Tinnitus (Ohrgeräusche)

Ohrgeräusche wie lästiges Pfeifen, Rauschen oder Summen im Ohr? Alles über Risikofaktoren, Ursachen und Therapie von Tinnitus

Tinnitus: Anhaltende Ohrgeräusche – Millionen Deutsche kennen das

Was ist Tinnitus?

Mit dem Tinnitus verhält es sich ähnlich wie mit den Schmerzen: Denn die Ohr- und Kopfgeräusche sind keine Krankheit, sondern ein Symptom, das unterschiedliche Auslöser und Ursachen haben kann. Bei jedem hundertsten Betroffenen ist der Leidensdruck durch das ständige Pfeifen, Rauschen oder Summen im Ohr jedoch so hoch, dass sich der Tinnitus zu einer Krankheit entwickeln kann. Hinzu kommen dann meist noch weitere Begleiterscheinungen wie Geräuschüberempfindlichkeit, Konzentrationsstörungen und Probleme mit den Ein- und Durchschlafen.


Der Begriff Tinnitus leitet sich vom lateinischen Wort „tinnire“ (= klingeln, klimpern, schellen) ab. Damit bezeichnet man aber nicht nur Geräusche wie Pfeifen, Zischen oder Zirpen, die wegen ihrer hohen Frequenzen recht unangenehm sein können. Einige Menschen berichten auch von einem Brummen, Rauschen, Pulsieren oder Hämmern. Die Geräusche oder Töne hören in der Regel nur die Betroffenen selbst, der Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde (HNO) kann aber die Frequenz und die Intensität des Tinnitus audiometrisch messen.

Jeder vierte Erwachsene im Alter ab 20 Jahren hatte schon mal Ohrgeräusche, die manchmal aber auch nach wenigen Stunden wieder verschwinden können. Wissenschaftler gehen davon aus, dass in Deutschland das akute Ohrgeräusch jährlich bei etwa 250.000 Menschen in eine chronische Form übergeht. Rund drei Millionen Bundesbürger haben einen chronischen Tinnitus. Abhängig vom Leidensdruck ergibt sich eine Einteilung der Symptome in Grad 1 bis 4 – aber nur eine sehr kleine Gruppe von Betroffenen (Grad 3 bis 4) fühlt sich im Alltag sehr stark beeinträchtigt. Erfreulich: Selbst nach vielen Jahren mit ununterbrochenem Tinnitus kommt es bei etwa 20 bis 30 Prozent der Betroffenen vor, dass die Ohrgeräusche wieder abklingen.

 

Welche Therapie sinnvoll ist, hängt zunächst von der Dauer der Ohrgeräusche und der zugrunde liegenden Erkrankungen im Hörsystem ab: In den ersten drei Monaten (akute Phase) kommen andere Methoden zum Einsatz als in der subakuten Phase (drei bis zwölf Monate) und danach.


Wichtig: Nehmen Sie erstmals auftretende Ohrgeräusche ernst und fragen Sie sich, was sie Ihnen sagen wollen. Meist hilft es, sich sofort aus dem aktuellen Geschehen zurückzunehmen und sich zu entspannen. Wenn das ständige Pfeifen, Rauschen oder Summen nach einem Tag nicht verschwunden ist, sollten Sie sich baldmöglichst einen Termin bei einem HNO-Arzt geben lassen, um mit ihm über die Ursachen und einer daraus abgeleiteten Therapie in der akuten Phase zu sprechen. Treten die Ohrgeräusche danach weiterhin auf, bieten sich mehrere Methoden an – was Ihnen ganz persönlich hilft, können Sie nur durchs Ausprobieren herausfinden.

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

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