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Kurkuma: Wie gesund ist das Gewürz?

Wer Gelbwurz isst, bekommt weder Alzheimer noch Krebs? Ob an solchen Aussagen etwas dran ist und gegen welche Beschwerden Kurkuma tatsächlich hilft


Auf Straßenmärkten im fernen Osten gibt es exotische Gewürze – unter anderem das gelb bis orange gefärbte Kurkuma

Als „Zauberknolle“ oder „Gewürz des Lebens“ bezeichnet so mancher die Gelbwurzel. Denn dem fernöstlichen Gewächs werden zahlreiche Heilwirkungen nachgesagt. Während die Gelbwurz, auch Kurkuma genannt, in der ayurvedischen Medizin schon seit Jahrtausenden als Heilmittel dient, ist die Knolle in Deutschland vor allem als Gewürz bekannt. Kurkuma ist ein Hauptbestandteil von Currypulver und verleiht der Gewürzmischung ihre typische Farbe.

Curcumin – farbiger Schutz vor Alzheimer?

Verantwortlich dafür ist der ockergelbe bis orange getönte Farbstoff Curcumin. Lebensmittelhersteller setzen die Substanz vielseitig ein. Unter der Bezeichnung E 100 findet sich Curcumin als Färbemittel zum Beispiel in Senf, Margarine und Wurstwaren. Wissenschaftler untersuchen die Substanz dagegen im Labor. Immer wieder veröffentlichen sie erstaunliche Ergebnisse. Kurkuma soll vor der Alzheimer-Krankheit schützen, gegen Entzündungen helfen, Magen-Darm-Beschwerden lindern und sogar Krebs vorbeugen.



Kurkuma bedeutet in vielen Sprachen "gelbe Wurzel". Verantwortlich für die Farbe ist der Inhaltsstoff Curcumin

Einer dieser Wissenschaftler ist Professor Jan Frank vom Institut für Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften an der Universität Bonn. Gemeinsam mit Forschern der Universitäten Frankfurt, Kiel und Jena beschäftigt er sich mit den medizinischen Wirkungen von Kurkuma. „Aus Laborversuchen wissen wir beispielsweise, dass Curcumin krebshemmende Eigenschaften besitzt“, sagt Frank. In anderen Experimenten unterband der Pflanzenstoff die Ablagerung von bestimmten Eiweißkomplexen im Gehirn. Diese Komplexe sind möglicherweise an der Entstehung von Alzheimer beteiligt.

Gelbwurzel ist gut für die Verdauung

Schon länger wissen Forscher, dass Kurkuma – zumindest im Reagenzglas – antientzündlich wirkt. Am bekanntesten ist die Gewürzpflanze jedoch für ihre verdauungsfördernden Effekte. Die Inhaltsstoffe regen die Leber unter anderem dazu an, mehr Gallensäuren auszuschütten. Die binden an Nahrungsfette und machen das Fett verdaulich. Die Gelbwurz lindert dadurch Blähungen und Völlegefühl.

Kurkuma klingt bei derartigen Auswirkungen auf die Gesundheit wahrlich nach einer Zauberknolle. Doch Ernährungswissenschaftler Frank äußert sich vorsichtig: „Die bisherigen Erkenntnisse stammen vorwiegend aus Laborversuchen und tierexperimentellen Studien.“ Das bedeutet: Ruft Kurkuma im Labor einen Effekt hervor, heißt das noch lange nicht, dass dieser auch beim Mensch eintritt. Das lässt sich erst in entsprechenden Studien nachweisen. Bisher wird die Gelbwurzel nur bei Verdauungsstörungen medizinisch eingesetzt.

Experte Frank nennt zwei weitere Probleme. Erstens: „Curcumin ist kaum wasserlöslich und wird nur in geringem Maß über den Darm aufgenommen“, so Frank. Aus einem Gelbwurzeltee  zum Beispiel wird daher wohl zu wenig Curcumin herausgelöst, um im Körper gesundheitliche Effekte zu erzielen. Ob Currypulver mehr leisten kann, ist ebenfalls fraglich. Immerhin gelangt das Gewürz zusammen mit Nahrungsfett in den Magen-Darm-Trakt, was die Aufnahme von Curcumin verbessern könnte. „Möglicherweise unterstützen sich auch die Inhaltsstoffe aus Kurkuma und den anderen Gewürzen gegenseitig in ihrer Wirkung“, meint der Wissenschaftler. Gelangt der gelbe Pflanzenstoff in den Organismus, kommt es zu einem weiteren Problem: Er wird über die Leber rasch wieder ausgeschieden. Frank und seine Kollegen forschen derzeit daran, wie man genau diese Nachteile von Curcumin in den Griff bekommt.

Fazit: Leichte Beschwerden, die den Magen-Darm-Trakt betreffen – etwa ein Blähbauch oder Völlegefühl nach dem Essen – kann Kurkuma lindern. Wer gehaltvolle Speisen mit Curry würzt, kann einem Bauchzwacken sogar vorbeugen. Ob die Gelbwurzel allerdings vor Krankheiten wie Alzheimer oder Krebs schützen kann, müssen erst wissenschaftliche Studien zeigen. Dies gilt auch für einen potenziellen Effekt bei chronisch-entzündlichen Darmkrankheiten wie Colitis ulcerosa.

Und: Wer Kurkuma in Kapsel- oder Drageeform und damit in höherer Konzentration einnimmt, sollte auch an mögliche Nebenwirkungen denken und sich in der Apotheke beraten lassen. So sollten zum Beispiel Menschen, die Gallensteine haben, auf Gelbwurzel besser verzichten. Halten Magen-Darm-Beschwerden länger an, sind sie stark oder kehren sie immer wieder – unbedingt vom Arzt abklären lassen!




Bildnachweis: Shotshop/Gabo Schaer, Fotolia/Sommai

Dr. Martina Melzer / www.apotheken-umschau.de; erstellt am 09.10.2012
Bildnachweis: Shotshop/Gabo Schaer, Fotolia/Sommai

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