Badespaß: Entspannen in Moorbädern

Im dunklen, warmen Wasser von Naturmoorbädern zu schwimmen, umgeben von Wald und Bergen, ist ein besonderes Erlebnis – und tut Körper und Seele gut
von Ute Essig, 18.08.2017

Der Besuch eines Moorbads kann ein vergnügliches Familienerlebnis sein

/bartels-foto/Paula Bartels

Moore faszinieren. Die einzigartigen Landschaften entstanden vor Tausenden von Jahren. Sie sind Schauplatz von Mythen und Sagen, die auch uns modernen Menschen noch Gänsehaut über den Rücken jagen. Namen wie "Teufelsmoor" spiegeln diesen Gruselfaktor wider.

Wer heute durchs Moor wandert, kann viele Pflanzen- und Tierarten entdecken, die nur dort leben. Und nebenbei noch etwas für seine Gesundheit tun. In einigen Regionen Süddeutschlands und Österreichs laden Naturmoorbäder im Sommer zur spaßigen Schlammschlacht ein.

Wellness für Muskeln, Gelenke und Haut

Das dickbreiige Naturmoor, das sich in der Sonne schnell erwärmt, entkrampft verspannte Muskeln. Außerdem wird ihm eine wohltuende Wirkung bei Gelenkbeschwerden nachgesagt. Regina Rabenstein von der Tourist-Information Warmensteinach im Fichtelgebirge schätzt ein Bad in der dunklen Masse des Naturmoorbads Fleckl vor ihrer Haustür vor allem zur Hautpflege. "Nach dem Abduschen fühlt sich die Haut an wie frisch eingecremt, ganz weich."

Naturmoorbad-Neulinge mag es zunächst etwas Überwindung kosten, sich in den schlabbrigen Brei gleiten zu lassen. Doch wer sich ein Herz fasst, wird mit einem unvergleichlichen Badeerlebnis belohnt. Die meisten Naturmoorbäder liegen zudem an romantischen Plätzen im Wald oder mit freiem Blick aufs Gebirge. Es sind wunderbare Orte zum Entspannen. Einige Beispiele:

Den Stress im Schlamm lassen

Dass Moorbäder das innere Gleich­gewicht fördern, belegt auch eine aktuelle Untersuchung der Universität München. Dr. Marita Stier-Jarmer und ihr Team wiesen nach, dass ein Programm mit Stressmanagement-Seminar, Entspannungstraining, körperlichen Übungen und regelmäßigen Mooranwendungen in einem Kurort das Stressempfinden reduzieren und einem Burn-out vorbeugen kann. "Eine in unsere Untersuchung integrierte Pilotstudie zeigte, dass Moorbäder bei den meisten Teilnehmern eine beruhigende Wirkung haben", sagt die Expertin für Versorgungsforschung in der Kurortmedizin.

Für alle, die diese Wirkung am eigenen Leib und in der freien Natur erleben möchten, hat Regina Rabenstein noch einen Tipp: "Wir empfehlen, im Moorbad möglichst dunkle oder schon etwas ältere Badekleidung zu tragen. Denn das Naturmoor hinterlässt auf den Badesachen einen leichten Grauschleier."


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