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Hilfe gegen Schwimmbad-Krankheiten

Ohren zu oder gerötete Augen: So mancher verlässt mit Wehwehchen das Becken. Andere Badefans stecken sich mit Keimen an. Wie Sie vorbeugen, was gegen die Beschwerden hilft


Erfrischend: An heißen Tagen ins kühle Wasser

Kühlen Sie sich an heißen Sommertagen bevorzugt im Schwimmbad ab, dann haben Sie vermutlich schon unliebsame Bade-Folgen kennengelernt. Wir stellen Ihnen hier die häufigsten Beschwerden vor und wie Sie sie verhindern oder behandeln können:

Rote Augen: eine Schwimmbad-Konjunktivitis?

Das Problem: Sie planschen, tauchen, kraulen. Genießen das erfrischende Wasser. Hinterher jedoch brennen die Augen. Sie sind gerötet und tränen eventuell. „Chlor reizt die Augen, ebenso wie andere Desinfektionsmittel im Schwimmbad“, erklärt Dr. Georg Eckert, Augenarzt aus Senden. Chlor erfüllt im Planschbecken allerdings eine wichtige Aufgabe: Es tötet Krankheitserreger ab, die im Badewasser herumschwimmen und zersetzt Schmutzpartikel und Urinbestandteile. Der typische Geruch stammt von den dabei entstehenden Chlorverbindungen. Nichts desto trotz können sich krankmachende Keime im Wasser aufhalten. Zum Beispiel Chlamydien, die eine Bindehautentzündung hervorrufen können – die sogenannte Schwimmbad-Konjunktivitis.



Entspannend: Sich im Schwimmring durch den Pool treiben lassen

Vorbeugen: „Setzen Sie eine Schwimmbrille auf, die dicht anliegt“, rät Eckert. So gelangt das Chlor nicht so leicht an die Augen. Auch Schmutz und Keime bleiben den Augen dadurch weitestgehend fern.

Hilfe danach: Meist erholen sich die Augen schnell von selbst. Unterstützend können Sie Augentropfen anwenden, die das Auge befeuchten und somit das Brennen lindern. Halten die Beschwerden an, verschlimmern sich oder verkleben die Lider, dann sollten Sie unbedingt einen Augenarzt aufsuchen.

Ohren zu: Schmalzpfropf im Ohr

Das Problem: Sie klettern die Leiter am Beckenrand empor und hören: nichts. Meist ist lediglich Wasser schuld, dass im Gehörgang verblieben ist. „Häufig hat sich aber auch ein Ohrenschmalzpfropf mit Wasser vollgesogen. Er quillt auf und verschließt den Gehörgang“, weiß Dr. Jan Löhler, Hals-Nasen-Ohren-Arzt aus Bad Bramstedt. Schmerzt das Ohr zudem und juckt es eventuell, kann dies auf eine Gehörgangsentzündung hinweisen. Keime rufen diese Bade-Otitis hervor.

Vorbeugen: Bilden Ihre Ohren reichlich Schmalz (Cerumen), sollten Sie die Gehörgänge regelmäßig vom Facharzt reinigen lassen. „Versuchen Sie nicht, das Cerumen eigenmächtig zu beseitigen“, warnt Löhler. Wattestäbchen, Taschentücher, Häkelnadeln oder Bleistiftspitzen drücken den Pfropf nur tiefer in den Gehörgang. Harte und spitze Gegenstände können zudem unter Umständen das Trommelfell verletzen. Nach dem Baden gilt: Die Ohrmuscheln äußerlich vorsichtig mit einem sauberen Handtuch abtrocknen. Gehen Ihnen die Ohren öfter zu, verzichten Sie besser aufs Tauchen. Ob es Sinn macht, die Ohren vor dem Schwimmen mit Watte oder einer fettigen Salbe abzudichten, zum Beispiel bei engen Gehörgängen oder wenn sich viele Härchen am Ohreingang befinden, sollten Sie mit einem HNO-Arzt abklären.

Hilfe danach: Bereitet lediglich Wasser Hörprobleme, hüpfen Sie ein paar Mal oder schütteln Sie leicht den Kopf. Dann fließt das Wasser ab. Verschließt Ohrenschmalz den Gehörgang, sollten Sie das Cerumen vom HNO-Arzt entfernen lassen. Verspüren Sie die Symptome einer Gehörgangsentzündung, gehen Sie am besten schleunigst zum Arzt.

Keime: Warzen-, Fußpilz- und Scheidenpilzerreger

Das Problem: Sie gehen barfuß den Beckenrand entlang, benutzen mit anderen gemeinsam die Duschen und setzen sich – ohne Badelatschen – an die Poolbar. Dabei können Sie sich Viren, Pilze und Bakterien einfangen. „Die Erreger befinden sich besonders in Dusch- und Umkleideräumen“, sagt Dr. Angela Unholzer, Dermatologin an der Hautklinik des Klinikums Augsburg. Gelangen die Mikroorganismen auf die Haut, verbleiben sie dort oft eine Weile unbemerkt. Kommen begünstigende Faktoren hinzu, können sich die Erreger vermehren und Beschwerden bereiten. Fußpilz taucht oft zwischen den Fußzehen auf. Juckt es dort, ist die Haut gerötet oder bilden sich schuppige Stellen, kann dies auf einen Pilz hinweisen. Warzenerreger rufen beispielsweise die typischen schrumpeligen Hautknötchen hervor, oder Dellen mit einer Vertiefung in der Mitte. Sie können sich an der Fußsohle bilden, aber auch an anderen Körperstellen. Hefepilze, welche die Scheidenschleimhaut entzünden, holen Sie sich meist nicht im Schwimmbad. Denn Candida-Arten gehören zur normalen Scheidenflora. Allerdings weichen Wasser und Chlor die Haut auf und beeinträchtigen eventuell ihren Säureschutzmantel. Gehen Sie häufig ins Bad kann dies daher eventuell eine Pilzinfektion begünstigen.

Vorbeugen: Konsequent Flip-Flops anziehen! Tragen Sie Badelatschen, kommen Sie mit den Erregern nicht so leicht in Kontakt. Trocknen Sie sich nach dem Schwimmen gut mit einem Handtuch ab – auch in den Zehenzwischenräumen und im Intimbereich. Wechseln Sie die nassen Badeklamotten. Wenn Sie das Schwimmbad verlassen, waschen Sie sich am besten mit Duschgel und duschen Sie sich ab – auch die Bereiche zwischen den Fußzehen. „Ziehen Sie anschließend sofort Strümpfe und Schuhe an, um nicht erneut mit dem Boden in Kontakt zu kommen“, rät Unholzer. Von speziellen Fußduschen, die in öffentlichen Badeanstalten herumstehen, hält die Expertin nichts. „Sie enthalten Desinfektionsmittel, welche Pilze und andere Erreger nicht zuverlässig abtöten“, so die Hautärztin. Stattdessen würden die Fußduschen die Hautbarriere schädigen und eine Infektion begünstigen.

Hilfe danach: Verspüren Sie zum ersten Mal die Symptome einer Pilzinfektion – ob am Fuß oder anderswo – sollten Sie zum Arzt gehen. Der kann feststellen, ob wirklich ein Pilz oder ein anderer Keim hinter den Beschwerden steckt. Handelt es sich um Fußpilz, helfen pilztabtötende Mittel, beispielsweise als Creme. Halten Sie sich an die Anwendungshinweise Ihres Arztes und Apothekers, denn es ist wichtig, dass Sie die Mittel ausreichend lange auftragen! Gegen Scheidenpilze gibt es ebenfalls spezielle Cremes und Vaginalzäpfchen. Auch beim Verdacht auf Warzen ist es wichtig, dass der Arzt sich die betreffende Hautstelle ansieht. Denn nicht immer liegt wirklich eine Warze vor. Falls es sich doch um eine handelt, kommen je nach Warzenart, Anzahl und Ort des Auftretens verschiedene Therapieansätze wie zum Beispiel spezielle Lösungen zum Auftragen, Vereisen oder eine chirurgische Entfernung infrage.

Nasser Bikini – am nächsten Tag eine Blasenentzündung?

Das Problem: Sie schwimmen Ihre Bahnen, genießen die Erfrischung. Danach lassen Sie die Beine im Wasser baumeln und sitzen – im nassen Badeanzug – auf dem kühlen Beckenrand. Oder Sie behalten den feuchten Bikini an, obwohl es Sie leicht fröstelt. Dadurch kann es im Intimbereich zu einer Unterkühlung kommen, was wiederum die lokale Immunabwehr schwächen kann. Bakterien haben es dann leichter. Am nächsten Morgen brennt es vielleicht beim Wasserlassen, der Unterleib schmerzt, ständig müssen Sie auf Toilette  – eine Blasenentzündung entsteht.

Vorbeugen: Nasse Klamotten ausziehen! Wechseln Sie das Badezeug und trocknen Sie sich gut ab. Meiden Sie kalte Steinplatten oder Ähnliches. Legen Sie alternativ ein trockenes Handtuch unter den Po.

Hilfe danach: Nicht immer müssen Sie bei den ersten Anzeichen einer Blasenentzündung gleich zum Arzt. Männer, Kinder, Schwangere und Diabetiker sollten sich jedoch unbedingt bei entsprechenden Symptomen dort untersuchen lassen. Gleiches gilt, wenn die Beschwerden nicht nach kurzer Zeit wieder verschwinden (maximal drei Tage), Fieber auftritt oder sich die Symptome verschlimmern. Wenn keine gesundheitlichen Gründe dagegen sprechen, trinken Sie viel, damit Sie die Bakterien aus der Blase ausschwemmen. Blasentees aus der Apotheke, die zum Beispiel Goldrute oder Birkenblätter enthalten, sind zum Beispiel geeignet. Auch Tabletten mit Bärentraube können unterstützend eingesetzt werden.



Dr. Martina Melzer / www.apotheken-umschau.de; 07.07.2011, aktualisiert am 28.09.2011
Bildnachweis: Thinkstock/BananaStock, Thinkstock/Polka Dot Images

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