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Augenexperte Gernot Duncker über die Laseroperation

Wichtige Voraussetzungen für den Eingriff: gute Beratung und eine ausreichend dicke Hornhaut


Augenspezialist Professor Gernot Duncker

Professor Gernot Duncker ist Direktor der Universitäts-Augenklinik Halle und Präsident der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft.

Herr Professor Duncker, Fehlsichtigkeit mit einer Laseroperation an der Hornhaut zu behandeln wird immer beliebter. Ist das die Korrekturmöglichkeit der Wahl?

Aus rein optischen Gesichtspunkten ja. Die Hornhaut besitzt eine Brechkraft von etwa 43 Dioptrien. Ein ideales Gewebe also, um Sehunschärfen zu behandeln. Eine Brille verzerrt vor allem bei stärkeren Dioptriewerten das Bild in den Randbereichen. Kontaktlinsen erzeugen ein besseres Bild auf der Netzhaut, verursachen aber zuweilen Probleme beim Tragen.


Also sollten alle Fehlsichtigen diesen Eingriff vornehmen lassen?

Nein, das geht leider nicht. Für die Operation muss ein Auge bestimmte Eigenschaften aufweisen. Das trifft nicht für jeden zu.

Welche Eigenschaften sind das?

Kurz gesagt: Abgesehen von der Fehlsichtigkeit sollte das Auge gesund sein. Für die Kurzsichtigkeit gelten als Grenzwert minus 8 Dioptrien. Die Linse muss frei von Trübungen sein, der Augeninnendruck darf bestimmte Werte nicht überschreiten, die Pupillenweite nicht mehr als sieben Millimeter betragen, und die Netzhaut muss intakt sein. Eine entscheidende Rolle spielt auch die Hornhaut. Immerhin setzt hier das Laserlicht während des Eingriffs an.

Die Hornhaut muss also besonders gut sein?

Sie muss vor allem ausreichend dick sein. Denn das Laserlicht schneidet ein Stück aus der Hornhaut heraus, bei Kurzsichtigen in der Mitte, bei Weitsichtigen mehr am Rand. Misst die Dicke weniger als 500 Mikrometer, kommt ein Eingriff nicht infrage. Es besteht die Gefahr, dass nach der Operation die Stabilität der Hornhaut zu gering ist. Vor allem bei sehr hohen Dioptriewerten ist die Hornhaut oft nicht dick genug.

Wenn der Patient alle Vorgaben erfüllt, muss er sich keine Sorgen mehr über den Eingriff machen?

Die Operation selbst ist für die Betroffenen in aller Regel harmlos. Die meisten nehmen das Lasern kaum wahr. Komplikationen treten in seltenen Fällen auf, mittlerweile bekommen Augenärzte diese aber in den Griff. Nur wenige Patienten gehen mit einer Sehverschlechterung nach Hause.

Ist bei einer Operation an einem an sich gesunden Organ nicht jede Komplikation — und sei sie noch so gering — ein zu großes Risiko?

Das müssen Arzt und Patient in einer Nutzen-Risiko-Abwägung entscheiden. Die Aufgabe des Arztes ist es, bezüglich des Restrisikos ausreichend aufzuklären. Das darf niemand bagatellisieren.

Hält sich auch jeder Arzt daran?

Die Kommission Refraktive Chirurgie führt eine Liste von Augenärzten, die alle Vorgaben beachten, abrufbar im Internet unter www.augeninfo.de. (Hinweis der Red.: www.apotheken-umschau.de übernimmt keine Haftung für die Inhalte externer Internetseiten.) Wer auf der Liste steht, hat eine ausführliche Ausbildung auf dem Gebiet absolviert, hält sich an die Richtlinien und bildet sich regelmäßig fort.

Würden Sie sich auch eine Fehlsichtigkeit weglasern lassen?

Gott sei Dank sehe ich auch ohne Korrektur scharf. Aber wenn ich kurzsichtig wäre, ja.



Burkhardt Röper / www.apotheken-umschau.de; 04.04.2008, aktualisiert am 26.06.2010
Bildnachweis: W&B/Birgitta Kowsky

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