Drucken

Gürtelrose: Infektion, Symptome, Behandlung

Wer eine Gürtelrose hat, mag oft nicht darüber reden – es ist irgendwie peinlich. Hautarzt Professor Gerd E. Gross räumt mit falschen Gerüchten auf und klärt wichtige Fragen


Eine Gürtelrose kann sehr schmerzhaft sein und den Betroffenen stark belasten

Jeder kann eine Gürtelrose bekommen. Denn jeder kann sich mit dem auslösenden Virus infizieren. Die Krankheit ruft einen schmerzenden Hautausschlag hervor, der oft gürtelförmig aussieht. Das Robert Koch-Institut geht davon aus, dass etwa 20 Prozent der Deutschen einmal im Leben an einem Herpes zoster erkranken, wie Mediziner die Gürtelrose nennen.

Richtig oder falsch? Fakten zum Thema Gürtelrose

Dennoch wissen viele Menschen nur wenig über die Virusinfektion oder haben falsche Vorstellungen davon. Unser Experte Professor Gerd E. Gross, Hautarzt und Direktor der Klinik für Dermatologie und Venerologie an der Uniklinik Rostock, klärt über Vorurteil oder Wahrheit auf:

„Eine Gürtelrose ist sehr ansteckend.“

Das stimmt nicht. „Eine Gürtelrose ist nur wenig infektiös, die Windpocken sind dagegen sehr ansteckend“, sagt Gross. Beide Krankheiten werden durch dasselbe Virus ausgelöst: das Varizella-zoster-Virus. Es zählt zu den Herpes-Viren und ruft typischerweise bei Kindern die Windpocken hervor. Bei Erwachsenen führt der Erreger meist zu einer Gürtelrose. Ausführliche Informationen dazu finden Sie in unserem Ratgeber: Gürtelrose.



Unser Experte: Professor Gerd E. Gross, Facharzt für Dermatologie und Venerologie

„Wer keine Windpocken hatte, bekommt auch keine Gürtelrose.“

Das trifft im Normalfall zu. Denn einem Herpes zoster geht eine Windpocken-Infektion voraus. Die Erreger verbleiben im Körper und können Jahre bis Jahrzehnte später reaktiviert werden. Dann lösen sie eine Gürtelrose aus. „Es kann jedoch sein, dass die Windpocken im Kindesalter nicht oder nur sehr schwach ausgebrochen sind, der Patient sich aber trotzdem mit den Viren infiziert hat“, merkt Dermatologe Gross an. In diesem Fall kann es zu einer Gürtelrose kommen, ohne das der Betroffene wissentlich die Windpocken hatte.

„Ein Herpes zoster bricht dann aus, wenn das Immunsystem geschwächt ist.“

Richtig. „Alle Faktoren, die das körpereigene Abwehrsystem schwächen, begünstigen eine Gürtelrose“, erklärt Gross. Als Beispiel nennt er das Alter: „Die Krankheit betrifft meistens Menschen, die älter als 50 Jahre sind, weil im Laufe des Lebens die Tätigkeit des Immunsystems nachlässt.“ Weitere Beispiele: Stress, schlechter Schlaf, Angst, Trauer, Sonnenlicht. Wer an Aids leidet oder Medikamente einnimmt, die das Immunsystem unterdrücken (Immunsuppressiva), hat ein besonders hohes Risiko für einen Herpes zoster. Ebenso Menschen, deren Abwehrsystem "allergiebereit" und überempfindlich ist – sogenannte Atopiker.

„Die Windpocken-Impfung schützt vor einer Gürtelrose.“

Nicht immer. Wer als Kind gegen die Windpocken geimpft wurde, weist zwar schon einen Schutz gegen das Varizella-zoster-Virus auf. „Dennoch kann eine Gürtelrose ausbrechen“, meint Gross. Allerdings passiere dies eher selten und die Krankheit verläuft milder.

„Eine Gürtelrose kann immer wieder ausbrechen.“

„Normalerweise bekommt man nur einmal im Leben eine Gürtelrose“, beruhigt der Haut-Experte. Tauchen wieder Bläschen auf, beispielsweise im Gesicht, handelt es sich laut Gross dann eher um einen Lippenherpes. Ist allerdings das Immunsystem eines Menschen deutlich geschwächt, kann es sehr selten erneut zu einem Herpes zoster kommen. Dies kann zum Beispiel AIDS-Patienten betreffen oder solche, die spezielle Arzneimittel einnehmen müssen.

„Die Gürtelrose äußert sich am Anfang durch ein Kribbeln auf der Haut.“

Nicht ganz richtig. Im Vordergrund stehen meistens Schmerzen, die einen begrenzten Hautbereich betreffen. Gleichzeitig kann die Stelle brennen, gelegentlich auch jucken. Nach ein paar Tagen bilden sich typische Herpesbläschen, die platzen und anschließend verkrusten.

„Die Gürtelrose tritt meistens um den Bauchnabel herum auf und zieht sich wie ein Gürtel um den ganzen Bauch.“

Stimmt nicht. „Die Krankheit äußert sich am häufigsten auf der Brust“, erläutert Gross. Oft entsteht eine Gürtelrose auch am Rücken (im Lendenwirbelbereich) oder im Gesicht. Die Bläschen können sich ähnlich wie ein Gürtel nebeneinander anordnen. Allerdings umspannen sie nur selten den ganzen Rumpf, sondern enden typischerweise an der Mittellinie des Körpers.

„Ein Herpes zoster kann gefährlich werden.“

Das ist richtig. „Vor allem ältere Menschen leiden häufig unter massiven Schmerzen“, sagt Dermatologe Gross. Sie können manchmal für lange Zeit anhalten. „Um das zu verhindern, sollte sofort eine konsequente Schmerztherapie erfolgen“, rät er. Selten kann die Gürtelrose die Augen betreffen und zu Sehstörungen führen. Auch Lähmungen, Hirnhautentzündungen, heftige Hautreaktionen und Muskellähmungen können vorkommen. Um solche Komplikationen zu vermeiden, ist es besonders wichtig, eine Gürtelrose umgehend zu behandeln.




Bildnachweis: Shotshop/hjo , W&B/Privat

Dr. Martina Melzer / www.apotheken-umschau.de; 14.05.2012
Bildnachweis: Shotshop/hjo , W&B/Privat

Ich beweg' mich Community

Jetzt mitmachen!

Die "Ich beweg' mich"-Community: Individueller Trainingsplan, Fitnesstagebuch, Expertenrat und Austausch mit Gleichgesinnten. »

Zur Anmeldung »

Newsletter abonnieren

Hier können Sie unseren kostenlosen Newsletter abonnieren »

Krankheits-Ratgeber zum Thema

Gürtelrose (Herpes zoster)

Die Gürtelrose (Herpes zoster) ist die Zweiterkrankung der Windpocken-Virus-Infektion (Varizella-Zoster-Infektion). Sie tritt auch noch Jahre nach der Ansteckung mit dem Varicella-Zoster-Virus auf »

Haben Sie Frühlingsgefühle?

Sudoku

Die beliebte japanische Knobelei in unendlichen Variationen hier online spielen »

Memo-Spiele

Unsere Kartenaufdeck-Spiele, die ähnlich wie das klassische Memory® funktionieren »

Medikamentencheck

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen von Arzneien überprüfen »

Vorsorge-Rechner

Welche Vorsorgeuntersuchung können Sie wann in Anspruch nehmen? Unser Rechner sagt es Ihnen »

© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages