Das hilft gegen Husten

Wie sich trockener Reizhusten stillen lässt und was zähen Schleim löst

von Dr. Martina Melzer, 10.10.2016

Husten: Typisches Erkältungssymptom

Shotshop / Boissonet / BSIP

Tagsüber quält er, sobald man spricht. Nachts raubt er einem den Schlaf. Kurz: Husten ist lästig. Doch er gehört eben, neben Schnupfen und anderen Beschwerden, zu einer typischen Erkältung dazu. Dringen Erkältungsviren in die Schleimhaut von Nase und Rachen ein, entzündet sich diese. Die Folge: Die Nase läuft, der Hals kratzt.

Bei trockenem Reizhusten helfen Hustenstiller

Fühlt sich die Kehle staubtrocken an, hilft auch permanentes Schlucken nicht mehr. Die Schleimhaut ist derart angeschlagen, dass sich ein lästiger Hustenreiz einstellt. Mediziner sprechen von einem "trockenen Reizhusten". Dieser Zustand kann einige Tage andauern und geht dann häufig in einen "verschleimten Husten" über. Denn das körpereigene Immunsystem bewirkt, dass die Schleimhautzellen im Atemtrakt vermehrt Sekret absondern. Es enthält unter anderem eliminierte Viren und soll daher per Hustenreflex nach außen befördert werden.


Solange der trockene Typ vorliegt, können Sie sich mit Tees und Bonbons behelfen. Reicht dies nicht aus, können Sie auf ein hustenstillendes Mittel zurückgreifen. Neben pflanzlichen Stillern wie Eibisch oder Spitzwegerich, gibt es in der Apotheke auch synthetische Wirkstoffe. Besonders, wenn Patienten nachts stark husten müssen, empfehlen sich Hustenstiller.

Hustenlöser gegen Schleim in den Bronchien

Müssen Sie jedoch Schleim abhusten, sind solche Blocker eher kontraproduktiv. Denn sie unterdrücken den Hustenreiz und halten damit auch das Sekret in den Atemwegen zurück. Setzt sich der Schleim in den Bronchien fest, können sie quasi verstopfen. Das führt nicht nur dazu, dass der Patient schlechter Luft bekommt. Auch eine bakterielle Infektion mit üblen Folgen kann drohen.

Trinken Sie deshalb ausreichend, das verflüssigt zähen Schleim – sofern aus ärztlicher Sicht nichts dagegen spricht. Zusätzlich können Präparate mit Heilpflanzen wie Thymian, Schlüsselblume und Efeu die Funktion der Bronchialschleimhaut unterstützen. Sekret wird verstärkt abtransportiert, der Husten "gelöst". Ebenfalls hilfreich: Inhalieren, zum Beispiel mit ätherischen Ölen oder einer Kochsalzlösung.

Husten kann eine ganze Weile anhalten. Auch wenn die Erkältung bereits abgeklungen ist, kann er bis zu vier Wochen andauern. Das ist laut Experten nicht ungewöhnlich, denn die angegriffene Bronchialschleimhaut brauche einige Zeit, bis sie sich wieder erholt hat. Will der Reiz jedoch gar nicht verschwinden, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Der kann abklären, was hinter den Beschwerden steckt.

Wann zum Arzt?

Sofort zum Arzt heißt es außerdem bei Symptomen wie Atemnot, hohem Fieber, starken Schmerzen, schwerem Krankheitsgefühl – und wenn nach einer Woche noch keine Besserung eingetreten ist. Erwachsene können beispielsweise erneut Keuchhusten bekommen, auch wenn sie ihn bereits im Kindesalter hatten. Manchmal verursacht auch eine Lungenentzündung oder gar eine Tuberkulose hartnäckigen Husten.

Wichtig: Sehr kleine Kinder sollten wegen der Verbrühungsgefahr noch nicht inhalieren. Und Säuglinge und Kinder sollten nicht mit mentholhaltigen Substanzen inhalieren oder damit eingerieben werden, da sie bei ihnen einen Atemstillstand auslösen können. Ähnliches gilt für andere stark riechende ätherische Öle. Sie können auch für Asthmapatienten problematisch sein. Lassen Sie sich bei Auswahl und Anwendung von geeigneten Präparaten unbedingt von Arzt oder Apotheker beraten!



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