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Wie macht sich eine Bauchspeicheldrüsenentzündung bemerkbar?

Welche Beschwerden bereitet eine Bauchspeicheldrüsenentzündung? Können Rückenschmerzen ein Symptom sein? Aus der "Experten-Sprechstunde Verdauungskrankheiten"


Bauchspeicheldrüse, Dünndarm, Gallenblase (Schemazeichnung)

Bei einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) beginnen die Schmerzen in der Regel im Oberbauch und breiten sich im weiteren Verlauf dann über den gesamten Bauchraum aus. Im Gegensatz zur Situation wie beispielsweise bei einem Magendurchbruch entsteht der Schmerz bei akuter Bauchspeicheldrüsenentzündung im Allgemeinen nicht plötzlich, sondern erreicht sein Maximum erst im Verlauf von Minuten, manchmal auch nach mehreren Stunden. Er wird als Dauerschmerz empfunden, der den Betroffenen unabhängig von der Körperposition ganz erheblich beeinträchtigen kann.


Bei etwa der Hälfte der Patienten strahlt der Schmerz gürtelförmig zum Rücken aus, wobei es meistens auch zu Übelkeit und Erbrechen kommt, was aber nicht zu einer Linderung der Schmerzen führt.


Im Falle einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung ist der Schmerz das führende und häufig am schwersten zu ertragende Symptom. Bei der großen Mehrzahl der Erkrankten steht er ganz im Vordergrund. Da sich der Schmerz nach den Mahlzeiten verstärkt und die Betroffenen ohnehin unter Appetitlosigkeit leiden, kommt es in der Regel zu einem Gewichtsverlust. Dieser wird nach jahrelangem Krankheitsverlauf noch verstärkt durch einen Mangel an von der Bauchspeicheldrüse produzierten Verdauungsenzymen, darunter die fettspaltenden Lipasen. Dieser Mangel führt dann zu Durchfällen (die insbesondere infolge unverdauter Nahrungsfette typischerweise voluminös, sehr übelriechend und fettig erscheinen).


Nach mehr als zehnjähriger Krankheitsdauer sind die insulinproduzierenden Inselzellen der Bauchspeicheldrüse meist so stark geschädigt, dass das zuckerregulierende Hormon Insulin ausfällt und als Folge ein Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) auftritt.

 

Prof. Dr. med. Th. Poralla, St.-Joseph-Krankenhaus Berlin

Unsere Experten beantworten in der Sprechstunde "Verdauungskrankheiten" viele weitere Fragen zu Problemen mit den Verdauungsorganen.


Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.




Bildnachweis: W&B/Dr. Ulrike Möhle

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surfmed/www.apotheken-umschau.de; aktualisiert am 21.11.2012, erstellt am 09.11.2007
Bildnachweis: W&B/Dr. Ulrike Möhle

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