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Herzschwäche (Herzinsuffizienz): Symptome

Die Beschwerden einer chronischen Herzschwäche entwickeln sich in der Regel schleichend. Die akute Herzschwäche dagegen macht sich innerhalb weniger Stunden oder Tage bemerkbar


Bei Anstrengung schneller außer Puste als früher? Ein möglicher Hinweis, dass mit dem Herzen etwas nicht stimmt

Mögliche Symptome der akuten Herzschwäche sind schwere Atemnot und Husten, der Atem kann "brodelnd" klingen. Das Herz schlägt oft ungewöhnlich schnell, die Haut ist blass und fühlt sich kaltschweißig an. Die Beschwerden entstehen innerhalb kurzer Zeit und können sich schnell verschlimmern. Eine akute Herzschwäche ist ein medizinischer Notfall. Im Zweifel sollte sofort ein Notarzt verständigt werden.

Bei der chronischen Herzschwäche stellen sich die Symptome in der Regel allmählich ein. Patienten fällt auf, dass ihre Leistungsfähigkeit abnimmt, sie fühlen sich schneller erschöpft und müde, sie geraten leichter außer Atem – anfangs nur bei stärkerer Belastung, später auch bei geringer Anstrengung oder in Ruhe. Ein weiteres Zeichen sind Flüssigkeitseinlagerungen, vor allem in den Beinen, und eine Gewichtszunahme trotz unveränderter Ernähungsgewohnheiten. Liegen Betroffene längere Zeit – zum Beispiel beim Schlafen – kann der Körper überschüssige Flüssigkeit leichter ausscheiden. Deshalb wachen viele Patienten nachts immer wieder auf, weil sie Wasser lassen müssen.


Betrifft die Krankheit vor allem die linke Herzhälfte, kann das Blut nicht effektiv in den Körperkreislauf weitergepumpt werden. Organe und Gewebe werden schlechter durchblutet, der Blutdruck kann sinken. Das Blut staut sich vor der linken Herzhälfte in die Lungengefäße zurück. Das führt in der Folge zu Atemnot, die sich bei Anstrengung und flachem Liegen verschlechtert. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem Lungenödem, einer Flüssigkeitsansammlung in der Lunge. Dabei handelt es sich um einen Notfall, der sofort behandelt werden muss. Ein Lungenödem macht sich durch starke Luftnot bemerkbar, der Atem klingt "brodelnd".

Ist überwiegend die rechte Herzhälfte betroffen, wird das sauerstoffarme Blut, das von Organen und Geweben zurück zum Herzen fließt, nicht effektiv genug zur Lunge weitergepumpt. Das Blut staut sich in die Venen des Körperkreislaufs zurück. Die Folge sind Flüssigkeitseinlagerungen (Ödeme) in den Beinen – vor allem am Fußrücken und an der Vorderseite des Unterschenkels. Ein Druck auf die Schienbeinkante hinterlässt eine flache "Delle" im Gewebe, die sich nur langsam zurückbildet. Abdrücke von Socken und Schuhen bleiben nach dem Ausziehen längere Zeit deutlich sichtbar. Staut sich das Blut in die Gefäße von Magen und Leber zurück, können Appetitlosigkeit, Völlegefühl und Leberfunktionsstörungen auftreten. Auch im Bauchraum kann sich Gewebeflüssigkeit ansammeln (Aszites, "Wassersucht"). Lagert sich vermehrt Gewebeflüssigkeit im Körper ein, macht sich das auf der Waage bemerkbar. "Verdächtig" ist eine sehr rasche Gewichtszunahme bei unveränderten Ernährungsgewohnheiten.

Bei der globalen Herzinsuffizienz sind beide Herzhälften betroffen, so dass Zeichen der Links- und Rechtsherzinsuffizienz zusammenkommen.

Der Schweregrad der Herzschwäche wird nach den Empfehlungen von Kardiologen aus den USA (New York Heart Association = NYHA) international in die folgenden vier Stadien eingeteilt:

Stadium 1
Die körperliche Leistungsfähigkeit scheint normal zu sein. Bei Untersuchungen finden sich aber bereits Hinweise auf eine verminderte Herzleistung.

Stadium 2
Die Erkrankung macht sich bei Belastungen bemerkbar: Beim Treppensteigen, raschen Gehen oder dem Schleppen von schweren Sachen kommt es schneller zur Atemnot und Müdigkeit als früher.

Stadium 3
Die körperliche Leistungsfähigkeit ist im Alltag deutlich eingeschränkt. Es sind nur noch leichte körperliche Belastungen ohne Beschwerden möglich. Bereits eine geringe körperliche Anstrengung verursacht Luftnot und eine unverhältnismäßig große Erschöpfung. 

Stadium 4:
Beschwerden wie Kurzatmigkeit und Erschöpfung treten bereits im Ruhezustand auf. Der Patient ist überwiegend bettlägerig und bedarf meist einer Krankenhausbehandlung.

Eine Herzschwäche kann im Kreislaufversagen enden. Es drohen Komplikationen wie das Lungenödem (siehe oben) oder Herzrhythmusstörungen.

Eine Herzschwäche vermindert nicht nur die körperliche Belastbarkeit, sondern auch allgemein die Lebensqualität, wobei eine enge Korrelation zum Schweregrad der Herzschwäche besteht. Depression und Angstzustände können auftreten, „verstecken“ sich aber oft hinter klassischen Beschwerden einer Herzschwäche, wie Müdigkeit und Abgeschlagenheit.




Bildnachweis: PhotoDisc/ RYF
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www.apotheken-umschau.de; aktualisiert am 11.09.2014, erstellt am 13.09.2005
Bildnachweis: PhotoDisc/ RYF

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