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Blutungen außerhalb der Regel, Zwischenblutungen

Blutabgänge zwischen den gewohnten Monatsblutungen, ob leichte Schmierblutungen oder stärkere Zusatzblutungen, sollte eine Frau immer ernst nehmen. Lesen Sie hier mehr zu möglichen Ursachen


Bemerkt eine Frau Blut aus der Scheide, obwohl sie nicht ihre Periode hat, kann das viele Ursachen haben. Zuständig ist hier der Frauenarzt

Zwischenblutungen treten zusätzlich zu den normalen Regelblutungen auf. In Abständen geht Blut ab, entweder nur schwach oder auch heftiger, für ein, zwei oder mehrere Tage. Es kann sich dabei um Schmierblutungen (sogenanntes Spotting) handeln oder um ausgeprägte Zusatzblutungen.

Solche Menstruationsstörungen sollte immer ein Frauenarzt abklären. Zuerst wird er ausschließen, ob nicht eine Schwangerschaft beziehungsweise damit zusammenhängende Probleme vorliegen. Dann sucht er nach anderen möglichen Ursachen, etwa Erkrankungen an den Geschlechtsorganen. Auch können Hormonstörungen verantwortlich für außergewöhnliche Blutabgänge sein (dysfunktionelle Blutungen). Sie treten häufiger auf, wenn der Zyklus natürlicherweise unregelmäßiger ist, etwa einerseits in sehr jungen Jahren, nach Einsetzen der Geschlechtsreife, andererseits in der Zeit vor den Wechseljahren. Die Psyche spielt bei Blutungsstörungen ebenfalls eine Rolle. So gibt es zwischen Hormonen und Psyche vielfältige Wechselwirkungen. Außerdem haben bestimmte Stoffwechselerkrankungen Einfluss auf den Zyklus .

Plötzlich auftretende, heftige Blutungen sind als Notfall anzusehen. Das bedeutet für die betroffene Frau, dass sie umgehend einen Frauenarzt oder eine Frauenklinik aufsucht beziehungsweise sich dorthin bringen lässt. Ist die Blutung mit ungewöhnlich starken Schmerzen und/oder deutlicher körperlicher Schwäche verbunden, heißt es den Notarzt rufen.


Mögliche Ursachen von Zwischenblutungen im Überblick

  • Hormonstörungen wie Gelbkörperschwäche, Östrogenschwankungen, Unregelmäßigkeiten der stimulierenden Hormone FSH und LH
  • Ovulationsblutung durch Absinken des Östrogenspiegels
  • Hormoneller Einfluss von Verhütungsmitteln
  • Myome
  • Polypen
  • Endometriose (Wucherungen außerhalb der Gebärmutter)
  • Portioektopie (gutartige Gewebserkrankung am Muttermund)
  • Entzündungen an der Gebärmutter und/oder den Eierstöcken
  • Tumoren an äußeren und inneren Geschlechtsorganen (Vulva, Scheide, Gebärmutterhals, Gebärmutter)
  • Psychische Belastungen
  • Verletzte Blutgefäße, etwa nach sexuellem Kontakt
  • Spirale
  • Eileiterschwangerschaft
  • Stoffwechselerkrankungen: Schilddrüsenstörungen, Diabetes
  • Leber- und Nierenerkrankungen

In den folgenden Kapiteln (siehe auch Übersicht oben) sind nach den wichtigsten Fakten zur Menstruation die Hauptursachen für ungewöhnliche Blutabgänge beschrieben. Sie finden dort eine kurze Übersicht über typische Symptome der jeweiligen Krankheiten sowie über mögliche Diagnose- und Therapiemaßnahmen.

 


Fachliteratur für diesen Ratgeber

Kaufmann, M., Costa, S.-D., Scharl, A. (Hrsg.): Die Gynäkologie, Springer Verlag, 2013

Breckwoldt, Kaufmann, Pfeiderer: Gynäkologie und Geburtshilfe, Thieme 2008
Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.a.: Prävention, Diagnostik und Therapie der HPV-Infektion und präinvasiver Läsionen der weiblichen Genitale, 2008, awmf Leitlinien, abgerufen am 27.03.2013 auf www.awmf.org

Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.a.: Bakterielle Vaginose in Gynäkologie und Geburtshilfe, 2008, awmf Leitlinien, abgerufen am 27.03.2013 auf www.awmf.org
Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.a.: Diagnostik und Therapie der Endometriose, 2010, awmf Leitlinien, abgerufen am 27.03.2013 auf www.awmf.org

Herold, Gerd e.a.: Innere Medizin, 2012

Robert Koch Institut, Gesellschaft für epidemiologische Krebsregister in Deutschland e.V.: Krebs in Deutschland 2007/2008, Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Zentrum für Krebsregisterdaten, 2012

(www.apotheken-umschau.de ist nicht verantwortlich und übernimmt keine Haftung für die Inhalte externer Internetseiten)

Fachredaktion: Dr. med. Claudia Osthoff


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.




Bildnachweis: Jupiter Images/FRENCH PHOTOGRAPHERS ONLY
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Andrea Blank-Koppenleitner / www.apotheken-umschau.de; aktualisiert am 09.07.2014, erstellt am 08.06.2009
Bildnachweis: Jupiter Images/FRENCH PHOTOGRAPHERS ONLY

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