer Tüte über dem Kopf ziehen, als sich mit gelblichen Zähnen für die Gazetten ablichten zu lassen. Aber nicht nur die Kino-Größen und Musik-Stars legen immer größeren Wert auf eine blendend weiße Kauleiste. Auch immer mehr Otto-Normalverbraucher wollen lieber schneeweiße Beißer haben.
Aber wie bekommt man so wunderschön helle Zähne? Ist das teuer und ist es schädlich? Der Hamburger Zahnarzt Dr. Gerd Schwarz kennt sich auf dem Gebiet aus: "Im Laufe unseres Lebens dunkeln die Zähne nach. Das kommt durch Einlagerungen von Mineralstoffen und auch weil der Zahn dicker wird." Und zwar nicht nach außen hin, der Raum für den Nerv wird mit der Zeit immer enger. Auch dadurch sehen die Zähne dunkler aus.
Wenn nun also der Zahn der Zeit seinen gelben Tribut fordert, oder man von Natur aus eher mit einer dunklen Variante der Beißerchen bedacht wurde, dann gibt es verschieden Methoden des Aufhellens – des sogenannten Bleachings. Schwarz erklärt: "In der Apotheke bekommt man zugeschnittene Folien, die mit einer Peroxidverbindung beschichtet sind. Die Peroxide bewirken die Aufhellung. Aber gleichzeitig wirken sie auch ätzend am Zahnfleisch und an den Schleimhäuten."
Da der Laie die Folien nur relativ unexakt aufkleben kann, ist die Peroxid-Konzentration mit drei bis vier Prozent eher gering. Das dient zum Schutz vor Reizungen des Zahnfleisches. "Außerdem kann man mit dieser Methode nur die Frontzähne behandeln", gibt Schwarz zu bedenken. "Aber für kleinere Aufhellungen kann ich die Folien auf jeden Fall empfehlen."
Man klebt sie täglich ungefähr eine halbe Stunde auf die Zähne. Ab und an können die Zähne etwas temperaturempfindlich werden. Andere Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Eine Packung reicht für ungefähr zwei Wochen und kostet um die 40 Euro.
"Am sichersten und effektivsten ist die Variante mit der Schiene", so Schwarz. In diesem Fall fertigt der Zahnarzt einen Abdruck des Kiefers an und formt mit dessen Hilfe eine Schiene, die genau auf das Gebiss des Patienten passt. Der bekommt zusätzlich eine Spritze mit nach Hause, die eine zirca zehnprozentige Peroxidlösung enthält. Damit bestreicht er jeden Abend die Schiene – einen Tropfen pro Zahn.
"Weil die Schiene genau mit dem Zahnfleischsaum abschließt, kann es zu keinen Reizungen kommen. Somit ist eine höhere, und somit wesentlich effektivere Konzentration möglich", erklärt Schwarz. Der Patient trägt die Schiene über einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen jede Nacht.
Pro Kiefer fallen durchschnittlich 200 Euro an Kosten an. Nebenwirkungen sind hier nicht bekannt. Praktisch ist, dass man die Schiene aufheben und bei Bedarf wieder verwenden kann. Außerdem besteht die Möglichkeit, auf diesem Wege auch nur einzelne Zähne zu weißen.
Es gibt noch eine weitere Methode. Manche Kosmetiksalons bieten ein so genanntes Powerbleaching an. Sie versprechen ein strahlendes Ergebnis nach nur einer Sitzung. Einem Vorgehen, dem Schwarz skeptisch gegenüber steht. Für diese Variante klebt die Kosmetikerin das Zahnfleisch ab und streicht dann eine sehr stark konzentrierte Peroxidlösung auf die Zähne. Das Ganze wird mit sehr hellem Licht bestrahlt um die Chemikalien verstärkt zu aktivieren.
"Die verwendeten Substanzen müssen äußerst hoch konzentriert sein, um in der kurzen Zeit ein weißes Ergebnis zu erzielen", warnt der Fachmann. "Viele Menschen berichten nach einer derartigen Behandlung von äußerst empfindlichen Zähnen. Das sollte sich allerdings nach einiger Zeit wieder legen."
Schadet eine Aufhellung der Zahnsubstanz nun längerfristig? Insgesamt verletzt Bleaching die Schmelzstruktur nicht. "Es kann temporär zu leichten Veränderungen kommen, aber Studien haben gezeigt, dass das Bleichen den Zähnen nicht schadet", meint Schwarz.
Was gibt es noch zu bedenken? Füllungen und Kronen kann man durch Bleaching nicht aufhellen. In so einem Fall bleicht der Zahnarzt die Zähne wie beschrieben und ersetzt im Nachhinein die Füllungen passend zum neuen Weißton.
Einen Sonderfall gibt es noch: Wenn ein wurzelbehandelten Zahn abstirbt, dann wird er oft bräunlich. In diesem Fall kann man ihn von Innen heraus aufhellen. Zahnärzte legen eine peroxidhaltige Füllung in den Zahn und entfernen diese erst, wenn der Schmelz die gewünschte Farbe hat.
Sophie Kelm / www.apotheken-umschau.de;
28.01.2010, aktualisiert am 26.01.2012
Bildnachweis: Thinkstock/Goodshot
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