„Du hast süßeres Blut als ich.“ Das Kompliment des Ehemannes tröstet die junge Frau nicht über die Vielzahl juckender Quaddeln am ganzen Körper hinweg, mit denen sie am Morgen aufgewacht ist. Ihren Mann dagegen haben die Quälgeister auch diese Nacht verschont. Liegt das wirklich am Geschmack des Blutes? „Nein“, sagen Wissenschaftler aus aller Welt. Wir haben für Sie die interessantesten Fakten zusammengetragen: Mückenforschung, neuester Stand.
Kein süßes Blut
Süßes Blut, so lautet eine Erkenntnis, gibt es nicht. Außerdem werden Mücken nicht vom Geschmack, sondern von Düften angelockt – und das über Kilometer hinweg. Der Insektenforscher Dr. Jerry Butler von der Uni Florida weiß: „Besonders in Acht nehmen müssen sich Menschen mit viel Cholesterin im Blut.“ Wie die Mücken das spüren, ist noch unerforscht. Weitere Lockmittel sind offenbar die Duftstoffe bestimmter Kosmetika, Zwischenprodukte bei der Zersetzung von Schweiß, Atemluft, der Östrogenspiegel von Frauen zwischen dem 13. und 18. Zyklustag, dunkle Farben, erhöhte Körpertemperatur...
Männer attraktiver, Frauen leichter zu stechen
Im Test fanden die Mücken Männer zwar attraktiver als Frauen, stachen dann aber doch lieber das schwache Geschlecht: Männerhaut war ihnen zu dick und zu haarig. Es gibt auch Beruhigendes zu melden. Anders als in den Tropen und im Mittelmeerraum übertragen Stechmücken bei uns keine Krankheiten. Schwere Allergien gegen die Bisse sind bislang ebenfalls nicht bekannt. Und: Ein Mückenweibchen – die Männchen stechen nicht – schlürft pro „Sitzung“ nur zwei bis acht millionstel Liter Blut. Zum Glück sind wir den sirrenden Attacken nicht hilflos ausgesetzt: Mücken hassen den Duft von Tomatenpflanzen, Knoblauch, Essig und Zitronensaft. In der Apotheke gibt es wirkungsvolle Öle, Cremes, Sprays und Pflaster. Bester Schutz aber ist immer noch ein Moskitonetz.
Apotheken Umschau/GesundheitPro
Apotheken Umschau/GesundheitPro;
05.08.2005, aktualisiert am 27.06.2010
Bildnachweis: Thinkstock/iStockphoto
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