Neigung zu kalten, sich verfärbenden Händen bei Stress oder Kälte kann durch Gefäßkrämpfe bedingt sein
Kältegefühl in den Händen, blasse, wie abgestorben wirkende Finger – seltener Zehen, noch seltener Ohrläppchen und Nase –, brennende Schmerzen oder Taubheitsgefühl in einem oder mehreren Fingern/Zehen bei niedrigen Außentemperaturen oder Kontakt mit kalten Gegenständen oder Wasser, aber auch bei emotionalem Stress, sind typische Zeichen für das sogenannte Raynaud-Phänomen.
Die Ursache dieser Formen des Raynaud-Syndroms (der Arzt spricht von der primären Form) ist unbekannt. Auslöser ist eine hauptsächlich durch Kälte ausgelöste Verkrampfung (Vasospasmus) der kleinen Fingerarterien. Blässe, schließlich Blaufärbung und Rötung bei Wiedererwärmung sind die typischen, aufeinander folgenden und ausschließlich auf die Finger begrenzten Farbveränderungen. Betroffen sind häufiger Frauen (meist im Alter zwischen 20 und 40 Jahren) als Männer. Anfangs können die Beschwerden auch nur an einzelnen Fingern oder Zehen auftreten.
Ein ganz ähnliches Bild mit schweren, schmerzhaften Anfällen findet man beim sogenannten sekundären Raynaud-Syndrom. Ihm liegen viele verschiedene Organ-Erkrankungen zugrunde, darunter Bindegewebskrankheiten, Bluterkrankungen, aber auch Medikamente und mechanische Einwirkungen.
Professor Dr. med. Wolfram Delius, München
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25.11.2008, aktualisiert am 12.10.2011
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