Kalte Hände sind eine Qual. Erst tun sie weh, dann fühlt man sie nicht mehr. Und wenn sie dann endlich wieder warm werden, dann tun sie zur Abwechslung einfach mal wieder weh. Besonders Frauen scheinen oft unter kalten Fingern zu leiden. Und mit ihnen die Männer an ihrer Seite, die die Eispfoten gefälligst wieder aufwärmen sollen.
Wie schützt man seine Patschehände denn nun am besten vor den winterlichen Temperaturen? Und warum werden Damenhände schneller kühl als Männerpranken? Wir haben uns Tipps von einem Experten geholt. Professor Michael Meurer arbeitet als Hautarzt an der Klinik für Dermatologie der Technischen Universität Dresden.
Warum werden gerade die Hände oft so kalt?
Dafür gibt es ein paar Gründe. Unsere Hände haben eine große ungeschützte Oberfläche und nur eine relativ dünne Haut. Außerdem sind sie von vielen Blutgefäßen durchzogen, dafür verfügen sie nur über wenig isolierendes Fettgewebe.
Warum leiden Frauen öfter als Männern?
Zusätzlich zu den oben genannten Antworten kommt, dass die Durchblutung bei den Damen stärker hormonell beeinflusst wird. Außerdem haben Frauen in der Regel weniger wärmende Muskeln als Männer. Dann sind die Herren oft körperlich aktiver, das hält natürlich auch warm.
Was kann man gegen kalte Pfoten tun? Wie beugt man vor?
Man kann sich von außen oder von innen schützen. Zum ersten Punkt zähle ich beheizbaren Handschuhe, Massagen oder Kissen mit vorgewärmten Kirschkernen. Außerdem helfen warm-kalte Wechselbäder für die Arme. Von innen helfen durchblutungsfördernde Medikamente, diese weiten die Gefäße – zum Beispiel Pentoxifyllin (Anmerkung der Redaktion: verschreibungspflichtig). Außerdem hilft Kreislauftraining wie Schwimmen, Armgymnastik, Joggen oder auch Saunieren.
Können ständig kalte Hände ein Warnsignal für andere Krankheiten sein?
Bei zirca fünf Prozent der Patienten mit ständig kalten Händen können innere Krankheiten der Auslöser sein. Zum Beispiel Gefäßverengungen, Arteriosklerose oder auch Hormonstörungen, beispielsweise verursacht durch Erkrankungen der Schilddrüse. Ein weiterer Grund können Bindegewebekrankheiten sein, sogenannte Kollagenosen.
Sophie Kelm / www.apotheken-umschau.de;
22.01.2010, aktualisiert am 12.01.2012
Bildnachweis: iStock/Character Design
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