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Buttermilch: Fettarm und gesund

Welche gesunden Inhaltsstoffe in Buttermilch stecken und warum der Fettgehalt viel geringer ist, als der Name es vermuten lässt. Fünf gute Gründe für Buttermilch


Guter Start in den Tag: Buttermilch enthält wertvolle Inhaltsstoffe

Buttermilch ist dickflüssiger als Milch und sieht cremig aus. Doch anders als der Name es vermuten lässt, ist Buttermilch sehr fettarm und sättigt gut. Der ideale Kandidat für eine gesunde Zwischenmahlzeit also. Lesen Sie hier die fünf besten Gründe, warum Buttermilch als hochwertiges Lebensmittel zu empfehlen ist:

1. Grund: Buttermilch ist fettarm

Buttermilch entsteht bei der Herstellung von Butter, welche wiederum aus dem Fett der Milch besteht. Bei der Butterherstellung bleibt somit der wässrige Anteil der Milch übrig und wird zur Buttermilch weiter verarbeitet. Damit enthält Buttermilch maximal ein Prozent Fett und ist kalorienarm: 100 Milliliter Buttermilch enthalten circa 35 Kalorien, halb so viele Kalorien wie Vollmilch.

2. Grund: Buttermilch enthält viel hochwertiges Eiweiß

Wer häufig Buttermilch trinkt, nimmt automatisch viel Eiweiß, auch Proteine genannt, zu sich. Ein erwachsener Mensch mit einem Gewicht von 70 Kilo würde seinen Tagesbedarf an Eiweiß mit knapp zwei Litern Buttermilch decken.



Ernährungswissenschaftlerin Manuela Marin

Eiweiß besteht aus unterschiedlichen Aminosäuren, von denen einige nur mit der Nahrung aufgenommen werden können. „Das Milchweiß ist sehr hochwertig, denn es enthält alle essentiellen Aminosäuren", erklärt Ernährungswissenschaftlerin Manuela Marin.

Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Eier: In der Regel essen wir Deutschen recht eiweißreich. „Alle tierischen Nahrungsmittel enthalten hochwertiges Protein, oft aber relativ viel Fett. Deshalb ist die Buttermilch eine Ausnahme, denn sie liefert wertvolles Eiweiß bei gleichzeitig minimalem Fettgehalt", sagt Marin.

3. Grund: Buttermilch ist reich an Kalzium



Ernährungswissenschaftlerin Gabriela Freitag-Ziegler

„Buttermilch enthält fast so viel Kalzium wie Milch oder Joghurt", sagt Gabriela Freitag-Ziegler, die ebenfalls Ernährungswissenschaftlerin ist. Kalzium ist ein wichtiger Mineralstoff, der in erster Linie über Milchprodukte aufgenommen wird.

Der Mensch braucht Kalzium vor allem für den Aufbau von Knochen und Zähnen. Kalzium ist daher unter anderem wichtig, um Knochenschwund (Osteoporose) vorzubeugen. „Schon ein halber Liter Buttermilch deckt den Tagesbedarf an Kalzium zu 75 Prozent", betont Marin.


4. Grund: Buttermilch ist gut für die Verdauung

Da Buttermilch zu den Sauermilchprodukten gehört, besitzt sie eine verdauungsfördernde Wirkung. Sie enthält viele Milchsäurebakterien, die eine gesunde Darmflora fördern.

„Gerade in der heutigen Gesellschaft leiden viele Menschen unter Verdauungsproblemen. Buttermilch kann in diesen Fällen einen positiven Beitrag leisten", sagt Marin. Gut zu wissen: Produkte, die als 'probiotisch' vermarktet werden, sollen durch die Zugabe von Milchsäurebakterien die Verdauung unterstützen. „Buttermilch hat bereits einen hohen Anteil an Milchsäurebakterien und ist quasi von Natur aus probiotisch", so Marin.

5. Grund: Buttermilch kann beim Abnehmen helfen

„Obwohl Buttermilch so fettarm ist, sättigt sie gut", sagt Freitag-Ziegler. „Dadurch ist sie ideal für Menschen, die abnehmen möchten." Zum Beispiel als kalorienarme Zwischenmahlzeit.

Natürlich sollte niemand eine reine 'Buttermilch-Diät' starten, aber im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung ist Buttermilch gut geeignet. „Besonders sinnvoll kann es sein, die Buttermilch in die normale Kost zu integrieren, wenn man das neue Gewicht  nach dem Abnehmen auch dauerhaft beibehalten möchte", rät Marin.

Vorsicht vor Mixgetränken aus dem Handel: Dort lauern oft versteckte Zuckerbomben. Wer gerne Buttermilch mit Fruchtgeschmack möchte, sollte lieber selbst zum Pürierstab greifen und frisches Obst hinein mixen. „Noch einfacher und sehr erfrischend ist die Buttermilch mit einem Schuss 100 prozentigem Fruchtsaft zu mischen. Dadurch erhält man einen gesunden und leckeren Milchcocktail mit wenig Zucker.", empfiehlt Freitag-Ziegler.

Aufgepasst: Buttermilch ist nicht gleich Buttermilch

Wer pure Buttermilch in ihrer besten Form genießen möchte, sollte im Supermarkt zur 'Reinen Buttermilch' greifen. Diese enthält im Gegensatz zu einer zweiten Variante, die nur 'Buttermilch' genannt wird, keinen Zusatz an Wasser oder Magermilch. „Der Nährwert- und Kaloriengehalt unterscheidet sich aber nur unwesentlich", sagt Freitag-Ziegler.

Fazit: Milchprodukte sind gesund

Buttermilch ist ein kalorienarmer Lieferant von Eiweiß, Mineralstoffen und Vitaminen. Aber natürlich gilt: Buttermilch soll auch schmecken. Wem der säurerliche Geschmack nicht zusagt, kann selbstverständlich auch zur normalen Milch oder anderen Milchprodukten greifen, am besten immer in der fettarmen Variante. Tipp zum Schluss: Buttermilch sättigt – als Ersatz für eine kleine Mahlzeit ist sie daher zum Abnehmen gut geeignet. Für alle anderen kalorienhaltigen Getränke gilt beim Abnehmen hingegen: Vorsicht! Flüssige Kalorien aus Säften, Limonaden aber auch alkoholischen Getränken sättigen nicht – tragen aber oft entscheidend zur täglichen Kalorienaufnahme bei.




Bildnachweis: W&B/Privat, Fotolia/Drubig Photo

Saskia Becker / www.apotheken-umschau.de; 15.08.2012
Bildnachweis: W&B/Privat, Fotolia/Drubig Photo

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