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So schlafen Sie auch bei Hitze gut

Schluss mit dem Gewälze in den heißen Laken. Schlafforscher Alexander Blau sagt Ihnen, wie Sie bei hochsommerlicher Hitze friedlich durchschlummern


Gut schlafen: Im Sommer nicht immer leicht

Decke hin, Fenster auf. Decke weg, Lampe aus. Wecker-Check, Wasser trinken, Badbesuch. Wer kennt diese Nächte nicht? Sommernächte, in denen Hitze und stehende Luft jeglichen Schlafversuch im Keim ersticken.

In der hellen, warmen Zeit kommen wir zwar mit etwas weniger Nachtruhe aus, aber wer zu wenig schlummert, wacht morgens wie gerädert auf. Damit es gar nicht erst so weit kommt, gibt Dr. Alexander Blau, Arzt und Schlafforscher am Interdisziplinären Schlafmedizinischen Zentrum der Charite in Berlin, ein paar Tipps, wie wir auch bei heißen Temperaturen friedlich träumen können.


Hilft eine kalte Dusche vor dem zu Bett gehen?

Das kann ich nicht empfehlen. Das kalte Wasser führt dazu, dass sich die Gefäße zusammenziehen, so kann Wärme nicht so gut aus dem Körper transportiert werden. Besser funktioniert eine warme Dusche, am besten sind Wechselduschen, erst kühl dann warm.

Ist es ratsam viel zu trinken? Vielleicht sogar ein bisschen Alkohol?

Von alkoholischen Getränken sollten Menschen mit Schlafproblemen grundsätzlich die Finger lassen. Bier oder Wein versetzen uns lediglich in einen flachen Schlaf. Außerdem steigern sie den Harndrang. Auch das ist bei Schlafstörungen logischer Weise kontraproduktiv.

Allgemein muss man natürlich in der Hitze viel Wasser trinken. Allerdings nicht unbedingt direkt vor dem zu Bett gehen. Ansonsten steigt auch bei diesen Getränken die Wahrscheinlichkeit des nächtlichen Toiletten-Ausflugs.


Was ist besser: Fenster auf oder Ventilator an?

Ein offenes Fenster ist immer sinnvoll. Eine kühle Brise und frische Luft können dem Schlafenden nur nutzen. Der Ventilator ist auch in Ordnung, solange er keinen Zug verursacht. Außerdem kann das Gerät den Schläfer auch durch Geräusche stören.

Helfen Sport oder Sex vor dem Schlafengehen?

Sport direkt vor der Nachruhe ist leider alles andere als schlaffördernd. Zwischen dem Training und der Bettzeit sollten schon ein oder zwei Stunden liegen. Die Frage mit dem Sex darf jeder für sich selber beantworten, das ist wohl Geschmackssache.

Was halten Sie davon, den Pyjama in den Kühlschrank zu legen?

Gar nichts. Im ersten Moment mag der Effekt angenehm sein, dann kann das Kleidungsstück aber schnell feucht, zu kalt oder unangenehm werden. Außerdem stört der klamme Stoff womöglich den Wärmetransport aus dem Körper. Besser ist es, gar nichts zu tragen oder alternativ auch dünne Baumwollsachen.

Bringt es etwas, feuchte Tücher vor das Fenster zu hängen?

Ein gewünschter Kühl-Effekt durch die Verdunstung bleibt leider aus, dafür stören die Tücher aber die Ventilation. Ich halte von diesem Trick nichts.

Ein letzter persönlicher Schlaftipp?

Atmungsaktive Schlafsachen, eine dünne Decke und eine Matratze, die die Wärme ableitet. Und wer es sich leisten kann, dem wird natürlich eine Klimaanlage wunderbar erfrischende Dienste erweisen.

Unser Experte:


Dr. Alexander Blau ist Arzt und Schlafforscher am Interdisziplinären Schlafmedizinischen Zentrum der Charite in Berlin.



Sophie Kelm / www.apotheken-umschau.de; 21.07.2010, aktualisiert am 23.08.2011
Bildnachweis: W&B/Privat, Thinkstock/iStockphoto

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