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Die Therapie von Hornhautverkrümmungen

Die vorderste Membran des Auges ist sehr empfindlich. Trockenheit und Wölbungen können das Sehvermögen beeinträchtigen


Überblick: Ein Keratograf misst die Beschaffenheit der Hornhaut

Damit das Licht möglichst ohne Verluste auf die Netzhaut im Auge trifft, müssen alle Gewebe auf dem Weg dahin vor allem eins sein: durchsichtig.

Das gilt auch für die Hornhaut. Sie ist die äußerste Abgrenzung des Auges – praktisch das Fenster unserer Sehorgane. Durchsichtigkeit erlangt diese Membran durch genauestens zueinander angeordnete Proteine und einen penibel eingehaltenen Wassergehalt in ihrem Inneren.


Solche Präzision ist leider anfällig für Störungen. Schon kleinste Abweichungen im Wassergehalt können Trübungen verursachen, die im Extremfall die Hornhaut völlig undurchsichtig machen. Da in der Hornhaut kein Platz für Blutbahnen ist (sie würden die Durchsichtigkeit verringern), übernimmt die Tränenflüssigkeit die Versorgung mit Nahrung und Sauerstoff. Nur wenn sie in ausreichender Menge durch die Hornhaut fließt, garantiert das einen funktionierenden Stoffwechsel in diesem Gewebe – und damit freie Sicht.

Auch Wölbungen führen mitunter zu Fehlsichtigkeiten. Leichte Hornhautverkrümmungen – bei Kurz- oder Weitsichtigen häufig der Fall – stellen meist keine ernste Komplikation dar. Üblicherweise reichen eine speziell geschliffene Brille oder darauf angepasste Kontaktlinsen aus, um diesen Fehler auszugleichen. In schwereren Fällen besteht die Möglichkeit, die Hornhaut mit modernen Laserverfahren zu korrigieren.  

Letzter Ausweg Transplantation 

 

Komplizierter zu behandeln sind fortgeschrittene Verwölbungen wie etwa ein Keratokonus. Hier nimmt die Hornhaut – vereinfacht gesagt – die Form eines Kegels an. Beim Patienten macht sich die Erkrankung – neben der zunehmenden Hornhautverkrümmung – auch durch häufige Brillenkorrekturen mit Veränderung der Achse und wechselnder Sehstärke bemerkbar. Betroffene berichten zudem über ein Doppeltsehen von Gegenständen.

In etwa 80 Prozent der Fälle reichen spezielle Brillen oder Kontaktlinsen zur Korrektur aus. Bei stark ausgeprägtem Keratokonus hilft aber oft nur noch die Transplantation einer gespendeten Hornhaut. Diese stammt immer von einem Verstorbenen. Bis zu längstens zwölf Stunden nach der endgültigen Feststellung des Todes können Ärzte das Gewebe aus dem Auge entnehmen. Im Gegensatz zu anderen Organen spielt das Alter des Spenders bei der Hornhaut praktisch keine Rolle – solange das Auge gesund und frei von übertragbaren Krankheiten ist.

Der Eingriff dauert etwa 45 Minuten und läuft üblicherweise unter Lokalnarkose ab. Seit Kurzem ermöglicht eine neue Technik es den Ärzten, eine Spenderhornhaut mithilfe von Laserlicht besonders passgerecht für den Empfänger zu schneiden.   

Das große Problem bei Hornhauttransplantationen ist die zu niedrige Zahl an Spendern. Hornhäute stammen von Verstorbenen, die zu Lebzeiten einer Spende schriftlich zugestimmt haben oder deren Angehörige diese im Nachhinein bewilligen. In Deutschland nehmen Ärzte den Eingriff rund 3000-mal im Jahr vor – gebraucht werden aber viel mehr Hornhäute.



Burkhardt Röper / www.apotheken-umschau.de; 07.04.2008, aktualisiert am 26.06.2010
Bildnachweis: W&B/Aleksander Perkovic

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