Was ist eine Depression?
Wer an einer Depression erkrankt, leidet unter einer anhaltenden tiefen Herabgestimmtheit, aus der er sich in der Regel nicht mehr selbst befreien kann. Sie unterscheidet sich von "normalen" Gefühlen der Erschöpfung, Mutlosigkeit und Trauer, die als Reaktion auf konkrete Probleme entstanden sind. Solche "Stimmungstiefs" kennt jeder. Sie gehen meist vorüber, sobald die auslösenden Ereignisse konstruktiv verarbeitet sind – sobald zum Beispiel der Schmerz über den Verlust eines nahe stehenden Menschen nachlässt oder die Überlastung bei der Arbeit abnimmt.
Eine unbehandelte Depression dagegen bessert sich in der Regel nicht von selbst. Sie kann unterschiedliche Ursachen haben und auch völlig unabhängig von äußeren Umständen auftreten.
Symptome: Die Betroffenen empfinden eine quälende innere Herabgestimmtheit - deswegen volkstümlich auch "Gemütskrankheit" genannt – sowie Leere, Hoffnungs- und Antriebslosigkeit oder auch Angst. Diese Gefühle beeinträchtigen zunehmend zentrale Lebensfunktionen, können zu Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Libidoverlust und Konzentrationsstörungen führen und auch von körperlichen Symptomen wie Kopfschmerzen oder Magendrücken begleitet werden. Oft sind Beschwerden zu bestimmten Tageszeiten besonders belastend. Als typisch gilt das "Morgentief" mit einer leichten Besserung gegen Abend. Mehr zu den möglichen Anzeichen der Depression lesen Sie im Kapitel Symptome.
UNSER EXPERTE: Professor Dr. med. Dr. h.c. Manfred Wolfersdorf, Arzt für Psychiatrie, Psychotherapie und für Psychosomatische Medizin
Diagnose: Viele Betroffene scheuen sich, den Arzt auf ihre Probleme anzusprechen – ein Fehler. Psychische Leiden sind keinesfalls etwas, wofür man sich schämen müsste, sondern Krankheiten wie andere auch: Mit etwa vier Millionen Betroffener allein in Deutschland gehört die Depression mit Herzinfarkten und Krebs sogar zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt. Eine möglichst frühzeitige, individuelle Diagnose ist entscheidend. Nicht behandelte, schwere Depressionen bringen die Gefahr von Suizidversuchen und Suiziden (Selbsttötungen) mit sich und sie beeinflussen andere körperliche Erkrankungen negativ.
Therapie: Es gibt verschiedene, auch von Mensch zu Mensch variierende Formen der Depression und dementsprechend unterschiedliche Therapien. Grundpfeiler sind psychotherapeutische Verfahren und Medikamente – so genannte Antidepressiva. Die meisten depressiv Erkrankten können effektiv behandelt werden und wieder ein normales, erfülltes Leben führen. Ausführliche Informtionen zur Behandlung der Depression finden Sie in den entsprechenden Kapiteln.
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14.12.2006, aktualisiert am 07.03.2011
Bildnachweis: W&B/Privat, PhotoDisc/ RYF
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