Fastenblog 2017: Die dritte Woche

Nun isst unser Redakteur Roland Mühlbauer schon seit zwei Wochen täglich fünf Portionen Obst und Gemüse, geht 10.000 Schritte und trinkt keinen Alkohol. So läuft Woche drei
von Dr. med. Roland Mühlbauer, aktualisiert am 17.03.2017

Licht und Schatten: Nach zwei Wochen gibt es gemischte Erfahrungen zu berichten

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Mein erster mechanischer Weggefährte

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Tag 17 (Freitag 17.3.2017): Begegnungen

Kaiserwetter in Baierbrunn! Die Sonne lockte mich schon mittags nach draußen. Aber in der Pause schnell ein paar Schritte zu sammeln, ist gar nicht so einfach. Gleich kommen einem liebe Kollegen entgegen und fragen, wie es denn mit dem Fastenblog so läuft. Schon haben wir uns festgequatscht. Und bleiben dabei auch stehen, statt gemeinsam weiter zu gehen, weil wir ja vorher in entgegengesetzte Richtungen spaziert sind...

Kaum hatte ich mich wieder losgeeist und meine Kopfhörer aufgesetzt, riss mich ein Rumsen an der Mauer neben mir jäh aus meinen Träumereien. Da hatte ein Rasenmäherroboter die Ausmaße seines Territoriums kräftig überschätzt und war in die Begrenzung geknallt. Aber zumindest machte dieser dann eine kleine Drehung und zuckelte brav neben mir her, er im Garten, ich auf dem Gehsteig.

Der Abend brachte dann ein Naturerlebnis mit einem guten Kontrast zur geordneten Kleinstadtidylle. Ich fand einen schmalen Naturpfad, der sich direkt neben der Isar kurvenreich durch das Gehölz windet und einige Herausforderungen bietet: Hineinragenden Ästen ausweichen, sich unter Baumstämme ducken, rutschige Matschflächen durchqueren und über Bächlein springen – der reinste Hindernislauf! Unsere Sportexpertin (und meine Nordic-Walking-Trainerin) Carolin Heilmann wäre vermutlich begeistert, weil es eine tolle Abwechslung zum geradeaus Laufen auf Teer ist. Außerdem erfordert der Weg viele verschiedene Bewegungen und beansprucht dadurch alle Muskeln. Zumindest wurde mir so nicht langweilig.

Daten für Donnerstag den 16.3.2017:

Bewegung: 13.065 Schritte / 8,76 km / 8 Stockwerke / errechnete Schrittlänge 67 cm

Obst und Gemüse: Karotten, roter Spitzpaprika, großer Salat mit gebackenem Schafskäse, Apfelsorbet auf marinierten Früchten, Apfel, Ratatouille (Tomatengemüse mit Zucchini, Auberginen, Paprika und Zwiebeln), Krautsalat


Lachsdip vor dem Verrühren

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Tag 16 (Donnerstag 16.3.2017): Geschmeichelt

Eine positive Folge meines Fastenprojekts zeichnet sich anscheinend auf meinem Gesicht ab. Zumindest haben mir einige Mitmenschen gesagt, ich würde neuerdings so lebendig aussehen. Und sie fragen mich, ob ich im Urlaub war, ich hätte so eine gesunde Gesichtsfarbe und würde irgendwie erholt wirken.

Da haben wohl die sanften Strahlen der abendlichen Frühlingssonne meine Melanozyten angeregt und mich gebräunt. Vielleicht ist auch die Haut besser durchblutet durch die Aufenthalte im Freien. Oder lagern sich gar schon die Carotinoide aus dem massenhaft verzehrten Gemüse in der Haut ein? Ich werde das mal beobachten. Ein Zeichen für letzteres wäre, dass dann im fortgeschrittenen Stadium auch die Handflächen gelborange schimmern.

Nun habe ich wieder ein neues Dip-Rezept ausprobiert für meine Rohkost: 50 Gramm Frischkäse vermischt mit 50 Gramm Lachs (genau genommen hatte ich nur geschnetzelten Seelachs bekommen), Dillspitzen, weißem Pfeffer und ein paar Spritzern Zitronensaft.

Eine echte Geschmacksbombe, die mich an die griechische Fischrogencreme Taramas erinnert hat. Damit knabbern sich die Karotten wie von selbst. Nochmals Danke an Karin Neureuther für die Inspiration!

Daten für Mittwoch den 15.3.2017:

Bewegung: Nordic-Walking-Gruppe; 19.283 Schritte / 16,22 km / 14 Stockwerke / Schrittlänge 84 cm

Obst und Gemüse: Karotten, Cherrytomaten, Hühnersuppe mit Gemüse, großer Salat mit Garnelenspießen, Früchte im Glas mit Quarkcreme, Rote Bete-Salat mit Ziegenkäse


Die After Work-Party von gestern: Fast alle stehen

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Tag 15 (Mittwoch 15.3.2017): Beschwingte Bewegung

Gestern war ich erstmalig auf einer After Work-Party, um mich mit 10.000 Schritten auszutoben. Perfekter Plan, dachte ich. Nur: Alle umstehenden (sic!) Gäste beschlossen, sich erst einmal zwei, drei Feierabendbierchen zu genehmigen und zu ratschen. Faules Publikum! Naja, mussten sie halt mir beim Tanzen zusehen. Zumindest war der Clubmix recht mitreißend.

Auch sonst beeinflusst Musik maßgeblich die Atmosphäre meiner sportlichen Tätigkeiten:

Zu den einsamen Waldwegen an meinem geliebten Isarhochufer wähle ich gerne keltische Lieder, irische Tänze, Soundtracks von Fantasyfilmen oder andere mittelalterlich angehauchte Weisen. In den besten Momenten entführt mich das in andere Welten. Dann habe ich das Gefühl, auf einer epischen Reise durch Mittelerde zu sein. Nerd forever.

Ein ganz anderer Ton herrscht im Fitnessstudio. Dort dominieren neben dem Knarzen der Geräte aufpeitschende Rhythmen das Klangerlebnis. Und ich fühle mich in die Rolle eines ambitionierten Boxers versetzt, der verbissen für seinen entscheidenden Kampf trainiert, nach dem Motto: "Zähne zusammenbeißen, ein Kilometer geht noch!"

Im Schwimmbad hingegen hat Musik für mich wieder eine andere Bedeutung. Wenn dort schwungvolle 80er-Jahre Songs erschallen, läutet das das Ende meiner Bahnen ein. Denn dann strömen die Teilnehmer des Aquarobic-Kurses in das Becken, und es wird mit einer Schwimmleine so geteilt, dass zum Schwimmen kaum mehr Platz bleibt. Vielleicht löse ich ja demnächst auch mal ein Kursticket zum mitmachen. Die bewegen sich wenigstens.

Welche Begleitmusik bevorzugen Sie beim Training? Über Inspiration freue ich mich sehr, Zuschriften bitte an: roland.muehlbauer@wortundbildverlag.de

Daten für Dienstag den 14.3.2017:

Bewegung: After Work Party 10.829 Schritte / 7,04 km / 15 Stockwerke / Schrittlänge 65 cm

Obst und Gemüse: Apfel, Cherrytomaten, Kartoffelcremesuppe, großer gemischter Salat mit Käse, Birnenspalten und Walnüssen, Karotten


Tag 14 (Dienstag 14.3.2017): Neue Regel nötig?

Vielen Dank für die aufbauenden Zuschriften! Die E-Mail einer Apothekerin enthielt den Hinweis, ich sollte zusätzlich noch darauf achten, genug zu trinken, am besten stilles Wasser oder ungesüßten Tee. Bisher trinke ich oft Saftschorlen (ist ja auch eine Form von Obst...). Mal sehen, wie weit ich das zugunsten von kalorienfreien Getränken reduzieren kann.

Gestern bin ich mal wieder bei einer Grapefruit gelandet. Ich mag den sauren Geschmack sehr gerne. Aufgrund ihrer Bitterstoffe soll sie möglicherweise sogar den Appetit hemmen, sodass manche sie als Fatburner bezeichnen. Außerdem ist sie reich an Vitamin C und Kalium. Für mich also eine runde Sache und als Lieblingsobst eine gute Wahl.

Laut Mark Twain die einzige sichere Erkenntnis der Medizin: "Wasser, in Maßen genossen, ist nicht schädlich."

Fotolia/cdrcom/2011

Allerdings nicht für jeden. Deshalb ein kleiner Warnhinweis: Das in Grapefruits enthaltene Naringin beeinflusst die Wirksamkeit einiger Arzneimittel. Manche wirken dadurch stärker, andere schwächer. Darunter fallen beispielsweise bestimmte Medikamente gegen Krebs und Infektionen. Aber auch einige Mittel, die auf das Nervensystem, Herz und Kreislauf, die Harnwege, das Immunsystem oder die Blutfette wirken, können von dem Verzehr einer Grapefruit bzw. dem Trinken von Grapefruitsaft beeinflusst werden. Am besten immer die Packungsbeilage von neu verschriebenen Arzneien gut durchlesen!

Auf unseren Internetseiten gibt es übrigens Rezepte als Anregung, wie sich Grapefruits interessant kombinieren lassen: mit Kräutersteaks, zur Schoko-Mousse, als Auflauf, Cocktail oder Müsli.

Wie essen Sie Grapefruits am liebsten? Rezepte und Anregungen wie immer gerne an: roland.muehlbauer@wortundbildverlag.de

Und wer gar nicht genug von dem Aroma bekommen kann, beginnt den Tag schon im Bad mit einem Duschgel, das Grapefruitöl enthält. Die angenehmen Gerüche von ätherischen Ölen wirken entspannend. Perfekt!

Daten für Montag den 13.3.2017:

Bewegung: 11.313 Schritte / 8,19 km / 15 Stockwerke / Schrittlänge 72 cm + eine Stunde Tennis

Obst und Gemüse: Babykarotten, Minestrone, kleiner gemischter Salat, Grapefruit, Apfel, zwei Maiskolben


Kulinarisches Highlight der letzten Woche: Gegrillte und marinierte Antipasti in der Kantine

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Tag 13 (Montag 13.3.2017): Zwiegespalten

Die zweite Woche hinterließ mich mit gemischten Gefühlen.

Es kommt mir vor, als wäre mein Körper Tag und Nacht mit dem Verdauen der Obst- und Gemüseportionen beschäftigt. Was immerhin bewirkt, dass ich wenig Lust verspüre, zwischendurch zu anderen Snacks zu greifen. Trotzdem blieb mein Gewicht im Vergleich zur Vorwoche nahezu gleich. Das hat mich etwas enttäuscht nach dem Erfolg in der ersten Woche. Naja, zumindest ist es nicht gestiegen, und vielleicht sind ja Muskeln dazugekommen.

Auch wiederholen sich die Geschmackserlebnisse inzwischen doch merklich. Da muss ich bei meinen Rohkostportionen und Salaten wohl für etwas mehr Abwechslung sorgen. Was wiederum mehr Aufwand bedeutet.

Wenn ich es nicht für diesen Blog tun würde, wäre ich wahrscheinlich weniger konsequent. Manchmal sind die Regeln nämlich schon lästig: Wenn ich beispielsweise beim Lieblingsitaliener sitze und dann doch bloß den Fitnesssalat mit Putenstreifen bestelle. Oder wenn ich spätabends feststelle, dass tausend Schritte fehlen und ich deshalb nochmal um die Häuser ziehen muss, obwohl der Haushalt auch noch nach Aufmerksamkeit schreit. Die viele Bewegung geht ganz schön in die Zeit. Und hin und wieder wäre ich nach dem Sporteln auch in der Stimmung für ein Radler, also das Biermischgetränk mit Limo. Und darf nicht laut Regel drei. Ich tröste mich dann damit, dass Fasten ja ein spürbarer Verzicht sein soll. Und an anderen Tagen fallen mir die 10.000 Schritte auch ganz leicht, zum Beispiel beim Tanzen am Samstag.

Von den Obst- und Gemüseportionen her hat mich am Wochenende gerettet, dass ich Süßkartoffeln sowie die Kichererbsen im Kürbishummus wohl auch als eine Portion Gemüse zählen darf. Allerdings sollen laut dem National Health Service Hülsenfrüchte und Bohnen immer nur als maximal eine Portion gezählt werden, weil sie zwar Ballaststoffe enthalten, aber nicht die Mischung von Vitaminen und Mineralstoffen wie andere Obst- und Gemüsesorten.

Dort habe ich übrigens auch gelesen, dass sieben Stangen eingelegter Spargel eine Gemüseportion ergeben, und gleich zwei Gläser davon auf Vorrat gekauft. Ungesüßtes Apfelmus zählt ebenfalls, das ist wie ein Nachtisch für mich. Jetzt kann die dritte Woche kommen!

Daten für Freitag den 10.3.2017:

Bewegung: 11.343 Schritte / 7,35 km / 8 Stockwerke / Schrittlänge 65 cm

Obst und Gemüse: Müsli mit frischen Erdbeeren, Cocktailtomaten, griechischer Salat (Gurken, Tomaten, Paprika, Oliven, Peperoni, Feta), Smoothie (Apfel, Birne, Pfirsich, Zucchini, Spinat, Grünkohl), Kürbishummus, Fitnesssalat (Kopfsalat, Rucola, Karotten, Paprika, Putenstreifen)

Daten für Samstag den 11.3.2017:

Bewegung: Wandern und Tanzen -> 24.823 Schritte / 15,19 km / 7 Stockwerke / Schrittlänge 61 cm

Obst und Gemüse: Eineinhalb Äpfel, ca. 200 Gramm Cherrytomaten, Spinatknödel, kleiner Salat, Gemüsepfanne (Kürbis, Bohnen, Mais, Süßkartoffel)

Daten für Sonntag den 12.3.2017:

Gewicht: 88,5 kg

Bewegung: 14.794 Schritte / 9,6 km / 10 Stockwerke / Schrittlänge 65 cm

Obst und Gemüse: Grapefruit, Mango, Kürbishummus, Auberginenhack mit Zwiebeln und Tomaten in Currysoße



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