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Hashimoto-Thyreoiditis (autoimmune Schilddrüsenentzündung)

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine chronische Entzündung der Schilddrüse. Anfangs kann es dabei zur Schilddrüsenüberfunktion kommen. Letztlich entsteht jedoch eine Schilddrüsenunterfunktion. Typische Symptome sind Müdigkeit, Frieren, Gewichtszunahme. Mehr zu Ursachen, Diagnose und Therapie


Müde, antriebslos, kältempfindlich – das können Symptome der Hashimoto-Thyreoiditis sein

Was ist eine Hashimoto-Thyreoiditis?

Bei der Hashimoto-Thyreoiditis (auch chronische lymphozytäre Thyreoiditis genannt) kommt es zu einer anhaltenden Entzündung der Schilddrüse. Die Schilddrüse ist ein kleines Organ, das sich unterhalb des Kehlkopfes an die Luftröhre schmiegt. Sie produziert lebenswichtige Schilddrüsenhormone, die Stoffwechsel, Kreislauf, Wachstum und Psyche beeinflussen.

Die Krankheit hat ihre Ursache im körpereigenen Abwehrsystem. Es greift "irrtümlich" das Gewebe der Schilddrüse an und schädigt es. So entsteht die chronische Schilddrüsenentzündung (chronische Thyreoiditis). Weil das eigene Immunsystem beteiligt ist, heißt sie auch Autoimmunthyreoiditis. Die Krankheit führt letztlich zur Schilddrüsenunterfunktion, also einem Mangel an Schilddrüsen-Hormonen. Meistens erkranken Menschen zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr. Frauen sind wesentlich häufiger betroffen als Männer. Bei Frauen fällt der Erkrankungsbeginn oft mit den Wechseljahren zusammen. Dann wird die Schilddrüsenentzündung leicht übersehen, weil die Symptome lange als "Wechseljahrsbeschwerden" fehlgedeutet werden.



Unsere Expertin: Professor Dr. Petra-Maria Schumm-Draeger, Internistin und Endokrinologin

Was die Hashimoto-Thyreoiditis genau auslöst, wird noch erforscht. Eine Veranlagung zur Krankheit liegt bereits in den Genen. Die Störung kommt familiär gehäuft vor. Sie kann mit anderen Autoimmunerkrankungen einhergehen, zum Beispiel der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus Typ 1.

Die Schilddrüsenentzündung verursacht normalerweise keine Schmerzen und bleibt oft lange unbemerkt. Zu Beginn leiden Patienten manchmal unter Symptomen der Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose), zum Beispiel Gewichtsverlust, Nervosität, Zittern, Durchfall, Schwitzen und Herzklopfen. Im weiteren Verlauf entsteht eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Typische Beschwerden sind Müdigkeit, Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit und depressive Verstimmungen. Zu diesen Symptomen kommt es, weil das kranke Organ nicht mehr genügend Schilddrüsenhormone produziert.

Die Beschwerden lassen sich bei den meisten Patienten gut behandeln. Sie nehmen die passende Menge Schilddrüsenhormon in Form von Tabletten ein. Die Schilddrüsenentzündung selbst kann allerdings nicht geheilt werden.

Ihren exotischen Namen verdankt die Krankheit ihrem Entdecker, dem japanischen Arzt Hakaru Hashimoto.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



Bildnachweis: Pitopia/Ruth/2009, W&B/Privat
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www.apotheken-umschau.de; 13.09.2005, aktualisiert am 08.02.2013
Bildnachweis: Pitopia/Ruth/2009, W&B/Privat

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