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So entsteht Eisenmangel

Experte Nikolaus Frühwein erklärt, wie es zu einem Eisenmangel kommt und was man dagegen tun kann


Ständig müde und blass? Dahinter kann ein Eisenmangel stecken

Hat jemand stets eine fahle Gesichtsfarbe, spricht der Volksmund häufig von "blutleer" – und trifft damit so manches Mal den Nagel auf den Kopf: "Wer unter Eisenmangel leidet, hat zu wenig Blut und ist deshalb blass", erklärt Dr. Nikolaus Frühwein, Allgemeinarzt aus München. In unserem Interview beantwortet er die wichtigsten Fragen zum Thema Eisenmangel.

Herr Frühwein, wofür braucht unser Körper eigentlich Eisen?

Das Spurenelement ist wichtig für alle Stoffwechselvorgänge des Körpers, den Sauerstofftransport und ganz besonders für die Blutbildung. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen eine tägliche Eisenzufuhr von 10 bis 12 Milligramm. Bei einer normalen und ausgewogenen Ernährung mit Gemüse und Fleisch kann man diese Menge auch gut erreichen.


Wie kommt es dann, dass Eisenmangel trotzdem eine der häufigsten Mangelerkrankungen ist?

Da gibt es verschiedene Möglichkeiten: Zum einen kann es sein, dass die Betroffenen mit der Nahrung zu wenig Eisen aufnehmen, weil sie sich einseitig ernähren, etwa Veganer, die keinerlei tierische Produkte zu sich nehmen. Aber auch Vegetarier sind gefährdet. Zum anderen können manche Menschen Eisen schlecht aufnehmen. Ein Beispiel ist die perniziöse Anämie: bei dieser Erkrankung fehlen der Magenschleimhaut bestimmte Zellen, die für die Eisenaufnahme zuständig sind. Aber auch Blutungen können einen Eisenmangel verursachen, beispielsweise eine sehr starke Regelblutung, häufiges und starkes Nasenbluten oder unbemerkte Blutungen – etwa aus Krampfadern oder einem Magengeschwür.

Was sind die Symptome eines Eisenmangels?

Typische Anzeichen sind eine blasse Gesichtsfarbe, die Betroffenen sind ständig müde und erschöpft, auch wenn sie ausgeschlafen sind. Selbst bei geringen Anstrengungen wie dem Treppensteigen kommen sie ins Schnaufen. Auch Kopfschmerzen und Schwindelgefühle können auftreten.

Und was kann man dagegen tun?

Essen Sie Lebensmittel, die besonders reich an Eisen sind, beispielsweise rotes Fleisch, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte. Auch Rhabarber enthält viel von dem wertvollen Spurenelement. Bei starkem Eisenmangel kann der Arzt Eisentabletten verschreiben. Patienten, deren Körper das Eisen nicht verwerten können, müssen es in regelmäßigen Abständen gespritzt bekommen. Wie oft muss im individuellen Fall mit dem Arzt geklärt werden.



Vanessa von Blumenstein-Langer / www.apotheken-umschau.de; 25.10.2010
Bildnachweis: Jupiter Images GmbH/Ablestock

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