Stinkefüße, Käsefüße oder Schweißmauken werden sie im Volksmund genannt – Experten sprechen von der sogenannten Bromhidrosis der Füße. Wer darunter leidet, für den kann der Besuch bei Freunden oder Bekannten sehr unangenehm werden, nicht zuletzt weil es häufig zum guten Ton gehört, beim Gastgeber die Schuhe auszuziehen. Doch was ist als Eigentümer von Käsefüßen zu tun, wenn der Geruch nicht durch mangelnde Hygiene entsteht?
Welche Ursachen hat Fußgeruch?
Faktoren, die Fußgeruch begünstigen, gibt es zuhauf. Dazu gehören etwa Schuhe mit schlechter Leimqualität oder Synthetiksocken. Besonders bei Billigschuhen ist daher der Geruchstest schon vor dem Probieren angesagt. Denn wenn Fußschweiß auf das ohnehin schon muffige Schuhwerk trifft, wird der Eigengeruch der Schuhe nicht besser.
Die eigentliche Ursache für den peinlichen Mief sind jedoch Bakterien: "Fußgeruch ist immer mit vermehrtem Schwitzen und zu engem Schuhwerk verbunden. In einer derart feucht-warmen Kammer vermehren sich Bakterien sehr schnell", erklärt Professor Erhard Hölzle, Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten und Direktor der Klinik für Dermatologie und Allergologie am Klinikum in Oldenburg.
"Was uns die Nase rümpfen lässt, ist vor allem die Isovaleriansäure aus der Familie der Fettsäuren. Sie ist eine der Geruchssubstanzen, die der Staphylococcus epidermidis, der normale Keim der Hautflora, aus Bestandteilen der Hornschicht und des Schweißes produziert", führt der Experte fort.
Mit diesen Schuhen laufen Sie prima
Duftet der Schuh selbst neutral oder leicht nach Leder, ist schon mal das erste Hindernis zum wohlriechenden Fuß genommen. "Wer aber ohnehin zu feuchten Füßen neigt, sollte sie nur in besonders luftiges Schuhwerk betten und auf Kunstleder- oder Turnschuhe im Alltag verzichten. Sie lassen den Fuß nicht genug atmen und schaffen ein fußpilzförderndes Milieu", warnt Erhard Hölzle.
Dasselbe gilt für Synthetiksocken: Finger weg davon! Greifen Sie lieber auf natürliche Materialien wie Baumwolle, Naturfasern oder Seide zurück.
Wann immer es möglich ist, laufen Sie am besten so, wie es die Natur für unsere Füße vorgesehen hat: barfuß! In der Zwischenzeit können sich die Schuhe an der frischen Luft erholen. Besonders gesund laufen Sie, wenn Sie jeden Tag ein anderes Paar tragen.
Nun ans Eingemachte: Weg mit dem Fußgeruch!
Mit den richtigen Schuhen und Socken nehmen Sie den Bakterien die Heimat. Doch auch eine weitere Ursache für Käsefüße muss eingedämmt werden: das übermäßige Schwitzen. Eine gute Hilfe gegen Schweißfüße ist beispielsweise Fußpuder. Verwenden Sie ihn regelmäßig und streuen Sie ihn auch in den Schuh hinein. Der Puder bindet nicht nur die Feuchtigkeit, sondern bekämpft auch die geruchsbildenden Bakterien im Schuh.
"Die bakterielle Flora am Fuß selbst können Sie mit häufigen Fußwaschungen, Alkohollösungen, antibakteriellen Cremes oder Kräuterextrakten eindämmen. Salben mit Aluminiumchlorid verengen zudem die Ausgänge der Schweißdrüsen, worauf sich diese nach und nach selbst regulieren", rät Hautexperte Hölzle. Lassen Sie sich bei der Auswahl geeigneter Produkte in Ihrer Apotheke beraten.
Bastian Fersch / www.apotheken-umschau.de;
15.09.2011, aktualisiert am 31.10.2011
Bildnachweis: W&B/Privat, Thinkstock/iStockphoto
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