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Morbus Basedow (Basedowsche Krankheit)

Bei der Basedow-Krankheit kommt es zur Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose). Häufige Symptome sind Herzrasen (Tachykardie), Schwitzen, Zittern, Durchfall, Haarausfall und Gewichtsabnahme. Hervortretende Augen (Exophthalmus) sind ein weiteres typisches Merkmal des Morbus Basedow. Mehr zu Ursachen, Symptomen und Therapie


Die Schilddrüse (hier weiß dargestellt) liegt unterhalb des Kehlkopfes. Bei Morbus Basedow wird sie zum Ziel des körpereigenen Immunsystems

Was ist Morbus Basedow?

Morbus Basedow ist eine Autoimmunerkrankung. Das bedeutet: Das Abwehrsystem des Körpers greift "irrtümlich" eigenes Gewebe an, in diesem Fall hauptsächlich das der Schilddrüse.

Die Schilddrüse (Glandula thyroidea) liegt an der Vorderseite des Halses unterhalb des Kehlkopfes. Die kleine Drüse produziert die lebenswichtigen Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3). Diese Hormone beeinflussen viele Körperfunktionen, darunter Stoffwechsel, Kreislauf und Psyche. Zur Herstellung der Hormone benötigt die Schilddrüse Jod, das mit der Nahrung aufgenommen wird.


Bei Morbus Basedow bilden die Körper-Abwehrzellen fälschlicherweise Abwehrstoffe (Antikörper), die an Schilddrüsenzellen binden – genauer an den sogenannten TSH-Rezeptor. Das treibt die Drüse an, verstärkt Schilddrüsenhormone zu produzieren. Es kommt zur Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose). Die Schilddrüse arbeitet fleißiger, als sie eigentlich sollte.

Symptome: Die Schilddrüsenüberfunktion verursacht zahlreiche Beschwerden wie schnellen Herzschlag oder Herzrhythmusstörungen, Gewichtsverlust trotz Heißhunger, Unruhe und Nervosität. Bei Morbus Basedow vergrößert sich die Schilddrüse manchmal auch; eventuell wird sie dann als Kropf (Struma) deutlich sichtbar. Die Autoimmunkrankheit Morbus Basedow betrifft aber auch andere Regionen des Körpers. So können Augenveränderungen und –symptome entstehen (endokrine Orbitopathie). Die Augen treten zum Beispiel stärker aus den Augäpfeln hervor als normalerweise (medizinisch Exophthalmus genannt). Seltener kommt es auch zu Schwellungen an den Schienbeinen (prätibiales Myxödem). Mehr über typische Beschwerden der Krankheit im Kapitel Symptome.

Diagnose: Der Arzt untersucht die Schilddrüse mit Ultraschall (Sonografie). Außerdem bestimmt er die Schilddrüsenwerte im Blut. Ein deutliches Indiz für Morbus Basedow ist der Nachweis bestimmter Antikörper im Blut. Diese Antikörper heißen TSH-Rezeptor-Autoantikörper, abgekürzt TRAK. Sehr selten können sie auch fehlen.

Therapie: Die Symptome der Schilddrüsenüberfunktion werden üblicherweise mit Medikamenten behandelt, welche die Produktion von Schilddrüsenhormonen drosseln (Thyreostatika). Die Krankheit kann sich nach einiger Zeit von selbst wieder bessern. Bleibt eine Besserung jedoch aus, so sind eine Schilddrüsenoperation oder eine Radio-Jodid-Therapie (RIT) mögliche Alternativen. Welche Methode geeignet ist, muss im Einzelfall entschieden werden. Als Folge beider Eingriffe kann es zur Schilddrüsenunterfunktion kommen.

Morbus Basedow trifft vor allem Menschen im mittleren Lebensalter, Frauen häufiger als Männer. Benannt ist die Krankheit nach Carl Adolph von Basedow, der sie als erster in deutscher Sprache beschrieben hat. "Morbus" ist das lateinische Wort für Krankheit. Die ebenfalls gebräuchliche Bezeichnung Graves’ Disease geht auf den irischen Erstbeschreiber zurück.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.


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www.apotheken-umschau.de; 13.09.2005, aktualisiert am 02.03.2012
Bildnachweis: W&B/Diehl

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