Atembeschwerden

Störungen der Atmung zeigen sich oft in einer Veränderung der Atemfrequenz, die entweder mit oder ohne das Gefühl einer Atemnot, also dem subjektiven Empfinden, mehr atmen zu müssen, einhergehen können. Störungen der Atmung sind oft Zeichen von unter Umständen lebensbedrohlichen Erkrankungen

von Dr. Dagmar Schneck, aktualisiert am 13.04.2017

Normalerweise wird die Atemtätigkeit durch das Atemzentrum im Stammhirn gesteuert und ist vorwiegend vom Kohlendioxidgehalt und vom Sauerstoffgehalt des Blutes abhängig. Säuglinge und Kleinkinder haben mit 20 bis über 30 Atemzügen pro Minute deutlich höhere Atemfrequenzen als Erwachsene mit zirka 10 bis 15. Im Schlaf und bei Entspannung nimmt die Atemfrequenz ab.

Der folgende Überblick bietet nur eine Auswahl wichtiger Ursachen von Atembeschwerden. Er ist nicht vollständig und darf nicht als Anleitung zur Selbstdiagnose verstanden werden. Die Diagnose kann nur der Arzt nach gründlicher Untersuchung stellen.

Welche Ursachen gibt es für Störungen der Atmung? Beispiele:

Im Wesentlichen Unterscheidet man Ursachen innerhalb und außerhalb des Brustkorbes (intrathorakal und extrathorakal).

Intrathorakale Ursachen

Häufige Ursachen für Störungen der Atmung sind Erkrankungen von Herz und Lunge. Akute und chronische Herzerkrankungen (zum Beispiel ein akuter Herzinfarkt, Aortendissektion, chronische Herzschwäche) können einen Rückstau von Flüssigkeit in der Lunge (Lungenödem) und zwischen Lunge und Rippenfell (Pleuraerguss) verursachen. Mögliche Folge ist ein Sauerstoffmangel (Hypoxie). Auch Erkrankungen der Bronchien (Asthma, akute und chronische Bronchitis) und des Lungengewebes (wie Lungenentzündung, Lungenschädigung im Rahmen einer Blutvergiftung oder im Schock), sowie ein teilweiser oder kompletter Lungenkollaps (Pneumothorax durch Luft im Pleuraraum) können die Atmung stark einschränken und zu schwerer Atemnot führen. Eine andere Ursache sind Gefäßverschlüsse in der Lunge (Lungenembolie). Auch Hindernisse an den oberen Atemwegen wie Schleimhautschwellungen im Kehlkopfbereich oder eingeatmete Fremdkörper können die Atmung unter Umständen erheblich behindern. Auch Erkrankungen der Speiseröhre oder ein Zwerchfellbruch sowie Rippenbrüche und Interkostalneuralgien kommen als Ursache von Atembeschwerden in Frage.


Häufige begleitende Beschwerden bei Herz- und Lungenerkrankungen sind Schmerzen oder Beklemmungsgefühl in der Brust, Schwindel, Herzrhythmusstörungen und Angst. Lungenerkrankungen sind häufig durch Husten und Auswurf gekennzeichnet. Fieber und Atemnot können ein Hinweis auf eine Entzündung sein.

Extrathorakale Ursachen

Auch Störungen des Sauerstofftransportes, zum Beispiel bei einer Blutarmut (Anämie) können das Sauerstoffangebot vermindern und dadurch eine Atemnot auslösen. Vergleichsweise häufig tritt auch eine psychogen bedingte Überatmung auf (Hyperventilation), die zu einem Absinken des Kohlendioxides im Blut mit Alkalose (pH-Anstieg) führt. Typisches Symptom ist eine muskuläre Übererregbarkeit (zum Beispiel Pfötchenstellung der Hände, Kribbeln und Unruhe).

Bei Erkrankungen, die zu einer Übersäuerung des Gesamtorganismus führen (Azidose) kommt es  letztlich zu einer Anhäufung von Kohlendioxid, das vermehrt abgeatmet werden muss. Das kommt zum Beispiel bei einer schweren Überzuckerung bei Typ I-Diabetes vor (diabetische Ketoazidose) oder im Rahmen eines Nierenversagens (Urämie). Typisch ist hier eine vertiefte intensive Atmung ohne Pause (Kußmaul-Atmung). Auch Störungen am Gehirn führen zu einem veränderten Atemmuster. Ursache kann beispielsweise eine Entzündung des Gehirns sein (Enzephalitis), ein Schlaganfall, eine Vergiftung mit Medikamenten sowie ein erhöhter Hirndruck durch Blutungen oder Tumoren. Typisch ist hier eine zu- und wieder abnehmende Atemtiefe mit Atempausen (Cheyne-Stokes-Atmung).

Eine Schnappatmung, also einzelne schnappende Atemzüge zwischen langen Pausen, ist oft ein Warnsignal, dass ein Atemstillstand bevorsteht.

Störungen der Atmung können oft Anzeichen von schweren und unter Umständen sogar lebensbedrohlichen Erkrankungen sein.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



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