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Leberzyste: Bedeutung?

Mein Arzt hat bei mir eine Leberzyste festgestellt. Was bedeutet das? Ich habe keine Beschwerden. Aus der "Experten-Sprechstunde Verdauungskrankheiten"


Oberbauchorgane wie Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüsen lassen sich in der Regel sehr gut mit Ultraschall kontrollieren

In den allermeisten Fällen ist dieser Zufallsbefund völlig bedeutungslos. Eine zweite Ultraschallkontrolle sollte nach sechs oder 12 Monaten ausschließen, ob die Zyste eine Größenzunahme aufweist. Wenn sie sich nicht verändert und die Leberwerte unauffällig sind, kann auf eine weitere Beobachtung verzichtet werden. Diese einzelnen, kleinen Leberzysten sind harmlos und kommen häufig vor.

Es gibt eine sehr seltene erbliche (genetische) Erkrankung, bei der die ganze Leber von kleinen und großen Zysten durchsetzt ist. Hier ist eine permanente Beobachtung notwendig. Selten kann die Leber durch die Zysten so groß werden, dass Schmerzen und Probleme der Verdrängung benachbarter Organe auftreten können. Dann kann auch eine Lebertransplantation nötig werden.

Abschließend muss auch die in Deutschland sehr seltene, aber unangenehme Echinokokkus-Zyste genannt werden, die vom Fuchsbandwurm gebildet wird. Diese zeigt sich bereits im Ultraschallbild anhand bestimmter Veränderungen als “verdächtig”; die Infektion kann durch eine spezielle Laboruntersuchung bestätigt werden.

 

Priv.-Doz. Dr. med. Thomas Berg und Dr. med. Michael Biermer
Charité, Universitätsmedizin Berlin
Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Hepatologie und Gastroenterologie

 

Unsere Experten beantworten in der „Sprechstunde Verdauungskrankheiten“ weitere interessante Fragen zu Lebererkrankungen.


Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



surfmed/www.apotheken-umschau.de; 07.11.2007, aktualisiert am 25.04.2012
Bildnachweis: W&B/Andreas Hirsch

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