Was tun bei Husten?

Husten ist bei einer Erkältung eigentlich sinnvoll, aber dennoch äußerst lästig. Was gegen trockenen und verschleimten Husten hilft

von Diana Engelmann, 12.02.2016

Lästig: Husten

Your Photo Today/A1PIX/BSIP

Mit einem harmlosen Kitzeln im Hals kündigt er sich an. Dann legt der Husten los – ob man will oder nicht. Wer versucht, ihn zu unterdrücken, hat keine Chance. Husten ist ein Reflex, ein Schutzmechanismus. Er wird aktiviert, wenn Fremdkörper, Staubpartikel oder Schleim in die oberen Atemwege und Bronchien geraten sind.

Deshalb hilft es, Husten nicht als etwas zu betrachten, was wir bekämpfen müssen. "Er ist ein notwendiges Abwehrprogramm, das herausbefördert, was nicht in unsere Atemwege gehört", erklärt Maria Danders, Apothekerin aus Halle.


Das ist die gute Nachricht. Eine Erkältung reizt die Bronchien allerdings ständig. Doch das muss niemand aushalten. Es gibt etliche Arzneimittel in der Apotheke, die Linderung verschaffen. Damit sie helfen können, muss die Art des Hustens klar sein: Mediziner unterscheiden zwischen produktivem Husten mit Auswurf und trockenem Reizhusten.

Der Hustenreflex:


W&B/Dr. Ulrike Möhle

Verschleimten Husten bekämpfen

Bei der produktiven Form geht es darum, das Sekret zu verflüssigen, damit es besser abgehustet werden kann. Maßnahme Nummer eins: viel trinken. "Zwei Liter Flüssigkeit pro Tag, bei starkem Schwitzen entsprechend mehr", rät Apothekerin Maria Danders. Am besten eignen sich ungesüßte Kräutertees oder Wasser.

Wer zusätzlich schleimlösende und entkrampfende Arzneien einnehmen möchte, kann wählen zwischen Medikamenten mit synthetischen Stoffen wie Ambroxol oder Acetylcystein (rein schleimlösend) und Präparaten mit Pflanzenwirkstoffen aus Efeu, Thymian, Pestwurz oder Primel. Das im Eukalyptus enthaltene Cineol gilt ebenfalls als bewährtes Mittel gegen produktiven Husten.

Auch die ätherischen Öle von Pflanzen wie Eukalyptus, Thymian oder Rotfichte können die Beschwerden lindern. Hier empfiehlt es sich, zu inhalieren oder mit einem Balsam Brust und Rücken einzureiben. Asthma-Patienten sollten allerdings auf das Inhalieren mit ätherischen Ölen verzichten – die Prozedur kann Asthma-Anfälle auslösen. Ätherische Öle können zudem Kleinkindern unter zwei Jahren schaden. "Es besteht die Gefahr, dass sie einen Kehlkopf- oder Stimmritzenkrampf erleiden", warnt Danders.

Trockenen Reizhusten stillen

Trockener Reizhusten tritt manchmal auf, obwohl die Erkältung bereits abgeklungen ist. "Das nennt man postinfektiösen Husten", sagt Professor Jean-François Chenot, Leiter des Instituts für Allgemeinmedizin an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität in Greifswald. Entzündete und gereizte Schleimhäute lösen dann den Hustenreflex aus. Die Medikamente zur Linderung sollte man vorwiegend abends einnehmen, um besser zu schlafen.

Hier können Spitzwegerichsaft sowie Mittel mit Efeu wegen ihrer entkrampfenden Eigenschaften helfen. Ist der Reizhusten besonders quälend, verordnet der Arzt dem Patienten mitunter Arzneien mit Codein oder Dihydrocodein. Wer auf homöopathische Mittel baut, kann Präparate mit Schwarzem Bilsenkraut einnehmen.

Wichtig ist, Hustenlöser und -stiller nicht zu kombinieren. Auch die Methode, tagsüber zu lösen und nachts zu blocken, ist mit Vorsicht zu genießen. "Das würde bedeuten, dass man diese Vorgänge so gut steuern kann", sagt Chenot. Überlegen Sie, was Sie am meisten stört, und entscheiden sich dann für eine Maßnahme.

Nicht immer ist ein Infekt die Ursache

"In 80 bis 90 Prozent der Fälle ist der Husten die Folge eines viralen Infekts", weiß Chenot. Auch Rauchen spielt eine große Rolle. Weitere, weniger häufige Ursachen sind Asthma, chronische Lungenerkrankungen, Keuchhusten oder Herzinsuffizienz. Tritt in diesem Zusammenhang Atemnot auf, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.   



Bildnachweis: W&B/Dr. Ulrike Möhle, Your Photo Today/A1PIX/BSIP

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