Parkinson Krankheit (Morbus Parkinson)

Welche Symptome auf die Erkrankung hindeuten, wie der Arzt die Diagnose stellt, welche Rolle Dopamin spielt, und wie Medikamente und andere Therapien helfen

aktualisiert am 17.09.2014

Unwillkürliche Bewegung: Zittern ist ein häufiges Symptom bei Morbus Parkinson

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Was ist Parkinson?

Die Parkinson-Krankheit (auch Morbus Parkinson, Schüttellähmung, Paralysis agitans oder idiopathisches Parkinson-Syndrom genannt) ist, neben der Alzheimer-Demenz, eine der häufigsten fortschreitenden Erkrankungen des zentralen Nervensystems im höheren Lebensalter. Die meisten Betroffenen erkranken zwischen dem 50. und 79. Lebensjahr.

Im Jahre 1817 beschrieb der britische Arzt James Parkinson in seiner Abhandlung „Über die Schüttellähmung“ erstmals die Hauptsymptome des Leidens, das später nach ihm benannt wurde.


Bei der Parkinson-Krankheit liegt vor allem ein Mangel an dem Nervenbotenstoff Dopamin vor. Dazu kommt es, weil spezielle Nervenzellen im Gehirn nach und nach absterben. Zusammen mit anderen Botenstoffen ist Dopamin an der Bewegungssteuerung beteiligt. Ein Dopamin-Mangel bringt das empfindliche Gleichgewicht der Botenstoffe durcheinander. Die Folgen sind Bewegungsstörungen mit den typischen Symptomen der Parkinson-Krankheit: Bewegungsverarmung, bis hin zur Bewegungsstarre, Muskelstarre, Zittern sowie eine instabile Körperhaltung.


Eine Heilung ist bisher nicht möglich, jedoch gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die das Fortschreiten der Erkrankung hinauszögern.

Da in den westlichen Industrieländern die Lebenserwartung ständig steigt und die Parkinson-Krankheit gehäuft im höheren Lebensalter auftritt, muss in den nächsten Jahren mit einer zunehmenden Anzahl von Betroffenen gerechnet werden. Schätzungen zufolge leiden in Deutschland 150.000 bis 200.000 Patienten an einem idiopathischen Parkinsonsyndrom (idiopathisch bedeutet: ohne greifbare Ursache). Jedes Jahr erkranken in Mitteleuropa etwa 15 bis 20 von 100.000 Einwohnern neu daran.


Bei Morbus Parkinson kommt es im Gehirn zu einem Mangel des Botenstoffs Dopamin

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Parkinson Krankheit: Ursachen

Eine eindeutige Ursache für die Parkinson-Krankheit ist bis heute nicht gefunden. Es ist auch möglich, dass mehrere Ursachen zusammen Krankheitsauslöser sind.

Im Gehirn kommunizieren Nervenzellen untereinander über Schaltstellen (Synapsen) und chemische Botenstoffe (Neurotransmitter). Stehen nicht genug Botenstoffe zur Verfügung, ist die Kommunikation zwischen den Nervenzellen gestört.

Der Botenstoff Dopamin ist maßgeblich an den Steuerungsvorgängen von Bewegungen beteiligt. Gebildet wird Dopamin vorwiegend von speziellen Nervenzellen in der sogenannten schwarzen Substanz (Substantia nigra) im Gehirn. Über einen komplexen Regelkreis wirkt das Dopamin der schwarzen Substanz bewegungsaktivierend.

Bei der Parkinson-Krankheit sterben vorwiegend in der Substantia nigra Nervenzellen ab. In der Folge kommt es zur Bewegungsverarmung. Neben Dopamin sind auch andere Botenstoffe wie Acetylcholin oder Glutamat an der Bewegungsbildung beteiligt. Diese Botenstoffe wirken in einem fein abgestimmten Gleichgewicht, das durch den Mangel an Dopamin bei fortschreitender Erkrankung gestört wird. So entstehen die typischen Symptome der Parkinson-Krankheit. Erst nach Minderung der Dopamin herstellenden Zellen von 60 bis 70 Prozent machen sich Beschwerden bei Bewegungen bemerkbar.

In über 80 Prozent der Fälle tritt die Parkinson-Krankheit ohne erkennbare Ursache auf. Genetische Untersuchungen an Parkinson-Familien weisen jedoch darauf hin, dass in seltenen Fällen die Anlage für die Erkrankung vererbt werden kann.

Andere mögliche Ursachen sind eine verstärkte Belastung mit Umweltgiften (Pestizide, Schwermetalle). Diskutiert wird auch, ob Stoffwechselendprodukte (sogenannte „freie Radikale“), die durch ihre ausgeprägte Reaktionsfähigkeit Körperzellen nachhaltig schädigen können, die Parkinson-Krankheit begünstigen.

Was ist ein Parkinson-Syndrom?

Verschiedene Erkrankungen können ähnliche Symptome wie bei der Parkinson-Krankheit hervorrufen. Sie werden Parkinson-Syndrome genannt. Sie kommen – vor allem im fortgeschrittenen Alter – deutlich häufiger vor als die eigentliche Parkinson-Krankheit.

Manche Medikamente können bei längerer Anwendung unter Umständen ein Parkinson-Syndrom auslösen, zum Beispiel Neuroleptika (zur Behandlung von Psychosen) oder Kalzium-Antagonisten (zur Behandlung von Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen). Meistens bilden sich die Symptome wieder zurück, wenn die Mittel abgesetzt werden. Das sollte aber nur nach Rücksprache mit dem Arzt geschehen.

Auch eine „Verkalkung“ der Hirngefäße – medizinisch: ArterioskleroseSchlaganfälle, ein Schädel-Hirn-Trauma, Hirnentzündungen und andere Hirnschädigungen können Parkinson-Syndrome hervorrufen. Darüber hinaus gibt es Formen, die mit dem Zugrundegehen anderer Hirnregionen als bei der Parkinson-Krankheit, einhergehen.


Ein mögliches Symptom bei Morbus Parkinson: Die Handschrift verändert sich

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Parkinson Krankheit: Symptome

Erste Krankheitszeichen fallen bei Morbus Parkinson auf, wenn etwa 60 Prozent der dopaminhaltigen Nervenzellen in der schwarzen Substanz abgestorben sind.

Die klassischen vier Hauptsymptome bei Morbus Parkinon sind:

  • Bewegungsverlangsamung (Bradykinese)
  • Muskelversteifung (Rigor)
  • Zittern (Tremor)
  • Störung der Halte- und Stellreflexe (sogenannte posturale Instabilität).

Daneben gibt es auch Begleitsymptome. Verlauf und Beschwerden können sehr unterschiedlich sein, und nicht jeder Patient weist alle Hauptsymptome auf.

Bewegungsverlangsamung (Bradykinese)

Erstes Anzeichen kann sein, dass ein Arm beim Gehen weniger mitschwingt als normalerweise. Willkürliche Bewegungen wie Gehen, Aufstehen, Drehen können nur noch sehr verlangsamt und mit großen Schwierigkeiten ausgeführt werden. Spontane und unwillkürliche Bewegungen fehlen zum Teil ganz. Der Parkinson-Patient weist eine gebeugte Haltung auf, der Gang wird kleinschrittig und für eine Wendebewegung benötigt er viele kleine Zwischenschritte.

Auch Gestik und Mimik nehmen ab, das Gesicht wirkt zunehmend wie eine starre Maske. Es können Sprechstörungen auftreten, die Stimme wird leiser und monotoner, die Sprache undeutlicher. Schluckstörungen führen zu vermehrtem Speicheln. Der Patient hat außerdem Schwierigkeiten beim Essen und verschluckt sich häufig. Auch die Feinmotorik ist betroffen, was sich beispielsweise in einer veränderten Handschrift widerspiegeln kann.

Steifheit der Muskeln (Rigor)

Der Ausdruck Rigor bezeichnet keine Lähmungserscheinung, sondern eine Versteifung der Muskeln bei voll erhaltener Kraft. Typischerweise sind zuerst die Nacken- und Schultermuskeln betroffen, oft zunächst einseitig. Der Rigor wird durch das sogenannte Zahnradphänomen nachgewiesen: Versucht der Arzt zum Beispiel den angewinkelten Arm eines Parkinson-Kranken zu strecken, folgt die Extremität nur mit abgehackten und ruckartigen Bewegungen, als würde der Arzt ein Zahnrad bewegen.

Zittern (Tremor)

Auch das Zittern beginnt meist einseitig. Anfangs nur im Ruhezustand, später aber dauerhaft, kommt es zu einem langsamen und rhythmischen Zittern, zuerst der Hände, später aber auch der Füße. Im Schlaf oder während einer Bewegung verschwinden die Symptome vollständig. Bei leeren Händen reiben die Finger manchmal in einer Bewegung aneinander, die an „Münzen zählen“ erinnert.

Störungen der Halte- und Stellreflexe (posturale Instabilität)

Reflexe gehören zu den unwillkürlichen Bewegungen bzw. Muskelanspannungen, die durch einen Reiz automatisch ausgelöst werden. Halte- und Stellreflexe ermöglichen einem gesunden Menschen, auch in einer Bewegung den Körper auszubalancieren. Sind diese Reflexe, wie beim Parkinson-Patienten, gestört, können plötzliche Bewegungen nicht mehr aufgefangen werden und es kommt zur Gangunsicherheit und Sturzneigung. Häufen sich die Stürze, entwickeln Parkinson-Kranke oft Angst vor Bewegungen. Eine Störung der Halte- und Stellreflexe ist meist erst in späteren Stadien der Parkinson-Krankheit zu erwarten.

Begleitsymptome

  • Bei sehr vielen Patienten verschlechtert sich der Geruchssinn lange vor Einsetzen der Bewegungsstörungen.
  • Im Laufe der Erkrankung kann eine Depression auftreten. Fast jeder zweite Patient ist davon betroffen.
  • In manchen Fällen entwickeln sich mit der Zeit Symptome einer Demenz. Gedächtnisprobleme können aber auch altersbedingt sein.
  • Eine beeinträchtigte Blasenfunktion kann zu Harndrang, Einnässen, aber auch Harnverhalt führen. Häufig leiden die Patienten aufgrund von Darmfunktionsstörungen unter Verstopfungen. Potenzprobleme können krankheits- und auch medikamentenbedingt sein.
  • Eine übermäßige Talgproduktion der Talgdrüsen im Gesicht (Salbengesicht), kann vor allem zu einem kosmetischen Problem werden.
  • Diffuse Schmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen, vor allem aber Rückenschmerzen sind häufig und können durch die Muskelsteife und eingeschränkte Beweglichkeit bedingt sein.
  • Schlafstörungen, meist in Form von Ein- und Durchschlafstörungen, treten bei etwa 75 Prozent der Parkinson-Patienten im Verlauf der Erkrankung auf. Die Ursachen können sehr unterschiedlich sein. Zum einen stört der Bewegungsmangel den erholsamen Schlaf, zum anderen können heftige unwillkürliche Bewegungen den wichtigen Traumschlaf stören. Eine solche Verhaltensstörung im Traumschlaf (REM-Schlaf-Verhaltensstörung) geht der Parkinson Erkrankung oft um Jahre voraus. Auch führen einige Parkinson-Medikamente zu Alpträumen.

Komplikationen

Ausgelöst durch Infekte, Medikamentenfehler oder Operationen kann eine sogenannte akinetische Krise entstehen. Dabei wird der Patient völlig unbeweglich, kann nicht mehr sprechen und nicht mehr schlucken. Begleitsymptome sind Schweißausbrüche und schneller Puls. So eine Krise ist gefährlich und muss in der Klinik behandelt werden. Durch fehlendes Schlucken kann Speichel in die Lunge gelangen und eine Lungenentzündung auslösen, die lebensbedrohlich sein kann.


Verdacht auf Parkinson-Krankheit? Der Arzt erkundigt sich nach den Beschwerden und untersucht den Patienten genau

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Parkinson Krankheit: Diagnose

Im frühen Stadium der Parkinson-Krankheit ist eine Diagnose oft schwierig. Erste Hinweise auf die Parkinson Krankheit können eine Verkleinerung der Handschrift, ein gestörtes Riechvermögen, starke Muskelverspannungen, Schwierigkeiten bei Alltagstätigkeiten wie Zähneputzen, Zuknöpfen oder Computerarbeiten sein.

Manche Patienten bemerken auch früh Probleme beim Gehen, fallen leichter hin. Andere verletzen sich selbst oder den Bettpartner durch heftige Bewegungen während des Traumschlafes.

Der Arzt stellt die Diagnose anhand der Krankheitszeichen. Für eine Parkinson-Krankheit spricht, wenn mindestens zwei typische Symptome feststellbar sind.

Bildgebende Verfahren wie Computertomografie (CT) und Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT) dienen vor allem dem Ausschluss anderer Ursachen. Bei der Positronen-Emissons-Tomografie (PET) kann eine Verminderung der Dopamin ausschüttenden Zellen im Gehirn indirekt sichtbar gemacht werden.

Bessern sich die Symptome unter einem Therapieversuch mit Levodopa, ist das ein starker Hinweis auf eine Parkinson-Krankheit. Levodopa ist eine Vorstufe des Dopamins, welche im Gehirn zu Dopamin umgewandelt wird.


Medikamente können Beschwerden bei der Parkinson-Krankheit lindern

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Parkinson Krankheit: Therapie

Grundsätzlich ist die Parkinson-Krankheit behandelbar, jedoch nicht heilbar. Die Therapie setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen. Der wichtigste ist der Einsatz von Medikamenten. Da es sich bei Parkinson um eine fortschreitende Erkrankung handelt und die Wirkung bestimmter Anti-Parkinsonmittel mit der Zeit abnehmen kann, ist in gewissen Zeitabständen eine Anpassung der Medikamente notwendig.

Medikamentöse Behandlung: Levodopa (L-Dopa)

Die medikamentöse Behandlung zielt darauf ab, die Botenstoffe im Gehirn wieder in ihr Gleichgewicht zu bringen. Levodopa (L-Dopa) ist eine Vorstufe des Dopamins und wirkt vor allem positiv auf die Beweglichkeit, gegen die Muskelsteifigkeit, aber auch gegen das Zittern. Allerdings können nach langer Therapiedauer als Nebenwirkung unberechenbare und nicht unkontrollierbare Bewegungen auftreten.

Um schwankenden Wirkspiegeln bei fortgeschrittenen Stadien entgegen zu wirken, gibt es auch die Möglichkeit einer Dopamin-Pumpe, die kontinuierlich, über eine Sonde im Dünndarm, den Wirkstoff abgibt.

Dopaminagonisten

Eine zweite Medikamentengruppe sind die Dopaminagonisten. Sie verstärken die Wirkung des vorhandenen Dopamins (zum Beispiel Pramipexol, Lisurid, Ropinirol). Neuere Dopaminagonisten gewährleisten gleichmäßige Wirkstoffspiegel und müssen zum Teil nur noch einmal am Tag eingenommen werden (zum Beispiel retardiertes Ropinirol, retardiertes Pramipexol). Oder sie geben ihren Wirkstoff über ein Pflaster ab, das täglich gewechselt werden muss (zum Beispiel Rotigotin-Pflaster).

Weitere Medikamenten-Gruppen

Darüber hinaus gibt es noch weitere Medikamenten-Gruppen, die Wirkungsschwankungen von Dopamin verringern (COMT-Hemmer, Entacapon und Tolcapon) oder seinen Abbau bremsen (MAO-B-Hemmer, Selegilin und Rasagilin). Anticholinergika (zum Beispiel Biperiden, Bornaprin) können effektiv das Zittern verringern. Amantadin soll die Dopaminausschüttung erhöhen und die Beweglichkeit verbessern.

Die verschiedenen Wirkstoffgruppen können auch untereinander kombiniert werden. Die medikamentöse Einstellung ist anspruchsvoll, weil die Symptome und Medikamentennebenwirkungen sehr unterschiedlich ausgeprägt sein können, ebenso wie das Ansprechen auf die Medikamente.

Operative Eingriffe am Gehirn (Tiefenhirnstimulation)

Bei der chirurgischen Therapie müssen Arzt und Patient Nutzen und Risiko abwägen. Der Eingriff sollte erst dann zum Einsatz kommen, wenn die medikamentöse Therapie nicht mehr ausreichend ist und der Parkinson-Kranke deutlich an Lebensqualität verliert.

An vorher genau berechneten Stellen des Gehirns werden unter Vollnarkose kleine Elektroden dauerhaft eingesetzt. Bestimmte Hirnareale können nun elektrisch gereizt und damit gehemmt werden. Auf diese Weise sind Beschwerden gezielt zu lindern. Diese Reizung kann dauerhaft über einen programmierten Schrittmacher oder bei Bedarf vom Patienten selbst vorgenommen werden.

Physikalische und weitere Therapien

Eine gute physiotherapeutische Betreuung ist wichtig, um möglichst lange die Beweglichkeit zu erhalten. Entspannungsübungen können sich positiv auf den Tremor auswirken.

Logopädische Maßnahmen helfen, wenn das Sprech- und Schluckvermögen beeinträchtigt ist. Sie trainieren die betreffende Muskulatur. Auch die Kommunikation über Gesten und Mimik kann gefördert werden.

Eine Ergotherapie hilft, möglichst lange selbstständig den Alltag bewältigen oder Hobbys ausführen zu können. Bei Bedarf wird auch der Einsatz von Hilfsmitteln trainiert und das häusliche Umfeld an die Bedürfnisse des Parkinson-Kranken angepasst.

Hoffnungsträger Stammzell-Therapie?

Bei der Parkinson-Krankheit sterben bestimmte Nervenzellen im Gehirn ab. Weltweit suchen Forscher deshalb nach einem Weg, diese abgestorbenen Hirnzellen durch neue, funktionstüchtige Zellen zu ersetzen. Eine Idee lautet: Stammzellen aus dem Knochenmark des Patienten entnehmen und in sein Gehirn einpflanzen (Stammzell-Injektion, Stammzell-Transplantation). Die Stammzellen sollen sich – so die Theorie – im Gehirn des Erkrankten in neue, funktionstüchtige Nervenzellen umwandeln oder zumindest Defizite ausgleichen.

Dieser Ansatz klingt viel versprechend. Doch funktioniert er auch? Das halten etliche Experten derzeit für ungewiss. Was die Stammzellen im Gehirn tatsächlich tun, ist ihrer Ansicht nach noch nicht ausreichend erforscht. Die Stammzellen könnten dem Patienten nutzen, sie könnten wirkungslos bleiben – oder sie könnten dem Patienten womöglich sogar schaden. Was viele Experten mit Besorgnis sehen: Entsprechende Stammzell-Injektionen werden bereits angeboten – von privaten Firmen oder Kliniken meist gegen eine beträchtliche Summe Geld. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen nicht für die Parkinson-Behandlung mit adulten Stammzellen. Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie warnt Parkinson-Patienten vor dem Verfahren. Sie bezweifelt, dass Wirksamkeit und Sicherheit wissenschaftlich belegt sind und würde die Methode einem Betroffenen zum jetzigen Zeitpunkt nicht empfehlen.


Selbsthilfegruppen

Es gibt Selbsthilfegruppen von für Parkinson-Kranke, aber auch für Angehörige Betroffener, bei denen man sich über Erfahrungen mit der Erkrankung, der Therapie und den Ärzten austauschen kann. Selbsthilfegruppen informieren außerdem die Öffentlichkeit über die Krankheit und fördern damit die Aufklärung. Auch für die speziellen Belange der Patienten setzen sie sich ein.

Ernährung

Es gibt keine spezielle Diät, die den Verlauf der Krankheit beeinflussen könnte. Wichtig ist, dass Patienten ausreichend Kalorien zu sich nehmen und sich ausgewogen ernähren.

Psychologische Betreuung

Ein versierter Therapeut kann den Betroffenen und Angehörigen bei der seelischen Bewältigung der Erkrankung helfen.

Häusliche Pflege

Bei fortschreitender Erkrankung stehen Patienten und Angehörige vor der Frage einer Heimbetreuung oder der häuslichen Pflege. Entschließt man sich zur häuslichen Pflege, kann man die finanziellen Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch nehmen und einen Pflegedienst einschalten. Unterstützung bei der Planung findet man beim behandelnden Arzt, aber auch bei den Selbsthilfegruppen.


Privatdozentin Dr. med. Ilonka Eisensehr, Fachärztin für Neurologie

W&B/Privat

Beratende Expertin

Privatdozentin Dr. med. Ilonka Eisensehr ist Fachärztin für Neurologie. Sie studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie der Tufts University Boston und habilitierte sich an der Universität München über das Dopaminsystem und Schlaf-bezogene Bewegungsstörungen. Sie ist in eigener neurologischer Praxis in München tätig, außerdem Mitglied des Lehrkörpers der Universität München. Sie verfasste zahlreiche Publikationen zum Thema Dopaminsystem, Schlafmedizin und Epilepsie und ist Mitglied in vielen wissenschaftlichen Gremien. Ihre Schwerpunkte sind: Neurologische Diagnostik, Diagnostik und Behandlung von Bewegungsstörungen, Schlafstörungen sowie des Restless-Legs-Syndroms, außerdem Schlaganfall-Check inklusive Farbduplexsonographie.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



Bildnachweis: Strandperle/Fancy, PhotoDisc/ RYF, Jupiter Images GmbH/Goodshot, W&B/Privat
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