Als ich vor drei Jahren – auf der Suche nach Jogging-Schuhen – ein Geschäft betrat, war ich schon gespannt auf das, was mich erwartet. Es handelte sich um einen dieser Läden mit Laufband und Videoanalysegerät. Ob das wirklich nötig ist? Bis dahin hatte ich Sportausrüstung immer von der Stange gekauft. Funktionierte ganz gut, trotz meiner angeblichen Senkfüße.
Schuhe und Strümpfe ausgezogen, und los ging die Filmerei. Dann hörte ich den Satz des Verkäufers, den ich heute noch in den Ohren habe: „Das sieht man ganz selten!“ Was meint er bloß damit, fragte ich mich? Hoffnungsloser Fall? Lassen Sie das besser mit dem Laufen? Nein, es war in der Tat positiv gemeint. Ich würde sehr gerade mit den Füßen aufkommen, trotz der Senkfüße, bekam ich zu hören. Vorbildlich also. Na ja, Verkäufer müssen so etwas sagen, könnte man meinen. In dem Fall sieht die Sache etwas anders aus. Denn für den Fall, dass Füße beim Auftreten nicht besonders günstig stehen, gibt es speziell dafür gebaute Schuhe. Ich bräuchte das nicht, erfuhr ich, und erhielt eine Auswahl „neutraler“ Laufschuhe.
Video: Martin Engelhardt erklärt den Laufschuh
Und dann geschah noch etwas – zumindest für mich – ungewöhnliches. Ich stieg in einem von Verkäufer empfohlenen Schuh und er passte sofort ohne zu drücken und tut dies bis heute noch. So sollte es auch sein, klärt mich Dr. Martin Engelhardt auf: „Wenn Ihnen jemand erzählt 'Sie laufen sich schon ein in den Schuh' ist das grundverkehrt.“ Bei der Auswahl des richtigen Schuhwerks sollten Jogger genauso penibel sein wie der Prinz im Märchen, der seine zukünftige Gemahlin danach aussucht, ob diese in den gefundenen Pantoffel passt – und so am Ende Aschenbrödel findet.
Ähnlich wichtig wie die richtige Frau im Leben eines Mannes sind gute Laufschuhe für Läufer. Sie können auf alles andere Zubehör verzichten, auf gute Schuhe nicht! Auf keinen Fall! Sicher, das kostet etwas. Die Preise im Schuhgeschäft damals haben mich auch erstmal staunen lassen. Aber die Investition lohnt sich. Ihre Gelenke werden es Ihnen danken – jetzt und den Rest Ihres Lebens noch.
Da kommt natürlich die Frage auf: Wenn die Angelegenheit von solcher Bedeutung ist, reicht da das Urteil eines Verkäufers aus? Oder sollte nicht doch lieber ein Orthopäde meine Bein- und Fußstellung begutachten? „Wenn Sie überhaupt keine Beschwerden haben, ist eine Laufbandanalyse völlig ausreichend“, meint Martin Engelhardt. Der Mann muss es wissen, schließlich ist er Orthopäde.
Eine letzte Frage gilt es noch zu klären: Wie lange hält solch ein Laufschuh? Eine genaue Antwort gibt es nicht. Ewig auf jeden Fall nicht. Händler sprechen von soundsoviel Kilometer, aber das sind nur sehr vage Angaben. Martin Engelhardt gibt da ein anschaulichere Empfehlung: „Sie sollten es nicht soweit kommen lassen, dass der Schuh irgendwann auseinander fällt.“ Er rät sogar dazu, mehrere Schuhe gleichzeitig im Einsatz zu haben. Ich benutze nur ein Paar. Auseinander gefallen ist es noch nicht, also wird es schon noch taugen.
Lesen Sie in Teil 8: Hart oder weich? Auf welchen Boden soll man laufen?
B.Röper / GesundheitPro;
18.06.2009, aktualisiert am 26.06.2010
Bildnachweis: Panthermedia/Danny Beier
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