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Gelenkschmerzen

Ist es Arthrose? Rheuma? Oder vielleicht die Gicht? Mehr zu Ursachen von Gelenkschmerzen, Wissenswertes über Diagnose und Therapie. Mit Gelenkschmerz-Check


Viel belastete Gelenke wie die Knie schmerzen am häufigsten

Schnell die Treppen rauf und rein in die U-Bahn, die Schnürsenkel binden, in der Hocke werkeln, fleißig tippen – mit gesunden Gelenken alles kein Problem. Fangen Gelenke aber zu schmerzen an und geraten ins Stocken, schränkt uns das ein: Arbeiten im Beruf und Alltag fallen schwerer oder gehen ohne Behandlung gar nicht mehr. Auch für Hobbies mit Gelenkeinsatz wie Sport bedeuten Gliederschmerzen oft das Aus.

Wer rastet, der rostet

Banal, aber wahr. Um in Schuss zu bleiben, brauchen Gelenke vor allem eins: Bewegung. Regelmäßig und moderat sollte sie sein. So werden die Gelenke gut „geölt“. Das heißt, die Flüssigkeit im Gelenkspalt, die das bewerkstelligt und tatsächlich Gelenkschmiere heißt, kann dann ihre Schutzfunktionen voll entfalten. Sport, der uns verträglich fordert, bewährt sich ebenfalls sehr. Außerdem zählt das Körpergewicht: Gelenke, die nicht zu schwer tragen müssen, bleiben länger fit. Optimal ist Normalgewicht – am besten von Kindesbeinen an.

Ernähren Sie sich kalorienbewusst, aber ausgewogen, damit zum Beispiel die Knochen genügend stärkendes Kalzium bekommen. Auch Bewegung baut die Knochen auf, und überschüssige Pfunde schmelzen dahin. So profitieren die Gelenke gleich mehrfach.

Was Gelenken zusetzt

Gliederschmerzen nach körperlichen Strapazen sind meist harmlos und bald wieder vorbei. Kurze Spitzenbelastungen, etwa ein Umzug, müssen im Alltag nun mal drin sein – übliche Wehwehchen danach inbegriffen. Klar ist auch: Gelenkige, gut trainierte Menschen stecken solche Belastungen besser weg als Bewegungsmuffel. Andererseits kann falsches Training Gelenken auch schaden.

Die größten Belastungen

Überbelastung: Ein echtes Problem für Gelenke ist ständige Überbelastung. Einseitige, gleichförmige, schwere körperliche Arbeiten, „Leistungssport extrem“, Übergewicht oder Fettleibigkeit (Adipositas): alles Gift fürs Gerüst. Statisch ungünstig wirken sich auch Fehlstellungen von Gliedmaßen aus, etwa X- oder O-Beine. Bei all dem nutzen Gelenke oft vorzeitig zeitig ab, schmerzhafter Verschleiß (Arthrose) ist programmiert.
Keine Frage – berufliche Körperbelastungen sind oft unvermeidlich. Wichtig ist dann, die  Arbeitsschutzmaßnahmen einzuhalten und ansonsten alles zu vermeiden, was den Gelenken zusätzlich schadet, eben Übergewicht zum Beispiel.

Rauchen: Auf der langen Liste mit Gründen, warum Rauchen gesundheitsschädlich ist, finden sich ganz am Ende auch die Gelenke. So fördert der blaue Dunst zum Beispiel Erkrankungen wie die Psoriasis-Arthritis, also die Gelenkentzündung im Rahmen der Schuppenflechte. Das ist eine Form von Rheuma. Rheuma-Patienten wird geraten, vom Rauchen abzusehen (mehr zu Rheuma im „Gelenkschmerz-Check“ weiter unten).

Erbliche Faktoren: Veranlagung, Alter und Geschlecht prägen unsere Konstitution – und damit auch die Gelenke. Ob diese gesund mit uns altern oder ob und wann sich welche Beschwerden einstellen, darin gibt es natürlich große individuelle Unterschiede. Nicht zuletzt liegt das auch daran, dass viele Krankheiten, die Gelenken zusetzen, mehr oder weniger erblich bedingt sind. Das gilt auch für einige Fehlstellungen (siehe oben, Überbelastung). Und was das Alter betrifft: In den Wechseljahren verspüren viele Frauen plötzlich Schmerzen an Gelenken, die früher alles problemlos mitgemacht haben. Häufig macht sich nun zum Beispiel eine Arthrose bemerkbar (siehe unten, „Gelenkschmerz-Check“).

Verletzungen: Wenn gelenknahe Knochen nach einem Bruch nicht wieder „linientreu“ zusammenwachsen oder wenn der Gelenkknorpel geschädigt wurde, kann es vorzeitig zu Gelenkverschleiß und Schmerzen kommen. Typisches Beispiel ist eine Sprunggelenk-Arthrose als Verletzungsfolge.

Krankheiten: Viele Erkrankungen, die auf Gelenke zielen, bewirken, dass diese sich entzünden: Es kommt zu einer Arthritis (arthros, griech. Gelenk; die lat. Endung -itis steht für entzündet). Zu den Folgen gehören Schmerzen an den Gelenken (Arthralgien), eventuell Gelenkschäden und -verformungen, möglicherweise auch Behinderungen. Einige Krankheiten sind erblich bedingt, etwa Stoffwechselstörungen wie die Gicht.



Das Knie und seine Basisteile

Gelenk entzündet? Die fünf Arthritis-Leitsymptome

  • Das Gelenk schmerzt (Arthralgie),
  • es ist geschwollen,
  • schlechter beweglich,
  • kann sich heiß anfühlen,
  • und äußerlich gerötet sein.

 

Was schmerzt genau?

Häufig gehen Schmerzen von den stützenden Strukturen um ein Gelenk herum aus. Die Gelenke selbst müssen also gar nicht entzündet sein. So können Sondereinsätze die Muskeln, Schleimbeutel oder eine schon leicht lädierte Sehne schnell überstrapazieren. Die Folge: Es kommt zu Reizungen oder kleinsten Einrissen, bestimmte Bewegungen schmerzen oder es tut bei Druck mit dem Finger entlang einer Sehne weh. Das kann nach ein paar Tagen wieder ausgestanden sein. Je nach Ursache sind Sehnen- oder Schleimbeutelentzündungen manchmal aber auch langwierig. Bänder, die den Gelenken Extra-Halt geben, die Knochenhaut und nicht zuletzt die Muskeln können ebenfalls erhebliche Schmerzen bereiten.


Welche Gelenke tun am häufigsten weh?

Gelenkverschleiß oder Arthrose ist mit Abstand die führende Gelenkerkrankung.
Die Knie trifft es am häufigsten. Damit sind sie in Sachen Gelenkschmerzen Spitzenreiter. Der Rücken hält ohnehin gut mit. Hier machen zum Beispiel oft die kleinen Wirbelgelenke Probleme. Arthrose setzt dem Rückgrat oft im Kreuz, an den Lendenwirbeln und im Halsbereich zu.
Auch Rheuma (rheumatoide Arthritis) kann die Wirbelsäule oben am Hals angreifen. Ein möglicher Hinweis darauf sind mitunter Schmerzen im Nacken und am Hinterkopf, die sich bei Kopfbewegungen verstärken.
Am Kreuz spielt Rheuma zudem in Form der Bechterew-Krankheit oder Arthritis bei Schuppenflechte eine Rolle.
Der größere Anteil an Rücken-, Kreuz- und Nackenschmerzen geht allerdings aufs Konto überstrapazierter Muskeln und Bänder.
Etliche Menschen plagen sich auch mit Beschwerden an den Hüften herum.
Für schmerzende Ellenbogen und Schultern sind oft lädierte Sehnen und Schleimbeutel verantwortlich. Ellbogen und Knie können sich unter anderem bei einer chronischen Borreliose entzünden.
Die Finger, unsere Feinmotorik-Spezialisten, sind ebenfalls im Fokus vieler Krankheiten – häufig wiederum Arthrose und Rheuma.

Wenn der Körper als Ganzes erkrankt

Es gibt Erkrankungen, die neben Gelenken noch weitere Organe erfassen – etwa Augen, Herz, Lungen, Nieren und Nerven. Daher heißen sie Systemerkrankungen: Jedes Organ im Körper kann erkranken, meist mehr als zwei. Daher sind vielfältige Symptome möglich. Außerdem kommt es häufig zu allgemeinen Beschwerden wie Hautausschlag, Fieber, Müdigkeit, Gewichtsabnahme und Durchblutungsstörungen, etwa an den Fingern.



Manchmal sind Gelenkschmerzen ein Notfall

Gelenkschmerzen als Alarmzeichen?

Das ist durchaus möglich. Meist bleibt es dann aber nicht beim Gelenkschmerz, sondern es gibt es noch mehr Warnsignale. Sie können sich auf das Gelenk selbst beziehen (siehe oben: „Entzündetes Gelenk? Die fünf Arthritis-Leitsymptome“), allgemeine Krankheitszeichen sein oder auf andere Organe verweisen.

Ein durch Bakterien infiziertes Gelenk mit starker Schwellung, Rötung, schmerzhaft eingeschränkter Beweglichkeit, eventuell Fieber, gegebenenfalls Schüttelfrost (siehe Abschnitt „Ursachen von Gelenkschmerzen“) ist ein Notfall. Rufen Sie sofort den Notarzt, kühlen Sie derweil das Gelenk und halten es ruhig. Dies gilt auch im Falle einer Gelenkblutung, die teilweise ähnliche Symptome macht (siehe unten: „Gelenkschmerz-Check“). Patienten mit bekannter Bluterkrankheit begeben sich unverzüglich in das zuständige Hämophilie-Zentrum. An den Notfallausweis denken!

Hohes Fieber, Schüttelfrost, dazu Nackensteifigkeit, deutliche Kopfschmerzen, Lichtscheu, ein Hautausschlag sowie Gelenk- und Muskelschmerzen weisen eventuell auf eine Hirnhautentzündung hin. Auch hier umgehend den Notarzt alarmieren.  

Gelenkschmerzen in Verbindung mit Atemnot, schnellem Puls, Brustschmerzen oder blutigem Urin und Fieber können gelegentlich einer entzündlichen Systemerkrankung geschuldet sein. Ziehen Sie auch hier schnell den Notarzt hinzu. Schnell muss es gehen, weil unter anderem ein Herzinfarkt auszuschließen ist (mehr dazu im „Gelenkschmerz-Check“ unter „Vaskultis / Panarteriitis nodosa“).

Selten sind Schwellungen eines Gelenkes – mit oder ohne Schmerzen – durch eine Geschwulsterkrankung bedingt. Möglicherweise hat sich ein gutartiger Tumor am Gelenkknorpel oder einer Sehne gebildet. Auch Gefäß- und Fettgewebswucherungen kommen vor. Bösartig sind zum Beispiel Weichteiltumoren wie Synovialsarkome, die gelenknah in Verbindung zu Gelenkkapseln, Sehnen und Schleimbeuteln wachsen – meist im Umfeld des Knie- oder Hüftgelenkes. Gelegentlich siedeln sich Tochtergeschwülste von Tumoren (Metastasen) in einem Gelenk an. Schließlich kann es bei Krebs auch ganz allgemein zu Gelenkschmerzen kommen. Gehen Sie bei auffallenden Veränderungen oder Beschwerden an einem Gelenk immer zum Arzt!


Wann zum Arzt?

  • Bei Gelenkschmerzen durch eine Verletzung
  • Wenn Glieder – Gelenke oder Muskeln – anhaltend oder immer wieder Schmerzen bereiten
  • Wenn ein oder mehrere Gelenke schmerzen, gleichzeitig oder eins nach dem anderen (wandernder oder springender Schmerz), auch bei Kindern
  • Wenn ein Gelenk sich schlechter bewegen lässt, bei typischen Bewegungen schmerzt oder Geräusche erzeugt
  • Wenn Gelenke nachts oder frühmorgens schmerzhaft und / oder morgens nach dem Aufstehen länger steif sind, mindestens eine Stunde
  • Bei „Gelenkschmerz plus ...“, das heißt bei Begleitsymptomen wie Krankheitsgefühl, Hautausschlag, auch im Genitalbereich, Fieber, Gewichtsverlust, Müdigkeit. Und bei weiteren Krankheitszeichen wie gerötete oder trockene Augen, Mundtrockenheit, Sehstörungen, Husten, Auswurf, Durchfall, Depressionen.
  • Wenn Gelenkschmerzen trotz Therapie nicht zurückgehen oder sich akut verschlechtern

Ursachen von Gelenkschmerzen

Fünf Wichtige

Arthrose durch Verschleiß, Gicht durch zu viel Harnsäure im Körper, Infektionen durch Erreger, die Schmerzkrankheit Fibromyalgie(-Syndrom) und Rheuma – so lauten die führenden Ursachen von Gelenkschmerzen (mehr dazu jeweils unten im „Gelenkschmerz-Check“). Von Rheuma ist dabei häufig die Rede, weil für viele Menschen Gliederschmerzen und Rheuma dasselbe sind. Manchmal läuft selbst die Fibromyalgie oder Gicht unter dem Begriff Rheuma. Genau genommen geht es aber um das zentrale Krankheitsbild der rheumatoiden Arthritis, kurz gesagt Gelenkrheuma, eine führende Autoimmunkrankheit (siehe nächster Abschnitt). Andere rheumatische Krankheiten kommen deutlich seltener vor, Gelenkschmerzen gehören aber häufig zu den Symptomen.

Autoimmunkrankheiten

Wenn das Immunsystem plötzlich gesundes Gewebe angreift, handelt es sich um eine Autoimmunreaktion. Typisches Beispiel hier: wiederum das Gelenkrheuma. Oder die Kollagenosen, bei denen sich das Bindegewebe entzündet. Dazu gehören das Sjögren-Syndrom oder der Systemische Lupus erythematodes. Auch Vaskulitis-Erkrankungen zählen zu den Kollagenosen. Hier entzünden sich kleine, mittelgroße oder große Schlagadern, selten (auch) Venen. Es kommt zu Gefäßschäden und vielfältigen Krankheitsbildern. Eins davon ist die Polymyalgia rheumatica. Am Bewegungssystem, vor allem im Nacken, Schulter- und Beckengürtel, verursacht sie vor allem nachts starke Schmerzen.

Manchmal treten schmerzhafte Gelenkentzündungen nach einer Infektion mit Bakterien auf, weil der Körper „allergisch“ auf Erregerbestandteile reagiert (infektbedingte Autoimmunreaktion). Das rheumatische Fieber nach einer Streptokokken-Angina oder Scharlach ist so ein Beispiel. Dabei kommt es neben schmerzhaften Entzündungen großer Gelenke auch zu Fieber und Hautausschlägen, unbehandelt kann sich ein Herzfehler entwickeln. Seit der Antibiotika-Ära gehört es bei uns fast schon zu den vergessenen Krankheiten.

Auch die wiederkehrende (rezidivierende) Polychondritis, eine entzündlich-rheumatische Krankheit des Knorpelgewebes, ist sehr selten. Sie kann aber zu schweren Verunstaltungen führen wie einer „Sattelnase“, sogenannten „Schlappohren“ durch Auflösung des Ohrläppchenknorpels und einer „Trichterbrust“ mit eingesunkenem Brustkorb. Noch gravierender sind innere Komplikationen, zum Beispiel an den Herzklappen. Die Krankheit kann auch gemeinsam mit anderen Autoimmunerkrankungen vorkommen. Gelenkschmerzen sind mitunter erste Krankheitszeichen.

Entzündungen der Wirbel- und Kreuz-Darmbein-Gelenke

Eine Entzündung der Wirbelgelenke heißt Spondyloarthritis, der Kreuz-Darmbein-Gelenke Sakroileitis. Einige hier zugrunde liegende Erkrankungen wie die Bechterew-Erkrankung zählen ebenfalls zu Rheuma, auch wenn im Blut typische Rheumawerte wie die sogenannten Rheumafaktoren fehlen. Charakteristisch sind Rücken- und / oder Kreuzschmerzen, dazu oft auch Schmerzen an einem Beingelenk, etwa am Knie. Auch die Hauterkrankung Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine mögliche Grunderkrankung. Manchmal liegt eine chronische Darmentzündung wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa vor.

Selten kündigen Gelenk- und Kreuzschmerzen eine Whipple-Krankheit (siehe unten, „Gelenkschmerz-Check“) an. Frühestmögliche Behandlung hilft hier wie bei vielen anderen Krankheiten, Komplikationen zu vermeiden.

Nach einer Infektion des Darm-, Harn- oder Geschlechtstrakts kann sich ebenfalls eine Spondyloarthritis / Sakroileitis entwickeln. In diesem Fall wird das Krankheitsbild auch  reaktive Arthritis genannt. Es betrifft etwa zwei bis drei Prozent der Patienten, ist also gar nicht so selten. Eine Variante mit noch umfassenderen Symptomen ist das Reiter-Syndrom.

Veranlagung spielt offenbar jeweils eine bedeutende Rolle, was durch ein bestimmtes Genmerkmal im Blut zum Ausdruck kommt.

Oft rätselhaft: Fibromyalgie und Chronisches Müdigkeitssyndrom

Die Fibromyalgie oder das Fibromyalgie-Syndrom zeichnet sich durch Gliederschmerzen in vielen Bereichen, vegetative Beschwerden wie vermehrtes Schwitzen und Störungen zahlreicher Körperfunktionen aus. Die Ursache ist unklar. Veranlagung, Psyche, soziale Faktoren und rheumatische Erkrankungen scheinen eine mitauslösende Rolle zu spielen.

Das Chronische Müdigkeits- oder Fatigue-Syndrom geht mit unklarer Erschöpfung einher, die über ein halbes Jahr andauert. Dazu kommen Muskel- und Gelenkschmerzen sowie verschiedene andere Beschwerden. Es gibt aber auch auslösende Krankheiten und Therapien, etwa bei Krebs.

Systemkrankheit Sarkoidose

Sie gehört nicht zu den Autoimmunerkrankungen. Jedoch kann die Sarkoidose als entzündliche Systemkrankheit ebenfalls viele Organe erfassen. Schwerpunktmäßig geht es hier um die Lungen. An der wiederum seltenen akuten Form (Löfgren-Syndrom), die auch Gelenke tangiert, erkranken hauptsächlich jüngere Frauen.

Stoffwechsel-, Ablagerungs- und Speicherkrankheiten

Bei der Stofwechselkrankheit Gicht können sich Harnsäurekristalle in Gelenken ablagern und dort eine heftige Entzündung auslösen. Dichter und Maler haben der Gicht Denkmäler gesetzt. Bei Wilhelm Busch heißt es: „Der Dicke aber – autsch! mein Bein – hat wieder heut das Zipperlein“. Zipperlein stand einst für die Gicht. Heute hört es sich „untertrieben“ an, sind doch Gichtanfälle dafür bekannt, höllisch weh zu tun. Völlig richtig ist der Hinweis auf die Körperfülle: Gicht war schon immer eine Zivilisationskrankheit und ist es auch heute noch. Die gute Nachricht: Keineswegs jeder Betroffene bekommt es dabei mit den Gelenken zu tun.

Weniger bekannt ist eine Verwandte der Gicht namens Pseudogicht, die zu mehr oder weniger schmerzhaften Ablagerungen von Kalziumkristallen im Gelenkknorpel führt. Oder die Tatsache, dass auch erbliche Störungen des Fettstoffwechsels oder die Zuckerkrankheit Diabetes Gelenke in Mitleidenschaft ziehen können. Auch das kommt verhältnismäßig selten vor, ebenso die Eisenspeicherkrankheit.

Infektionen

Virus-Krankheiten wie Masern, Windpocken, Röteln, Hepatitis B und Hepatitis C, HIV / Aids oder Krankheiten durch Bakterien, etwa Brucellen, sexuell vermittelte Infektionen wie Gonorrhö (Tripper) oder Befall mit Chlamydien führen neben typischen Hauptbeschwerden häufig zu Gelenkschmerzen (Arthralgien). Mitunter entzünden sich Gelenke auch. Bei der Grippe, eine der weltweit häufigsten Krankheiten überhaupt, gehören Gliederschmerzen zu den akuten Leitsymptomen. Was genau hier wehtut, ist im Einzelnen aber gar nicht genau unterscheidbar – irgendwie ist es das ganze „Gestell“.

Gelangen Bakterien in ein Gelenk, etwa bei einer Verletzung, droht eine akute bakterielle Infektion. Sie gefährdet das Gelenk und muss umgehend behandelt werden (Gelenk-Notfall!). Zudem können die Keime streuen und eine gefährliche Blutvergiftung (Sepsis) provozieren. Umgekehrt können Bakterien über das Blut ins Gelenk gelangen und ihm gefährlich werden (septische Arthritis). Oder sie stammen aus einem angrenzenden, infizierten Knochen. Wie auch immer: Menschen mit Rheuma sind anfälliger für Gelenkinfektionen, da das entzündete Gewebe Bakterien anlockt. Auch die Rheuma-Therapie begünstigt das, sie unterdrückt Abwehrreaktionen. Trotzdem ist sie alternativlos.
Weniger akut verlaufen Gelenkinfektionen durch Pilze oder bei einer Tuberkulose.

Weitere Erkrankungen

Regelrechte „Entzündungskrisen“ brechen bei den ebenfalls seltenen erblichen Fieberkrankheiten aus, etwa dem familiären Mittelmeerfieber. Die Betroffenen, in der Regel unter zehn Jahre alten Kinder, erleiden wiederholte Fieberschübe, Hautausschläge an den Beinen, schmerzhafte Entzündungen einzelner Gelenke und Muskelschmerzen. Auch das Rippen- oder Bauchfell kann sich entzünden.

Auf der Ursachenliste von Gelenkschmerzen gibt es aber noch mehr zu entdecken: etwa das Sweet-Syndrom mit Fieber, einem knötchenförmigen Hautausschlag im Gesicht und an Gliedmaßen sowie schmerzhaften Gelenkentzündungen. Es kann nach Infektionen, bei Rheuma, Lympherkrankungen und Gabe von Medikamenten wie sogenannten Wachstumsfaktoren auftreten.

Auch Gelenkblutungen durch die Bluterkrankheit  Hämophilie oder andere Gerinnungsstörungen, dann Formen von Blutarmut wie Sichelzellenanämie und Thalassämie, eine Akromegalie und nicht zuletzt Tumoren können Ursache von Gelenkschmerzen sein.

Zu einigen hier genannten Krankheiten – Verletzungen ausgenommen – finden Sie nun noch weitere Informationen im „Gelenkschmerz-Check“.


Gelenkschmerz-Check

Gelenkschmerzen können zahllose Ursachen haben. Sie alle aufzulisten, ist kaum möglich. Wir können Ihnen hier nur eine erste Orientierung geben.



Wo man Arthrose spürt

Gelenkverschleiß (Arthrose)

Gelenke fangen schon um die 30 an zu verschleißen, meist aber unmerklich. Ab 60 hat jede/r Fünfte/r Arthrose an Knien oder Hüften, gut die Hälfte dadurch Schmerzen. Später steigt die Zahl weiter an. Ärzte bezeichnen die Arthrose als das degenerative Gelenkleiden schlechthin. Ursache ist Verschleiß des Gelenkknorpels. Er regeneriert sich nicht mehr, und das Gelenk ist Belastungen schutzlos ausgesetzt. Hauptrisikofaktoren sind Veranlagung, weibliches Geschlecht, Lebensalter, Verletzungen, Überbelastung sowie spezielle Gelenkerkrankungen. Und: Nach Einsatz einer Prothese können wieder Schmerzen im Gelenk auftreten.

Symptome: Nach einer langen symptomlosen Zeit treten bohrende oder stechende Schmerzen im betroffenen Gelenk auf, häufig ein einzelnes, großes. Mitunter schmerzt auch ein benachbartes Gelenk, etwa bei Hüftarthrose das Knie. Die unebenen Gelenkflächen „knirschen“ oft. Bei Hüftarthrose ist die Innenrotation der Hüfte eingeschränkt, der Oberschenkel lässt sich also nicht mehr vollständig heranziehen, und die Schmerzen werden häufig in der Leiste verspürt. Ein Arthrose-Knie lässt sich unter anderem schlechter durchstrecken. Daher legen die Betroffenen zum Beispiel beim Schlafen gerne ein Kissen oder eine Rolle unter.
Der weitere Verlauf ist durch Morgensteifigkeit und Anlaufschmerzen gekennzeichnet: Das steife Gelenk kommt erst nach ein paar schmerzhaften Schritten in Gang. Danach bessern sich die Beschwerden. Mit der Zeit schmerzt es jedoch immer mehr – nicht nur beim Gehen, Treppensteigen und sonstigen Belastungen, sondern auch nachts und in Ruhe.
Ohne Therapie wird das Gelenk unbeweglicher und verformt sich. Im akuten Erkrankungsschub („Aktivierung“) ist das Gelenk entzündet, kann durch einen Erguss geschwollen sein und tut sehr weh; äußerlich fühlt es sich heiß an.

Frauen haben nach den Wechseljahren häufig mit Fingerarthrose zu tun. Als Heberden-Arthrose zeigt sie sich an Fingerendgelenken, häufig am Zeigefinger und kleinen Finger. Die optisch störenden „Knubbel“ auf der Streckseite der Hand können sich entzünden und schmerzen; die betroffenen Finger sind kraftlos und weniger beweglich.
An den Fingermittelgelenken spielt sich die Bouchard-Arthrose ab. Auch hier entstehen schmerzhafte Knoten. Verschleiß-Kandidat ist außerdem das Sattelgelenk des Daumens (Rhizarthrose). An den übrigen Gelenken der Hand ist Arthrose eher selten, ebenso an den Ellbogen- und Schultergelenken.

Mehr dazu in den Ratgebern „Arthrose des Kniegelenks“, „Arthrose des Hüftgelenks“, „Arthrose der Hand- und Fingergelenke“ und „Schwellungen und Knoten an den Händen“.


• Autoimmunkrankheiten

Normalerweise verteidigt das Immunsystem den Körper. Bei einer Autoimmunkrankheit greift es ihn plötzlich an – warum, ist meist unbekannt. Erbgut und Geschlecht spielen eine gewisse Rolle. Darauf weisen einmal Genmerkmale im Blut hin, die bei einigen Autoimmunkrankheiten auftreten. Zudem liegen die Störungen häufig in der Familie und betreffen vermehrt Frauen. Da oft verschiedene Organe gleichzeitig erkranken, darunter die Gelenke, ist auch von Systemerkrankungen die Rede. Sie verlaufen meist schubartig und müssen nachhaltig behandelt werden, um Schlimmeres möglichst abzuwenden. Da sich  Autoimmunkrankheiten oft mit einem Hautausschlag präsentieren, sodass die erste Anlaufstelle oft Hautärzte sind, haben diese die weitere Bezeichnung „Dermatitis-Arthritis-Syndrome“ geprägt.


Übungen bei Rheumaerkrankung

Wichtig bei Rheuma der Hände: Fingerübungen

Rheuma

Weit über 100 Krankheitsbilder ordnen Mediziner dem Begriff Rheuma zu. Das häufigste ist das chronische Gelenkrheuma alias rheumatoide Arthritis.

– Rheumatoide Arthritis (RA, chronische Polyarthritis): Polyarthritis heißt, dass sich viele Gelenke – kleine und große – entzünden. Bei der RA geht es um etwa ein Prozent der Erwachsenen insgesamt, im Alter über 55 Jahren sind etwa zwei Prozent betroffen. Es gibt spezielle Formen, darunter das sehr ernste Felty-Syndrom bei Erwachsenen oder allein sieben verschiedene RA-Varianten bei Kindern und Jugendlichen. Denn auch diese Altersgruppe erkrankt mitunter an Rheuma, wenn auch seltener als Erwachsene. Im Laufe der Erkrankung kommt es zu Schäden am Gelenkknorpel und -knochen. Gezielte Langzeit-Therapien können dies mildern und abbremsen, eine Heilung ist noch nicht möglich.

Symptome: Zum einen treten unbestimmte Krankheitszeichen wie zum Beispiel leichtes Fieber , Müdigkeit, Gewichtsverlust und Krankheitsgefühl auf. Mitunter haben die Betroffenen auch Nachtschweiß. Zum anderen kommt es zu Beschwerden an Gelenken. Schon früh lassen Kraft und Beweglichkeit der erkrankten Glieder nach – meist erkranken zunächst die kleinen Gelenke an den Zehen auf beiden Körperseiten, dann auch an den Händen. Morgens fühlen sich die Zehen steif an. Die Zehengrundgelenke können anschwellen. Verdächtig sind im weiteren Verlauf auch Schmerzen beim Händedruck oder beim Beugen und Strecken der Finger. Oft schwellen bald auch die Finger-Mittel- und -Grundgelenke an und sind morgens steif. Die Morgensteifigkeit hält mindestens etwa eine Stunde an und bessert sich bei Bewegungen. Später kann die Entzündung auf größere Gelenke übergreifen. Auf den Streckseiten unter der Haut an Händen oder Ellenbogen und an Sehnen bilden sich gelegentlich „Rheumaknoten“. Auch Sehnenscheiden und Schleimbeutel in Gelenknähe entzünden sich manchmal und weisen dann schmerzhafte Schwellungen auf. Erkranken andere Organe, führt das zu entsprechenden Symptomen.

– – Morbus Still: Morbus bedeutet Krankheit. Diese Variante der rheumatoiden Arthritis betrifft einmal Erwachsene (sogenannte adulte Form). Eine weitere kommt bei Jugendlichen vor. Gelenkschmerzen sind bei dieser juvenilen Form gegenüber anderen schweren Symptomen wie Fieber und Rippenfellentzündung anfangs im Hintergrund. Auch bei Erwachsenen kann die Erkrankung sich auf innere Organe wie Leber, Milz, das Rippen- und Bauchfell oder den Herzbeutel ausdehnen. Schlimmstenfalls versagen lebenswichtige Organe.
Symptome (Erwachsene): Ein – allerdings oft flüchtiges – Kennzeichen sind lachsfarbene Hautausschläge an Rumpf und Oberarmen, die auf dem Höhepunkt eines Fieberanstiegs auftreten können. Zudem kommt es zu Gelenkentzündungen und -schmerzen, besonders an den Händen auf beiden Körperseiten, Muskelschmerzen, Halsschmerzen und Lymphknotenschwellungen.

Hier lesen Sie mehr über die „Rheumatoide Arthritis“.


Kollagenosen

Bei diesen Autoimmunerkrankungen dreht sich alles um eine Entzündung des Bindegewebes. Namensgebend ist sein Grundstoff Kollagen. Da Bindegewebe überall im Körper vorkommt – von der Haut über Blutgefäße und innere Organe bis zu den Gelenken –, erkranken in der Regel mehrere Organe gleichzeitig (Systemerkrankung). Typisch für manche Kollagenosen sind außerdem Durchblutungsstörungen der Finger oder Zehen von etwa 30 Minuten Dauer. Sie heißen sekundäres Raynaud-Syndrom (sekundär = infolge einer anderen Krankheit). Es „verfärben“ sich vorübergehend ein oder mehrere Finger weiß, schmerzen und kribbeln.



Bei Frauen können Östrogene einen "Lupus" auslösen

– Systemischer Lupus erythematodes (SLE): Ein tatsächlich nur sehr kleiner Anteil Erwachsener (0,05 Prozent) erkrankt an SLE – überwiegend Frauen, meist im Alter von 17 bis 50 Jahren. Es gibt genetische Faktoren und Auslöser wie UV-Licht und Medikamente, etwa Penicillin oder Herz-Kreislauf-Medikamente wie ACE-Hemmer. Oder weibliche Geschlechtshormone vom Typ Östrogene, wie sie etwa in Verhütungspillen vorkommen. Positive antinukleäre Antikörper (abgekürzt ANA) gehören zu den wichtigen Indizien im Blut. Die entzündliche Erkrankung erfasst viele Organe: Gelenke, Muskeln, Haut, Augen, Nieren, Lungen, Lymphknoten, Herz, Nerven und das Gehirn.

Symptome: Anfangs treten Fieber und Gewichtsverlust auf, die Betroffenen fühlen sich abgeschlagen und krank. Schließlich stellen sich Schmerzen an zwei oder mehr kleinen Gelenken ein, wobei diese auch äußerlich gerötet und morgens steif sind und anschwellen können. Mögliche Spätfolge sind Fehlstellungen der Gelenke (sogenannte Jaccoud-Arthropathie). Gelegentlich schwellen Lymphknoten an. Sonnenlicht ruft häufig eine typische schmetterlingsförmige Rötung im Gesicht, vor allem an den Wangen und auf dem Nasenrücken, hervor. Auch an Dekolleté und Oberarmen können sich leuchtend rote Flecken zeigen, oft auch Schuppen und Knötchen. Die Finger weisen auf der Streckseite schuppende rote Flecken, erweiterte Gefäße und kleine Stippchen auf, an den Nägeln gibt es weißliche Veränderungen am Falz sowie Splitterblutungen. Häufig kommt es auch zu Haarausfall. Im Mund machen Aphthen zu schaffen, an der Nasen-Rachen-Schleimhaut kleine Geschwüre. Erkranken andere Organe, ergeben sich weitere Symptome, bis hin zu neurologischen und psychischen Störungen.

Die Diagnose basiert auf einer Gewebeuntersuchung der Haut.
Zur Therapie bei Lupus erythematodes gehört, mögliche Auslöser zu meiden und für konsequenten Lichtschutz zu sorgen. Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken, sogenannte Immunsuppressiva, und Biologika, die in Entzündungsvorgänge eingreifen, sind zentrale Therapien.

– Progressive systemische Sklerose / Sklerodermie: Kennzeichen ist eine allgemeine Neigung zur Verhärtung (Sklerose) des Bindegewebes: an der Haut, an Schleimhäuten im Verdauungstrakt oder in anderen Organen. Die Haut verhärtet sich und spannt. Über Gelenk- und Muskelschmerzen klagen rund die Hälfte der Betroffenen – überwiegend Frauen im Alter von 30 bis 50 Jahren. Außerdem ist die Sklerodermie häufiger mit anderen Autoimmunerkrankungen verbunden, etwa einer Lebererkrankung namens primär biliäre Zirrhose oder dem Sjögren-Syndrom (siehe unten).

Symptome: Es kommt zunächst zu Schmerzen, teigigen Schwellungen und Steifigkeit kleiner Gelenke, etwa an einzelnen Fingern („Wurstfinger“). Allmählich entwickelt sich die eine krankhafte Straffung (Sklerose) der Haut, meist zuerst an den Händen. Kennzeichnend sind zudem Gefäßkrämpfe mit Durchblutungsstörungen an einem oder mehreren Fingern: zunächst sind sie weiß, dann violett und rot, wenn das Blut wieder fließt. An den Fingerkuppen können sich offene Stellen bilden. Die Finger geraten mitunter in Beugestellung (Beugekontraktur). Typisch sind auch die Veränderungen im Gesicht: spitze Nase, verkleinerter Mund mit Faltenbildung darüber, Starre des Ausdrucks. Weitere Symptome hängen davon ab, welche Organe sonst noch erkranken, etwa Schluckstörungen aufgrund einer verhärteten Speiseröhre, Herzrhythmusstörungen oder Lungenveränderungen, die unter anderem Lungenhochdruck verursachen können.

Die Diagnose ergibt sich aus den Beschwerden, den körperlichen Befunden sowie technischen Untersuchungsergebnissen. Diese beinhalten spezielle Laborwerte, darunter den Anti-SCL-70-Antikörper, sodann eine Nagelkapillarmikroskopie (siehe „Diagnose“) und bildgebende Verfahren.
Die Therapie entspricht im Grundsatz der immununterdrückenden Behandlung bei SLE (siehe oben)


– Sjögren-Syndrom: Es ist offenbar das zweithäufigste entzündlich-rheumatische Krankheitsbild in Europa nach der rheumatoiden Arthritis, bei der es auch auftreten kann. Ärzte diagnostizieren das Krankheitsbild weitaus häufiger bei Frauen als bei Männern. Meist erkranken die Patientinnen um das 50. Lebensjahr. Das Sjögren-Syndrom begleitet mitunter noch andere Autoimmunerkrankungen wie den systemischen Lupus erythematodes, die progressive systemische Sklerodermie (siehe jeweils oben) und sogenannte Überlappungskrankheiten (Sharp-Syndrom, siehe unten). Auch bei einer chronischen Leberkrankheit namens primär biliäre Zirrhose, bei multipler Sklerose, autoimmuner Hepatitis oder Myasthenia gravis kommt es als Zweiterkrankung vor.

Leitsymptome sind trockene Augen mit Augenbrennen und Fremdkörpergefühl sowie Trockenheit und Brennen im Mund. Ursache ist eine chronische immunbedingte Entzündung der Tränen- und Speicheldrüsen. Zunächst verändert sich die Qualität der Tränen und des Speichels, schließlich versiegt die Produktion. Dabei schwellen die Speicheldrüsen an, vor allem die Ohrspeicheldrüsen, wie man es eher von den dicken Backen bei Mumps her kennt. Die Atemwege können austrocknen, was zu Schluckbeschwerden, Heiserkeit und Husten führt. Mitunter treten spezielle Lungenentzündungen auf. Ist der Genitaltrakt betroffen, kann das sexuelle Störungen zur Folge haben. Nicht selten kommt es zu Entzündungen und Schmerzen an den Sprunggelenken. Auch Muskeln können schmerzen. Durchblutungsstörungen der Finger durch entzündete Gefäße, geschwollene Lymphknoten, Veränderungen an den Nieren und Nerven sind ebenfalls möglich.
Achtung: Trockene Augen oder Mundtrockenheit, sogenannte Sicca-Symptome, treten manchmal auch bei nicht-autoimmunen Erkrankungen auf, etwa bei der Fibromyalgie (siehe unten) oder bei einer Hepatitis B und Hepatitis C. Außerdem sind auch oft Medikamente für trockene Schleimhäute verantwortlich.
Die Therapie richtet sich nach der Diagnose. Künstlicher Speichel und künstliche Tränen können die Trockenheitssymptome an den Augen und im Mund lindern.

– Polymyositis / Dermatomyositis: Bei Polymyositis entzünden sich Skelettmuskeln. Die Variante Dermatomyositis geht zusätzlich mit Hauterscheinungen einher: unter anderem Rötungen im Gesicht sowie Knötchen, Rötungen und Einrissen der Haut an den Fingern. Beide Krankheitsbilder können zudem im Zuge anderer Kollagenosen, Vaskulitis-Erkrankungen oder auch Tumoren auftreten.
Leitsymptome jeweils sind Schmerzen und Schwäche, schwerpunktmäßig der Schulter- und Beckenmuskeln. Auch innere Organe wie Speiseröhre, Herz und Lungen können erkranken. Bei der Sonderform Anti-Jo 1-Syndrom entzünden sich Gelenke und bereiten Schmerzen, außerdem treten Durchblutungsstörungen an den Fingern auf (siehe oben: sekundäres Raynaud-Syndrom).
Zur Diagnose führt unter anderem eine Muskelgewebeprobe.
Die Therapie umfasst das Immunsystem unterdrückende Medikamente, spezielle Immuntherapien, bei einem Tumor eine darauf ausgerichtete Behandlung, unabhängig davon mitunter auch eine Chemotherapie. Die dabei eingesetzten Medikamente blockieren das Immunsystem.

– Sharp-Syndrom: Gelegentlich überschneiden sich verschiedene Kollagenosen. Ein Beispiel für solche „Überlappungskrankheiten“ ist das Sharp-Syndrom. Dabei kommen Merkmale eines Systemischen Lupus erythematodes (SLE), einer Sklerodermie, einer rheumatoiden Arthritis (RA) und einer rheumatischen Muskelentzündung (Polymyositis) in unterschiedlicher Ausprägung zusammen.
Symptome: Neben Gelenkbeschwerden nach Art einer rheumatoiden Arthritis treten an den Fingern praktisch immer Durchblutungsstörungen und Hautveränderungen wie bei Sklerodermie auf (siehe oben).
Richtungweisend für die Diagnose sind antinukleäre Antikörper im Blut und Hautproben. Therapie: Immununterdrückende Behandlung wie bei SLE (siehe oben).



Gefäßentzündungen zeigen sich manchmal an Händen, mitunter auch Füßen, wenn die Durchblutung dort streikt

Gefäßentzündungen (Vaskulitis)

Bei einer Vaskulitis entzünden sich kleine, mittlere oder große Adern, selten auch Venen. Genaueres ergibt sich aus den Untersuchungsbefunden, häufig Gewebeproben. Zu typischen Krankheitszeichen gehören stippchen- bis knötchenförmige kleine Blutungen unter der Haut, oft an den Fingern, sodann Gelenkentzündungen und -schmerzen. Häufig erkranken auch innere Organe, etwa die Nieren. Gefäßentzündungen können außerdem im Zuge anderer Autoimmunerkrankungen auftreten – Kollagenosen, Crohn-Krankheit, Sarkoidose (siehe jeweils weiter unten). Bei einigen Infektionskrankheiten oder  Lympherkrankungen kommen sie ebenfalls vor. Manchmal sind Medikamente wie Antibiotika oder Schilddrüsenblocker auslösend. Auch Vaskulitiden weisen häufiger Durchblutungsstörungen der Finger als sekundäres Raynaud-Phänomen auf: Einzelne Fingerabschnitte (oder auch Zehen) werden blass, gefühllos und schmerzen; dann verfärbt die Haut sich bläulich, anschließend rötlich, in den Fingern kann es pochen und kribbeln. Unbehandelt drohen Gewebeschäden.

– Purpura Schoenlein-Henoch: Betroffen sind hier meist Kinder im Vorschulalter, seltener junge Menschen (Altersgrenze etwa 21 Jahre). Vorausgeht ein Atemwegsinfekt, häufig eine Grippe. In der Folge kommt es zu einer allergischen Entzündung der kleinen Gefäße.
Symptome: Die Patienten haben Fieber, fühlen sich krank und entwickeln einen charakteristischen Hautausschlag an den Streckseiten der Beine und am Gesäß: kleine punktförmige, knötchenartige Blutungen unter der Haut. Häufig entzünden sich Gelenke, schwellen an und schmerzen, etwa die Sprunggelenke. Das hat zur Folge, dass die erkrankten Kinder sich plötzlich weigern, zu laufen. Bauchschmerzen und Darmblutungen weisen auf eine Darmentzündung hin, blutiger Urin auf eine Nierenentzündung. Auch das Gehirn kann erkranken.

– Panarteriitis nodosa: Diese wiederum sehr seltene, meist schwere Vaskulitis betrifft kleine und mittelgroße Gefäße. Auslösend ist häufig eine chronische Hepatitis-B-Infektion. Die entzündeten Gefäße verformen oder verschließen sich, was Durchblutungsstörungen und schwere Gewebeschäden zur Folge hat, etwa einen Herzinfarkt.
Symptome: Es kommt zu Beschwerden wie Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust, starke Abgeschlagenheit, Gelenkentzündungen mit Schmerzen sowie Muskelschmerzen. An den Händen zeigen sich häufig schmerzhafte Gefäßkrämpfe. Je nachdem, in welchen Körperbereichen Gefäße erkranken, lassen sich entsprechende Beschwerden zuordnen: etwa Bauchschmerzen durch Gefäßverschlüsse von Darmgefäßen, Brustschmerzen durch einen Herzinfarkt, Kopfschmerzen durch starken Bluthochdruck aufgrund von geschädigten Nierengefäßen, Hodenschmerzen durch Gefäßstörungen in diesem Gebiet.

– Morbus Behçet: Diese Systemerkrankung kommt häufiger im östlichen Mittelmeerraum vor, zum Beispiel bei der türkischen Bevölkerung. Die Veränderungen spielen sich unter anderem an den kleinen versorgenden Schlagadern in der Wand großer Gefäße und an Venen ab. Männer und Frauen erkranken in etwa gleich häufig.
Die Symptome betreffen die Schleimhäute im Mund und Genitalbereich, die Haut, Gelenke, Augen, den Magen-Darm-Trakt und das Gehirn. Beispielsweise kommt es zu wiederkehrenden, unangenehmen Geschwüren im Mund und Genitalbereich. Schmerzen bereiten außerdem entzündete Knie- und Fußgelenke. Augenentzündungen und -vereiterungen mit Schmerzen und Sehstörungen bis hin zum Sehverlust gehören zu den gefürchteten Komplikationen. An der Haut können verschiedenartige Ausschläge, darunter ein sogenanntes Erythema nodosum, auftreten.

– Polymyalgia rheumatica: Hier erkranken mittelgroße und große Gefäße. Die Krankheit betrifft überwiegend ältere Frauen. Häufig entzünden sich Gefäße, Gelenke und Schleimbeutel gleichzeitig.
Symptome: Kennzeichnend sind heftige Schmerzen im Bereich von Nacken, Schultern und Becken, die besonders nachts in schier unerträglichem Maße auftreten. Die betroffenen Bereiche und Muskeln sind bei Druck mit den untersuchenden Fingern äußerst schmerzhaft und morgens steif. Mit der Zeit lässt die Muskelkraft nach. Dazu kommen allgemeine Beschwerden wie Krankheitsgefühl, depressive Verstimmung, Gewichtsverlust, Fieber, Schweißausbrüche. Etwa ein Fünftel der Betroffenen entwickeln auch eine Entzündung an Kopfschlagadern, Arteriitis cranialis oder Arteriitis temporalis Horton genannt. Häufig ist die Schläfenader betroffen, genauso können aber auch andere Gefäßbereiche erkranken. Für beide Krankheiten – Polymyalgia rheumatica wie Arteriitis cranialis – ist auch die Bezeichnung Riesenzellarteriitis in Gebrauch.
Symptome bei Arteriitis cranialis: Pochende Kopfschmerzen, Schmerzen beim Kauen, Sehstörungen, Augenschmerzen, Fieber, Gewichtsverlust. Eventuell lässt sich eine verhärtete, druckschmerzhafte, manchmal pulslose Schläfenader tasten.
Achtung: Die Sehstörungen können daher rühren, dass der Sehnerv wegen der Gefäßentzündung im Kopfbereich schlechter durchblutet wird. Die Erblindungsgefahr macht eine rasche Behandlung mit Kortison bereits parallel zur Diagnostik notwendig. Prompte Besserung durch Kortison stützt die Diagnose.

Therapie von Gefäßentzündungen: Die Erkrankungen sprechen häufig auf Kortison oder / und andere Substanzen an, die Immunreaktionen unterdrücken (Immunsuppressiva). Spezielle Medikamente können dazukommen, etwa virushemmende Medikamente gegen eine chronische Hepatitis B oder C oder bei der Behçet-Krankheit mit Augenbeteiligung beispielsweise ein Arzneistoff namens Interferon alpha 2a.



Kreuzschmerzen, die den Schlaf stören, sind immer verdächtig

Entzündungen der Wirbel- und Kreuz-Darmbeingelenke

Bechterew-Krankheit (Morbus Bechterew): Es erkranken etwa bis zu ein Prozent der Erwachsenen, Männer zwischen 20 und 40 Jahren dreimal so häufig wie Frauen. Die auch Spondylitis ankylosans genannte Krankheit (griech. spondylos = Wirbel; ankylos = gekrümmt) weist häufig eine bestimmte genetische Komponente auf, das HLA-B27-Merkmal. Außer den Kreuz-Darmbein-Gelenken können sich auch Wirbelgelenke, einzelne Gliedmaßengelenke, Bänder am Brustbein und Schambein sowie Sehnenansätze an Hüfte, Ferse (Achillessehne) und Fußsohle entzünden. Gelegentlich bezieht die Krankheit die Augen, das Herz oder die Hauptschlagader mit ein.
Zu verwandten Krankheitsbildern siehe nachfolgend unter „Gelenkentzündung bei Schuppenflechte“ und weiter unten im Abschnitt „Gelenkenzündungen bei chronischen Darmentzündungen“.

Symptome sind häufig Schmerzen aufgrund der Entzündung der Kreuz-Darmbein-Gelenke (Sakroileitis). Sie machen sich besonders im Kreuz oder Gesäß bemerkbar und können bis den Oberschenkel ausstrahlen. Typischerweise treten sie vor allem in der zweiten Nachthälfte oder frühmorgens auf, was den Betroffenen den Schlaf raubt. Im Laufe des Tages bessern sie sich. Möglich sind außerdem Schmerzen ringsum am Brustkorb, außerdem unbestimmte Krankheitszeichen wie Müdigkeit, depressive Stimmungen, Gewichtsverlust, leichtes Fieber. Die Krankheit verläuft ganz unterschiedlich; sie kann jederzeit zum Stillstand kommen. Mitunter wird die Wirbelsäule jedoch zunehmend unelastisch. Knochenspangen zwischen Wirbeln und verhärtete entzündete Wirbelbänder führen eventuell dazu, dass die Wirbelsäule sich verformt (Rundrücken) und aufsteigend versteift. Manchmal bildet sich ein Fersensporn.
Der Ratgeber „Morbus Bechterew (M. Bechterew, Spondylitis ankylosans)“ erklärt das Krankheitsbild genauer.



Schuppenflechte

Gelenkentzündung bei Schuppenflechte (Psoriasis-Arthritis): Psoriasis ist eine der häufigsten Krankheiten der Haut und Nägel; bis zu drei Prozent der Bevölkerung hat damit zu tun. Teilweise entwickeln sich schmerzhafte Gelenkentzündungen, manchmal auch ohne Hautveränderungen oder ihnen vorausgehend. Im Zusammenhang mit den Gelenkbeschwerden lässt sich häufiger das HLA-B27-Merkmal im Blut nachweisen. Alkohol, Rauchen und Übergewicht kann eine Psoriasis-Arthritis begünstigen.

Die Haut bei Schuppenflechte: Es gibt vielfältige Veränderungen. Typisch sind beispielsweise flächenhafte, scharf begrenzte Herde mit rötlichem Grund und silbrig weißen, glänzenden Schuppen. Sie finden sich häufig am Ellbogen, Schienbein, Kopf, Gesäß, an Brust und Rücken. Die Nägel zeigen Querrillen, Tüpfelungen oder weiß-graue Schuppungen.

Gelenksymptome: Die Gelenkentzündungen verlaufen schubweise und über Jahre. An beiden Händen können sich einzelne Fingergelenke entzünden, anschwellen, schmerzen, sich äußerlich röten. Manchmal ähnelt das einer Arthrose oder Gelenkrheuma (siehe oben). Oder es erkranken alle Gelenke eines Fingers oder Zehs, der dann als Ganzes anschwillt („Wurstfinger“, „Wurstzehe“). Auf Dauer können sich die betroffenen Glieder stark verformen oder verstümmeln. Mitunter konzentriert sich die Entzündung auf das Sprunggelenk oder Knie, Hüfte, auf die Wirbel- oder Kreuz-Darmbein-Gelenke, sodann auf Sehnenansätze, etwa an der Ferse.

Außerdem existiert eine seltene Krankheitsvariante, bei der an Handinnenflächen und Fußsohlen, im Extremfall sogar am ganzen Körper eiterähnliche Bläschen (Pusteln) auftreten. Im Gegensatz zu Eiter sind sie aber keimfrei (Psoriasis pustulosa). Außer Gelenken können sich auch andere Knochenstellen entzünden (Osteitis) und schmerzhafte Knoten, sogenannte Hyperostosen, bilden. Offenbar fördern Rauchen und Hormone in Anti-Baby-Pillen oder hormonelle Veränderungen in der Schwangerschaft diese SAPHO-Syndrom genannte Form (Synovitis-Akne-Psoriasis pustulosa-Hyperostosis-Osteitis).
Mehr zur Schuppenflechte und der damit verbundenen Gelenkentzündung im Ratgeber „Schuppenflechte (Psoriasis)“.


Gelenkentzündungen bei chronischen Darmentzündungen:

– – Morbus Crohn / Colitis ulcerosa: Ungefähr 25 Prozent der Patienten mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung entwickeln eine Arthritis, 15 Prozent eine Kreuz-Darmbein-Gelenkentzündung (Sakroileitis). Ärzte sprechen hier auch von enteropathischen Arthropathien. Die Ursachen chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen sind unbekannt. Vermutet wird, dass eine zurückliegende Darminfektion und Veranlagung eine Rolle spielen. Die Crohn-Krankheit betrifft häufig den letzten Dünndarm- und den ersten Dickdarmabschnitt. Doch kann die Entzündung auch den gesamten Verdauungstrakt – vom Mund bis zum Darmausgang – erfassen. Dabei entzündet sich die Wand bis in die Tiefe. Raucher erkranken häufiger. Die Colitis ulcerosa konzentriert sich auf den Dickdarm und führt dort zu mehr oberflächlichen Geschwüren in der Schleimhaut. Beide Krankheiten können verschiedenste Komplikationen nach sich ziehen.
Hauptsymptome der Crohn-Krankheit sind Durchfälle und Bauchschmerzen, manchmal auch leichtes Fieber. Recht häufig machen sich zu Beginn der Krankheit Analfisteln bemerkbar. Für Colitis ulcerosa sind eher blutig-schleimige Durchfälle kennzeichnend. Die Darmentleerungen können schmerzhaft sein. Eventuell treten leichtes Fieber und Blutarmut auf. Gelenkentzündungen gehören bei beiden Krankheiten zu den Symptomen. Bei der Crohn-Krankheit entzündet sich gelegentlich das Kniegelenk oder auch ein Sehnenansatz am Knie; Gelenkschmerzen sind hier häufiger als bei Colitis ulcerosa. Beide Darmkrankheiten gehen manchmal auch mit Entzündungen der Kreuz-Darmbein-Gelenke einher. Das bedeutet, dass es auch zu Kreuz- und Gesäßschmerzen kommt. Meist ist dann das HLA-B27-Merkmal im Blut positiv.
Zwei Klicks für weitere Informationen: „Morbus Crohn“, „Colitis ulcerosa“.

– – Morbus Whipple: Vorwiegend erkranken männliche Kaukasier in Mitteleuropa. Ursache ist ein Bakterium namens Tropheryma whipplei (whippelii). Gelenkschmerzen gehören zu den frühen Symptomen, die dieser seltenen Infektionskrankheit um Jahre vorausgehen. Sie beruhen auf Entzündungen großer und kleiner Gelenke. Auch die Kreuz-Darmbein-Gelenke können sich entzünden (Kreuzschmerzen). Die Beschwerden treten attackenartig für Stunden bis Tage auf und verschwinden dann wieder. Erst einige Jahre später kommt es in Verbindung mit einer Dünndarmentzündung zu Durchfällen, Fieber und Bauchschmerzen. In der Folge drohen eine Mangelernährung, Schwellungen am Körper und Gewichtsverlust, Herzschäden. Zudem tritt chronischer Husten auf, wiederum häufig mit Fieber. Die Fingerenden können sich verdicken (Trommelschlägelfinger, siehe unten).
Frühzeitige Diagnose anhand von Gewebeproben, zum Beispiel aus Gelenken, und längere Therapie mit Antibiotika können Komplikationen wie einen Gehirnbefall verhindern.



"Spätzünder" Gelenke: Manchmal lösen Infektionen im Nachhinein Gelenkentzündungen aus

– Reaktive Arthritis / Reiter-Syndrom: Zwei bis sechs Wochen nach einem bakteriellen Infekt des Harn- oder Geschlechtstraktes, manchmal auch des Darmes, kommt es bei etwa zwei bis drei Prozent der Betroffenen zu Entzündungen von Gelenken und entsprechenden Schmerzen. Als auslösend wird eine erbliche Veranlagung angesehen, die eine immunologische Reaktion begünstigt. Dazu passt, dass sich bei vielen Patienten das HLA-B27-Genmerkmal findet. Meistens klingen die Beschwerden innerhalb eines Jahres ab.
Symptome: Beschwerden machen vor allem Sprung- und Kniegelenke, Zehen- oder Fingergelenke, mitunter auch Wirbelgelenke und Kreuz-Darmbein-Gelenke. Ein Drittel der Betroffenen entwickelt das Reiter-Syndrom. Neben Gelenk- und Sehnenschmerzen ist es durch eine Augenentzündung, Geschwüre im Mund, eine Harnröhrenentzündung und verschiedene Hautveränderungen gekennzeichnet – an den Handflächen, Fußsohlen, am Körper, bei Männern auch am Genitale. Mögliche Begleitsymptome sind Fieber, eventuell Herz- und Atembeschwerden.
Für die Therapie ist entscheidend, ob sich noch Spuren auslösender Bakterien finden, da dann eine Behandlung mit Antibiotika sinnvoll ist. Andererseits heilt die Krankheit in der Mehrzahl der Fälle spontan aus, wenn auch erst nach Monaten (siehe oben). Entzündungshemmende Medikamente lindern die Beschwerden; ausgeprägtere Fälle mit Reiter-Syndrom machen eine immundämpfende Therapie notwendig.



Schmerzpunkte bei Fibromyalgie

• Fibromyalgie-Syndrom

Hauptsächlich Frauen im Alter zwischen 40 und 60 Jahren erkranken daran. Es kommt zu Schmerzen in vielen Körperbereichen. Fibromyalgie tritt eigenständig, immer mal auch bei Rheuma oder chronischen Infektionen wie Hepatitis B und Hepatitis C auf. Insgesamt ist etwa drei Prozent der Bevölkerung betroffen.
Symptome: Schmerzen bereiten vor allem Nacken, Rücken, Brust, Bauch, Gelenken. Hände und Füße fühlen sich oft geschwollen, übrigens auch kalt, die Glieder morgens steif an. Dazu kommen Beschwerden wie Mundtrockenheit, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Atem- und Herzbeschwerden, schmerzhafte Menstruationen, Depressionen.
Möchten Sie mehr über dieses rätselhafte Krankheitsbild erfahren? Der Beitrag „Fibromyalgie-Syndrom“ informiert Sie ausführlicher.

• Chronisches Müdigkeitssyndrom (Chronic Fatigue Syndrome)

Auch hier gibt es noch viel zu erforschen. Etwa jeder Hundertste erkrankt an dem chronischen Müdigkeits- oder Erschöpfungssyndrom, Frauen doppelt so häufig wie Männer. Davon abzugrenzen ist das Chronic-Fatigue-Syndrome (CFS), das sich im Zuge einer ernsthaften Erkrankung und während oder nach einer Tumortherapie bei Krebs und entwickeln kann.
Symptome: Kennzeichnend ist eine „grundlose Müdigkeit und Erschöpfung, die über sechs Monate anhält. Ruhepausen bringen keine Besserung, die Betroffenen geraten in eine früher ungekannte Passivität. Sie leiden außerdem unter Muskel- und Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen, schmerzhaften Lymphknotenschwellungen, nicht erholsamem Schlaf, Halsschmerzen, Gedächtnisstörungen und anderen Problemen.
Die Diagnose besteht im Ausschluss anderer Krankheiten, darunter einer Depression. Sie bedarf also einer Reihe von Untersuchungen. Bei der Therapie stehen Physiotherapie und psychologische Behandlungsverfahren im Vordergrund.
Lesen Sie im Ratgeber „Müdigkeit“ genauer über mögliche Ursachen und Hilfen nach.


• Systemkrankheit Sarkoidose

Die Ursache dieser seltenen, auch Morbus Besnier-Boeck-Schaumann genannten Systemerkrankung ist unbekannt. Erbliche Faktoren spielen eine Rolle, Autoimmunvorgänge nicht. Dennoch ist es eine entzündliche Erkrankung. Betroffen sind 0,05 Prozent (Erwachsene), davon erkranken vor allem junge Frauen an der akuten Verlaufsform, bei der Gelenkschmerzen bedeutsam sind. Diese auch als Löfgren-Syndrom bezeichnete Ausprägung geht mit Lymphknotenschwellungen im Brustraum, Husten, Fieber, einem Hautausschlag namens Erythema nodosum sowie Entzündungen der Sprung-, Knie- und Handgelenke einher. Als „Blau-Syndrom“ tritt die Sarkoidose bei Kindern unter fünf Jahren und familiär gebunden auf. Kennzeichen sind Gelenkentzündungen, Augenentzündungen, ein Hautausschlag, dazu Müdigkeit, Fieber, Appetitlosigkeit. Bei der chronischen Verlaufsform stehen Lungenveränderungen und Atemsymptome im Vordergrund. Außerdem können zahlreiche andere Organe erkranken, darunter Muskeln und Fingerknochen.
Unter „Sarkoidose (M. Boeck)“ erfahren Sie mehr über das Krankheitsbild.



Klassischer Gichtort: das Grundgelenk am großen Zeh

• Stoffwechsel-, Ablagerungs- und Speicherkrankheiten

– Gelenkentzündung bei Gicht (Arthritis urica): Voraussetzung ist ein erhöhter Harnsäurespiegel im Blut = Hyperurikämie. Sie kann dazu führen, das sich Harnsäure- oder Uratkristalle im Gewebe ablagern. Dies kommt jedoch nur bei etwa jedem Zehnten mit erhöhten Harnsäurewerten vor, Männer liegen vorne.
Symptome: Die Gicht zielt vor allem auf das Großzehengrundgelenk, greift aber auch die Mittelfußgelenke, das Daumensattelgelenk, Sprunggelenk oder Kniegelenk an. Typisch sind akute Schmerzattacken. Das erkrankte Gelenk ist hochgradig berührungsempfindlich, fühlt sich heiß an, schmerzt beim Bewegen, ist geschwollen, äußerlich gerötet oder bläulich verfärbt. Häufig tritt auch Fieber auf. Ohne Behandlung könnte das noch stunden- oder tagelang so weitergehen. Zwischen den Anfällen ist der Betroffene beschwerdefrei. Bleibt die Gicht unbehandelt, sind Entzündungen an Sehnen und Schleimbeuteln sowie Schäden an den Knochen und verformte Gelenke zu erwarten. Nierensteine, die Infektionen und Entzündungen begünstigen, belasten die Nieren dauerhaft (Gichtniere). Mögliche Folge ist ein Nierenversagen.
Was genau die Ursachen und Risikofaktoren der Gicht sind, wie sie behandelt wird und welche Rolle die Ernährung spielt, erklärt Ihnen der Beitrag „Gicht (Hyperurikämie)“.


Pseudogicht (Chondrokalzinose): Es lagern sich hier Kalziumkristalle (Kalziumpyrophosphat-Dihydrat) im Gelenkknorpel ab. Offenbar begünstigt Verschleiß diese Entwicklung, da meist Menschen über 60 Jahren betroffen sind. Die Auslöser sind unbekannt, sofern nicht eine andere Stoffwechselerkrankung zugrunde liegt (sekundäre Form), etwa die Gicht, eine Überfunktion der Nebenschilddrüse oder Diabetes mellitus.
Symptome: Oft sind einzelne große Gelenke betroffen, zum Beispiel das Kniegelenk, das Schultergelenk, das Hand-, Sprung- oder Ellenbogengelenk, Hüfte und Schultern. Das oder die erkrankten Gelenke können sich akut entzünden, anschwellen und lassen sich dann nur schlecht bewegen. Auch bestimmte Muskelpartien, etwa im Becken- oder Schulterbereich, können sich entzünden und mit einer schmerzhaften Schwäche einhergehen. Die Schmerzen sind allerdings nicht so stark wie bei der Gicht, manchmal fehlen sie auch ganz. Hier wie dort ist Übergewicht ein Risikofaktor. Wiederholte Anfälle und Entzündungen können die Gelenke jedoch dauerhaft schädigen.
Was alles hinter der Krankheit steckt, verrät Ihnen der Beitrag „Pseudogicht (Chondrokalzinose)“.

Durch Ablagerungen von Kristallen aus Hydroxylapatit, dem Basismineral von Knochen und Zähnen, oder von Kalziumoxalat bei Patienten mit chronischem Nierenversagen sind ebenfalls schmerzhafte Gelenkentzündungen möglich. Röntgenbilder und die Untersuchung von Gelenkflüssigkeit lassen erkennen, um welche Kristallart es sich handelt.



Krankhaft erhöhte Blutfette schädigen das Herz

Fettstoffwechselstörungen: Bei diesen Erkrankungen sind Blutfette wie das Cholesterin und / oder die Triglyzeride erhöht. Es gibt verschiedene Varianten. Rheumaähnliche Gelenkschmerzen gehören manchmal zu den ersten Anzeichen der familiären Formen.

– – Familiäre Hypertriglyzeridämie (früher: Hyperlipoproteinämie Typ IV): Triglyzeride sind Neutralfette. Bei dieser Störung sind teilweise sehr hohe Triglyzeridspiegel möglich. Das bedeutet ein erhöhtes Risiko für Bauchspeicheldrüsenentzündungen, Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) und Leberverfettung.

Gelenksymptome:
Im mittleren Lebensalter können sich wenige große und kleine Gelenke tage- oder wochenlang leicht entzünden. Es kommt zu mäßigen, jedoch anhaltenden oder eher schubartig auftretenden Gelenkschmerzen. Auch Morgensteifigkeit und Gelenkergüsse mit leichten Schwellungen sind möglich.

– – Familiäre Hypercholesterinämie: Der Cholesterinspiegel, insbesondere das LDL-Cholesterin, ist je nach Erbmuster mäßig, deutlich oder extrem hoch. Es bilden sich gutartige, gelbliche Hautgeschwülste (Xanthome). Das Risiko für Arteriosklerose und Herzinfarkt steigt signifikant. Unbehandelt kommt es bei manchen Formen bereits in jungen Jahren, teilweise schon vor dem 15. Lebensjahr, zu Herzinfarkten.

Gelenksymptome: Es können sich wiederholte, manchmal nur flüchtige Gelenkentzündungen mit wanderndem Gelenkbefall einstellen, häufig an den Knien. Es kommen Gelenkschmerzen aller Schweregrade vor, Gelenke können anschwellen, äußerlich überwärmt und gerötet sein, eventuell tritt Fieber auf. Häufig entzündet sich auch die Achillessehne und schmerzt. Xanthome bilden sich je nach Erbgang schon im Kindesalter oder erst ab etwa 30 an Sehnen und druckbelasteten Körperstellen, beispielsweise an Ellbogen, Knien, Händen, Gesäß.
Therapie: Sie ist symptomatisch (siehe unten, Abschnitt: „Therapie“). Wichtig ist die Behandlung der erhöhten Blutfette und weiterer möglicher Herz-Kreislauf-Risikofaktoren wie zum Beispiel Bluthochdruck.
Mehr Infos unter: „Erhöhte Blutfettwerte“.
Achtung: Cholesterinsenker vom Typ der „Statine“ können je nach Dosis gelegentlich Muskelschwäche und Muskelschmerzen verursachen. Informieren Sie bei solchen Symptomen sofort Ihren behandelnden Arzt.



Diabetes: Untersuchung auf Nervenschäden

– Diabetes mellitus: Durch das Zusammenwirken von Nerven-, Knochen- und Muskelschäden erleiden Menschen mit langjährigem Diabetes mitunter eine schwere Gelenkschädigung (Charcot-Arthropathie). Die Betroffenen sind meist über 50 Jahre alt.
Symptome: Die Erkrankung ist meist eine schwerwiegende Komplikation des diabetischen Fußes: In der Tat geht es häufig um die Fuß- und Sprunggelenke („Charcot-Fuß“). Es kann aber auch das Knie treffen, etwa nach Amputation des Fußes. Typisches Zeichen ist eine auffallende, aber nur mäßig schmerzhafte Schwellung des Gelenkes. Achtung: Wegen der Gefühlsstörung können Schmerzen auch völlig fehlen! Die Gelenkknochen zerfallen in Stücke. Das Risiko bakterieller Infektionen im „Ex-Gelenk“ und Knochen, von Geschwüren und schweren Verformungen ist groß.
Therapie: Sie ist zunächst konservativ-symptomatisch und zielt auf eine bessere Stoffwechseleinstellung. Wichtig sind zudem Antibiotika sowie optimale Wundversorgung, durchblutungsfördernde Therapien, orthopädische Stabilisierung und Entlastung. Wiederholte Infektionen, Geschwüre, Fehlstellungen oder eine Instabilität machen eine Operation erforderlich.
www.diabetes-ratgeber.net informiert Sie umfassend über die Zuckerkrankheit. Zum Klicken: „Diabetes mellitus Typ 1“, „Diabetes mellitus Typ 2“, „Diabetischer Fuß“.


Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose): Die Krankheit beruht auf einer erblichen Eisenüberladung des Körpers, die betroffenen Gewebe nehmen Schaden. Je nach Erbgang ist höchstens etwa jeder Tausendste betroffen, zehnmal mehr Männer als Frauen. Die Krankheit kann sich schon bei Neugeborenen, im Jugend- oder erst im Erwachsenenalter, dann meist zwischen 40 und 50 Jahren, bemerkbar machen. Eine nicht erbliche Form tritt bei einigen Blutkrankheiten oder der Alkoholkrankheit auf.
Symptome: Mit der Zeit kommt es zu einer Leberschädigung mit Übergang in eine Verhärtung (Leberzirrhose). Die Haut wird dunkler, besonders unter den Achseln (bei den Betroffenen häufig haarlos). Außerdem stellen sich Herzveränderungen, Stoffwechsel- und Hormonstörungen mit Impotenz ein. Zum Beispiel tritt eine Zuckerkrankheit auf, die wegen der Hautverfärbung „Bronzediabetes“ heißt. Die Gelenksymptome ähneln einer Arthrose und sind manchmal das erste Krankheitszeichen. Zunächst zeigt sich eine schmerzhafte Gelenkschädigung im Bereich der Fingergrundgelenke, später auch der Knie, Schultern und Hüften.
Diagnose: Richtungweisend sind die körperlichen Befunde, Blutwerte wie Ferritin und Transferrin, eine Gendiagnostik und Familienuntersuchung sowie eine biomagnetische Eisenbestimmung im Lebergewebe. Gewebeproben aus der Leber sind nur bei speziellen Fragestellungen notwendig.
Therapie: Die Behandlung beginnt möglichst vor Einsetzen der Leberzirrhose und umfasst eine eisenarme Diät, Aderlässe sowie Medikamente wie Eisenbindner, sogenannte Chelate.



Verdächtig auf Borreliose: "Wanderröte" an der Einstichstelle

• Infektionen

– Chronische Borreliose (Lyme-Arthritis): Etwa fünf bis sechs Prozent der Menschen, die in einem Zeckengebiet einen Zeckenstich erlitten haben, weisen Anzeichen für eine Infektion im Blut auf: Antikörper gegen die auslösenden Bakterien namens Borrelien. Doch nur etwa ein Prozent erkrankt. Möglichst frühe Behandlung ist wichtig, um zu verhindern, dass die Infektion chronisch wird. Eine Gelenkentzündung ist neben anderen Störungen Ausdruck einer chronischen Borreliose. Die Krankheit verläuft in mehreren Phasen, kann sich aber auch erst spät bemerkbar machen.
Symptome: Bei etwa der Hälfte rötet sich innerhalb von wenigen Tagen oder Wochen nach der Infektion die Haut an der Einstichstelle. Der kreisrunde Ausschlag vergrößert sich langsam, während er in der Mitte blasser wird (siehe Foto). Auch kann es zu allgemeinen Symptomen wie Abgeschlagenheit, Nachtschweiß und Muskelschmerzen kommen. Eine Gelenkentzündung kann innerhalb von sechs Monaten aufreten und spielt sich vorwiegend am Kniegelenk oder anderen großen Gelenken ab, beispeilsweise am Knie oder mitunter am Ellbogengelenk. Die Gelenkschmerzen können über Monate schwanken und lassen dann meist langsam nach. Etwa ein Fünftel der Betroffenen trägt Schäden am betroffenen Gelenk davon.
Wie die einzelnen Krankheitsphasen genau aussehen, wie die Krankheit behandelt wird und wie man sich schützen kann, steht im Ratgeber „Lyme-Borreliose“.



Dank Blutgerinnung schließen sich zum Beispiel Wunden

• Weitere Erkrankungen

– Gelenkblutungen:

– – Bluterkrankheit (Hämophilie): Bei der Hämophilie A, der häufigsten und schwersten Form, fehlt in 90 Prozent der Fälle der Gerinnungsfaktor VIIIC, bei zehn Prozent der Erkrankten ist er inaktiv. im Falle der Hämophilie B betreffen diese Veränderungen den Gerinnungsfaktor IX. Es erkranken jeweils fast nur Männer, die den Defekt über das weibliche X-Chromosom erben.
Symptome: Abhängig von der Restaktivität des Gerinnungsfaktors (normal ist über 75 Prozent) kommt es unter Umständen nur zu Nachblutungen nach größeren Verletzungen oder Operationen. Bei starker Ausprägung treten spontan großflächige Blutungen auf, insbesondere in Gelenken (Hämarthros) und Muskeln. Am häufigsten passiert das an den Kniegelenken, sodann an Sprunggelenken, Ellbogen, Schultern, Hüften. Viel seltener sind die kleinen Finger- und Zehengelenke betroffen. Anzeichen ist eine Schwellung des Gelenkes; es entzündet sich, schmerzt und fühlt sich heiß an. Dazu tritt Fieber auf. Wiederholte Blutungen verursachen eine chronische Entzündung im Gelenk. Es kann sich verformen und lässt sich dann nicht mehr gut bewegen.
Diagnose: Richtungsweisend sind die Kranken- und Familiengeschichte, der Befund, Blutuntersuchungen und eine Ultraschalluntersuchung des Gelenkes.
Therapie: Sie erfolgt im zuständigen Hämophiliezentrum. Unter anderem wird schnellstmöglich der fehlende Gerinnungsfaktor über die Blutbahn gegeben. Einen großen Bluterguss im Gelenk entlastet der Arzt durch eine Punktion unter Therapieschutz.

– – Nicht erbliche Hämophilie: Hier blockiert zum Beispiel ein Antikörper im Blut die Gerinnung (sogenannte Hemmkörperhämophilie), was dann Blutungen nach sich ziehen kann. Mögliche Ursachen: Medikamente – auch zugeführte Gerinnungsfaktoren bei Bluterkrankheiten, Erkrankungen in der Schwangerschaft, Autoimmun- und Tumorerkrankungen.

– – Andere Gerinnungsstörungen (Koagulopathien): Die Blutgerinnung ist ein Balanceakt, der bei fundamentalen Störungen im Körper schnell außer Kontrolle geraten kann. Mit gravierenden Folgen: Bei einem Zuwenig an Gerinnung drohen innere Blutungen wie auch Blutungen in Gelenke. Bei einem Zuviel sind dagegen Durchblutungsstörungen möglich. Beides kann auch kombiniert auftreten. Ursache sind meist schwere, akute Krankheiten.

– – Gerinnungshemmende Therapie: Sehr selten kommen Gelenkblutungen unter der Einnahme von Gerinnungshemmern vor. Eine solche Antikoagulanzien-Behandlung dient zum Beispiel der Vorbeugung von Gefäßverschlüssen. Dabei setzen bestimmte Medikamente die Blutgerinnung herab. Ziehen Sie bei Blutungszeichen unverzüglich Ihren Arzt hinzu, der Ihre Behandlung kontrolliert, sonst den Notarzt. Halten Sie Ihren Gerinnungsausweis bereit.



Hirnanhangdrüse: klein und mächtig (zur Vergrößerung bitte auf die Lupe klicken)

– Akromegalie: Bei dieser seltenen Krankheit, die Menschen im mittleren Lebensalter betrifft, schüttet eine gutartige Geschwulst der Hirnanhangsdrüse vermehrt Wachstumshormon aus. Daraufhin nimmt Gewebe an Körperenden und -ecken punktuell zu (griech. Akro = Spitze, megalo = groß), etwa der Nasenknorpel, das Bindegewebe der Gelenkkapseln, die um die Gelenke eine Stützmanschette bilden, und die Knochen.
Symptome: Die Gesichtshaut wird faltiger und gröber, so auch die Gesichtszüge. Hände und Füße vergrößern sich durch Zunahme des Bindegewebes, die Finger sind verdickt und plump, das Fersenpolster kann sich verdicken. In der Folge passen Schuhe und Handschuhe nicht mehr. An Fingern und Zehen können Durchblutungsstörungen auftreten, an den Händen ein Karpaltunnelsyndrom (siehe unten). Die Konsistenz der Muskeln verändert sich, sie werden schwächer. Gelenke verdicken sich und lassen sich schlechter bewegen. Damit können auch Rücken-, Schulter- und Kreuzschmerzen zusammenhängen. Der Brustkorb nimmt eine Fassform an. Bei einigen Patienten kommt es auch zu einer Pseudogicht (siehe auch weiter oben) mit akuten Schmerzanfällen. Zu den weiteren möglichen Symptomen  gehören Kopfschmerzen, Bluthochdruck und Sehstörungen.
Diagnose: Mit Hormonbestimmungen, speziellen Funktionstests und einer Magnetresonanztomografie (MRT) oder Computertomografie (CT) des Gehirns lässt sich der Tumor nachweisen.
Therapie: Chirurgische Maßnahmen, eine Strahlentherapie oder spezielle Medikamente, die die Ausschüttung oder Wirkung des Wachstumshormons hemmen, zielen auf die Ursache.



Karpaltunnelsyndrom: manchmal mit einer Gelenkerkrankung verwechselt

– Karpaltunnelsyndrom: Hier ist der Mittelnerv in der Hand, genauer: unter einem Band im sogenannten Karpaltunnel, durch Druck geschädigt. Dieser entsteht durch einen Engpass im Karpaltunnel. Der Nerv vermittelt das Gefühlsempfinden am Daumen, Zeige- und teilweise Mittelfingers und steuert bestimmte Hand- und Fingermuskeln. Es gibt viele Ursachen für das Engpasssyndrom, darunter Schwellungen von Sehnenscheiden, etwa in der Schwangerschaft, eine Entzündung bei Rheuma, Arthrose, ferner Verletzungen oder selten eine Akromegalie (siehe oben).

Symptome sind anfangs von Zeit zu Zeit Schmerzen und Kribbeln in den betroffenen Fingern, manchmal in den Arm ausstrahlend; Daumen bis Mittelfinger wirken wie „eingeschlafen“. Durch angewinkelte Handhaltungen, bei denen die Durchblutung kurzfristig nachlässt, etwa im Schlaf, können die Schmerzen vermehrt auftreten. Bei fortgeschrittener Erkrankung sind die Beschwerden ständig da. Gefühllosigkeit und Schwäche des Daumens sind ein Zeichen des deutlicher geschädigten Nervens. Mehr über Symptome und Therapiemöglichkeiten im Ratgeber „Karpaltunnelsyndrom“.



Oberes Sprunggelenk

– Hypertrophe Osteoarthropathie / Trommelschlägelfinger

Die Erkrankung kann erblich sein oder bei Erwachsenen infolge anderer Erkrankungen auftreten. Vor allem diese sekundäre Form führt zu Gelenkschmerzen. Auslösend sind zum Beispiel verschiedene Lungenerkrankungen, Krebserkrankungen, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, die Sarkoidose, angeborene Herzfehler.
Gelenksymptome: Die Finger verdicken sich, was in Höhe der Nagelbasis am meisten auffällt. Die Fingerendgelenke können übermäßig gestreckt, die Haut darüber geschwollen und gerötet sein. An den Fingerkuppen und Zehen kann es zu einem brennenden Gefühl kommen. Wenn Hände und Füße herabhängen, verstärkt sich das noch. Druck auf Unterarme und Unterschenkel schmerzt. Dazu treten Gelenkschmerzen an den Sprunggelenken, Händen und Knien auf. Die Schmerzen beruhen auf einer Entzündung der Knochenhaut.
Die Therapie besteht in der Behandlung der Grundkrankheit und symptomatischen Maßnahmen: Dabei können sich die Veränderungen zurückbilden.

Möchten Sie noch mehr über Gelenkschmerzen erfahren? Unter „Knieschmerzen“ gibt es einen Überblick über wichtige Knieprobleme, darunter auch „Wachstumsschmerzen“ bei Kindern. Weitere Beiträge: „Chronische Schulterschmerzen“, „Hüftschmerzen“, „Fersenschmerzen“ und „Rückenschmerzen“.


Diagnose

Im Gespräch mit dem Arzt, zunächst meist der Hausarzt, ergeben sich erste Hinweise auf die mögliche Krankheitsursache. Zur Sprache kommen die Beschwerden, die persönliche Krankengeschichte, körperliche Belastungen durch Beruf und Freizeit, Erkrankungen in der Familie. Weitere Anhaltspunkte liefert die körperliche Untersuchung. Dabei liegt der Schwerpunkt auf den Gelenken, entscheidend ist aber der Gesamteindruck – das „klinische Bild“, das der Patienten dem Arzt vermittelt. Einen Hautausschlag begutachtet  der Hautarzt (Dermatologe). Blutanalysen und bildgebende Verfahren, etwa Ultraschall- und Röntgenbilder zum Nachweis von Gelenkveränderungen, können oft schon die Diagnose, etwa eine Arthose, belegen. Jetzt entscheidet sich auch meist, ob zum Beispiel ein Orthopäde oder Internist – beide können zusätzlich Fachärzte für Rheuma (Rheumatologen) sein – die weitere ärztliche Betreuung übernimmt.

Was das Blut verrät

Eine Entzündung oder Infektion spiegeln Werte wie beschleunigte Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG), C-reaktives Protein (CRP), das Blutbild und die Bluteiweiße wider. Positive Rheumafaktoren und weitere Autoantikörper wie Anti-CCP (gegen cyclisches citrulliniertes Peptid) sind bei rheumatoider Arthritis aussagekräftig. Antinukleäre Antikörper (ANA) sprechen unter anderem für einen systemischem Lupus erythematodes. Weitere spezielle Autoantikörper treten bei progressiver Sklerodermie oder Vaskulitis-Erkrankungen auf. Patienten mit einer Bechterew-Krankheit weisen oft das HLA-B27-Merkmal im Blut auf HLA steht für Human Leukocyte Antigen). Wie der Rheumafaktor kann es aber auch bei gesunden Menschen vorkommen. Bei einer typischen Spondyloarthritis (siehe Abschnitt „Entzündungen der Wirbel- und / oder Kreuz-Darmbein-Gelenke“ im „Gelenkschmerz-Check“) dagegen fehlen Rheumafaktoren. Erhöhte Muskelenzyme, etwa CK oder LDH, finden sich bei Poly- / Dermatomyositis. Die LDH ist unter anderem auch bei einer Blutzerfallkrise (Hämolyse) erhöht. Feingeweblich untersuchte Gewebeproben können zum Beispiel eine Vaskulitis oder Sarkoidose bestätigen. Tests auf Bakterien in der Gelenkflüssigkeit, in Abstrichen, im Blut oder Urin sowie genetische Analysen gehören ebenfalls zum Diagnose-Repertoire.

Befunde in Bildern

Über die Ultraschall- und Röntgenbilder hinaus kann eine Magnetresonanztomografie (MRT) oder Computertomografie (CT) ein Gelenk am genauesten abbilden. Entnommene Gelenkflüssigkeit untersucht der Arzt auf Entzündungszeichen, Bakterien, krankhafte Zellen oder Kristallablagerungen. Bei mutmaßlicher Sklerodermie schaut sich der Arzt die kleinsten Gefäße am Nagelbett unter einem speziellen Mikroskop (Nagelbett-Kapillarmikroskopie) an. Der Blick ins Gelenk mit einem Endoskop (Arthroskopie) erlaubt nicht nur Aussagen zur Diagnose, sondern auch Behandlungsmaßnahmen. Steht zu vermuten, dass im Zuge einer Gelenkerkrankung weitere Organe erkrankt sind, richten sich die Untersuchungen danach. Infrage kommen zum Beispiel eine Ultraschalluntersuchung des Herzens, Analysen des Urins, ein Check beim Augenarzt, Lungenfacharzt oder beim Nervenarzt (Neurologe).


Therapie

Die Entzündung eindämmen

Die Regel lautet: Ein entzündetes Gelenk braucht Schonung. Hochlagern und Kühlen unterstützen das Abschwellen. Entzündungshemmende Medikamente wie nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) oder eine Weiterentwicklung, sogenannte Cox-2-Hemmer, bekämpfen Entzündungen und damit verbundene Schmerzen meist rasch. Vorsicht: Bei Hämophilie-Patienten entscheidet der Arzt im Hämophilie-Behandlungszentrum, welche Art der Schmerzbekämpfung sich individuell am besten eignet.

Auch Kortison ist ein starker Entzündungshemmer, zugleich dämpft es die Immunaktivität (immunsuppressive Wirkung). Daher kommt es zum Beispiel bei einer aktivierten Arthrose infrage. Mitunter spritzen Ärzte das Kortison in ein überreiztes Gelenk, sofern eine bakterielle Infektion ausgeschossen ist. Kortison wirkt auch auch bei rheumatischen und anderen Autoimmunkrankheiten entzündungshemmend.

Verstärkt in dieser Richtung aktiv sind spezielle Immunsuppressiva. Sogenannte Immunbiologika, therapeutische Antikörper, greifen „machtvoll“ in die Abläufe bei Autoimmunreaktionen ein. Gegen starke Schmerzen gehen Ärzte mitunter zusätzlich mit Schmerzmitteln im engeren Sinn vor.

Auch Akupunktur kann manchmal helfen

Bei chronischen Schmerzen an der Lendenwirbelsäule oder bei Kniearthrose, die jeweils länger als sechs Monate bestehen, ist eine Nadel-Akupunktur „zugelassen“.

Physiotherapie

Eine zentrale Rolle spielen hier Verfahren wie Strombehandlungen, Iontophorese, Massagen und Krankengymnastik: Sie alle verbessern die Durchblutung in Gelenken und umgebenden Geweben und helfen so, Schmerzen zu lindern. Zudem stärkt die Übungstherapie Muskeln und Kreislauf – und sie tut der Psyche gut.

Manchmal muss ein Eingriff sein

Immer wieder kommen bei chronisch-entzündlichen Gelenkerkrankungen auch Eingriffe infrage. Zum Beispiel entfernen Ärzte mitunter die Gelenkinnenhaut. Diese Synovektomie lässt sich auf verschiedenen Wegen erreichen. Auch korrigierende Operationen sind manchmal notwendig. Erkrankungen wie etwa die Reiter-Krankheit oder eine Borrelieninfektion können je nach Krankheitsphase gut auf eine Behandlung mit Antibiotika ansprechen. Einen fortbestehenden Gelenkerguss entlasten Ärzte durch eine Punktion.

Psychotherapie

Psychologische Verfahren wie Biofeedback, das sich nach Anleitung in Eigenregie anwenden lässt, und andere Entspannungsverfahren, Verhaltenstherapie und psychotherapeutische Einzel- und Gruppentherapien haben sich auch bei schmerzhaften Gelenkerkrankungen bewährt.


Fachliteratur:

Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V.: Rheumatisches Fieber, Abruf am 7.6.2012: http://dgrh.de/?id=1980.98.html*

(*www.apotheken-umschau.de übernimmt keine Haftung und ist nicht für Inhalte externer Internetseiten verantwortlich)

J. Grifka, M. Kuster (Hrsg.): Orthopädie und Unfallchirurgie, Springer, 1. Aufl., 2011

Gerd Herold und Mitarbeiter: Innere Medizin, 2012

Longo, Fauci, Kasper, Hauser, Jameson, Loscalzo: Harrisons Innere Medizin
Herausgegeben von M. Dietel, N. Suttorp, M. Zeitz, dt. Ausgabe in Zusammenarbeit mit der Charité, McGraw-Hill, ABW Wissenschaftsverlag, 18. Aufl., 2012

Classen, Diehl, Kochsiek: Innere Medizin
Herausgegeben von M. Böhm, M. Hallek, W. Schmiegel
Elsevier Urban & Fischer, 6., kompl. überarb. Aufl., 2009

 


Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.




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Dr. med. Claudia Osthoff / www.apotheken-umschau.de; aktualisiert am 23.07.2014, erstellt am 12.06.2012
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