Glücklich kann sich schätzen, wer sich müde ins Bett legt, schnell einschlummert und die Nacht hindurch tief und erholsam schläft. Davon können viele Menschen nur träumen: Etwa zehn bis 30 Prozent der Deutschen leiden unter Schlafproblemen. Sie wälzen sich jede Nacht von einer Seite auf die andere oder können nicht durchschlafen. Von Müdigkeit geplagt, schleppen sie sich dann durch den kommenden Tag. Dabei sind Frauen doppelt so häufig von Schlafstörungen betroffen wie Männer. Das Schlaf-Apnoe-Syndrom ist hingegen eher Männersache. Rund zehn Prozent der Männer leiden daran, dass während des Schlafes die Atmung immer wieder aussetzt oder zumindest deutlich schwächer wird. Bei Frauen tritt das Schlaf-Apnoe-Syndrom nur selten auf.
Unterschiedliches Schlafbedürfnis
Es scheiden sich die Geister, wie viel Schlaf ein Mensch benötigt oder was zu viel Schlaf ist. Säuglinge brauchen jedoch eine Schlafdauer von 20 Stunden über den Tag verteilt, Kinder zwischen zehn und zwölf Stunden. Normalerweise benötigt ein Erwachsener sechs bis acht Stunden Schlaf. Mit zunehmendem Alter kann das Schlafbedürfnis auf fünf bis sechs Stunden sinken.
Ein Teilbereich der Medizin, die sogenannte Somnologie, auch Schlafforschung oder Schlafmedizin genannt, beschäftigt sich mit dem Themenbereich Schlaf. Während der Nacht durchläuft der Schlafende normalerweise drei bis fünf Zyklen der verschiedenen Schlafphasen. Zunächst kommen die Tiefschlafphasen, die im Laufe der Nacht immer kürzer werden. Im Gegenzug dazu werden die so genannten REM-Schlafphasen von Zyklus zu Zyklus immer länger. Die Bezeichnung REM steht für die raschen Augenbewegungen, auf englisch rapid eye movement. Während der REM-Schlafphasen sinkt die Muskelspannung, aber Blutdruck und Herzfrequenz steigen. In dieser Phase wird oft sehr lebhaft geträumt.
Einschlaf- und Durchschlafstörungen
"Ein gutes Gewissen ist das beste Ruhekissen", lautet ein Sprichwort. Doch ganz so einfach ist es nicht immer. Zahlreiche Faktoren können Schlafstörungen hervorrufen, wie etwa Stress, seelische Probleme, schlechte Schlafbedingungen, Schmerzen und Medikamenteneinnahme, aber auch psychische Krankheiten. Weitere Ursachen können zu langes Arbeiten und geistige Anstrengungen kurz vor dem Schlafen gehen sein. So sind ausgedehnte Fernsehabende der Nachtruhe ebenso wenig zuträglich wie zu viel Alkohol. Auch ein unregelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus bringt die innere Uhr durcheinander, was vor allem Schichtarbeitern zu schaffen macht.
Manche der Ursachen lassen sich relativ einfach beheben, etwa wenn Matratze und Bettzeug ungeeignet sind, das Schlafzimmer zu laut, zu hell, zu warm oder zu kalt ist. Hier lohnt es, etwas zu verändern, bis gut geschlafen werden kann. Ganz nach dem Motto: "So wie man sich bettet, so ruht man". Falls die Schlafstörungen durch Schmerzen verursacht werden, durch Krankheiten oder chronische Erkrankungen, sollte ein Arzt konsultiert werden. Keine gute Idee ist der Griff zu Schlafmitteln. Denn der unkontrollierte Gebrauch kann zu Abhängigkeit führen, die ihrerseits wieder Schlafstörungen hervorruft. Es besteht zudem die Gefahr, in den Teufelskreis einer Sucht nach Aufputschmitteln am Morgen und Schlafmitteln am Abend zu geraten.
Vorbeugung und Behandlung
Bei Schlafstörungen sehen Vorbeugung und Behandlung gleich aus, wenn sie durch Stressabbau, bessere Schlafgewohnheiten und -bedingungen, entsprechende Ernährungsgewohnheiten und die richtige Einnahme von Medikamenten erreicht werden können. Falls diverse Versuche keine Verbesserung bringen, sollte ein Arzt gefragt werden.
Wir wünschen Ihnen auf jeden Fall eine wohltuende Nachtruhe!
Sibylla Machens / www.apotheken-umschau.de;
09.09.2009, aktualisiert am 04.10.2011
Bildnachweis: PhotoDisc/ RYF
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