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EHEC: Wie Sie sich davor schützen können

Das EHEC-Bakterium kann eine lebensgefährliche Krankheit auslösen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu der Infektion und welche Hygiene-Maßnahmen man beachten sollte


Winzig aber gefährlich: EHEC-Bakterien, hier stark vergrößert

Was ist EHEC eigentlich?

EHEC bezeichnet einen Darmkeim, der normalerweise bei Tieren vorkommt. Er ist eine Sonderform der wichtigen Kolibakterien, die es auch im menschlichen Darm gibt. Das Enterohämorrhagische Escherichia Coli-Bakterium (EHEC) setzt jedoch gefährliche Giftstoffe frei, die beim Menschen lebensbedrohliche Krankheiten auslösen können. Der Erreger kann sich zunächst etwa durch blutigen und wässrigen Durchfall, Erbrechen, Übelkeit und Bauchschmerzen bemerkbar machen. Zudem sind bei schweren Verläufen unter anderem auch Blutarmut, Gefäß- und Nierenschäden sowie neurologische Probleme möglich. Auch wenn die Krankheit überstanden ist, können Schäden – etwa an den Nieren – zurückbleiben.

Wie steckt man sich an?

Da sich der Erreger vor allem im Kot von Nutztieren findet, ist direkter Kontakt mit den Tieren ein Übertragungsweg. Aber auch verunreinigte Lebensmittel, die Kot-Partikel enthalten, können Ursache sein. Wird solches Obst und Gemüse ungewaschen gegessen, kann das die Krankheit auslösen. Auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist über Schmierinfektionen möglich.


Im Zusammenhang mit EHEC wird auch oft über HUS gesprochen. Was ist das?

HUS steht für hämolytisch-urämisches Syndrom, einen besonders schweren Verlauf der EHEC-Erkrankungen. Dabei kann es zu Nierenversagen und Blutarmut kommen. Das kann lebensbedrohlich sein.

Was sollten Betroffene tun?

Sie sollten einen Arzt aufsuchen. Er wird dann die weiteren Maßnahmen anordnen und über eine eventuell notwendige Einweisung in die Klinik entscheiden. Normalerweise sollen EHEC-Erkrankte mit starkem Durchfall viel trinken, um den Flüssigkeits- und Salzverlust auszugleichen. Gute Hygiene ist ein Muss, um weitere Ansteckungen zu vermeiden.

Wie kann man sich vor EHEC-Infektionen schützen?

Der EHEC-Erreger wird nicht durch Tröpfcheninfektion – also etwa beim Niesen – übertragen. Anstecken kann man sich nur im direkten Kontakt mit Infizierten oder mit den Keimen. Deshalb ist sorgfältiges Händewaschen so wichtig: Es kann einer Ansteckung vorbeugen. Werden die Keime von den Händen gewaschen, können Sie nicht von dort in den Mund gelangen. Ratsam ist Händewaschen vor allem beim Zubereiten von Speisen, vor dem Essen, nach dem Toilettengang und dem Kontakt mit Tieren. Das empfehlen die Hygieneexperten vom Robert-Koch-Institut, dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Was ist im Alltag noch wichtig?

Kinder sollten nicht in schmutzigen Planschbecken oder in Seen baden, die durch Tierkot von nahen Feldern und Wiesen verunreinigt sein könnten, rät das BfR in einer Broschüre zum Thema. Beim Grillen sollte rohes Fleisch von anderen Lebensmitteln, die nicht auf den Grill kommen, streng getrennt werden.

Was muss ich in der Küche beachten?

Nach dem Zubereiten von rohem Fleisch sollte man sich die Hände gründlich waschen und abtrocknen. Gleiches gilt für die Arbeitsflächen und Kochutensilien. Benutzte Lappen und Handtücher sollten anschließend bei 60 Grad gewaschen werden, empfiehlt das BfR. Ratsam ist auch, Gemüse und Obst zu schälen oder zu kochen. Zumindest sollte es 30 Sekunden lang unter kräftigem Reiben gewaschen werden. Beim Abkochen – auch von Rohmilch – gelte: mindestens zwei Minuten bei 70 Grad. In der Küche sollten Haustiere von Lebensmitteln ferngehalten und nicht gestreichelt werden.

Auf welche Lebensmittel sollte man derzeit besser verzichten?

Sprossen aus Niedersachsen gelten als möglicher Überträger des gefährlichen EHEC-Darmkeims. Verbraucherschützer raten, sie vorsichtshalber ganz vom Speiseplan zu verbannen. Wer trotz der möglichen Infektionsgefahr nicht auf die kleinen Vitamin- und Eiweißbomben verzichten will, sollte sie erst gründlich waschen und dann gut durcherhitzen. Ob das tatsächlich sinnvoll ist, bleibt allerdings fraglich: Denn der hohe Vitamingehalt der Sprossen ist dann dahin. Tomaten, Gurken und Blattsalate können wieder ohne Bedenken gegessen werden, sagt Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR).

Wie gehe ich mit EHEC-Erkrankten im Haushalt um?

Wer einen EHEC-Fall in der eigenen Familie oder Wohngemeinschaft hat, kommt um eine besonders gründliche Hygiene nicht herum. Alle Flächen, die mit Körperflüssigkeiten des Kranken in Berührung gekommen sein könnten, müssen sofort gründlich gesäubert und gegebenenfalls mit Desinfektionsmittel behandelt werden, rät das BfR. Am besten Einmalhandschuhe dabei verwenden. EHEC-Erkrankte sollten in einem Haushalt mit mehreren Personen nach Möglichkeit ein eigenes Zimmer und eine eigene Toilette haben. Sie sollten außerdem keine Lebensmittel zubereiten oder servieren. Zur Händereinigung nach dem Toilettengang sollte ein alkoholhaltiges Desinfektionsmittel bereitstehen.



www.apotheken-umschau.de; 24.05.2011, aktualisiert am 21.06.2011
Bildnachweis: Fotolia/scienceandart

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