So behandelt man ein Lymphödem

Sammelt sich ständig Flüssigkeit in den Beinen, kann ein Lymphödem die Ursache sein. Dabei ist der Abfluss über die Lymphbahnen behindert. Unser Video zeigt, was dagegen hilft

von Corinna Hilss (Redaktion) / Holger Banning (Kamera) / Thomas Erichsen (Schnitt), aktualisiert am 14.01.2016
W&B

Viele Menschen leiden von Zeit zu Zeit unter geschwollenen, schweren Beinen. Das können Anzeichen eines Venenleidens sein. Auch ein Lymphödem kommt als Ursache infrage – wie im Fall von Barbara Zöllner. Bei ihr ist der Lymphabfluss im rechten Bein behindert. Dadurch sammelt sich Flüssigkeit zwischen den Zellen. Bei einem chronischen Lymphödem entsteht eine anhaltende Schwellung, die auch durch Hochlagern nicht abklingt. Das Gewebe verhärtet sich.


Lymphsystem ist wichtiger Teil des Immunsystems

Bei der Anamnese bespricht die Münchnerin ihre 15-jährige Krankheitsgeschichte mit der Fachärztin Dr. Andrea Liebhold. "Das Lymphgefäßsystem ist ein sehr wichtiger Bestandteil unseres Immunsystems. Kommt es durch Ansammlung von vermehrter Lymphflüssigkeit zu einer Schwellung, kann lokal die Immunabwehr reduziert sein. Das kann zu Folgekomplikationen wie lokalen Entzündungen oder zu schwerwiegenden Komplikationen wie der Wundrose oder zum offenen Bein führen", erklärt die Expertin für Erkrankungen der Lymphgefäße.

Therapie bei Lymphödemen

Die Lymphbahnen durchziehen den Körper entlang der Blutgefäße und transportieren die Lymphflüssigkeit Richtung Herz. Ursachen eines Lymphödems können zum Beispiel verletzte oder bei einer Operation entnommene Lymphknoten sein. Um Folgeerkrankungen zu vermeiden, ist eine konsequente Therapie sehr wichtig: "Der Beginn der Behandlung ist neben der klinischen Untersuchung und Ausschluss anderer Begleiterkrankungen die komplexe physikalische Entstauungstherapie", sagt Dr. Liebhold. Zweimal die Woche muss Barbara Zöllner daher zur Lymphdrainage. Im Anschluss folgt die Erhaltungstherapie. Hierfür trägt die Patientin einen maßgefertigten orthopädischen Kompressionsstrumpf. Außerdem können eine gesunde, möglichst salzarme Ernährung und regelmäßige Bewegung dazu beitragen, das Fortschreiten der Krankheit zu verzögern oder zu vermeiden.



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