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Medikamente und Sonne vertragen sich nicht immer

Wer bestimmte Arzneimittel einnimmt, sollte Sonnenstrahlen besser meiden. Sonst drohen womöglich Hautschäden


Unter der Einnahme mancher Arzneimittel ist Sonnenschutz besonders wichtig

Sonnenstrahlen wärmen – in Maßen genossen – angenehm die Haut, heben die Stimmung und regen die Bildung des für den Knochenbau so wichtigen Vitamins D an. Doch wer Medikamente einnimmt, muss die Sonne unter Umständen meiden.

Es gilt, den Beipackzettel des Arzneimittels genau zu studieren. Denn manchmal enthält er die Warnung, während der Therapiedauer auf Sonnenbäder zu verzichten. Der Apotheker Dr. Walter Fuchs aus Bad Abbach erklärt im Interview, warum diese Warnung unbedingt ernst zu nehmen ist.



Apotheker Dr. Walter Fuchs

Wie reagieren Arzneimittel bei Sonnenbestrahlung?

Manche Medikamente können die Lichtempfindlichkeit der Haut bis hin zu einem schweren Sonnenbrand steigern. Durch die Aufnahme energiereicher Sonnenstrahlung zerfällt das Arzneimittel oder bildet freie Radikale, welche die Zellen der Haut schädigen. Wird das Medikament in Form einer Salbe auf die Haut aufgetragen, werden die oberen Hautschichten geschädigt, bei der Einnahme von Tabletten verändern sich die tieferen Schichten.

Wie äußern sich solche fototoxischen Reaktionen?

Je nach Hauttyp, Bräunungsgrad, Hautdicke und Behaarung reagieren Patienten ganz unterschiedlich. Meistens beobachtet man wie bei einem Sonnenbrand sofort eine Rötung, verbunden mit einem Brennen und Stechen der Haut. Nach acht bis vierundzwanzig Stunden entwickelt sich ein verstärkter Sonnenbrand mit einer Schwellung und gelegentlich einer Blasenbildung bis hin zur Gewebezerstörung. Einige wenige Medikamente können auch zu einer Einlagerung von Farbkörperchen und damit zu einer grauvioletten Färbung der Haut führen. Im schlimmsten Fall entwickelt sich sogar Hautkrebs.

Gilt das nicht nur bei langfristiger Einnahme von Medikamenten?

Nein, schon die einmalige Einnahme eines Arzneimittels, kombiniert mit Sonnenstrahlung, kann ausreichen, um diese Hautreaktionen auszulösen. Voraussetzungen sind die Einnahme einer ausreichenden Dosis des Medikaments und die Strahlung aus einem besonderen Bereich des Sonnenlichts, dem UV-A-Spektrum.

Inwiefern muss der Patient die Sonne meiden?


Intensive Sonnenbäder müssen auf jeden Fall vermieden werden. Auch Glasscheiben wie die im Auto beispielsweise bieten keinen ausreichenden Schutz vor UV-A. Spezielle Folien können an den Auto- und Hausfenstern eingesetzt werden. Übrigens reicht auch dünne Kleidung nicht aus, sich vor diesen Strahlen zu schützen.

Was kann ich tun, wenn ich das Medikament benötige?


In einem ersten Schritt sollte im Gespräch mit dem behandelnden Arzt untersucht werden, ob die Dosis des Arzneimittels verringert werden kann. Bei manchen Medikamenten kann auch die abendliche Einnahme sinnvoll sein. Vorbeugend sollten intensive Sonnenstrahlung zwischen 11 und 15 Uhr und der Besuch von Solarien vermieden werden. Und ganz wichtig natürlich: ein optimaler UV-A-Sonnenschutz.

Kann ich das Medikament im Urlaub bis zur Rückkehr absetzen?


Unverzichtbare Arzneimittel dürfen auch im Urlaub nicht abgesetzt werden. In vielen Fällen reicht aber eine Dosis-Senkung aus, kombiniert mit Sonnenschutz, um die fototoxischen Reaktionen abzuschwächen oder zu vermeiden. Bei vielen Arzneimitteln kann auch eine Umstellung auf ein alternatives Präparat erwogen werden. Das alles muss aber immer in Rücksprache mit dem Arzt erfolgen.



Christian Krumm, Apotheken Umschau; 12.08.2011, aktualisiert am 12.08.2011
Bildnachweis: W&B/Wolf Heider-Sawall, Jupiter Images GmbH/Thinkstock LLC

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