Anmelden | Registrieren
Drucken

Wie Sie Warzen effektiv behandeln

An den Händen stören sie, am Fuß schmerzen sie. Obwohl Warzen manchmal recht hartnäckig sind, lassen sie sich langfristig gut entfernen


Unschön und schmerzhaft: Dornwarzen am Fuß

Kriecht eine Schnecke bei Vollmond über die Warze, verschwindet sie angeblich. Auch Spucke, Morgenurin und Tafelkreide sollen das schrumpelige Gebilde wegzaubern. Derartige Hausmittel fordern einiges an Überwindung. Doch eine Warze nervt, wenn sie an Finger oder Fußsohle die Haut wuchern lässt. Deshalb probiert so mancher auch fragwürdige Methoden aus.

Die vulgäre Warze – übrigens die häufigste Form – erscheint als verhorntes Hautknötchen, dessen Oberfläche an einen Blumenkohl erinnert. Je nachdem, wo die Warze entsteht, sieht sie nicht nur unschön aus, sie kann auch bei der Arbeit stören. Dornwarzen bohren sich wie ein Dorn in die Haut und können, wenn sie die Fußsohle belagern, erhebliche Schmerzen beim Gehen verursachen. Diese Hautwucherungen sehen eher flach aus, können von dunklen Pünktchen durchsetzt sein und lassen die Hautoberfläche teils stark verhornen.


Daneben gibt es noch andere Formen, zum Beispiel die plane oder die Feigwarze. All diese Gebilde entstehen durch eine Infektion mit humanen Papillomaviren, kurz HPV. Einzige Ausnahme: die sogenannten Dellwarzen. Dahinter steckt ein Pockenvirus. Obwohl eine Infektion mit HPV – insbesondere den Typen 16 und 18 – Gebärmutterhalskrebs auslösen kann, gelten Warzen als harmlos. „Das Risiko einer Entartung ist sehr gering, da Warzen normalerweise von ungefährlichen HPV-Typen verursacht werden“, sagt Dr. Daniela Höller Obrigkeit, Hautärztin an der Praxisklinik für Dermatologie am Luisenhospital in Aachen. Bei Feigwarzen, die vornehmlich im Genitalbereich auftreten, liegt allerdings ein gewisses Krebsrisiko vor. Diese Form kann auch von den HPV-Typen 16 und 18 ausgelöst werden.

Wer barfuß durch das Schwimmbad oder die Sauna latscht, fängt sich schnell die Viren ein. Manchmal reicht es bereits aus, einem Warzenträger die Hand zu schütteln. Durch winzigste Verletzungen gelangen die Viren in die oberste Hautschicht und nisten sich dort ein. Trotzdem muss nicht gleich eine Warze entstehen. Kommen jedoch begünstigende Faktoren hinzu, etwa eine geschwächte Immunabwehr oder kalte Füße, wird das immer wahrscheinlicher. Wichtig: Wer ein warzenähnliches Gebilde an sich entdeckt, sollte auf jeden Fall zum Arzt gehen und nicht selbst „herumdoktern“. Denn unter Umständen kann die Hautveränderung auch etwas ganz anderes sein oder sogar auf einen bösartigen Tumor hindeuten.

Steht fest, dass eine normale Warze vorliegt, gibt es verschiedene Behandlungsstrategien. Der Arzt wählt die geeignetste aus – je nachdem um welche Art es sich handelt, wo die Warze auftritt und wie viele der Hautgebilde am Körper auftauchen. Während die Schneckenschleimmethode eher nicht infrage kommt, stehen zum Beispiel spezielle Pflaster oder Tinkturen zur Verfügung. Darin befinden sich Arzneistoffe wie Salicylsäure oder Milchsäure, welche die verhornte Haut aufweichen. Während Warzen-Geplagte die Lösungen meist mehrmals täglich aufpinseln müssen, hält das Pflaster für mehrere Tage und ist damit pflegeleichter. Im Anschluss wird die aufgeweichte Haut abgetragen. Am besten nimmt dies der Arzt vor, denn es besteht die Gefahr, die Viren zu verschleppen. Außerdem könnten womöglich Narben entstehen. „Die Ursache der Warze wird mit diesen Methoden jedoch nicht beseitigt“, weiß Hautärztin Höller Obrigkeit.


Denn die Mittel entfernen zwar die verhornte Haut, aber nicht die Viren. Dafür bedarf es rezeptflichtiger Wirkstoffe wie 5-Fluoruracil. Auch eine Vereisung mit Stickstoff soll die Viren abtöten. Der Hautarzt tupft dazu für wenige Sekunden das verflüssigte Gas auf die Warze. Da dadurch auch das behandelte Gewebe abstirbt, fällt die Warze nach wenigen Wochen von alleine ab. Alternativ können Warzenträger diese Methode selbst vornehmen, mit entsprechenden Präparaten aus der Apotheke. Manche schwören auch auf Naturarznei. So soll Thuja in homöopathischer Dosierung, ebenso wie eine Schöllkrauttinktur, die unschönen Gebilde bekämpfen. Für alle Varianten gilt: das gesunde Gewebe schützen. Das heißt, die Haut um die Warze herum mit einer fettigen Salbe, zum Beispiel Vaseline, eincremen. Das bewahrt die nicht betroffenen Bereiche vor Schäden. Außerdem die Medikamente nur lokal auf die Warze aufragen!

Ob Stickstoff oder Säure, Warzen bedürfen einer längerfristigen Therapie. Sie kann Wochen bis Monate beanspruchen. „Zudem gibt es kein Universalmittel gegen jede Form von Warzen“, erklärt die Aachener Hautexpertin. Einen Trost gibt es aber: So manche Warze verschwindet nach einiger Zeit auch von selbst wieder.



Dr. Martina Melzer / www.apotheken-umschau.de; 30.09.2010
Bildnachweis: iStock/sdominick

Newsletter abonnieren

Hier können Sie unseren kostenlosen Newsletter abonnieren »

Krankheits-Ratgeber zum Thema

Lichen ruber planus (Knötchenflechte)

Stark juckende Hautknötchen, eine weißliche Verfärbung an der Mundschleimhaut, Haarausfall? Solche Symptome deuten auf die Hautkrankheit Lichen ruber planus hin. Mehr zu Ursachen, Diagnose und Therapie »

Erythema nodosum (Knotenrose)

Plötzlich bilden sich rote, schmerzhafte Knoten an den Unterschenkeln? Dann handelt es sich vielleicht um ein Erythema nodosum. Mehr zu Ursachen und Therapie »

Spezials zum Thema

Die Haut – unser größtes Sinnesorgan

Wissenswertes über die Funktion der Haut, über die richtige Pflege verschiedener Hauttypen und über Hilfe bei Hautproblemen »

Hilfe bei Hautkrankheiten

Was tun bei Hautkrankheiten wie Neurodermitis, Kontaktekzem, Schuppenflechte, rote Äderchen, Warzen und Fußpilz? »

Wie oft grillen Sie in den Sommermonaten?

Sudoku

Die beliebte japanische Knobelei in unendlichen Variationen hier online spielen »

Memo-Spiele

Unsere Kartenaufdeck-Spiele, das ähnlich wie das klassische Memory® funktioniert »

Medikamentencheck

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen von Arzneien überprüfen »

Vorsorge-Rechner

Welche Vorsorgeuntersuchung können Sie wann in Anspruch nehmen? Unser Rechner sagt es Ihnen »

© Wort & Bild Verlag GmbH & Co KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages

Senioren Ratgeber mit Informationen rund um Krankheiten, Medikamente, gesund alt werden, altersgerechtes Wohnen, Pflege und Finanzen
Diabetes Ratgeber mit den Schwerpunkten Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2: Symptome, Behandlung und Ernährung bei Zuckerkrankheit
Baby und Familie mit Themen rund um Schwangerschaft, Geburt, Vorsorge, Kinderkrankheiten, Homöopathie und Erziehung