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Herzrhythmusstörungen: Wie langsam oder schnell darf der Puls sein?

Wie langsam oder schnell darf der Pulsschlag eigentlich sein, ohne dass dies problematisch wird?


Erholsamer Schlaf – sogar der Puls schaltet auf Relax

Der Pulsschlag (Herzfrequenz) ist dann zu schnell oder zu langsam, wenn gleichzeitig Beschwerden wie Kurzatmigkeit, Schwindel, Blutdruckabfall oder Bewusstlosigkeit auftreten. Der normale Ruhepuls eines Erwachsenen beträgt 60 bis 80 Schläge pro Minute (= /min). Niedrige Pulsfrequenzen um 40 bis 50 /min finden sich häufig bei gut trainierten Sportlern oder auch im Schlaf. Die Herzfrequenz kann auch unter der Einnahme bestimmter Medikamente (Betablocker, Digitalispräparate) oder durch die krankhafte Störung der Erregungsbildung oder -leitung im Herzen niedrig sein. Bei anhaltend niedriger Herzfrequenz unter 40 /min wird meist die Behandlung mit einem Schrittmacher zur Verhinderung von Schwindel und Bewusstlosigkeit notwendig.

Pulsfrequenzen im Bereich von 80 bis 100 /min sind bei Menschen, die zu funktionellen oder psychovegetativen Organstörungen neigen, häufiger auch bei Menschen, die sich gerade von einer schwereren Krankheit erholen (Rekonvaleszenz), darüberhinaus bei Jugendlichen nicht ungewöhnlich. Im Erwachsenenalter kann eine erhöhte Pulsfrequenz aber auch die Begleiterscheinung bestimmter Erkankungen wie zum Beispiel einer Schilddrüsenüberfunktion, Blutarmut, Herz- und Lungenerkrankung sein. Bei anfallsweise auftretendem, regelmäßigen Herzjagen (paroxysmale Tachykardie) oder schnellem, unregelmäßigen Herzschlag (meist Vorhofflimmern) kann die Herzfrequenz auf 180 Schläge und mehr pro Minute ansteigen. Derart hohe Frequenzen werden auf Dauer schlecht vertragen und verursachen Beschwerden. Sie sollten deshalb möglichst umgehend mit Medikamenten, Elektroschock oder anderen elektrophysiologischen Therapieverfahren behandelt werden.

 

Professor Dr. med. Wolfram Delius, München


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