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Sind Eier ungesund?

Eier enthalten zwar Cholesterin, aber auch viele gesunde Inhaltsstoffe. Wir klären über Gesundheitswert, Haltbarkeit, Kennzeichnung und Salmonellen-Gefahr auf


Eierspaß: Die Schalen von Eiern lassen sich kunstvoll bemalten

Rund 17 Milliarden Eier werden pro Jahr in Deutschland verbraucht. Die Hälfte davon entfällt auf private Haushalte. Eigentlich ist das wenig verwunderlich: Sie benötigen Eier, wenn Sie Kuchen backen, Spiegel- oder Rühreier braten, wenn Sie Frühstückseier kochen oder ein Schnitzel panieren.

Kennzeichnung, Gewicht- und Güteklasse von Eiern

Ei ist nicht gleich Ei. Es gibt verschiedene Gewichts- und Güteklassen, außerdem lassen sich je nach Haltung unter anderem Bio- und Freilandeier sowie solche aus Bodenhaltung unterscheiden. Im Supermarkt oder auf dem Wochenmarkt erhalten Sie nur Eier der „Güteklasse A“, teilweise steht auch „frisch“ auf der Verpackung. Für diese Güteklasse muss das Ei verschiedene Kriterien erfüllen. So muss zum Beispiel die Schale sauber und unverletzt sein, das Ei darf nicht komisch riechen und das Eiklar sollte wirklich klar sein. Eier der Güteklasse B, die diesen Ansprüchen nicht standhalten, werden in der Industrie verarbeitet.



Das Frühstücksei: Nach sechs bis sieben Minuten kochen ist das Ei wachsweich, der Eidotter hat noch einen weichen Kern. Nach 10 Minuten ist es hart

Je nach Gewicht und Größe gibt es Eier der Gewichtsklasse S, M, L und XL. Die Größen M (mittel) und L (groß) kommen mit Abstand am häufigsten vor. Neben der Gewichts- und Güteklasse muss auf einer Eierpackung die Herkunft des Eis stehen. Sie lässt sich anhand des Erzeugercodes zurückverfolgen. Ein Beispiel: Auf dem Ei steht der Code „1-DE-09-24041“. Die „1“ steht für Freilandhaltung, „0“ würde Bio bedeuten, „2“ Bodenhaltung und „3“ Käfig. Die klassische Käfighaltung ist allerdings seit 2009 in Deutschland verboten. Die Bezeichnung „DE“ steht für Deutschland als Erzeugerland, die Ziffer „09“ für Bayern als Bundesland. Der letzte Zahlencode setzt sich aus der Betriebs- und Stallnummer zusammen.

Haltbarkeit: Wie frisch ist das Ei?

Die Herstellerbetriebe müssen die Eierpackung mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum versehen. Die Haltbarkeit eines frischen Eis beträgt höchstens 28 Tage nach dem Legedatum. Lagern Sie Eier immer im Kühlschrank. Haben Sie die Packung verlegt, kann eventuell ein Frischetest Anhaltspunkte liefern. Laut dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit geht er so: Nehmen Sie ein breites Glas oder einen Messbecher und füllen sie ihn mit Wasser. Geben Sie das rohe Ei hinein und beobachten es. Sinkt es waagerecht auf den Boden und bleibt liegen, ist es vermutlich noch frisch. Hebt es leicht ab, ist es schon älter und womöglich nicht mehr genießbar. Schwimmt ein Ei im Wasser, sollten Sie es nicht mehr verwenden.

Inhaltsstoffe: Was steckt in Eiern? Wie viel Cholesterin ist enthalten?

Eier geraten immer wieder durch ihren hohen Cholesteringehalt in Verruf – durchschnittlich 277 Milligramm stecken in einem Ei. Die Substanz ist für den Körper unerlässlich. Da der Organismus jedoch auch selbst Cholesterin bildet, kann sich eine übermäßige Aufnahme durch das Essen negativ auswirken. Erhöhte Cholesterinspiegel im Blut können dem Herz-Kreislauf-System schaden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt daher, nicht mehr als zwei bis drei Eier pro Woche zu essen.

Neben Cholesterin enthalten Eier viel Eiweiß, das der menschliche Organismus sehr gut verwerten kann. Darüber hinaus finden sich Fett, die Vitamine A, D, E und K, B-Vitamine sowie Mineralstoffe wie Kalzium und Eisen im Ei. Braune Eier unterscheiden sich in den Inhaltsstoffen nicht von weißen Eiern, schreibt der aid infodienst. Die verschiedenen Schalenfarben hängen von der Hühnerrasse ab. Auch Bio-Eier sind laut dem Ernährungs-Informationsdienst nicht gesünder als normale. Ihr Eidotter ist oft etwas heller als der von konventionellen Eiern. Das liege daran, dass im Biofutter der Hühner keine Farbstoffe enthalten seien, so der aid.

Ostereier: Die wichtigsten Tipps

Auf gefärbten und gekochten Ostereiern aus dem Supermarkt fehlt der Kennzeichnungscode, den Sie von frischen Eiern kennen. Wenn Sie auf die Herkunft des Eies Wert legen, sollten Sie Bioware kaufen und die Eier selbst kochen. Selbst gekochte Eier können Sie ein bis zwei Wochen aufbewahren, wenn sie hart gekocht sind (zirka zehn Minuten), nicht abgeschreckt wurden, die Schale keine Risse aufweist und die Eier im Kühlschrank liegen. Hart gekochte, gekaufte Eier mit einem speziellen farbigen Schutzlack halten sich normalerweise auch bei Raumtemperatur ein bis zwei Wochen oder sogar noch länger, sofern die Schale unversehrt ist.

Eier können mit Salmonellen belastet sein. Bemalen Sie zum Beispiel mit Ihren Kindern Eier und pusten diese vorher aus, besteht prinzipiell das Risiko, dass Sie sich dabei mit Salmonellen infizieren. Die Keime rufen Durchfall und andere Magen-Darm-Beschwerden hervor. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät: Nur frische und saubere Eier nehmen. Nicht mit dem Mund pusten, sondern ein Strohhalm oder eine Einwegspritze mit Kanüle aus der Apotheke verwenden. Arbeitsflächen vorher und nachher gründlich reinigen und die Hände mit Seife waschen.




Bildnachweis: Thinkstock/iStockphoto

Dr. Martina Melzer / www.apotheken-umschau.de; aktualisiert am 19.03.2013,
Bildnachweis: Thinkstock/iStockphoto

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