"Gesundheit"! Egal ob die Nase trieft oder verstopft ist, unangenehm ist ein Schnupfen in jedem Fall
Warum sind die Nebenhöhlen so anfällig?
Die Schleimhaut von Nase und Nasennebenhöhlen bildet ständig ein feines Sekret. Das wird über sogenannte Flimmerhärchen in Richtung Nasenhöhle transportiert. Von da aus gelangt der Schleim in den Rachen und wird heruntergeschluckt. So befreit die Nase ihre Oberfläche von Staub, Schmutz und Krankheitserregern.
Dringen Viren oder Bakterien in die Schleimhaut ein, kann sie sich entzünden. Die Folge: Die Schleimhaut schwillt an und produziert viel Sekret. Ist es zähflüssig, kann die Nase dadurch regelrecht „verstopft“ sein. Schnell blockiert der Schleim auch die kleinen Verbindungskanälchen zwischen Nase und Nebenhöhlen. Das Sekret hängt dann in den Höhlen fest, Krankheitserreger haben leichtes Spiel.
Die Nasennebenhöhlen setzen sich aus Stirn-, Kiefer- und Keilbeinhöhle sowie dem Siebbein-Labyrinth zusammen
Wie äußert sich eine Nebenhöhlenentzündung?
Schnupfennasen haben das Gefühl, sie bekommen keine Luft mehr durch die Nase. Sie riechen schlechter und haben häufig Kopfweh. Besonders schmerzen der Stirnbereich oder die Wangenknochen unterhalb der Augen. Beim Bücken entwickelt sich ein unangenehmes Druckgefühl im Kopfbereich. Manchmal kommt auch Fieber hinzu.
Welche Hausmittel oder Medikamente empfehlen sich?
„Abschwellende Nasensprays und pflanzliche Schleimlöser können gut helfen“, sagt Dr. Michael Deeg, Hals-Nasen-Ohren-Arzt aus Freiburg. Wirkstoffe wie Xylometazolin oder Oxymetazolin lassen die Schleimhaut abschwellen, dadurch bekommen die Schnupfengeplagten wieder besser Luft. Doch Vorsicht: Die Sprays dürfen nur kurzzeitig, maximal eine Woche, angewendet werden.
Ätherische Öle, vor allem die Inhaltsstoffe Cineol und Myrtol, regen den Abtransport des Sekrets an. Die Mittel unterstützen damit die reinigende Funktion der Nasenschleimhaut. Personen, die einen empfindlichen Magen haben, sollten die ätherischen Substanzen lieber nicht als Tablette einnehmen, sondern eher inhalieren – sofern aus ärztlicher Sicht nichts dagegen spricht. Für kleine Kinder sind ätherische Öle problematisch. Sie könnten bei ihnen zu Atemnot führen. Bei der Auswahl geeigneter Präparate hilft der Apotheker.
Inhalieren befreit – ob mit Kamille, ätherischen Ölen oder Salzwasser – die verstopfte Nase und verflüssigt das festsitzende Sekret. Reichlich trinken empfiehlt sich ebenfalls um den Schleim dünnflüssiger zu machen, es sei denn, es liegen Herz- oder Nierenerkrankungen vor. Manche schwören auch auf Rotlichtlampen.
Wann zum Arzt?
Bessern sich die Beschwerden nach einer Woche nicht, wird der Arztbesuch unumgänglich. „Auch wenn Schmerzen im Kiefer- oder Stirnbereich auftreten, sich Fieber ankündigt oder das Sekret gelblich-eitrig aussieht, muss man zum Arzt“, warnt Deeg. „Nasenbären“ kommen dann manchmal nicht mehr um ein Antibiotikum herum. „Oft kommt es nämlich, auch wenn Viren die Nasennebenhöhlenentzündung ausgelöst haben, zu einer Sekundärinfektion mit Bakterien“, weiß der Freiburger Arzt.
Dr. Martina Melzer / www.apotheken-umschau.de;
02.02.2010, aktualisiert am 15.12.2011
Bildnachweis: W&B/ Jörg Kühn, iStock/Uberphotos
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