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Elektrokardiografie

Zusammenfassung:
Um die Herzstromkurve mit einer Spannung von einem Tausendstel Volt zu messen, bedarf es eines empfindlichen Messgerätes und entsprechender Verstärkung der Impulse. Dazu wurde der Elektrokardiograf entwickelt, der die Herzstromkurven misst und aufzeichnet. Dieser Elektrokardiograf ist ein mit einem Schreib- oder Speichergerät kombiniertes Voltmeter, das die Herzströme verstärkt und mittels Thermoschreiber, Magnetbandspeicher oder am Bildschirm (Elektrokardioskop) sichtbar macht bzw. für die weitere Auswertung aufzeichnet.


Technik

Während das Elektrokardioskop einer Überwachung der Herztätigkeit auf der Intensivstation oder der Herzdiagnostik im Notfall dient, kommt der Elektrokardiograf bei der Routineuntersuchung wie bei einer Gesundheitsuntersuchung zum Einsatz.
Aufgezeichnet wird das EKG (Elektrokardiogramm) auf ein spezielles Grafikpapier mit Millimetereinteilung, welches die EKG-Wellen, -Zacken und -Intervalle und damit den Ablauf der Herztätigkeit erkennen lässt.

Vorgangsweise

Im Normalfall werden an dem zu untersuchenden Patienten Elektroden an der Haut angebracht, im Spezialfall - während eines herzchirurgischen Eingriffs - werden die Herzströme direkt vom Herzen zur Aufzeichnung abgeleitet. Die Metallelektroden werden an der Brust, den Armen und an den Beinen angebracht und sind über Drähte mit dem Gerät verbunden. Die Punkte an der Brustwand (6 Punkte) und an den Gliedern (Handgelenke und Knöchel), an denen die Elektroden angebracht werden, sind genau definiert, um die Vergleichbarkeit verschiedener Messungen zu gewährleisten. Um die Leitfähigkeit der Elektroden zu erhöhen, wird beim Anbringen derselben ein leitendes Gel bzw. ein feuchtes Elektroden-Papier verwendet. In manchen Fällen (beispielsweise zur Vorbereitung eines Langzeit-EKG) muss zum Anbringen der Elektroden die Haut gereinigt (entfettet) und rasiert werden.

Langzeit-EKG
Komplexe Herzrhythmusstörungen werden durch ein Langzeit-EKG aufgezeichnet, das über 24 Stunden oder länger durchgeführt wird. Dabei trägt der Patient ein Magnetband-Aufzeichnungsgerät in einer Umhängetasche mit sich (Holter-Monitoring).

Ergometrie
Die Durchführung des EKG unter Belastung (Belastungs-EKG oder Ergometrie) dient der Feststellung der Belastbarkeit eines Patienten und wird bei belastungsabhängigen Herzerkrankungen bzw. zur Diagnose einer entstehenden koronaren Herzerkrankung durchgeführt, um eine belastungsabhängige Durchblutungsstörung zu diagnostizieren. Herzrhythmusstörungen, die erst unter Belastung auftreten, werden erkannt. Ebenso dient das Belastungs-EKG der Überprüfung und Kontrolle von Medikamenten, die sich auf das Herz auswirken. Der Patient wird vorbereitet, indem er auf ungewöhnliche Herzgeräusche abgehört wird, außerdem werden Blutdruck und Puls kontrolliert. Nach Anlegen der Elektroden werden die Herzströme bei steigender Belastung gemessen. Die Belastung erfolgt durch Bewegung am Fahrrad oder auf einem Laufband (Fahrradergometer, Laufbandergometer). Bei Auftreten von Komplikationen muss die Ergometrie vom untersuchenden Arzt abgebrochen werden.

Patientenrisiko

Das Ruhe-EKG ist ein Verfahren ohne Eingriff in den Körper, das den Patienten nicht belastet und keine Komplikationen verursachen kann.
Die Ergometrie (Belastungs-EKG) kann zu Komplikationen führen, wenn eine bestehende koronare Herzkrankheit, instabile Angina pectoris eine andere Störung der Herztätigkeit besteht und es während der Durchführung zu Angina pectoris oder zu einem Herzinfarkt kommt. Durch die Belastung ist es möglich, dass der Punkt erreicht wird, an dem Brustschmerzen eine Unterversorgung des Herzens mit Sauerstoff (Ischämie) anzeigen und ein Herzinfarkt droht.
Zur Risikoverminderung wird das Belastungs-EKG bei gefährdeten Patienten in Gegenwart eines Arztes durchgeführt, der im Ernstfall das EKG abbrechen und Reanimations-Maßnahmen durchführen kann.
 
Letzte Aktualisierung:
13.03.2007 (Patricia Herzberger)
Autor:
Frank Hartmann
Experten für die Seite:
Dr. med. Thomas Egger (Interne Medizin)
Univ. Prof. Dr. med. Peter Kühn (Kardiologie, Kardiovaskuläre Prävention)
Dr. med. Wolfgang Scheibelhofer (Interne Medizin)
Univ. Doz. Dr. med. Claudia Stöllberger(Interne Kardiologie)
 

Diese Informationen können den Besuch beim Arzt nicht ersetzen, sondern können Ihnen helfen, sich auf das Gespräch mit dem Arzt vorzubereiten. Eine Diagnose und die individuell richtige Behandlung kann nur im persönlichen Gespräch zwischen Arzt und Patient festgelegt werden.

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