„Ah, que bella luna“, schwärmte schon Sängerin Cher im Spielfilm „Mondsüchtig“. Einmal im Monat ist es soweit, da herrscht Vollmond. Und die leuchtende Kugel am Nachthimmel gibt wieder Anlass zu allerlei kuriosen Theorien.
Fest steht allerdings, dass der Mond Ebbe und Flut in den Weltmeeren verursacht. Manche Meerestiere richten zudem ihr Fortpflanzungsverhalten nach der Mondphase aus. Ob Hunde ihre Herrchen bei vollem Mond eher beißen als sonst, driftet schon wieder ins Spekulative ab. Britische Forscher kamen in einer Studie aber zu diesem Ergebnis.
Schlafexperte Professor Jürgen Zulley
Da müsste der Mond doch auch uns Menschen beeinflussen, oder? Professor Jürgen Zulley, Schlafmediziner an der Universität Regensburg, sieht das eher nüchtern.
Viele Menschen glauben, dass sie schlechter schlafen, wenn Vollmond ist. Stimmt das?
Der Vollmond an sich trägt keine Schuld, wenn wir eine unruhige Nacht verbringen. Oft suchen wir aber nach einem Grund, warum wir schlecht geschlafen haben. Und da kommt uns der Mond als Erklärung gerade recht.
Zudem sollen Schlafwandler zu dieser Zeit besonders "aktiv" sein. Ist da etwas dran?
Man vermutet, dass Schlafwandler auf eine Lichtquelle zugehen. Dafür gibt es aber noch keine wissenschaftlichen Beweise. Zudem würden diese Menschen wohl eher auf eine Straßenlaterne oder Leuchtreklame zusteuern. Der Mond leuchtet viel zu schwach.
Kommen wenigstens mehr Kinder bei Vollmond zur Welt?
Auch da muss ich Sie enttäuschen. Zahlreiche Studien beweisen, dass der Mond keinerlei Einfluss auf die Geburtenrate hat.
Beeinflusst der Mond denn überhaupt unseren Körper?
Nein. Da besteht kein Zusammenhang. Höchstens unsere Psyche, wenn wir zum Beispiel eine helle, klare Vollmondnacht als schön empfinden.
Noch eine Frage. Wodurch kommt es meistens zu Schlafstörungen?
Stress und ein falsches Verhalten sind die Hauptursachen von Ein- und Durchschlafstörungen. Sind wir angespannt und können abends nicht abschalten, schlafen wir nicht gut. Essen oder trinken wir spät am Abend zuviel oder sitzen zu lange vor dem Fernseher, wirkt sich das ebenso negativ auf die Nachtruhe aus.
Tja, dann erfreuen wir uns einfach daran, wenn keine Wolken den „bella luna“ verdecken!
Dr. Martina Melzer / www.apotheken-umschau.de;
06.08.2009, aktualisiert am 12.09.2011
Bildnachweis: W&B/Achim Graf, iStock/Denis Tangney Jr.
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